Bezirksliga Staffel 2

Derbyzeit im Lipperland

Bezirksliga 2 (rb). Für die fünf lippischen Vertreter in der Bezirksliga 2 wird es am kommenden Sonntag auf drei Plätzen ernst. Der TuS Asemissen hat mit dem FC Kaunitz einen Topgegner zu Gast an der Grester Straße. Die Blicke dürften sich dennoch mehrheitlich auf den Werresportplatz und den Jahnplatz richten. Dort finden die Derbys zwischen dem Post TSV und dem FC Augustdorf sowie zwischen TBV Lemgo und TSV Oerlinghausen statt.

Von Raphael Bopp


TuS Asemissen vs. FC Kaunitz

Für den TuS Asemissen geht es an diesem Wochenende wieder vor heimischem Publikum um Punkte. An der Grester Straße trifft der Aufsteiger aber auf den FC Kaunitz, der vor dem Spieltag auf Rang drei notiert ist.
„In das Spiel gegen Kaunitz gehen wir als absoluter Außenseiter", weiß auch Obmann Michael Kastner. „Aber wie das letzte Wochenende gezeigt hat, kann auch ein Außenseiter Punkte gegen den Favoriten einfahren", hat der TuS aber das 1:2 des FCK gegen Hicret Bielefeld verfolgt und seine Lehren daraus gezogen. „Ich denke, Kaunitz wird das Spiel bestimmen, aber das sind genau die Spiele, die uns liegen. Mit einem Punkt wäre ich sicher schon zufrieden", formuliert Kastner dennoch bescheidene Ziele für Sonntag.
Denn unabhängig von der jüngsten Niederlage hat Kaunitz eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. 19 Zähler holte der FCK bereits und verdient sich damit Platz drei. Das Prachtstück der Gäste ist die Offensive, die schon 26 Treffer bejubeln durfte.


Post TSV Detmold vs. FC Augustdorf

Es ist wieder Derbyzeit bei den Lipper Bezirksligisten. Im Kreis Detmold geht es zwischen dem Post TSV Detmold und dem FC Augustdorf um prestigeträchtige Punkte. Anstoß auf dem Werresportplatz ist am Sonntag um 15 Uhr.
„Es ist das einzige Detmolder Derby, das wir haben in der Bezirksliga 2. Freut mich natürlich riesig und macht immer Spaß. Ich weiß, da wird ordentlich was los sein, die Augustdorfer bringen sowieso immer viele Leute mit", freut sich Post-Manager Michael Grundmann auf die Atmosphäre am Platz, aber auch auf dem Rasen dürfte einiges passieren: „Es wird ein sehr, sehr heißes Spiel, davon bin ich hundert Prozent überzeugt, also ein typisches Derby-Spiel." In der Tabelle stehen die Residenzler deutlich über den FCA, blenden lassen sich die Verantwortlichen davon aber keineswegs. „Augustdorf steht mit fünf Punkten natürlich noch nicht so gut da, deswegen ist das Spiel für uns umso gefährlicher. Augustdorf wird alles dafür tun, irgendwas mitzunehmen", weiß Grundmann. „Wir sind zwar klarer Favorit, davor verstecken wir uns auch nicht und nehmen das auch gerne an. Wir haben einen super Lauf und wollen Augustdorf sicherlich zeigen, wer der Herr im Ring ist", setzt sein Team in erster Linie auf die eigene Stärke. Diese allein wird aber nicht reichen: „Trotzdem glaube ich, dass das ein verdammt schwieriges Spiel sein wird. Unsere Jungs müssen den Kampf annehmen, denn Augustdorf wird alles dafür tun, uns das Leben und das Fußballspielen so schwer zu machen, wie es nur geht. Sie haben mit den beiden Stürmern relativ ballsichere Leute vorne, deswegen glaube ich auch, dass sie versuchen werden, mit langen Bällen zu spielen und sie werden relativ tief stehen. Ich glaube nicht, dass sie offensiv gegen uns spielen werden. Das ist so, damit werden wir aber auch klar kommen." Gerade im Heimspiel will der Post TSV nichts anbrennen lassen, daher formuliert der Manager eine unmissverständliche Vorgabe: „Wir spielen zu Hause, sind zu Hause eigentlich immer sehr stark und für uns zählen nur drei Punkte. Alles andere wäre definitiv eine Enttäuschung." Der eigene starke Lauf mit drei Siegen in Serie sowie 13 Zählern aus den letzten fünf Spielen soll fortgesetzt werden. Dabei können außer den Langzeitverletzten Cömert, Wichmann und Schiprowski alle Akteure mitwirken. „In den letzten Wochen hat der Kader ja auch gezeigt, was sie wirklich drauf haben und das erwarten wir auch gegen den FC Augustdorf."
Der eigenen Rolle als Außenseiter sind sich die Gäste vom FCA bewusst. Trainer Matthias Heymann muss anerkennen: „Post und wir sind mit völlig unterschiedlichen Zielen in die Saison
gegangen. Ich denke, beide Mannschaften sind bisher nicht ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Uns fehlen drei Punkte, um im Soll zu sein", sind die fünf Punkte für sein Team nicht zufriedenstellend. „Man darf aber auch nicht vergessen gegen welche Gegner wir bisher gespielt haben", stimmten aber zumeist die Leistungen in Spielen gegen Lemgo, Wellensiek oder Kaunitz. „Die Woche über konnten wir leider durch ein paar Ausfälle nicht wie gewünscht trainieren. Post ist sicherlich klarer Favorit am Sonntag, aber wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen", hat der Coach das Match noch nicht aufgegeben. Auch Heymann kann „bis auf Waldemar Seibel" auf alle seine Spieler zurückgreifen.


TBV Lemgo vs. TSV Oerlinghausen

Auch im Kreis Lemgo steigt ein kreisinternes Bezirksliga-Derby. Nach dem jüngsten Pokalduell stehen sich der TBV Lemgo und der TSV Oerlinghausen diesmal am Jahnplatz gegenüber, los geht es am Sonntag um 15 Uhr.
„Am Sonntag gegen Oerlinghausen bestreiten wir das letzte Derby für dieses Jahr. Wir haben vor ein paar Wochen schon im Pokal gegeneinander gespielt, in Oerlinghausen, wo wir das Spiel 4:2 gewonnen haben. Dort war es schon ein sehr interessantes Spiel und ich erwarte, dass es auch am Sonntag gleichermaßen zugeht", rechnet Ulas Tokdemir erneut mit einem umkämpften Match. Das KO-Spiel hat gezeigt, warum die Hansestädter vor dem kommenden Gegner Respekt haben sollten: „Oerlinghausen ist eine gute Mannschaft, im Pokalspiel haben ja ein, zwei Spieler gefehlt, die dann jetzt wieder dabei sind, und in der Zwischenzeit wurde ja auch ein Trainer gefunden, der den Posten dort bekleidet. Da wird man dann sehen, was sich da verändert hat. Nichtsdestotrotz war es schon im Pokal ein gutes Spiel und ich erwarte für den Sonntag auch ein relativ gutes Spiel." Der TBV kann zudem am Wochenende nicht auf alle Spieler zurückgreifen, zwei Ausfälle stehen bereits fest. „Wir haben ein paar Personalprobleme mit Khalil Rhilane, der sich am Knie verletzt hat und für die Hinrunde ausfällt, und Lionel Kumpesa, der am Sonntag im Spiel gegen Augustdorf sich eine rote Karte eingefangen und leider dafür vier Wochen bekommen hat. Er wird fehlen. Dann haben wir eine Reihe von angeschlagenen und auch erkälteten Spielern, wo man gucken muss, bei wem sich das bis Sonntag bessert." Trotz der Engpässe zeigt die Formkurve der Hansestädter aktuell steil nach oben, den Trend will Tokdemir mit seinem Team bestätigen. „Wir sind für Sonntag auf ein gutes Spiel eingestellt, aktuell stimmt die Moral, die Einstellung passt und ich denke alle, die Sonntag auf dem Jahnplatz sich das Spiel angucken, werden ein gutes Spiel von beiden Seiten sehen", ist der Co-Trainer des TBV sich deshalb sicher.
Auch aufseiten des TSV Oerlinghausen ist die Vorfreude schon zu spüren. Co-Trainer Milko Micanovic umreißt die Lage: „Es ist ein lippisches Derby. Wir haben ja vor drei Wochen im Pokal gegen sie gespielt. Das war ein sehr torreiches Spiel. Ich hoffe natürlich, dass wir am Sonntag defensiv stabiler stehen können", ist der Hauptgrund für das Ausscheiden inzwischen gefunden. Auch am Sonntag geben die Bergstädter die Favoritenrolle aber klar ab. „Der TBV Lemgo hat natürlich eine brutale Offensive, sie haben sich sehr gut verstärkt, haben sehr viel Geld in die Hand genommen, um aufzusteigen. Sie sind quasi dazu verpflichtet aufzusteigen", sind die Voraussetzungen am Kalkofen ganz andere als am Jahnplatz. „Wir werden da mit gar keinem Druck hinfahren, wir werden natürlich versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen, aber wir müssen natürlich hinten in der Abwehr konzentriert stehen und die Chancen, die wir vielleicht kriegen werden, müssen wir natürlich reinmachen. Und dann werden wir mal gucken, was am Ende dabei rumkommt", sind die Ambitionen eher zurückhaltend. „Wie gesagt, auch wenn wir unten drinstehen und jeder Punkt zählt, sehe ich uns Sonntag definitiv nicht als Favorit. Lemgo muss aufsteigen, ich glaube nicht, dass sie so viel Geld in die Hand genommen haben, um Dritter zu werden", betont Micanovic. „Wir können eigentlich personell aus dem Vollen schöpfen und werden natürlich an alles, was wir letzte Woche gut gemacht haben, anknüpfen. Das, was weniger gut war, haben wir in der Trainingswoche aufgearbeitet und versuchen es Sonntag besser zu machen", stimmt aber auch beim TSV die aktuelle Entwicklung.

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