Kreisliga A | Detmold

"Die Individualität der Spieler und Trainer hat sich verändert"

Kreisliga A Detmold (hk). Schon vor einigen Wochen ist Florian Sieweke (Bild links) in den Fokus der Lippe-Kick-Berichterstattung geraten. Dort erzählte er über sein Debüt mit zarten 16 und fachsimpelte über die unterschiedlichen Aufstiege, die er in seiner fußballerischen Karriere feiern durfte. Nun hat sich der 29-Jährige über die Entwicklungen geäußert, die im lippischen Fußball in den letzten Jahren vonstattengingen.

Spieler- und Trainertypen: "Einer der Punkte, die sich in den letzten Jahren meiner Meinung nach am meisten verändert hat, ist die Individualität der Spieler und Trainer. Was bei den Spielern von individuellen Frisuren, Schuhen und Spielertypen bis hin zu einer individuellen Auffassung von „Respekt" und Umgang miteinander alle Facetten von positiv bis negativ beinhaltet, würde ich mir die Individualität und Kreativität von Trainern in Bezug auf zum Beispiel die Aufstellungen doch häufiger wünschen. Auch wenn die meisten erfolgreichen Top-Mannschaften mittlerweile eine Vierer-Kette in der Defensive spielen, so ist dies alleine meiner Meinung nach kein Erfolgsversprechen. Es wäre sogar eher mal „überraschend" und „belebend" für mich zu sehen, dass ein Trainer erkennt, dass das notwendige Spielermaterial in dem Team eventuell für das System nicht vorhanden ist und man stattdessen auf die einzelne Leistungsfähigkeit der Spieler ein taktisches Konzept ausrichtet. In über 60 Prozent der Fälle, die ich Woche für Woche auf den Sportplätzen gesehen habe, bin ich der Meinung, dass ein anderes System besser zu dem Team gepasst und vielleicht auch den Ausgang des Spiels verändert hätte. Deutlich „positiver" bzw. „mannschaftsfreundlicher" haben sich hingegen die Trainingsinhalte und Methoden verändert, welche bei den meisten Teams nicht nur in den Vorbereitungen aus intensiven Übungen und einem vorbeugenden und ausgiebigen Stretching-Programm der beanspruchten Muskelgruppen bestehen.

Eigenschaften und Besonderheiten der verschiedenen Ligen: Die Ligen, in denen ich aktiv spielen durfte, könnten fast unterschiedlicher nicht sein und obwohl die „Distanz" der Ligen gar nicht mal so weit auseinander liegt, unterscheiden diese sich meiner Meinung nach doch gravierend in der Spielweise, den Aufwänden, um die Liga halten zu können und/oder aufzusteigen und auch in dem Umgang der Teams untereinander. Die fußballerisch intensivste und interessanteste Zeit hatte ich sicherlich in der Bezirksliga Staffel 2 (Bielefelder Gruppe) mit Jerxen-Orbke. Die Liga war und ist geprägt von fußballerisch starken Mannschaften und sich in dieser Liga dauerhaft im oberen Tabellendrittel zu platzieren, ist ein achtsamer Erfolg. An einem guten Tag kann in der Liga meiner Meinung nach „jeder jeden" schlagen und auch wenn es, wie in anderen Ligen auch, vor allem an den letzten Spieltagen der Serie häufiger zu „kuriosen und unerwarteten Ergebnissen" kommt, sind diese meiner Meinung nach auch während der gesamten Serie möglich. Das Rennen um den Aufstieg ist in der Liga meistens bis kurz vor Schluss offen und auch die Entscheidungen im Abstiegskampf fallen erst in den letzten Begegnungen der Saison. Fußballerisch ganz anders stellt sich meiner Meinung nach z. B.
die Bezirksliga Staffel 3 (Paderborner Gruppe) dar. Die Liga ist meiner Meinung nach bei weitem nicht so ausgeglichen und in der Regel spielen immer maximal drei Teams um den Aufstieg und vier bis fünf gegen den Abstieg. Die Liga zeichnet sich auch nicht so sehr durch fußballerische-, als eher durch kämpferische Klasse aus und ist meiner Einschätzung nach die schwächste der drei Bezirksligastaffeln. Auch der Abstiegskampf ist meiner Meinung nach noch lange nicht entschieden und wird sich in der Rückrunde zwischen drei bis fünf Teams entscheiden, wo es sicher auch viel auf einen guten Start in die Rückrunde ankommen wird. Die meiste Zeit habe ich mittlerweile in der Kreisliga A verbracht und würde sagen, dass diese in der aktuellen Saison vom Potenzial her so ausgeglichen wie selten sein müsste, weil ich Teams wie Schlangen, Jerxen-Orbke und Augustdorf mindestens auf Augenhöhe sehe (weitere „Geheimfavoriten" haben sich leider auf Grund einer schwächeren Hinrunde schon frühzeitig aus dem Rennen um den Aufstieg verabschiedet. Die mittlerweile eingleisige Kreisliga B ist sicherlich eine „ehrliche Arbeiterliga" und die Vereine, die in der Saisonvorbereitung bereit sind, am meisten im Training zu investieren (und natürlich auch über eine gewisse Qualität verfügen), spielen in der Regel auch um den Aufstieg. In den unteren Regionen der Liga ist leider jedoch schon ein deutlicher Qualitätsabfall zu spüren und die Entscheidungen über den Verbleib in der Liga häufig schon früh gefallen. Kreisliga C – Fußball ist für mich immer wie eine Wundertüte und ich glaube, dass hier andere Werte im Vordergrund stehen als der reine Erfolg auf dem Platz. Positiv ist mir in der Liga aber in den meisten Fällen der Umgang untereinander aufgefallen, so dass sich Teams gegenseitig die Erfolge gegönnt haben und diese nach den Spielen bei gemeinsamen Getränken auch häufig anerkennen konnten."


Coaches und Kicker: "Auch wenn ich nicht immer mit den Verantwortlichen und Mitspielern meiner Teams einer Meinung war, hatte ich im Großen und Ganzen bisher immer sehr viel Glück mit meinen Teams. Besonderen Spaß hat es mir immer gemacht, jungen Spieler fußballerisch und menschlich an den Sport (mit-)heranzuführen und die Entwicklungen ein Stück weit zu begleiten. Auf der anderen Seite habe ich auch gerne von der Erfahrung von anderen partizipiert und versucht, von diesen Spielern bestmöglich zu lernen und mir einiges abzuschauen. Dabei haben mir sowohl aktive als auch passive Spieler, Zuschauer und Funktionäre der Vereine, als auch die Coaches und Betreuerstäbe, die ich während dieser Zeit erleben und mit denen ich zusammenarbeiten durfte, gefallen. Viele Mit- und Gegenspieler sind in der Zeit persönlich gute Freunde von mir geworden und ich bin dem Sport unter anderem sehr dankbar, dafür, dass ich auf und neben dem Platz tolle Personen in allen Funktionen kennenlernen durfte."

 

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