Kreisliga A | Detmold

„Ich bin stolz, so ein Team zu coachen"

Kreisliga A Detmold (hk). Einige Experten haben vor der Saison unter Beweis gestellt, dass sie vielleicht keine Ahnung vom lippischen Fußball haben, und davon eine ganze Menge. Voller Überzeugung tippten sie den SuS Lage als Abstiegskandidaten Nummer eins und sollten sich täuschen. Die Lagenser rangieren nach zehn absolvierten Partien auf dem vierten Tabellenplatz in Detmolds Beletage. Beachtlich: Sie spielen einen Erlebnisfußball, strahlen Torgefahr aus und streben nicht nach einem pragmatischen Fußball, der oft langweilig daherkommt. Kurzum: Die Zuckerstädter bereiten einfach nur große Freude und haben mit dieser erfrischenden Spielweise dem Primus aus Jerxen/Orbke die einzige Saisonniederlage beigebracht.


Von Henning Klefisch


Der neue Coach Christian Martens hat frischen Wind zum Werreanger gebracht. Die Kreisliga A Detmold ist für ihn Neuland gewesen. Nach mehr als die Hälfte der Hinrunde spricht er von einer „starken Liga mit vielen ausgeglichenen Teams." So hat er Mannschaften beobachtet, die mit spielerischen Qualitäten glänzen, während andere viel Einsatzwillen und eine kampfbetonte Spielweise an den Tag legen. Beim direkten Vergleich mit anderen A-Klassen hat er „keinen großen Unterschied" erkannt. Anders sieht das aus, wenn er die A-Teams mit den Bezirksligisten vergleicht, da die überkreislichen Mannschaften deutlich mehr Qualität in ihren Kadern besitzen. Er hat einige Stationen im ostwestfälischen Fußball durchlebt. Die Karriere des Christian Martens liest sich wirklich beeindruckend. Bis zur A-Jugend war er beim DSC Arminia Bielefeld, dann drei Spielzeiten beim Oberligisten Fichte Bielefeld und FC Gütersloh 2000, ein Jahr in der Regionalliga bei Arminia Bielefeld, ehe er nach einem Bandscheibenvorfall ausgefallen ist und danach beim SuS Lage, Enger-Westerenger, SG Bustedt und FC Nieheim spielte. Der Spielertrainer weiß also, wovon er spricht. Auch er hat vernommen, dass viele den SuS Lage als Absteiger getippt haben. „Ich habe die Artikel über uns auch gelesen, ehrlich gesagt hat mich das nur zusätzlich motiviert, den Experten das Gegenteil zu zeigen." Zunächst gab es für die Lagenser aber einen leichten Stotterstart, hat Martens doch die so wichtige Sommervorbereitung mit den Spielern gefehlt, weshalb die ersten Ergebnisse eher mittelprächtig waren. Nachdem er die Mannschaft analysiert hat, wurde das richtige System entwickelt und seither geht es bergauf. „Seit einigen Wochen funktioniert dies super und die Mannschaft setzt immer mehr von dem um, was wir trainieren", sagt er und zeigt sich „stolz, ein so lernwilliges und motiviertes Team zu coachen." Der Wunsch ist klar, dass im Winter Neuverpflichtungen getätigt werden, da das aktuelle Team zahlenmäßig doch überschaubar ist. Martens ist sich vollauf bewusst, dass auch Täler durchschritten werden müssen und es Spiele gibt, wo weniger Punkte gesammelt werden. Deshalb möchten die Lagenser in bester Eichhörnchen-Manier so viel wie möglich punkten, um sich einen Platz im Tabellenmittelfeld zu sichern.

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