Bezirksliga Staffel 3

"Kunstrasenplätze sind für uns Südländer wie Sonne”


Bezirksliga 3 (hk). Der Türkische SV Horn ist eine echte Bereicherung für die Bezirksliga 3. Es gab den einen oder anderen Nörgler, der dem Verein aus dem Eggestadion eine schwere Saison prophezeit hat. Nach 18 absolvierten Partien ist es ein starker siebter Tabellenplatz mit 28 Punkten, was einen zehn Zähler Bonus auf den ersten Abstiegsrang bedeutet. Klar ist: Man befindet sich auf einem guten Weg, ist aber noch nicht am Ziel, was auch TSV-Manager Ender Ünal bei Lippe-Kick zugibt: "Es ist noch viel Arbeit. Unser Coach ist sich erst sicher, wenn wir rechnerisch nicht mehr absteigen können." Denn: "Noch sind 17 Spiele und jedes ist gegen den Abstieg", ist der Fußball doch auch in der Bezirksliga ein schnelllebiges Geschäft.


Von Henning Klefisch



Enorm wichtig, auch für den Spirit einer Mannschaft, ist es, gut aus der Winterpause herauszukommen. Mit zwei überzeugenden Siegen gegen den VfB Salzkotten (3:0) und dem TuS Erkeln (6:2) ist dies den Hornschen auf beeindruckende Art und Weise gelungen. Ein Auftakt, der für erfreuliche Gefühlsregungen bei Ünal gesorgt hat, obwohl ihm vor dem ersten Match gegen Erkeln "richtig bange" gewesen ist. Die Vorbereitung ist sehr schwierig gewesen, hat man doch nur eine Einheit auf der teils gefrorenen Asche absolviert. Dazu gesellte sich das Hallentraining. Coach Sedat Akcay (Bild rechts), der seinen Vertrag nach dem Aufstieg bis Sommer 2018 verlängert hat, gilt als Gegner von Wochentagsspielen, immerhin müssen dort einige Spieler wegen beruflichen Verpflichtungen absagen. "Deshalb habe ich die Order vom Coach bekommen, mich um Ausweichplätze zu bemühen", ist der Auftrag allzu klar gewesen. Wichtig war es Ünal, dass man auf lippischen Plätzen diese Begegnungen austrägt. Mit den Kunstrasenplätzen in Heiligenkirchen und Schlangen sind exzellente Lösungen präsentiert worden. Mit Ender Ünal gibt es einen neuen Liebhaber für diese Plätze, was er auch gewohnt blumig beschreibt: "Solche Kunstrasenplätze sind für uns Südländer wie Sonne. Es macht technisch starke Mannschaften noch stärker und man braucht auch weniger Kondition", sind diese Vorteile doch wirklich ansehnlich. Vielleicht nimmt er in diesem Moment einen kräftigen Schluck aus einer vollen Energy-Drink-Dose aus Österreich, wenn Ünal zugibt: "Das verleiht meinen Jungs zusätzliche Flügel. Das habe ich ganz besonders im ersten Spiel in Heiligenkirchen gemerkt, wo die Augen der Jungs strahlten", ist es doch stets eine Wonne, wenn man Fußballer mit einem schönen Platz in Verzückung versetzen kann. Da Familienvater Ünal (Bild links) den TSV Horn lebt und liebt und als Visionär und Macher zugleich gilt, hat er sich schon seine Gedanken gemacht und befindet: "Ich finde, wir als Verein oder Vereine der Stadt Horn-Bad Meinberg werden nicht herumkommen ohne einen neuen Kunstrasenplatz, denn für uns ist es unmöglich, im Winter zu trainieren. Das habe ich in den letzten Jahren extrem gemerkt. Umso höher man spielt, desto eher fängt auch die Wintersaison an, um überhaupt wettbewerbsfähig zu sein, benötigen die Vereine der Stadt Horn einen Kunstrasenplatz", fasst er seine Wünsche in Worte und ergänzt hoffnungsvoll: "Vielleicht wird man sich bei dem einen Punkt in der nächsten Zeit näherkommen."



"Akcay bringt eine Profimentalität mit”


Beim Türkischen SV Horn hat es in dieser Winterpause auch die eine oder andere Kaderveränderung gegeben. Burak Karaduman (Bild rechts) geht zum Detmolder B-Ligisten SG Sabbenhausen/Elbrinxen, wo er aber zunächst nur mittrainieren kann. Ferdinand Lange (BSV Müssen), Benjamin Schumacher (SG Harth/Weiberg) und Tasceviren Welant (VfB Salzkotten) kommen neu hinzu. Bezüglich Neuzugängen für die kommende Saison versichert Ünal: "Wir haben noch mit keinem gesprochen", schließlich genießt der Klassenerhalt allerhöchste Priorität. Auch die 30 Jahrfeier des TSV Horn muss vernünftig vorbereitet werden. Ender Ünal sagt: "Ich kann nur sagen, dass wir mit den Jungs zufrieden sind, aber die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass man mit Gewalt keinen halten kann. Deshalb werden wie immer welche kommen und gehen", ist diese Fluktuation auch im unteren Amateurfußball doch nicht ungewöhnlich. Ambitioniert gibt sich Ünal für die kommende Serie, wo man einen einstelligen Tabellenplatz anstrebt. Ünal erklärt: "Man muss immer neue und höhere Ziele haben als Vorstand. Auf die Dauer wollen wir uns hoffentlich in der Bezirksliga etablieren. Was uns nur gelingen kann, wenn wir dran glauben", kann der Glaube auch im Fußball doch Berge versetzen. Konstanz herrscht bekanntlich auf der Trainerposition. Ender Ünal charakterisiert Akcay als "einen super Coach, der seine Arbeit sehr gut versteht und macht. Er ist ein Taktik-Fuchs und kann sehr gut das Spiel lesen und eingreifen", gibt er auch zu, dass "ich sehr viel Spaß habe, mit einem so guten Coach zu arbeiten. Er ist einer, der immer mehr will und auch höher will. Er glaubt an die Mannschaft und bringt auch eine gewisse Reife und Profimentalität mit", ist man folglich auch deshalb froh, dass der ehemalige Borussia Dortmund-Spieler noch mindestens ein Jahr beim Türkischen SV Horn unter Vertrag steht.

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