Bezirksliga Staffel 3

Ünals-Ziele mit dem TSV Horn

Bezirksliga 3 (hk). Fast schon mantraartig wiederholt Ender Ünal, dass man zum 30-jährigen Vereinsbestehen doch bitteschön in der Bezirksliga fußballerisch aktiv sein soll. Die Spieler des Türkischen SV Horn haben den Worten ihres Managers andächtig gelauscht und stiegen dank einer starken Charakterleistung in diesem Sommer auf. Nach zweijähriger Abstinenz sind die Horner wieder stolzes Mitglied der Bezirksliga 3, aus der sie 2014 durch komische Ergebnisse abgestiegen sind. Möglicherweise würde Ünal eine Privatparty steigen lassen, wenn man auch in der kommenden Spielzeit überkreislich aktiv sein würde. Die bisherige Ausbeute wird sicherlich ein Lächeln in sein Gesicht zaubern, denn elf Punkte nach neun Spielen sind eine ordentliche Bilanz für einen Aufsteiger. Noch viel wichtiger: Fünf Punkte Vorsprung sind es auf die Abstiegsplätze, die die Eggekicker in dieser Serie so meiden möchten, wie der Teufel das Weihwasser.

Von Henning Klefisch


So
wie das Kleinkind auf das Christkind, so haben sich die Verantwortlichen und Spieler des Türkischen SV Horn auf die Bezirksliga gefreut. Sicherlich diente die Jubiläumsgeschichte als weitere und auch sinnvolle Motivationsspritze. Dennoch haben sie auf dem Spielfeld stets nach dem Motto: "Never give up", gehandelt. Das Motto vom größten Boxer aller Zeiten, Muhammad Ali. Ender Ünal hat diese Eigenschaft auch mit Wohlwollen registriert, richtet nun jedoch den Blick nach vorne, wenn er zur Anspruchshaltung für diese Saison sagt: "Wir sind mit ganz klaren Zielen in die Liga gegangen. Für uns war es ein klares Ziel, die Liga zu halten", sind die Rot-Weißen diesbezüglich auf einem sehr guten Weg. Was ihn spürbar positiv stimmt: "Der Vorstand und das Trainerteam (Bild rechts, Sedat Akcay) arbeiten ganz eng gemeinsam, um dieses Ziel zu schaffen." Wenn er von der Mannschaft spricht, geht es um ein Team, was die perfekte Mischung aus Jung und Alt hat, die über fußballerisches Talent, Qualität und Mentalität verfügt und einen Saisonstart hingelegt hat, "der unsere Erwartung als Vorstand übertroffen hat", hebt der 36-jährige Familienvater symbolisch den Daumen. Ünal gilt als akribischer und ehrgeiziger Manager, der stets die Fehler sucht, um stärker zu werden. Nach seiner Ansicht hätte man sogar in der Spitzengruppe der Bezirksliga mitmischen können, denn "wir hätten mindestens sechs Punkte mehr haben müssen", stellt er nüchtern fest.


Ünal empfiehlt mehr Gelassenheit und Reife

Ünals
klare Empfehlung an sein Team: "Wir müssen gelassener und reifer werden und an uns glauben und nicht Angst vor den Namen der Gegner haben, sondern mehr an uns glauben, die Freude und Glaube  mehr in unser Spiel übertragen", so wünscht er sich und zeigt sich bei Erfüllung dieser Punkte optimistisch, dass das gesteckte Ziel Klassenerhalt schneller zu erreichen ist. Sein Wunsch: "Unser Ziel muss sein, langfristig in dieser Liga zu bleiben, um den lippischen Fußball besser zu vertreten. Ich bin sicher, dass wir langfristig dieses Ziel gut einhalten werden", gibt er sich optimistisch und verrät: "Dafür arbeiten wir als Vorstand Tag und Nacht." Und er erklärt: "Man muss im Fußball immer einen Schritt höher denken. Ich kann mir auch vorstellen, mit mehr Erfahrung und einigen Ergänzungen, auch einmal den Versuch zu starten oben anzugreifen, denn wenn ich mir die letzten Spiele angucke, sage ich nur, dass es uns nur etwas an Reife und Cleverness fehlt", so benennt er das Manko und stellt fest: "Spielerisch und taktisch war in den letzten sieben Spielen keiner besser oder überlegener als wir."


Offene Türen für Führungsspieler mit Erfahrung

Nun
wird es darum gehen, dass man die eine oder andere Saison in der Bezirksliga spielt und sich auch gezielt verstärkt. Ünals Wunsch lautet, dass "wir noch einige gute Führungsspieler mit Erfahrung bekommen, so wie es unser Marcus Oetterer (Bild rechts) ist, der uns wie eine Deutsche Eiche geholfen und weitergebracht hat." Das TSV Horn-Urgestein lädt ein zum Tag der offenen Tür und verkündet: "Für solche Spieler sind unsere Türen immer offen. Es kann sich jeder bei mir oder dem Vorstand melden. Wir sind ein Verein, der jeden neuen Spieler begrüßt und aufnimmt", ist ihm aber auch klar, dass dieses Profil an Spielern bekanntlich nicht auf den Bäumen wächst. Schon in der letzten A-Ligasaison ist der Kader sehr ansprechend besetzt gewesen, wobei nicht alle Ausfälle kompensiert werden konnten. Ünal sagt zu den Unterschieden zwischen der neuen und der alten Liga: "Die Bezirksliga ist mit der A-Liga nicht zu vergleichen. Dort musst du 90 Minuten fighten, Woche für Woche, es kann jeder jeden schlagen, die Teams sind alle gleich stark, Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage." Sicherlich kommt noch hinzu, dass die Anreise in den Höxteraner und Paderborner-Raum deutlich länger ist. Zudem lernt man neue Sportplätze und Teams kennen. Die Kreisliga A Detmold bezeichnet er im Vergleich zur aktuellen Spielklasse als "einfacher." Denn: "Es gibt zwei bis drei Teams, die oben mitspielen. Der Rest ist Mitläufer. Für den TSV Horn war immer ein Platz unter den Top 5 drin, egal mit wem und welche Saison. Das ist mit der Bezirksliga nicht zu vergleichen", hat sich das Niveau deutlich verbessert.

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