Bezirksliga Staffel 3

Schlingmann: "Bezirksliga als Zugpferd für die Jugend"

Bezirksliga 3 (hk). Drei lippische Teams gibt es in der dritten Bezirksstaffel. Alle drei plagen sich aktuell nicht mit Abstiegssorgen herum, da man einen Puffer zu den gefährdeten Rängen aufbauen konnte. Während der Aufsteiger Türkischer SV Horn im unteren Tabellenmittelfeld verweilt, haben der Blomberger SV und der RSV Barntrup acht Zähler mehr auf der Habenseite, was für eine Platzierung im oberen Tabellenbereich berechtigt. Die Barntruper haben sogar ein beachtliches Zwischenhoch erleben dürfen, als sie fünf Spiele in Serie gewinnen konnten. In diesem Jahr scheint vieles möglich zu sein in dieser wirklich ausgeglichenen Spielklasse, wo, bis auf einige Ausnahmen, jeder jeden schlagen kann. RSV-Vereinsboss Andreas Schlingmann hat sich zur aktuellen Situation bei den Barntrupern geäußert.

Von Henning Klefisch


Diese enorme Ausgeglichenheit kann ein echter Trumpf in dieser Spielklasse sein, die durch eine gewisse Unberechenbarkeit aufwartet. Einzig Primus SuS Westenholz und am Tabellenende der SV Höxter fallen so ein bisschen aus der Rolle. Teams wie Nieheim, Atteln und Blau-Weiß Weser sieht Schlingmann aktuell eher unter Wert geschlagen. Er rechnet fest damit, dass dieses Trio sich im weiteren Saisonverlauf noch signifikant verbessern wird. Der mittlere Bereich dieser Spielklasse ist nah beieinander. Vom Tabellensechsten SC Borchen bis zum 14. SCV Neuenbeken sind es gerade einmal elf Punkte Differenz. Die wenig tollkühne Prognose des Barntruper-Urgesteins: "Im Laufe der Saison kann hier eine große Bewegung nach oben und unten passieren." Seine Mannschaft soll bitteschön bis zur Winterpause möglichst viele Punkte sammeln, um auch den Abstand auf die gefährlichen Ränge weiter zu vergrößern. Mit den bisher gesammelten 20 Punkten zeigt er sich "sehr zufrieden", wenn in der genauen Analyse "die Punkte in dem einen oder anderen Spiel sicher anders verteilt worden wären. Aber so ist es im Sport, und das macht ja auch den Reiz des Fußballs aus, dass man nicht alles planen kann und die Spiele erst einmal spielen muss", bewirbt er sich mit dieser Phrase eindrucksvoll für das Zahlen von drei Euro in das Phrasenschwein. Wenn man sich in der lippischen Fußballszene so umhört, heißt es stets lapidar, dass die dritte Bezirksligastaffel die Schwächste von allen sei, wo lippische Teams überkreislich spielen. Dies möchte Schlingmann keineswegs unterstreichen und benennt als Beispiel den Landesligaaufsteiger Sportfreunde Warbung, weshalb er klarstellt: "Den Vergleich mit den anderen Staffeln können wir sicher aufnehmen."


Die Bedeutung der neuen Spieler

Vier neue Spieler und der neue Coach Jan Trockel (Bild rechts) sind zu den Roten Teufeln gewechselt. Über den ehemaligen Coach des Post SV Detmold findet er lobende Worte: "Wir sind bisher sehr froh, dass wir einen Trainer wie Jan für unseren Verein gefunden haben. Er passt vom menschlichen und der gesamten Art zu unserem Verein und bringt sich auch über seine Trainertätigkeit im Verein mit ein. Also ganz klar "Daumen hoch", fällt das Zwischenfazit absolut positiv aus. Ein weiteres Indiz, dass auch die Zusammenarbeit zwischen dem Trainer und der Mannschaft  stimmt, ist, dass die Trainingsbeteiligung gut ist. Auch die neuen Spieler haben sich gut integrieren können, wenn Schlingmann jedoch auch ehrlich einräumt: "Bei dem einen oder anderen ist sicher noch ein bisschen Luft nach oben, aber das wird der Trainer schon herauskitzeln können." Mit Till Kamp (Bild rechts) und Ingo Brand kamen zwei Kicker mit dem FCO-Stallgeruch. Kamp hat zuletzt sogar in der starken Bielefelder A-Liga für den TuS Eintracht Bielefeld gespielt. Dazu kamen vom TSV Rischenau Jonas Meise und vom TBV Lemgo Erhan Köse. Die bisherigen Einsatzzeiten des Quartetts haben offenbart, dass der Coach definitiv auf diese Spieler baut.


Bezirksliga: Wirtschaftlich Flop, sportlich und perspektivisch Top

Neun Lipper sind auf die ersten drei Bezirksligen aufgeteilt. Jeweils drei Teams spielen pro Spielklasse, was nicht gerade auf Gegenliebe bei Andreas Schlingmann stößt, der klarstellt: "Wirtschaftlich gesehen sage ich ganz klar, dass die Einteilung der Staffeln mit nur jeweils drei Mannschaften aus Lippe in den Staffeln eins bis drei nicht gut ist." Sicherlich hat er auch Verständnis dafür, dass man diese Konstellation nicht anders lösen kann. Die Zuschauerzahlen sind jedoch ein klarer Indikator dafür, dass die aktuelle Situation eher suboptimal daherkommt. Anders sieht es beispielsweise in der Kreisliga A aus, wo es zahlreiche Derbys gibt, die auch für deutlich höhere Zuschauerzahlen sorgen. Aus sportlichen Gesichtspunkten jedoch erachtet es Andreas Schlingmann als "sehr wichtig, auch weiterhin überkreislich zu spielen." Durch den nigelnagelneuen Kunstrasenplatz und der geographischen Lage kann der RSV mit einigen Pfunden wuchern. Zudem besitzt die Ligazugehörigkeit auch für die Perspektive des Teams einen ungeheuren Wert, wie er bei Lippe-Kick verrät: "Die Bezirksliga versuchen wir natürlich auch als Zugpferd für die Jugend mit einzubringen." Er präzisiert: "Es macht wohl jedem Spieler mehr Spaß, gegen andere Vereine zu spielen, gegen die ich in der Jugend ständig gespielt habe. Also ganz klar, die Bezirksliga ist für uns als Verein für die Jugend, für potentielle Spieler, aber auch für unsere Sponsoren und unsere Mitglieder sehr wichtig." 

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