Kreisliga B2 | Lemgo

"Die mannschaftliche Geschlossenheit ist unsere Stärke"

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Eine wirklich starke Runde spielt der Aufsteiger SV Werl-Aspe II. Eine Platzierung im Verfolgerfeld ist die Belohnung. Spielertrainer Christoph Schlautkötter spricht im ausführlichen Gespräch mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch über die eigene Anspruchshaltung, die Unterschiede zwischen der B- und C-Klasse, besondere Auftritte und die Zusammenarbeit im Verein.


Lippe Kick: Hallo Christoph, vor der Saison hast du im Gespräch mit Lippe-Kick offenbart, dass ihr eine Platzierung unter den Top Five anstreben wollt. Einige Ligakonkurrenten haben dies nicht unbedingt für möglich gehalten. Nach einer bisher ansprechenden Serie rangiert ihr mit 30 Zählern auf dem fünften Rang. Jetzt mal Hand aufs Herz: War das damals mehr Überzeugung oder Motivation für deine Jungs?

Schlautkötter: (schmunzelt) "Ja, einige Ligakonkurrenten konnten den Augen nicht trauen, was diese vor dem Start der Saison über unser Saisonziel gelesen haben. Insbesondere aus Ahmsen wurden wir belächelt. Alexander Ruge (Bild rechts) und ich arbeiten mit diesem Team Woche für Woche. Haben einen souveränen Aufstieg gefeiert und wurden punktuell noch durch unsere gute Jugendarbeit verstärkt. Diese Spieler haben sich gut in die Mannschaft integriert. Unser Ziel unter den Top 5 zu landen, war bewusst so gewählt. Mit dem Potenzial ist dieses Ziel auch realistisch erreichbar. Die gute Hinrunde gibt uns Recht (lacht verschmitzt)."

Lippe Kick: Oft wird der große Unterschied zwischen B- und C-Liga thematisiert. Teams wie Wüsten II und Lemgo/West kämpfen primär um den Klassenerhalt, während Hör/Lie II und ihr euch im vorderen Feld bewegt. Hast du eine Erklärung hierfür?

Schlautkötter: "So groß ist der Unterschied nicht. Augenscheinlich ist, dass in der Kreisliga C häufig nur punktuell die spielerische und individuelle Klasse vorhanden ist. Während in der Kreisliga B, insbesondere bei den Top 5, neben der individuellen Klasse auch ein gutes Kollektiv hinzukommt. Des Weiteren werden individuelle Fehler häufiger ausgenutzt, während diese Chance in der unteren Klasse noch liegen gelassen werden. Warum es bei Wüsten II und Lemgo/West nicht läuft bzw. bei Hör/Lie II gut, kann ich nicht beantworten. Dafür habe ich zu wenig Informationen, um dieses beurteilen zu können."

Lippe Kick: Was ist dir Besonderes in Erinnerung geblieben in der Hinserie?

Schlautkötter (Bild links): "Insbesondere unsere guten Auftritte gegen Teams wie Ahmsen und Lipperreihe. Negativ die unnötigen Punktverluste gegen Wüsten II (1:1) und Helpup II (1:2). Leider hat uns auch unser Verletzungspech nicht in die Karten gespielt, so dass wir Woche für Woche rotieren mussten. Wir als Trainerteam sind aber guter Dinge, dass unsere verletzten Spieler nach der Winterpause langsam wieder in das Training einsteigen werden und uns in der Rückrunde zur Verfügung stehen. "

Lippe Kick: Wie ist deine Einschätzung zum Aufstiegskampf, welche Teams haben die besten Chancen auf den Sprung in die A-Klasse?

Schlautkötter: "Wir haben nun gegen alle Mannschaften gespielt. Als stärksten Gegner muss ich hier die TSG Holzhausen/Sylbach benennen. Das war schon sehr stark, wie die Jungs sich gegen uns präsentiert haben. Der derzeitige Ligaprimus BSV Leese gewinnt allerdings fleißig weiter und hat derzeit das nötige Quäntchen Glück, auch die engen Partien für sich zu entscheiden. Ich denke, es wird auf einen Zweikampf zwischen diesen beiden hinaus laufen."

Lippe Kick: Der Zusammenhalt beim SVWA ist ausgesprochen groß. Wie sehr leidet man mit der ersten und dritten Mannschaft, die bekanntlich beide im Tabellenkeller der Bezirks- und C-Liga stehen?

Schlautkötter: "Leiden ist vielleicht der falsche Ausdruck. Wir konzentrieren uns primär auf unsere Spiele und leiden dabei genug (lacht). Wir freuen uns natürlich, wenn die anderen Teams punkten und ärgern uns mit, wenn diese nicht erfolgreich waren. Wichtig ist, dass die Zusammenarbeit zwischen allen drei Mannschaften passt. Wir als Unterbau für unsere Bezirksliga Mannschaft wissen, dass wir unsere Spieler, die bei uns einen guten Job machen, an die Erste hochgeben werden. Siehe in diesem Jahr Till Meßmann (Bild rechts) und Jan Lange. Beide Spieler waren für uns wichtig, helfen nun aber der ersten Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt. Dennoch ist es so, dass viele Spieler der Ersten sich auch bei uns wohlfühlen und somit bei uns gute Spiele absolvieren, in diesem Jahr bisher Pankoke, Böhmer und Jablonski. Alex Ruge und ich sind permanent mit dem Trainergespann Schulze/Gnade im Gespräch. Ebenso wichtig, wie die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Trainerteams, ist Ruhe im Verein. Unsere sportliche Vereinsführung hat uns das Vertrauen geschenkt und lässt uns auch in Ruhe arbeiten. Sollte es doch mal Unstimmigkeiten geben, so werden diese zeitnah aus dem Weg geräumt."

Lippe Kick: Was habt ihr euch als Zielsetzung für den weiteren Saisonverlauf vorgenommen?

Schlautkötter: "Wir wollen weiter fleißig punkten und uns spielerisch sowie taktisch weiter entwickeln. Ab April gibt es wieder die Möglichkeit, unsere jetzige A-Jugend an den Seniorenfußball zu führen. Dies werden wir auch in diesem Jahr konsequent durchziehen."

Lippe Kick: Kannst du uns bitte eure Stärken verraten und woran müsst ihr zukünftig noch arbeiten?

Schlautkötter: "Unsere Stärke ist eine mannschaftliche Geschlossenheit. Das merkt man auf und neben dem Platz. Arbeiten müssen wir Woche für Woche, in allen Mannschaftsteilen, zu verbessern gibt es immer etwas. Wir versuchen unser Fußballwissen an die Jungs zu vermitteln. Besonders wichtig sind hierbei auch unsere „Älteren" – und Führungsspieler, welche wir immer versuchen mit einzubinden. Auf dem Platz gilt es dann als Mannschaft im Kollektiv zu arbeiten und die individuellen Stärken der Einzelspieler ins Spiel zu bekommen. Wenn uns das gelingt, sind wir schwer zu bezwingen." 

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