Kreisliga A | Detmold

Pause auf Probe


Kreisliga A Detmold (hk). Nachvollziehbare Gründe führt SuS Pivitsheide-Kicker Daniel Wichmann an, warum er eine Pause vom Fußball einlegen möchte. So ist es vor allem auch die Geburt des Sohnes im Juli letzten Jahres, die dafür gesorgt hat, dass sich die Prioritäten im Leben des 30-jährigen Mittelfeldspielers stark verschoben haben. Der Kreisfußball ist sehr zeitintensiv. So gibt es neben den beiden Trainingseinheiten in der Woche noch den Sonntag, wo man von mittags bis abends unterwegs ist, vor allem, wenn weite Auswärtsreisen für die Pivitker anstehen. Daher weiß Wichmann: „Wenn man berufstätig ist, bleibt da nicht mehr viel Zeit für Familie", gesellte sich bei ihm auch die Pressearbeit hinzu, die er stets gewissenhaft erledigte.


Von Henning Klefisch



Da auch in der A-Klasse Fußball eben nur ein Hobby ist, legt er seinen Fokus klar auf seine beruflichen Herausforderungen. Da er dort sehr stark eingespannt ist, ist dieser Punkt der Fußball-Abstinenz für ihn unausweichlich. Zunächst wird er eine halbjährige Pause einlegen. „Ich möchte in diesem halben Jahr sehen, wie es bei mir ohne Fußball funktioniert", führt er ein Selbstexperiment bis zur Winterpause durch, um dann zu schauen, ob er die Karriere komplett beendet. Seine Erklärung: „Wenn es ohne Fußball ganz gut geht, dann ist die Pause gleichzeitig das Karriereende. Wenn ich aber merke, dass es ohne Fußball nicht geht, dann will ich im Winter wieder anfangen", ist noch unklar, in welcher Funktion und bei welchem Verein er starten möchte. Er weiß es aktuell noch nicht, „wie es ist, nicht mehr Vereinsfußball zu spielen", eben weil er schon seit seinem zwölften Lebensjahr im Verein aktiv ist. Es wird einige Dinge geben, die er nach seiner fast zwei Jahrzehnten währenden Fußballkarriere vermissen wird. Neben den ausgiebigen Trainingseinheiten wird dies auch das Spielen in einem Team sein. Die Vorfreude auf die freien Abende unter der Woche und den freien Sonntagnachmittag wird aber auch nicht gerade gering sein. Er kündigt jedoch an, dass er einige Spiele in den Kreisligen als Zuschauer besuchen wird. Auch die Partien der SG Hörstmar/Lieme, wo nun die Fitz-Brüder spielen, von Jerxen/Orbke mit Jannik Fischer, SuS Pivitsheide, aber auch TuRa Heiden, wo Christian Böckhaus nun wieder der Kugel hinterher jagt. Eine Sache freut ihn ganz besonders: „Der Verein hat positiv reagiert, insbesondere Dieter Przybyla, der meine Entscheidung total nachvollziehen konnte. Gleichzeitig wollte er mich natürlich gerne zum Bleiben motivieren", hat er dies trotz viel Überzeugungskunst und guten Argumenten aber nicht geschafft. Die Gefahr, dass Wichmann (Bild rechts) die Fußballspiele zukünftig mit einer Bierbauch und einer dreistelligen Kilogrammzahl besucht, sind gering. So kündigt er an, dass er Laufen gehen möchte, Tennis und Fußball spielt und mit seinen Kollegen und Freunden auch andere sportliche Betätigungsmöglichkeiten ausnutzen will. Der Hermannslauf ist ein Ziel, was er sich gesteckt hat und worauf er sich im nächsten Jahr gerne vorbereiten möchte. Was für ihn hängen bleibt und weshalb er auch ein weinendes Auge hat: „Ich hatte viele schöne Jahre in Pivitsheide und habe viele tolle Momente gehabt. Mit vielen Spielern spiele ich schon seit der Jugend zusammen, und Mitspieler sind zu Freunden geworden", empfindet er es daher als traurig: „Nicht mehr gemeinsam mit diesen Leuten auf dem Platz zu stehen, wird mir fehlen. Der Wettkampf um die Punkte wird mir fehlen. Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie es sein wird, nicht mehr zu spielen. Ich bin gespannt", kann man dies ihm absolut glauben.

 

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