Bezirksliga Staffel 3

Karaman: „Mein Stolz war zu groß"

Bezirksliga 3 (hk). Das Tischtuch zwischen dem Türkischen SV Horn und Yasin Karaman ist zerschnitten. Der ehemalige Kapitän des Bezirksliga 3-Teams hat sich bis zum Saisonende nach einem Gespräch mit TSV-Coach Sedat Akcay eine Auszeit gegönnt. Zur Spielzeit 2015/16 wechselte Karaman vom Detmolder A-Ligisten SC Augustdorf ins Eggestadion. Bei den Hornern entwickelte er sich prächtig und zeigte dies auch fußballerisch bis zur Trennung. In der bisherigen Spielzeit hat der technisch starke Offensivspieler acht Tore für den Aufsteiger erzielt und gute Leistungen gezeigt. Klar ist: Das Thema interessiert zweifelsfrei die fußballinteressierten Leser, die gerne auch die Hintergründe für diese Trennung erfahren möchten. Nun äußert sich Yasin Karaman bei Lippe-Kick. Auch der TSV Horn-Manager Ender Ünal bezieht Stellung.

Von Henning Klefisch

Karaman (Bild links oben) schildert bei Lippe-Kick, dass TSV Horn-Coach Sedat Akcay ihm vor ein paar Wochen gesagt habe, dass er doch bitteschön eine Pause machen soll. Akcays Erklärung klang für Karaman nicht plausibel. So sollen Vorfälle in der Vergangenheit zu dieser Maßnahme geführt haben. „Daraufhin habe ich gesagt: Kann es daran liegen, dass dein Liebling nicht mehr kommt meinetwegen", verrät der 22-Jährige, dass es eine Diskussion über den besagten Spieler zwischen dem Trainer und ihm gab. „Es kam keine Antwort, nur, dass es nichts mit ihm zu tun hat", ist dies für ihn „komisch" gewesen, immerhin habe er doch seit „geschätzten acht Spielen keine Gelbe Karte bekommen." Die Diskussion, dass er „undiszipliniert" sein soll, versteht er nicht wirklich. Yasin Karaman stellt vielmehr folgende Theorie für seinen Rauswurf auf: „Der Trainer wollte einfach ein Zeichen setzen, um der Mannschaft zu zeigen: Ey Leute, ich bin noch da, weil in der Mannschaft mehr als die Hälfte ihn nicht ernst genommen hat. Akcay wollte zeigen, dass er der Chef ist. Wenn ich will, kann ich auch einen meiner besten Spieler herauspicken. Er wollte die Mannschaft wach kriegen und ein Zeichen setzen", ist dies Karamans Meinung. In aller Deutlichkeit möchte er klarstellen, dass er nicht rausgeschmissen worden ist, wie es aktuell gerüchteweise kursiert. Vielmehr „war mein Stolz zu groß." Trotz dieser unschönen Trennung wünscht der durchaus begnadete Fußballer „der TSV-Familie alles Gute und viel Erfolg für ihre Ziele." Die Arbeit des Vorstandes lobt er ausdrücklich, die zudem alles dafür tun, „dass sich die Spieler wohlfühlen", hat er so etwas „noch nie gesehen." Was er wirklich bedauert: „Leider weiß die Mannschaft das nicht zu schätzen." Wie es mit ihm weitergeht, wird die Zeit zeigen. Klar ist, dass er auch weiterhin in Lippe Fußball spielen möchte. Bereits am heutigen Dienstag gibt es möglicherweise Klarheit, ob es mit einem Vereinswechsel klappt. „Dieser Verein ist auf jeden Fall eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe, es klappt", teilt Karaman bei Lippe-Kick mit. Worauf es bei ihm bei einer neuen Herausforderung ankommt: „Ich erwarte nicht viel beim neuen Verein, ich will wieder Spaß haben beim Fußball. Ich habe meinen Spaß verloren und erwarte nun Ehrlichkeit und Respekt, mehr nicht." Auf die Frage, ob es eine Rückkehr in seinen Heimatort Augustdorf geben wird und wie sein Verhältnis zum FC Augustdorf-Coach Matthias Heymann ist, antwortet er: „Ich kenne ihn. Er ist auf jeden Fall ein sehr guter Mensch. Ich komme auch klar mit ihm. Er macht einen super Job in Augustdorf", ist aktuell aber noch völlig unklar, wohin die Reise des Yasin Karaman geht. Bei den Sandhasen hat er von den Mini-Kickern bis zur C-Jugend agiert, ehe er zunächst nach Jerxen/Orbke und dann in die Jugend des SC Verl wechselte. Als er beim Landesligisten VfR Wellensiek unter Vertrag war, zog er sich einen Kreuzbandriss zu, weshalb er dort keine einzige Partie bestritt. Folglich zog es ihn weiter zum Detmolder A-Ligisten SC Augustdorf, wo er sich für den Türkischen SV Horn interessant machte.

„Wir stehen immer hinter dem Trainer"

TSV-Manager Ender Ünal (Bild links) verrät: „Der Trainer und Yasin haben sich ausgesprochen. Beide sind zum Entschluss gekommen, dass es so nicht weitergehen kann", habe Akcay seinem Schützling den Vorschlag unterbreitet, ihn bis zum Saisonende freizustellen. „Von sich aus hat er sich dann eine Auszeit genommen", erklärt Ünal und betont: „Diese Trennung ist für den TSV Horn zwar schade, aber der Trainer steht über allem. Der Trainer hat die Rückendeckung vom Vorstand bekommen. Spieler kommen, Spieler gehen. Es kommen auch viele Yasins, es gehen viele Yasins, aber der Verein bleibt bestehen. Wir stehen immer hinter dem Trainer", macht er gegenüber Lippe-Kick deutlich.

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