Kreisliga A | Detmold

„Gewinnen hat nichts mit Talent zu tun"

Kreisliga A Detmold (hk). So langsam wird es kühler und an der Tabellenspitze im Detmolder Oberhaus geht es kuschelig eng zur Sache. Die Höhenluft tut dem SV Eintracht Jerxen/Orbke ausgesprochen gut. Mit 18 Punkten führen sie das Klassement an. Ein Verfolgertrio folgt aber mit nur einem Zähler weniger. Fortuna Schlangen, TuRa Heiden und TuS WE Lügde sind in Lauerlaune. Das Spitzenquartett geht jeweils favorisiert in die Begegnungen der achten Runde. Schlusslicht SC Augustdorf hat mit dem Gastspiel bei der zweitplatzierten Fortuna eine Herkulesaufgabe vor der Brust und kann nur gewinnen. Auch CSL Detmold wartet noch auf den ersten Saisonsieg. Gelingt dieser beim TuS Horn-Bad Meinberg?

Von Henning Klefisch

TuS WE Lügde vs. SF Berlebeck/Heiligenkirchen

Yannick Pape, Wiebe und Nöltker fallen bei den Gastgebern aus, unklar ist das Mitwirken von Fabian Deppe, Tim Dachrodt und Marcel Walek. Lügde-Coach Andreas Hoffmann gibt die klare Marschroute aus: „Wir wollen zu Hause natürlich gewinnen und unseren guten Lauf fortführen. Der Gegner wird es uns aber bestimmt nicht einfach machen, sind sie doch immer für eine Überraschung gut", haben die Sportfreunde ihre Fähigkeiten im bisherigen Saisonverlauf doch unter Beweis gestellt. Hoffmann gibt sich aber optimistisch, dass die Punkte in der Emmerkampfbahn bleiben, wenn die existenten Qualitäten „erneut abgerufen werden können." Schließlich gilt es doch bereit zu sein, falls Spitzenreiter Jerxen/Orbke patzen sollte.

Aus verschiedenen Gründen muss BHK-Coach Thorsten Geffers auf gleich acht Akteure verzichten, weshalb er bei Lippe-Kick klarstellt: „Ich fahre mit wenig Aussichten auf Erfolg nach Lügde. Daher wird es wohl leider mehr um Schadensbegrenzung als um Punkte gehen", macht er die Verhältnisse deutlich. Über den Gegner gibt er zu Protokoll: „Neuer Trainer, neue Spieler sind gut in die Saison gestartet", traut er der Westfälischen Eiche zu, „eine richtig gute Überraschung" darzustellen.


SV Diestelbruch/Mosebeck vs. SG Kachtenhausen/Helpup

Nicht
gefallen haben Di-Mo-Pressechef Lennart Rethmeier die beiden Pflichtspielniederlagen zuletzt, weshalb er sich nach einer Rückkehr in die Erfolgsspur sehnt. Auf dem heimischen
Kunstrasenplatz in der Dörenwald-Arena möchten die Schützlinge von Coach Sascha Weber „unsere Erfolgsserie weiter fortsetzen", so Rethmeier, dem es schwer fällt, eine exakte Analyse zum personell vielfach veränderten Gegner vorzunehmen. Als „düster" bezeichnet er die Personalsituation in seinem Team. Wegen Verletzungen oder Krankheiten konnten Martin Rethmeier, Timo Flecker, Timo Schiewe und Christopher Wessel unter der Woche keine Trainingseinheit bestreiten. Dazu kommt, dass einige Spieler - wie SGKH-Coach Roßblatt - das Oktoberfest in München mit ihrer Präsenz beglücken. Auch der gesperrte Christian Zimmermann fehlt. Lennart Rethmeier hat einen Wunsch: „Hoffentlich legt sich diese Situation schleunigst." Die Hausherren, die als Tabellenfünfter in diesen Spieltag gehen, sind klar favorisiert im Aufeinandertreffen mit dem Drittletzten, der zwei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsrang aufweist. Bei den Gästen fehlt Chefcoach Manuel Roßblatt, da er in München auf dem Oktoberfest weilt. Deshalb wird Kapitän Alexander Wolf als Spielertrainer agieren. Wolf hat zuletzt Erfahrungen auf dieser Position beim TuS Kachtenhausen II gemacht. Auf den Gegner angesprochen, macht er deutlich: „Den Gegner kann ich nur sehr schwer einschätzen, da er nicht so konstant seine Leistung abruft", bezeichnet er den SV Di-Mo als „ein gutes Team, was allerdings aus meiner Sicht eher über die Robustheit kommt." Allzu gerne erhofft sich Roßblatt, dass an die Leistung gegen Fortuna Schlangen angeknüpft wird. Die Hausherren bezeichnet er auch deshalb als „klaren Favoriten", da ihm mit Anastasios Lazaridis und Christoph Heidorn zwei Stammkräfte ausfallen.

SuS Pivitsheide vs. SuS Lage

Wiedersehen macht Freude, lautet das Motto der beiden SuS-Teams, denn bereits im Kreispokal gab es in dieser Spielzeit das Aufeinandertreffen, was die Pivitsheider mit 1:0 für sich entschieden haben. Damals fehlte Christopher Petkau, der aber im anstehenden Heimspiel mit von der Partie ist. Die Personalsituation besitzt für Coach Carsten Skarupke reichlich Steigerungspotential, da er einige angeschlagene Spieler zu beklagen hat. „Nichtsdestotrotz müssen wir wieder punkten", macht Petkau im Gespräch mit Lippe-Kick deutlich und verrät mögliche Erfolgskomponenten: „Gegen Lage müssen wir wieder die Bissigkeit an den Tag legen, die uns am Anfang der Saison stark gemacht hat und vorne die Chancen, die wir bekommen, nutzen", hofft er auf das höchste Maß der Belohnung im Fußball, Tore, die zu Punkten führen. Lage-Coach Christian Martens hat aus dem Pokalspiel die Erfahrungswerte gesammelt, dass die Pivitsheider eine „robuste und vor allem kompakt in der Abwehr" stehende Truppe sind. Nicht nur deshalb klassifiziert er dieses Derbychen als ein „schweres" Match. Im Vergleich zum Pokalspiel ändert sich seine Truppe erheblich. „Wir werden alles daran setzen, wieder zu punkten", erklärt Martens nach der Niederlage unter der Woche im Nachholspiel in Bad Meinberg. Die zuletzt gesperrten Kicker Borchert und Japs kehren zurück, während Endrit Merovici und Aykut Kahyaoglu verletzt sind und folglich ausfallen.

SC Ditib Detmold vs. TuRa Heiden

Seine hohe Wertschätzung für die bisher erbrachte Saisonleistung des TuRa Heiden bringt Ditib-Coach Erhan Eksioglu gegenüber Lippe-Kick zum Ausdruck: „Eine starke Leistung, die sie bisher gezeigt haben", rechnet er auch deshalb mit einem „echt schwierigen Spiel" für sein Ensemble, die aus der Position des Außenseiters in diese Partie gehen. Dennoch hofft Eksioglu auf den aktiven Part seiner Mannschaft: „Wir müssen versuchen, unser Spiel dem Gegner aufzudrängen", zeigt er sich zudem so langsam ungeduldig: „Es wird allmählich Zeit, dass die Mannschaft mit den Neulingen endlich einmal ihr Können zeigt." Immerhin erkennt er das große Potential in seiner Truppe und hofft sehr, dass diese die nötige Einstellung für einen dreifachen Punktgewinn existent ist. Denn: „Gewinnen hat nichts mit Talent zu tun, sondern einzig und allein mit Anstrengung. Die Anstrengung bringt dich immer auf die Beine. Gewinnen ist immer eine harte Arbeit und wenn du mehr arbeitest als der Gegner, wirst du auch gewinnen", darf man gespannt sein, inwiefern seine Jungs diesen Worten Taten folgen lassen. Gemeinschaftlich wollen die Detmolder nun arbeiten. Eksioglu hat den Wunsch nach einem „erfolgreichen und fairen Match" gegen eines der Überraschungsteams in der Liga. Beim SC Ditib fehlen der urlaubende Dursun Uzunay und die verletzten Selcuk Demirel und Feyyaz Demirel. Marcel Köhler, Yasin Aytekin und Yalcin Oran geben ihr Comeback. Klar ist für die Heidener, dass sie die zuletzt wirklich guten Vorstellungen im Ligabetrieb auch gegen den Außenseiter Ditib Detmold in die Tat umsetzen möchten, um dort die volle Punktzahl zu ergattern. Er warnt aber seine Mannschaft: „Aus meiner Betrachtung ist Ditib deutlich stärker einzuschätzen als die zuletzt erzielten Ergebnisse vermuten lassen, weshalb wir uns gut vorbereiten werden und von einem harten Match ausgehen", kehren im Vergleich zur 0:4-Pokalklatsche gegen den Post TSV Detmold wieder einige angeschlagene Akteure zurück.

CSL Detmold vs. TuS Horn-Bad Meinberg

Mit zwei Punkten den vorletzten und damit einen direkten Abstiegsrang belegt CSL Detmold. Vereinsboss Karl Schmid hat spürbar Schwierigkeiten, viel über den Gegner aus Horn-Bad Meinberg zu sagen, weil er ihn nicht kennt. Mehr Erhellendes kann er zur Zielsetzung beitragen: „Wir brauchen die Punkte und werden alles geben, um in Meinberg zu gewinnen", kann der Aufsteiger wohl in Bestbesetzung antreten.

Beim 1:0-Heimsieg über SuS Lage hat TuS-Trainer Kemal Akman wohlwollend registriert, dass seine Mannschaft „großen Kampfgeist bewiesen hat." So ist es nicht überraschend, dass er sich nun eine Wiederholung erwünscht. In dieser ausgeglichenen Detmolder Premiumklasse warnt er vor dem Duell beim Aufsteiger: „Es wird keine einfachen Spiele für uns geben. Somit wird Sonntag auch kein einfaches Spiel", ist die Begründung leicht nachvollziehbar. Oliver Dombrowski befindet sich nach seiner Blinddarm-Operation unterdessen im Lauftraining.


FC Fortuna Schlangen vs. SC Augustdorf

Dachterrasse trifft Kellerkind, heißt es beim Aufeinandertreffen zwischen dem FC Fortuna Schlangen und des SC Augustdorf auf dem Rennekamp in Schlangen. Yannik Vukadinovic, der Abwehrchef und Kapitän der Schlänger, erinnert sich daran: „Spiele gegen Augustdorf waren in der Vergangenheit meist sehr hitzig." Aufgefallen ist ihm zudem, dass der SCA „einige Abgänge von guten Spielern" verkraften musste, weshalb interessant zu beobachten sein wird, wie sich das Schlusslicht beim Tabellenzweiten schlagen wird. Mit einem Rückblick auf das 2:2 gegen den TuRa Heiden weiß Vukadinovic zu berichten: „Wir wollen das, was wir im letzten Heimspiel nicht gut gemacht haben, besser machen, und das bedeutet deutlich effizienter vorm Tor aufzutreten." SCA-Interimstrainer Recep Kirikci hat eine klare Meinung: „Fortuna Schlangen ist der Top-Favorit für die Saison." Erschwerend kommt für das Schlusslicht hinzu, dass „wir arge Probleme haben", muss er auf die komplette Verteidigung verzichten, daher: „Wir müssen improvisieren!"


Post TSV Detmold II vs. SG Hiddesen/Heidenoldendorf

Eine gewisse Parallele stellt Post TSV II-Kicker Andreas Felker mit einem Schmunzeln fest: „Hiddesen/Heidenoldendorf hat momentan einen Lauf, wir auch, aber im negativen Sinne." Die Postler möchten diese Talphase so schnell wie möglich überstehen. Folgende Zielsetzung gibt Coach Jens Kaiser seiner Truppe mit auf den Weg: „Kompakt und geordnet verteidigen und effektiv vor dem Tor sein. Wenn wir das beherzigen, ist ein Dreier drin", könnte im Optimalfall dann Lokalrivale Ditib Detmold überholt werden. Ihre Rückkehr feiern Tim Haskins (krank) und Pascal Schweidler (verletzt). Die Spielgemeinschaft reist mit einem 14-Mann-Kader an. Marco Seifert und Lukas Burmeier kommen dazu. Schon jetzt steht fest, dass Tim Bukowski zwischen den Pfosten stehen wird. Dorian Fries, Dennis Bergsieker, Fredi Esau, Christoph Schreckenbach, Agit Sansar und Carlos Schäuble spielen allesamt in der Reserve, um die nötige Spielpraxis zu erhalten. Robin Kille und Keeper Niklas Hampe fehlen grundsätzlich „Wir spielen auf drei Punkte, um oben Anschluss zu haben", strebt das Team vom Trainerduo Sascha Möller und Lütfi Soylu den Maximalertrag an. Nach den zahlreichen englischen Wochen hat die SG HH nach dem Ausfall des Pokalspiels gegen den TSV Horn sich vollkommen auf den Trainingsbetrieb konzentrieren können. Soylu rechnet mit einer „aggressiv spielenden Mannschaft, die möglichst schnell das Spiel entscheiden möchte." Soylus Plan: „Wir müssen die Lücken zustellen und unsere Chancen verwerten", könnten die Gäste dann zum Spielverderber der Postler mutieren. Neuigkeiten gibt es auch bezüglich des Pokalviertelfinalspiels gegen den Türkischen SV Horn, was am Mittwoch, den 18. Oktober um 19.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Heidenoldendorf stattfindet.

SV Eintracht Jerxen/Orbke vs. TSV Rischenau

Mit einem „unbequemen Gegner" aus Rischenau rechnet Eintracht-Obmann Hubert Orynczak, der glaubt, dass die Südostlipper „versuchen werden, mit aller Kraft unseren Spielfluss zu unterbinden." Der Spitzenreiter verfügt aber über ein gewisses Maß an Selbstvertrauen und so kündigt Orynczak via Lippe-Kick an: „Wir werden an die Leistung aus der zweiten Halbzeit vom vergangenen Dienstag anknüpfen und somit ist die Marschroute ganz klar ausgerichtet! Fehler minimieren und auf unsere Qualitäten konzentrieren", will sich die Eintracht am Spielende mit drei weiteren Punkten für das Ziel Bezirksligaaufstieg belohnen. Bitter: Oliver Lukas hat sich einen Kapselriss im Finger zugezogen und fällt aus. Für Rischenau-Obmann Sebastian Tunke steht fest: „Sie sind Tabellenführer. Das sagt ja schon alles", dazu gesellt sich die Auswärtsaufgabe auf dem ungewohnten Kunstrasenplatz. Deshalb weiß er um diese Herausforderung und urteilt: „Das ist eine der schwersten Aufgaben, die man lösen muss in dieser Liga." Der Einsatz von einigen Akteuren ist noch unklar, was aber nichts an der Zielsetzung ändert: „Ich hoffe, wir können für eine Überraschung sorgen und punkten."

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