Bezirksliga Staffel 2

Lipper Quintett vor spannenden Aufgaben

(rb). Anders als zu Saisonbeginn steht vor diesem Spieltag kein lippisches Team in der Bezirksliga 2 auf einem Abstiegsplatz. Auch der TSV Oerlinghausen konnte vor Wochenfrist seinen ersten Saisonsieg feiern. Diesen Aufwärtstrend will das Quintett aus Lippe nun fortsetzen, hat dabei aber alles andere als leichte Aufgaben zu meistern. Der TuS Asemissen empfängt den SC Hicret, Post Detmold hat es zu Hause mit SuK Canlar Bielefeld zu tun. Der TBV Lemgo hat den TuS Friedrichsdorf zu Gast, während der TSV Oerlinghausen und der FC Augustdorf reisen müssen. Die Bergstädter treffen auf den SV Avenwedde, der FCA auf den Tabellenführer VfR Wellensiek.

Von Raphael Bopp

TuS Asemissen vs. SC Hicret Bielefeld

Der TuS Asemissen war erst am Donnerstagabend im Kreispokal gefordert. Und schon am Sonntag geht es in der Liga weiter, um 15 Uhr empfägt der TuS den SC Hicret Bielefeld an der Grester Straße.
Der Aufsteiger muss aber wieder zu seiner Form zurückfinden. Zum Saisonstart gewann Asemissen vor heimischem Publikum gegen Oerlinghausen, seitdem ist die Elf von Matthias Düding aber
sieglos und reiht sich im Moment auf Platz zehn ein. Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist mit vier Zählern aber nach wie vor komfortabel. „Die nächsten beiden Spiele sind für uns richtungsweisend", weiß Obmann Michael Kastner um den aktuellen Trend, den es aufzuhalten gilt. „Am Sonntag müssen die drei Punkte unbedingt in Asemissen bleiben", fordert er daher. „Jetzt gilt es für uns unbedingt einen Gegner auf Augenhöhe zu schlagen. Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel mit vielen Nickligkeiten." Gute Nachrichten gibt es vor dem Match aus dem Kader, der komplett zur Verfügung steht. „Personell können wir aus dem Vollen schöpfen", bieten sich am Sonntag wieder einige Alternativen.
Auch der SC Hicret konnte am ersten Spieltag einen Sieg feiern, der zweite folgte aber erst am vergangenen Sonntag gegen den FC Türk Sport. Mit 12:14 Toren versprechen Hicret-Spiele immer einen hohen Unterhaltungswert, bisher bescherten diese dem SC sieben Zähler.



SV Avenwedde vs. TSV Oerlinghausen

Für den TSV Oerlinghausen lautet das Ziel, den ersten Saisonsieg zu bestätigen. Mit dieser Mission reisen die Bergstädter am Sonntag nach Gütersloh und treffen dort an der Isselhorster Straße auf den SV Avenwedde.
Die Hausherren sind eines der wenigen Teams der Liga, die noch ungeschlagen sind. Vier Siege und zwei Remis stehen für den SVA bisher in der Bilanz. Ein Geheimnis des Erfolgs ist die stabile Defensive, die erst sechs Gegentore zuließ und damit hinter Wellensiek in diesem Ranking auf Platz zwei steht. In der Tabelle reicht es für Platz fünf.
Mit dem 4:1 über den SC Bielefeld verließ der TSV Oerlinghausen vor Wochenfrist die Abstiegsplätze. Den Aufwärtstrend wollen die Bergstädter jetzt fortsetzen und auch in Avenwedde punkten. „Wir haben sehr gut trainiert in dieser Woche. Wir haben natürlich durch den Sieg letzte Woche gegen den SC Bielefeld hoffentlich Selbstvertrauen getankt. Die Moral haben wir ein bisschen reparieren können", beobachtet Interimstrainer Milko Micanovic weitere positive Auswirkungen. „Wir haben genau das gespielt, was wir in Vorbereitung schon gemacht haben im Kollektiv und ich hoffe, dass wir gegen Avenwedde was Zählbares mitnehmen können", stimmte die eigene Leistung in vielen Belangen, sodass man sich auch gegen einen Mitfavoriten der Liga etwas zutraut. „Avenwedde an sich schätze ich als sehr spielstark ein, sie haben gute Jungs dabei, sind ein Absteiger und ich gehe davon aus – und weiß – dass die definitiv wieder hoch wollen. Sie haben sich natürlich auch sehr gut verstärkt und es gilt wirklich, deren Schlüsselspieler aus dem Spiel zu nehmen, sodass wir vielleicht hinten wieder souverän stehen. Unsere Chancen werden wir definitiv kriegen, wir müssen dann natürlich so wie gegen SC Bielefeld eiskalt vorm Tor sein und die Dinger reinmachen." Auch personell sieht es beim TSV wieder gut aus, große Ausfälle sind derzeit nicht zu beklagen. „Wir können soweit eigentlich aus dem Vollen schöpfen. Den ein oder anderen angeschlagenen haben wir leider dabei, aber ich hoffe, dass sich das morgen beim Abschlusstraining zum Positiven wendet. Näheres kann ich dazu noch nicht sagen", umreißt Micanovic die Lage.



Post TSV Detmold vs. SuK Canlar Bielefeld

Als klarer Favorit geht der Post TSV Detmold in die Partie gegen den SuK Canlar Bielefeld. Auf dem heimischen Werresportplatz wird das Match am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.
Nach dem schwachen Start mit zwei Niederlagen haben die Residenzler in die Spur gefunden und sind seitdem in der Liga ungeschlagen. Der Höhenflug katapultierte die Brokmänner bisher schon auf Rang sieben, mit drei weiteren Punkten kann es einen weiteren Platz nach oben gehen. „Mal wieder ein Heimspiel. Canlar ist auch relativ schlecht in die Saison gestartet, ist aber keine schlechte Truppe, da bin ich mir sicher. Man muss hellwach sein, aber wir müssen jetzt mal wieder dahin kommen, dass wir unsere Heimstärke ganz klar ausspielen und dem Gegner zeigen, dass in Detmold nicht viel zu holen ist", soll nach Wunsch von Manager Michael Grundmann die Stärke der letzten Saison dabei helfen. „Das hat uns über die letzten Jahre wirklich stark gemacht und das habe ich gegen Asemissen und gegen Sende ein bisschen vermisst, diese Souveränität und das Auftreten 'Wir sind der Favorit, wir gewinnen hier auf jeden Fall und wir gewinnen auch deutlich'. Und nicht immer so knapp", wollen die Residenzler nicht nur drei Punkte holen, sondern auch etwas für das eigene Selbstvertrauen tun.
Die Chancen stehen gut, zählt der SuK Canlar bisher doch zu den schwächeren Teams der Liga. Erst einen Zähler konnten die Gäste sammeln und rangieren als 15. in der Abstiegszone. Darüber hinaus kann das Team nicht in voller Stärke antreten, erst vorige Woche beim 1:4 gegen den TBV Lemgo musste SuK Canlar zwei Platzverweise hinnehmen, in der Saison sind es bereits neun. Beim Post TSV ist der Respekt vor dem Gegner dennoch vorhanden, denn Canlar hat Qualitäten, die gefährlich werden können. „Canlar wird gute technische Spieler haben, wie das meistens so bei den südländischen Truppen ist, wird aber auch eine geschlossene Truppe sein. Wir müssen von Anfang an zeigen, dass wir Gas geben, dass wir die richtige Einstellung haben, dass wir den Gegner laufen lassen und am besten auch gleich ein frühes Tor machen", gilt es für Detmold, den Gästen früh den Wind aus den Segeln zu nehmen, denn „das bringt immer Sicherheit."
Die Residenzler müssen allerdings zusätzlich zu der ohnehin schon langen Ausfallliste einen weiteren namhaften Akteur ersetzen. „Zum Verletztenstand wird 'Kiki' Schiprowski dazukommen, er hat einen Haarriss, also praktisch die Manuel-Neuer-Verletzung", berichtet Grundmann, „und wird jetzt erstmal sechs, sieben Wochen einen Spezialschuh tragen, um zu gucken, ob das selber verheilt." Es gibt aber auch gute Nachrichten aus dem Post-Lazarett: „Aber wir haben diesmal ein bisschen mehr Auswahl. Ich hoffe, dass die angeschlagenen Spieler Alex Felker, Johann Sinner, Juan Sag für Sonntag fit sind, sodass wir dann mal einen breiteren Kader haben und eventuell auch zwei, drei Leute an die zweite geben können, was diese Saison noch nicht geklappt hat, aufgrund der Personalsituation. Also wie gesagt, es zählen drei Punkte. Alles andere wäre eine Riesen Enttäuschung gegen Canlar und die wollen wir auch holen."



TBV Lemgo vs. TuS Friedrichsdorf

Für den TBV Lemgo geht es (endlich wieder) auf dem Jahnplatz um Punkte. Die Hansestädter empfangen am Sonntag um 15 Uhr den TuS Friedrichsdorf.
Der Respekt vor dem Gegner ist groß, auch wenn die Ergebnisse des TuS zu wünschen übrig lassen. „Die letzten vier Spiele, die sie gemacht haben, waren gegen Mannschaften, die unter den ersten fünf in der Tabelle sind. Davon haben sie drei knapp verloren und das letzte Spiel gegen Wellensiek unentschieden gespielt, also auch Wellensiek die ersten Punkte abgeknöpft", empfiehlt TBV-Co Ulas Tokdemir einen zweiten Blick auf die Tabelle. „Wenn man da so rein statistisch mal reinguckt, sagt das aus, dass Friedrichsdorf eine relativ kompakte Mannschaft ist und die Ergebnisse, die sie eingefahren haben, sind dann auch schon beachtlich. Trotz der Niederlagen darf man das nicht überbewerten, wenn es vier Teams der ersten fünf sind. Dann kann man den Ergebnissen durchaus auch etwas Positives abgewinnen. Also ist man dann auch schon gewarnt, was für ein Gegner dann am Sonntag auf dem Jahnplatz auftritt." Der TBV muss also in optimaler Verfassung antreten, um weitere Punkte zu holen, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren: „Dementsprechend haben wir auch unsere Trainingseinheiten in der Woche geplant", betont Tokdemir, der mit Ediz Türkmen aber personell improvisieren muss. „Wir haben personell die ein oder andere Baustelle aktuell, da unser Kapitän Ali Celik sich im Spiel gegen SuK Canlar nach einem Foul, wo er auf seine Hand gefallen ist, einen doppelten Bruch an der Handwurzel zugezogen hat. Er wird für einige Zeit ausfallen. So wie Thomas Stirz, der sich den Zeh verstaucht hat. Engin Yildiz ist ins Aufbautraining diese Woche wieder gestartet, Luca Stracke ebenso." Die Ausfälle bieten aber auch Chancen für die Spieler aus der zweiten Reihe und die zeigen sich dafür dankbar. „Positiv ist, dass die Jungs, die in den letzten Spielen etwas weniger zum Einsatz kamen, im Training jetzt darauf drängen, mit guter Leistung auch wieder ihre Chance zu bekommen. Das stimmt einen dann positiv. Da werden wir aber am Sonntag die gesunde Mischung bekommen, um den Gegner Friedrichsdorf zu bespielen und erfolgreich das Heimspiel zu gestalten." Die Vorfreude ist am Jahnplatz zu spüren, zumal man den Platz zuletzt kaum bespielte. „Wir haben ja zuletzt zweimal auswärts gespielt, im Pokal Oerlinghausen und bei SuK Canlar. Wir freuen uns auf das Heimspiel zu Hause am Jahnplatz und wollen unserer Serie mit aktuell drei Siegen in Folge einen vierten hinzufügen und einen erfolgreichen Sonntag gestalten", will Tokdemir mit seinem Team das Momentum beibehalten.



VfR Wellensiek vs. FC Augustdorf

Auch der Tabellenführer hat an diesem Wochenende einen Gegner aus Lippe. Der VfR Wellensiek wartet am Sonntag ab 15 Uhr in der Schröder-Teams Arena auf den FC Augustdorf.
Fünf Siege, ein Remis, 18:2 Tore. Die Bilanz des VfR Wellensiek spricht Bände, nicht ohne Grund steht der VfR damit an der Tabellenspitze. Folgerichtig fällt dem VfR auch gegen Augustdorf die Favoritenrolle zu, die Gäste haben daher den Vorteil, ohne Druck ins Spiel zu gehen.
„Nach dem verdienten Punktgewinn gegen Avenwedde können wir ohne Druck nach Wellensiek fahren. Wir wollen versuchen uns dort den ein oder anderen Bonuspunkt zu holen", beweist Trainer Matthias Heymann aber doch Ambitionen. „Zu verlieren haben wir nichts. Der Kader ist nahezu komplett und die Jungs geben im Training richtig Gas", sind die Vorraussetzungen gegeben und so scheint vieles möglich. „Wenn wir das auch Sonntag auf dem Platz bringen können ist vielleicht eine Überraschung möglich." Vor dem Spieltag bekleidet der FCA Rang zwölf in der Tabelle, gegen Avenwedde holte die Heymann-Elf den fünften Saisonpunkt.

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