Bezirksliga Staffel 3

Schlingmann: „Langfristig breiter und stärker aufstellen"


Bezirksliga 3 (ab). Es tut sich was beim RSV Barntrup. Trainer Jan Trockel hat sein Handtuch geworfen, zwei alte Bekannte übernehmen für den Rest der Saison. Auch in der zweiten Mannschaft gibt es zur neuen Saison einen Trainerwechsel, Manuel Altrogge wechselt als spielender Co-Trainer zum TuS WE Lügde. Hier übernimmt jemand, der aktuell noch in der Kreisliga B2 Lemgo unter Vertrag steht. Brisant könnte es zudem nach dem Ende der regulären Saison werden.


Von André Bell



Fünf Spiele hat der RSV Barntrup noch Zeit, den drohenden Abstieg aus der Bezirksliga 3 zu verhindern. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer, auf den FC Peckelsheim-Eissen-Löwen, gegen den der RSV zuletzt mit 0:2 verloren hat, weshalb der Rückstand erst so groß werden konnte. Die Gegner in den letzten fünf Spielen heißen: SV Heide-Paderborn (H), SV Höxter (A), SuS Westenholz (H), TSV Horn (A) und Sportfreunde Warburg (H). Also noch zwei Heimspiele gegen die beiden besten Teams der Liga, wobei Westenholz zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens den Aufstieg schon geschaffte haben könnte, dazu mit Warburg und Höxter zwei Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt. Und natürlich noch das Derby beim TSV Horn. Fünf brisante Spiele. In denen wird nicht mehr Jan Trockel (Bild links) an der Seitenlinie stehen. „Jan Trockel hat uns gestern mitgeteilt, dass ihm der Glaube fehlt, das Ruder noch rumzureißen und er momentan mehr Frust hat als alles andere", weiß Vereinsboss Andreas Schlingmann zu berichten. „Aus dem Grund hat er uns darum gebeten, ihn vom Traineramt freizustellen. Er hat uns gesagt, dass das so für ihn keinen Sinn macht. Dem haben wir natürlich entsprochen, wir können es nicht ändern. Aber es ist schade, wir wären mit ihm auch den Weg in die Kreisliga A gegangen, das hatten wir ihm auch vorher schon gesagt." Die Nachfolge ist aber auch schnell geklärt worden, klar, Zeit war nicht unbedingt in Massen vorhanden: „Jetzt ist die Entwicklung etwas anders, das wirft alles etwas über den Haufen. Wir können auch nicht ad hoc etwas aus dem Hut zaubern. Für die letzten fünf Spiele sieht es also so aus, dass André Köller und Nico Haase die Mannschaft übernehmen und in die letzten Wochen der Serie führen, so wie sie es vor acht Jahren schon mal gemacht haben. Wir hoffen, dass wir daraus noch etwas positive Energie ziehen können und der ein oder andere Spieler noch die Bremse lösen kann, dass da unterm Strich der Klassenerhalt dabei rausspringt."


Neuer Trainer für die zweite Mannschaft


Und auch in der zweiten Mannschaft wird sich etwas ändern. Manuel Altrogge (Bild rechts), Spielertrainer der B-Liga-Truppe, wird zum Saisonende das Amt abgeben und als Spieler und Co-Trainer zum Detmolder A-Ligisten TuS WE Lügde wechseln. „Der Wechsel stand schon länger fest, ich hatte aber gestern erst die Gesprächsrunde mit meinen Jungs, wo ich ihnen mitgeteilt hab, dass ich wechsle", erzählt Altrogge. „Zudem wurde dann auch gestern der neue Trainer schon vorgestellt, so dass ich da schnell reagieren musste, damit die Jungs nicht wie der Ochs‘ vorm Berge stehen. Wir wollten eigentlich noch den Klassenerhalt abwarten, aber das zieht sich doch noch etwas länger hin, als wir alle dachten. Ich hätte meinen Trainerposten am Ende der Saison aber eh abgegeben, wir sehen ja, dass es leider wieder schlechter wird bei der zweiten Mannschaft, auch von der Positionierung in der Tabelle her." Als Beweggründe für seinen Wechsel führt Altrogge folgendes an: „Da muss was Neues her und die Jungs brauchen auch einen Trainer, der an der Linie steht. Ich habe in den letzten zwei Jahren mehr in der ersten Mannschaft gespielt, wegen der personellen Probleme, als dass ich für meine Jungs da sein konnte. Das hilft dann auch keinem weiter." Dazu gibt es einen weiteren Grund, denn „mein bester Kumpel Andreas Hoffmann wird der neue Trainer in Lügde, wir kennen uns schon seit über 30 Jahren. Er hat mich dann angesprochen und mich gefragt, ob wir nicht gemeinsam das Projekt Lügde angehen wollen. Ich habe auch erst überlegt, weil ich für einen Wechsel so eigentlich nicht mehr zu haben war. Ich habe mir im Endeffekt aber nochmal ein bisschen mehr Gedanken gemacht." Dabei kam er dann zu diesem Ergebnis: „Die spielen eine gute Rolle in der Kreisliga A und ich bin zuversichtlich, dass wir ein bisschen was reißen können, ich bringe ja auch ein bisschen Qualität und Erfahrung mit." Seine Aufgaben im neuen Verein sind auch bereits klar definiert. „Ich werde hauptsächlich als Spieler da sein, da Andreas aber im Schichtdienst arbeitet ist er darauf angewiesen, dass ein Co-Trainer da ist, den Posten übernehme ich dann auch", geht es also auch in Lügde in Doppelfunktion weiter. „Ich freu mich auf jeden Fall auf die neue Situation und mal schauen, wie lange das geht. Man wird ja nicht jünger und man soll so viele Erlebnisse mitnehmen, wie es geht." „Ich wünsche natürlich auch meinen Jungs von der zweiten für die nächste Saison alles Gute und dass der Trainer sich da gut reinfindet. Das Potenzial ist auf jeden Fall in der Mannschaft. Wie man so schön sagt, die brauchen einfach mal frischen Wind und einen festen Trainer an der Außenlinie, der die Jungs pushen kann und auch mit Herzblut dabei ist, dann sehe ich da auch in eine bessere Zukunft", so Altrogge. Die Gegenwart sieht nämlich so aus, dass auch der RSV Barntrup II noch nicht endgültig gerettet wird. Pikanterweise sorgt sogar die erste Mannschaft dafür, dass die zweite noch einmal zittern muss. Sollte der RSV Barntrup tatsächlich als dritte Lemgoer Mannschaft, neben dem SV Werl-Aspe und dem TSV Schötmar aus der Bezirksliga 1, in die Kreisliga A absteigen, dann gibt es Relegations-Spiele zwischen den Tabellen-14. der beiden Lemgoer B-Liga-Staffeln. Und auch da kann es nach der regulären Saison zu einem ganz pikanten Aufeinandertreffen kommen, denn in der Relegation könnte der RSV Barntrup II auf das Noch-Team des Altrogge-Nachfolgers treffen. Nochmal Andreas Schlingmann: „Wir haben uns in der Nachfolge bemüht, jemand Externen zu bekommen, ohne, dass jemand die zweite Mannschaft übernimmt, der schon Stallgeruch beim RSV Barntrup hat, sondern ein Externer, um das Ganze ein bisschen anders aufzustellen. Da haben wir auch jemanden gefunden. Ab dem 1. Juli übernimmt Martin Schäfer (Bild links), der noch die zweite Mannschaft des TuS Helpup trainiert, das Amt als Trainer bei der zweiten Mannschaft." Aktuell hat der RSV Barntrup II fünf Punkte Vorsprung auf Platz 14, ist also bei Weitem noch nicht durch. Und auch der TuS Helpup II spielt in der Kreisliga B2 Lemgo noch um den Klassenerhalt, könnte dort am Ende ebenfalls 14. werden. Dann gäbe es in der Relegation das Duell zwischen dem TuS Helpup II und dem  RSV Barntrup II.


Neues Konzept für alle Mannschaften


Auch insgesamt wird sich etwas ändern beim RSV Barntrup, für alle drei Mannschaften. „Wir wollen vom Konzept her versuchen, da die dritte Mannschaft ja wahrscheinlich aufsteigen wird, das Ganze ein bisschen breiter aufzustellen", so der Vereinsboss. Wir haben gestern auch den Jungs aus der zweiten und dritten Mannschaft unser Konzept vorgestellt. Da haben wir ganz klar gesagt, dass wir versuchen wollen, die dritte Mannschaft langfristig in der Kreisliga B zu halten. Die zweite soll stärker aufgestellt werden und, zwar noch nicht nächste Saison, aber langfristig, in die Kreisliga A aufsteigen um ein vernünftiges Ziel zu haben. Und die erste Mannschaft soll in der Bezirksliga gehalten werden. Das wird nicht ganz einfach, aber selbst, wenn es nicht reicht, wollen wir natürlich ganz schnell wieder dahinkommen", ist sich Schlingmann der aktuellen Lage selbstverständlich bewusst. Zusammengefasst also: „Langfristig gesehen plant der RSV Barntrup, eine Mannschaft in der Bezirksliga zu haben, eine in der Kreisliga A und eine in der Kreisliga B. Ob das gelingt werden wir sehen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel und das werden wir versuchen zu verfolgen." Das Konzept kam jedenfalls bei den Spielern gut an: „Die haben das toll aufgenommen, das ist die Chance für jeden, einmal zu zeigen was in ihm steckt, aus dem gewohnten Alltag rauszukommen. Jeder hat jetzt die Möglichkeit sich einmal neu zu zeigen und dann auch seine Leistung noch ein bisschen zu steigern. Da gehen wir auch davon aus, dass das für alle positiv ist und jeder noch eine Schippe drauflegen und an seiner Leistungsspirale drehen kann." Die Zeichen stehen auf Veränderung.

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