Bezirksliga Staffel 3

Die Geschichte zur schweren Johnson-Verletzung


Bezirksliga 3 (hk). Der 2:0-Auswärtssieg in Warburg geriet aus Sicht des Blomberger SV in den Hintergrund. Nach 63 Minuten wurde Dominik Johnson so hart gefoult, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste, da seine Verletzungen doch schwerwiegender waren, als zunächst vermutet. Sein Warburger-Kontrahent bekam für diese Aktion nur die Gelbe Karte, während BSV-Kicker Akin Cam für seinen Schubser mit Rot vom Platz gestellt wurde, und Blombergs Fänger Dominik Sobański wegen Meckerns verwarnt wurde.


Von Henning Klefisch



Johnson, der im Winter 2011 vom RSV Barntrup nach Blomberg gewechselt ist, hat durch dieses Foulspiel einen Wadenbeinbruch, den Bruch des Ellenbogens und eine Sprunggelenkverletzung erlitten. Auf Höhe der Mittellinie bekommt Johnson (Bild rechts) das Spielgerät, als er während eines Konter in die Gasse freigespielt wird. Mit schnellem Tempo will er sich Platz auf der Außenbahn schaffen. Was dann folgt, schildert der Geschädigte bei Lippe-Kick wie folgt: „Nach den ersten Schritten kam dann die Grätsche von rechts auf meine rechte Wade. Als ich mich dann mit dem linken Arm abstützen wollte, muss der Aufprall wohl den Bruch im Radiusköpfchen verursacht haben. Den Bruch im Ellenbogen und im Wadenbein habe ich aber so nicht wirklich wahrgenommen. Ich habe gemerkt, dass da was kaputt ist, aber hätte nicht gedacht, dass das Wadenbein gebrochen ist", muss er aber zugeben, dass die Situation sehr schnell ging und „es zum Teil auch anders gewesen sein kann." Nach dem Abpfiff ist er nach Hause gefahren und am letzten Montag direkt weiter zum Arzt. Dieser hat ihm eine Überweisung für das Krankenhaus geschrieben. Nach dem Röntgen ist ihm gesagt worden, „was alles kaputt ist." Klare Worte spricht BSV-Obmann Michele Caporale bezüglich der Verhältnismäßigkeit, die Referee Lucas Kamp in seinen Entscheidungen angewandt hat: „Dass ein einfaches Schubsen die Rote Karte nach sich zieht, aber ein brutales Foul (mit diesen Konsequenzen) nur die Gelbe Karte, ist in meinen Augen, nach gesundem Menschenverstand, nicht nachvollziehbar." Johnson wird für eine unbestimmte Zeit ausfallen und Cam (Bild links) vier Spiele für seine Reaktion nach diesem schlimmen Foulspiel, während der Verursacher im kommenden Spiel wieder mitwirken kann. Caporale schildert: „Hier sorgt sich ein Mitspieler um die Gesundheit seines Freundes und Mitspielers und möchte den Verursacher zur Rede stellen - wohlgemerkt nicht mit gleichen Mitteln, sondern mit einem einfachen Schubser und er wird deutlich härter bestraft, als der Verursacher, der mit seinem Handeln die Gesundheit von Dominik auf dem Gewissen hat", versteht der Obmann die Welt nicht mehr. Dominik Johnson merkt jedoch positiv an, dass sein Gegenspieler sich noch auf dem Spielfeld entschuldigt und ihm am Montag privat geschrieben hat, „dass es ihm sehr leid tut." Natürlich weiß der 26-Jährige, dass „es extrem dumm gelaufen ist", nach einem Foulspiel, was er als „definitiv unnötig" bezeichnet. „Aber", so stellt er nach vielen Jahren in diesem Bereich fest, „das ist Fußball. Da kann man jetzt eh nix mehr machen", muss man die Situation nun so annehmen, wie sie ist. Caporale stellt fest: „Zivilcourage soll doch in unserer Gesellschaft vorgelebt werden, aber bloß nicht auf dem Fußballplatz. Hier gelten nämlich andere Gesetze und die Männer in Schwarz müssen diese durchsetzen, denn die Fußballregeln stehen über der Gesundheit der Spieler - ohne Ausnahme", spricht der meinungsstarke Manager hier Worte, die zum Nachdenken animieren. Auch die Warburger Sportfreunde 08 haben sich in Person von Max Schonlau, dem Kapitän, zu dieser Thematik zu Wort gemeldet und schildern die Situation wie folgt: „Unser Spieler grätschte von der Seite in Richtung Ball und kam in der Aktion natürlich zu spät. Bei all der Dynamik in der Aktion war es aber natürlich klar die Absicht, den Ball zu spielen. Dass sich ein Spieler dadurch derart verletzt, ist natürlich sehr bedauerlich und für den Spieler tragisch. Bei aller sportlichen Rivalität steht natürlich das gesundheitliche Wohl der Akteure immer im Vordergrund. Darum hat nicht nur unser Spieler beziehungsweise die Mannschaft schnell den persönlichen Kontakt gesucht, auch der Vorstand hat sich beim Blomberger SV entschuldigt. Wir hoffen, dass der Spieler schnell auf den Platz zurückkehrt und wir ihn hoffentlich auch in der nächsten Saison in Warburg begrüßen können."

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