Kreisliga A | Detmold


Schlej verlängert, Brinkmann hofft

Kreisliga A Detmold (hk). Die A Liga Detmold erwacht aus dem Winterschlaf. Sechs Begegnungen hat der Spielplan kredenzt. Wegen der Unbespielbarkeit des Platzes fallen das Derby zwischen dem TuS Kachtenhausen und TuRa Heiden und das Spiel TuS WE Lügde vs. TuS Horn-Bad Meinberg aus. Da Ditib Detmold im Trainingslager in der Türkei weilt, ist das Heimspiel gegen SuS Pivitsheide auf Dienstagabend, den 28. Februar, verlegt worden. Der 19. Spieltag hat am Sonntag dennoch einige hochspannende Partien zu bieten. So gibt es etwa das Derby zwischen Fortuna Schlangen und Oesterholz/Kohlstädt oder auch Hiddesen/Heidenoldendorf und Jerxen/Orbke. Die Augustdorfer-Aufstiegsinteressierten hoffen unterdessen auf einen Heimdreier gegen den starken Aufsteiger Post TSV Detmold II.

Von Henning Klefisch


FC Augustdorf vs. Post TSV Detmold II

Keine Tore gab es im Hinspiel zwischen den beiden Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Der FC Augustdorf ist ein ganz heißer Aufstiegskandidat und möchte auf dem Kunstrasenplatz am Inselweg mit einem Heimsieg seine Ansprüche untermauern. Nach knapp drei Monaten Pause scharren die Sandhasen mit ihren Hufen. Coach Matthias Heymann bekennt: "Als Trainer wünscht man sich aber in der Regel noch ein, zwei Wochen mehr, um die Mannschaft ideal vorzubereiten", sind es durch die ausgiebigen Hallenturniere und dem temporären Schneefall gerade einmal drei Wochen gewesen, wo man sich konkret auf die Rückserie hat vorbereiten können. Was Heymann aber löblich findet: "Die Jungs haben voll mitgezogen", zeigt er sich auch deshalb "sehr gut vorbereitet." Gut sind die Vorbereitungsspiele verlaufen. Beim selbsternannten "besten Team in Lippe", dem SC Bad Salzuflen, gab es etwa zuletzt einen 2:1-Sieg. Allerdings sind Testpartien wie alkoholfreies Bier: Ohne wirklichen Ertrag. Der FCA-Trainer richtet seinen Fokus auf den anstehenden Kontrahenten Post TSV Detmold II, den er "schwer einschätzen könne", da für ihn stets unklar erscheint, wer tatsächlich aufläuft. Dazu gesellt sich der "ungewohnte kleine Platz", gibt Heymann zu bedenken, postuliert aber auch optimistisch: "Eins ist aber auch klar. Wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir das Spiel am Sonntag gewinnen. Das ist unser Ziel." Vor den heimischen und heißblütigen Fans sind die Augustdorfer bislang noch ungeschlagen. Da Heymann davon ausgeht, dass auch die Eintracht aus Jerxen/Orbke ihre Partie in Heidenoldendorf gewinnt, möchte man mit einem Sieg dafür sorgen, dass die Seinen "punktgleich in das nächste Woche folgende Spitzenspiel gegen Jerxen gehen", fordert Heymann gegen den kecken Aufsteiger den Maximalertrag ein. Timo Seibel kann seine fußballerischen Dienste nicht anbieten. Ansonsten schöpft das Trainertrio Heymann/Hengstler/Bechthold aus dem Vollen, weshalb Heymann ankündigt: "Es wird also für Sonntag auch wieder einige Härtefälle in der Kadernominierung geben!" Post TSV Detmold II-Goalgetter Tim Haskins hat eine gehörige Portion Respekt vor dem Tabellenzweiten und urteilt: "Wir spielen gegen einen der stärksten Gegner aus der Liga. Das wird eine sehr schwierige Aufgabe für uns", erwartet der Mittzwanziger keine Kaffeefahrt. Die Postler sind aber ehrgeizig genug, um zu "probieren, Punkte aus Augustdorf mitzunehmen." Damit sich sein Wunsch auch tatsächlich erfüllt, wird es nach Meinung von Haskins auf folgenden Punkt ankommen: "Dafür müssen wir von der ersten Minute an voll dabei sein", fängt der frühe Vogel auch im Fußball den Wurm. Seine Hoffnung ist nicht gänzlich unbegründet: "Wir spielen ja auf dem Kunstrasen in Augustdorf, vielleicht spielt uns das ja in den Karten. Warten wir einfach ab", hofft er auf die positive Überraschung für seine Truppe.


FC Fortuna Schlangen vs. SF Oesterholz/Kohlstädt

Es ist das Lokalderby der Gegensätze, wenn man auf die Tabelle blickt. Der Tabellendritte Fortuna Schlangen begrüßt das Schlusslicht SF Oesterholz/Kohlstädt. Satte 36 Punkte Unterschied gibt es zwischen diesen beiden Teams. Doch ein Derby schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten. Für Fortuna-Coach Werner Koch steht fest: "Das ist natürlich ein richtiger Knaller zum Start." Und so stellt er treffend fest: "Für beide Teams hat dieses Spiel einen besonderen Stellenwert." Zugleich ist Koch lange genug im Geschäft tätig, um zu wissen, dass das erste Spiel nach der langen Pause "immer etwas schwierig ist." Die Marschroute ist dennoch klar: "Trotzdem werden wir versuchen, das Spiel an uns zu nehmen und es in die gewünschte Richtung zu bringen." Der Schlänger-Übungsleiter ist davon überzeugt, dass die Kontrahenten einen "sehr hohen Einsatz" präsentieren, immerhin benötigen die beiden Teams die Zähler im Kampf um den Aufstieg und gegen den Abstieg. "Ich hoffe, dass wir mit zunehmender Spieldauer das Spiel für uns gewinnen können", wären diese drei Punkte für den Gastgeber ein exzellenter Start in das Fußballjahr 2017. Hinter dem Einsatz von ein, zwei Akteuren steht noch ein Fragezeichen. Man muss es so deutlich sagen, aber die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt haben eine Hinrunde zum Vergessen gespielt. Mit nur einem Sieg und zwei Remis aus 15 Partien haben die Kicker von Coach Eugen Schlej die Bilanz eines Absteigers. Zum Glück warten noch 19 Spiele auf das letztjährige Spitzenteam. Dem Trainer in einer sportlich schwierigen Zeit den Rücken zu stärken, zeugt von Vertrauen und Anerkennung. Obmann Björn Brinkmann erklärt bei Lippe-Kick, dass Schlej auch in der kommenden Spielzeit Coach von Oesterholz/Kohlstädt ist, und zwar unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Brinkmann begründet: "Wir haben großes Vertrauen in Eugen und die Mannschaft und sein Weg hier bei uns ist noch nicht zu Ende." Trotz der schwierigen Situation und elf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer, zeigt er sich optimistisch: "Ich glaube aber immer noch, dass wir mit Eugen nächste Saison in der A-Liga spielen werden." Für SF-Obmann Björn Brinkmann ist es ein echter Segen, dass die Winterpause endlich vorbei ist und folglich räumt er bei Lippe-Kick ehrlich ein: "Wir sind heiß darauf, dass es endlich wieder los geht." Die Sportfreunde bauen vor und so haben sie sich auf den Untergrund des Kunstrasenplatzes gut vorbereitet. Was diesmal anders ist: "Es ist das erste Derby, wo der Favorit von vornherein so klar fest steht.  Die Derbys davor waren geprägt von Spannung, auch von der Tabellenkonstellation, Sonntag geht es nicht einfach darum, ein Derby zu gewinnen, sondern wir wollen einfach versuchen, gegen einen Titelaspiranten was zu holen", ist sich das Schlusslicht der Ausgangslage absolut bewusst, möchte aber aus der eigenen Außenseiterposition agierend, unbedingt für die Überraschung sorgen. Im ersten Spiel nach der Winterpause fällt es Brinkmann spürbar schwer, eine gegnerische Mannschaft seriös einzuschätzen. Der ehemalige Fänger plaudert bei Lippe-Kick über seine Wunschvorstellung: "Wir wollen gleich versuchen, einen guten Start hinzulegen, damit wir Schwung für die Rückserie bekommen und Druck auf die anderen ausüben können." Schließlich bemerkt auch er: "Denn was nutzt uns ein Derbysieg, wenn wir die beiden Heimspiele danach verlieren. Gar nichts", gibt er sich selbst die Antwort. Zudem liegt der Druck eindeutig beim blau-weißen Kontrahenten: "Wir haben nichts mehr zu verlieren und das kann uns pushen", träumt Björn Brinkmann davon, dass "wir Schlangen als Dosenöffner nehmen wollen und uns gut verkaufen", vor einer wohl ansprechenden Zuschauerkulisse. In einem bestimmten Fall würde man mit dem Misserfolg konform sein: "Wenn wir Sonntag alles geben oder auch in derk Rückserie alles geben werden und es wird nicht reichen, dann ist keiner böse! " Alexander Rose ist angeschlagen. Noch vage ist aktuell, ob der länger verletzte Adam Sadowski in der Startformation steht.


SF Berlebeck/Heiligenkirchen vs. SuS Lage

Exzellent gearbeitet haben die Kicker der Sportfreunde Berlebeck/Heiligenkirchen. Dies kann auch der neue Coach Thorsten Geffers gegenüber Lippe-Kick bestätigen, wenn er voller Vorfreude postuliert: "Nach einer sehr guten Vorbereitung sind wir alle richtig heiß auf den Start in die Rückrunde. Mein neues Team hat meine Philosophie schnell verstanden und gut umgesetzt. Jetzt heißt es für uns, das in der Liga auch umzusetzen", ist doch entscheidend auf dem Platz. Zum Glück ist der Kader des Tabellenvorletzten groß. Wichtige Spieler wie Eric Pippig (Innenbandriss Knie) und Tim Tornau (Operation) fallen für einen längeren Zeitraum aus. Gegen Lage werden auch die Neuzugänge Tim Weber (Köln) und Max Schnitzerling (Urlaub) nicht dem Kader angehörig sein, aber in Kürze das Team verstärken. Geffers sagt zur Zielsetzung: "Wir wollen natürlich im ersten Heimspiel gegen einen direkten Gegner in diesem Sechs-Punkte-Spiel gewinnen, um SuS Lage mit in den Abstiegskampf zu ziehen", klingt dieser Plan aus BHK-Sicht sinnvoll, weshalb Geffers fest damit rechnet, dass seine Truppe "alles raushauen wird." Zahlenfreund Geffers hat flugs das Kopfrechnen bemüht, um zu wissen, dass mit zwei Siegen in Serie der Anschluss hergestellt wäre. Folglich ist er sich gewiss: "Wir wissen, worum es geht und werden dementsprechend in den Spielen auch auftreten." Klar ist: Die einstellige Anzahl an Punkten sorgt beim Kult-Club aus dem Detmolder Süden für ein gewisses Unbehagen.

Eine echte Sternstunde erlebten die SuS Lage-Kicker im Hinspiel. Mit einem deutlichen 5:1-Sieg fiedelten die Zuckerstädter die Sportfreunde ab. Diesmal stehen die Vorzeichen für die Lagenser bezüglich eines erfolgreichen Gastauftritts in Heiligenkirchen eher nicht so günstig. Auch Coach Andre Plaß muss bei Lippe-Kick ehrlich einräumen: "Wir gehen nicht gut vorbereitet in die Rückrunde. Wegen dem Wintereinbruch mussten fast alle Testspiele abgesagt werden", gibt es viele Fragezeichen im Lager des Tabellenfünfzehnten. Nach seinem Kreuzbandriss wird Halef Akman in dieser Spielzeit keine Partie mehr bestreiten. Plaß zeigt sich konsterniert und urteilt: "Das trifft uns sehr hart." Aus der eigenen Reserve wird ein Trio mitspielen. Plaß wünscht sich: "Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern, um für die Zukunft besser planen zu können", ist es gut möglich, dass Lippe-Kick über die Lagenser-Perspektive zukünftig ausführlich berichten wird. Vor dem Auftritt auf dem nigelnagelneuen Kunstrasenplatz des Tabellenvorletzten rechnet Andre Plaß fest damit, dass die Hausherren "sicher gegen uns auf Sieg spielen wollen, um den Abstand auf uns zu verringern." Aufmerksam hat er die letzten Spiele der Sportfreunde verfolgt, als sie gegen höher eingeschätzte Teams wie Rischenau und Schlangen zu Punktgewinnen kamen. "Da musst du erstmal punkten", lobt Plaß und ergänzt mit Blick auf den neuen Coach Geffers: "Thorsten hat noch einmal frischen Wind in die Mannschaft gebracht."


SC Augustdorf vs. Spielvereinigung Hagen/Hardissen

Eine komplette Vorbereitung haben die Augustdorfer gehabt. Besonders beim Artesia-Cup in Augustdorf hat man als Finalist vollauf überzeugt. Nun "möchten wir gut aus den Startlöchern kommen und dreifach punkten", so wünscht es sich Chefcoach Ayhan Tumani, der noch keine Angaben machen möchte, wer von den sechs Neuzugängen in der Startformation steht. Nach der 0:2-Hinspielniederlage steht nun für ihn fest: "Im zweiten Spiel wollen wir als Sieger vom Platz gehen." Beide
Teams benötigen noch einige Zähler für den angestrebten Klassenerhalt. Keine gute Vorbereitung hat die Spielvereinigung Hagen/Hardissen absolviert, was auch an den Bedingungen im Stadtgebiet Lage liegen könnte. Coach Michel Wißmann gibt ehrlich zu: "Da hatte Augustdorf durch ihren Kunstrasenplatz sicherlich Vorteile." Die mögliche Erfolgsformel für das Spiel auf dem Kunstrasenplatz am Inselweg: "Wir werden auf dem kleinen Platz die Räume versuchen eng zu machen und immer wieder durch schnelle Konter Torchancen zu kreieren", klingt diese Taktik erfolgversprechend, zumal Wißmann auch seine beste Formation aufbieten kann.


SV Diestelbruch/Mosebeck vs. TSV Rischenau

Der SV Diestelbruch/Mosebeck ist auf dem Transfermarkt in der Winterpause nicht tätig geworden. Das Verletzungspech hat die Mannen von Chefcoach Sascha Weber mit voller Wucht getroffen. Zu den Langzeitverletzten gesellt sich noch Lennart Rethmeier dazu, der sich in der Hallensaison einen Kreuzbandriss zugezogen hat und lange ausfällt. Auch Bahms, Meier und Deppe stellen gegen Rischenau keine Alternative dar. Hinzu kommen einige Urlauber, weshalb Akteure aus der C-Ligareserve helfen müssen. Nun steht für die Dörenwaldkicker ein echter Heimspielmarathon an, sechs an der Zahl folgen nun in Serie. Weber gibt die Marschroute bereits aus: "Wir wollen uns schnellstmöglich von den unteren Plätzen entfernen und weiter daran arbeiten, dass unsere vielen jungen Spieler in der Liga ankommen. Das geht natürlich einfacher, wenn schnellstmöglich ein paar Punkte dazukommen", lässt sich dann auch deutlich befreiter spielen. Sascha Weber gibt sich absolut überzeugt: "Wenn wir es schaffen, die gute Offensive von Rischenau auszuschalten, werden wir unsererseits alles reinhauen und unsere guten Offensivqualitäten ausspielen", so der langjährige Di-Mo-Coach, der mit einem "knappen Ding" rechnet. Aus den Fehlern lernen möchte der TSV Rischenau, der im Gegensatz zum Saisonstart diesmal von Anfang an punkten möchte. Das Hinspiel gegen die Dörenwaldkicker haben die Südostlipper mit 1:3 verloren. TSV-Obmann Sebastian Tunke hat folgende Botschaft für seine Mannschaft: "Die drei Punkte jetzt gilt es zu holen, um mit einem guten Gefühl in das Jahr zu starten." Diesmal zeigt sich Tunke aber optimistisch, dass gepunktet wird. "Die Vorbereitung im Winter  ist immer schwierig, aber unter den Umständen gut verlaufen!"


SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. SV Eintracht Jerxen/Orbke

Fleißig gepunktet hat die Spielgemeinschaft Hiddesen/Heidenoldendorf. Unter dem Trainerduo Lütfi Soylu/Sascha Möller hat der Aufsteiger 15 von 16 Zählern geholt. Auf Ole Schieffer (Prüfungsvorbereitung), Tim Bukowski (berufliche Verpflichtungen), Ingo Schmitz (Besuch bei den SG-Spielern Robin Kille und Dennis Heinrichs in Australien), Ruben Palberg (Kreuzbandriss (acht Monate Pause) und Agit Sansar (angeschlagen) muss definitiv verzichtet werden. Dennoch steht für Soylu fest: "Wir werden definitiv eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen, die gegen Jerxen bestehen kann." Gegen den "Mitfavoriten auf den Aufstieg" hofft Lütfi Soylu auf einen Zähler. In den Trainingseinheiten wird penibel darauf geachtet, wer mit Leistung überzeugt. Daher wird die Formation nach den Einheiten festgelegt. Klar ist jetzt schon, dass Malte Kiel zwischen die Pfosten rücken wird. Soylu lobt: "Er hat seine Sache bisher sehr gut gemacht." Für Kim Eichhorst, der in der Winterpause den Weg von Hiddesen/Heidenoldendorf nach Jerxen gegangen ist, ist es eine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte. Das torlose Remis im Hinspiel vor heimischer Kulisse war für die aufstiegswillige Eintracht aus Jerxen/Orbke deutlich zu wenig. Diesmal sollte schon ein Sieg im Derby herausspringen. Eintracht-Obmann Matthias Kuhlmann erklärt: "Wir gehen frohen Mutes an die erste Aufgabe des Jahres." Gegenüber Lippe-Kick hat er verraten, dass es personell noch "einige Fragezeichen gibt, die sich hoffentlich bis zum Abschlusstraining heute klären." Die Marschroute ist klar festgelegt: "Wir wollen besser spielen als im Hinspiel und die ersten drei Punkte 2017 einfahren."

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