Kreisliga A | Detmold

Fortuna braucht Glück beim Primus

Kreisliga A Detmold (hk). Sonntag ist Spieltag Nummer zwölf die Hauptattraktion in der höchsten Detmolder Kreisliga. Irgendwie sind Zahlenwerte im Fußball doch wie ein Bikini. Man erkennt einiges, aber das Wichtigste und Interessanteste bleibt verborgen. So auch beim Spiel zwischen dem Primus SV Eintracht Jerxen/Orbke und der zuletzt etwas schwächelnden Fortuna aus Schlangen. Falls die Eintracht ihr Heimspiel gewinnt, sind es schon acht Punkte Vorsprung auf die Schlänger, wo unter der Woche Coach Werner Koch aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten ist. Dennoch gilt: Zahlen sind Schall und Rauch, denn entscheidend ist auf dem Platz. Zu einer wahren Herkulesaufgabe kommt es für den SV Diestelbruch/Mosebeck. Für sie führt die weite Reise nach Lügde, einem ganz heißen Aufstiegsanwärter in dieser Serie.

Von Henning Klefisch


Post TSV Detmold II vs. TuRa Heiden

Große Augen macht Post TSV Detmold II-Kicker Marvin Dück, wenn er ganz lapidar von Lippe-Kick auf den kommenden Gegner angesprochen wird: „Heiden hat natürlich einen guten Saisonstart gehabt, damit hätte ich nicht gerechnet",
hätte Dück wohl eher nicht sein Auto, seinen Flatscreen und sein Erspartes darauf verwettet, dass der Turn- und Rasensportverein auch in der fortgeschrittenen Saisonphase diese Höhenluft schnuppert und dabei nicht hyperventiliert. „100 Kilo Muskelmasse, ich trainiere Brust und Arme", könnte die Liedzeile der Postler vor diesem Eröffnungsspiel ab 13.00 Uhr in der heimischen Werre-Arena lauten. Weil: Die Brust ist mächtig angewachsen. Immerhin hat die Postkutsche am jüngsten Sonntag kurzen Prozess mit den Sportfreunden Berlebeck/Heiligenkirchen gemacht. Zwar haben sie mit dem deutlichen 6:0-Sieg in Heiligenkirchen zwar nicht dafür gesorgt, dass man sich unbesiegbar fühlt, dennoch haben die Residenzler ein Zeichen gesetzt. Dück gibt sich realistisch und warnt: „Ich denke, es wird kein leichtes Spiel, sondern ein ganz anderes Niveau als letzte Woche. Ich denke, auf dem Platz in Heiden wäre es für uns schwerer, aber zu Hause gibt es gute Chancen für uns", könnte der Kunstrasenplatz ein Trumpf auf dem Weg zur Mission Heimsieg darstellen. Gerne möchten die Gastgeber die Erfolgsserie weiter ausbauen, wohlwissend, dass die Heidener auch eine gewisse Antipathie für die zweite Pleite in Serie hegen. Immerhin haben die Schmiech-Bengels erst am Dienstag das Nachholspiel gegen den TuS WE Lügde mit 0:1 verloren. Dreifachtorschütze Fabian Droletz spielt wieder für die erste Mannschaft. Torhüter Patrick Kobychno könnte am Sonntag wieder dabei sein. Einen Meineid möchte Marvin Dück dafür aber nicht ablegen, wenn er sagt: „Ich bin mir aber nicht ganz sicher." Die Personalsituation bei den Heidenern entspannt sich merklich. Peuker, Born, Hillmann, Böckhaus und König feiern gegen die Postler ihre Rückkehr. TuRa-Trainer Thorsten Schmiech freut sich über mehr Optionen, fordert von seiner Mannschaft aber auch: „Natürlich geht es Sonntag darum, gegen einen spielerisch starken Gegner diszipliniert zu agieren und nach vorne mehr Durchschlagskraft zu entwickeln als zuletzt", ist in den jüngsten Partien im letzten Spielfelddrittel zu oft das falsche Mittel angewendet worden. Klar ist ihm aber auch, dass es gegen Reserveteams schon traditionell schwierig ist, sich darauf einstellen, „weil man nicht weiß, wer wirklich aufläuft, konzentrieren wir uns auf unser Spiel und wollen die drei Punkte mitnehmen", bietet die Personalsituation dafür eine gute Voraussetzung.


SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. CSL Detmold


Bei der Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf fehlen Jannik Sprengelmeyer und Sebastian Schönfelder. Kirchgässner, Block und Schieffer geben im Vergleich zum letzten Ligaspiel ihr Comeback. Im Pokalspiel gegen den TSV Horn (1:5) haben sie bereits mitgewirkt. „Wir wollen die Serie weiter ausbauen und uns an die ersten drei, vier Teams heranspielen", sagt Soylu zur Marschroute. Den CSL Detmold bezeichnet er als „eine spielstarke Truppe", die sich aber bisher bei den Punkten dezent zurückgehalten hat. Vor allem die Abgänge zum Post TSV Detmold wiegen schwer. Soylu warnt sein Team: „CSL hat sogar Fortuna Schlangen geärgert." CSL Detmold-Vereinsboss Karl Schmid sagt bei Lippe-Kick vor dem Spiel: „Wir haben wieder einen schweren Gegner vor uns, aber werden wieder alles versuchen, um zu punkten", wünscht er sich, dass sein Team in Bestbesetzung antreten kann.



TuS WE Lügde vs. SV Diestelbruch/Mosebeck

Was aktuell in Lügde passiert, ist überaus spannend. Der neue Trainer Andreas Hoffmann spricht die Sprache der Spieler, wendet eine passende Taktik an und eilt von Sieg zu Sieg. Nun geht es vor heimischer Kulisse - am Sonntag ab 15.00 Uhr - gegen den SV Diestelbruch/Mosebeck, den Hoffmann als „eine starke Mannschaft"
bezeichnet, „die uns sicherlich vor Probleme stellen wird." Wie auch beim jüngsten 1:0-Auswärtssieg in Heiden rechnet der ehemalige Frauentrainer des RSV Barntrup wieder mit einer engen Partie und verrät Lippe-Kick mit beiden Daumen in der Faust und einem Dackelblick: „Wir würden die drei Punkte natürlich gerne an der Emmerkampfbahn behalten", hat die Westfälische Eiche diesbezüglich kein Interesse an Gastfreundschaft. Ob Fabian Deppe und Julian Schmalisch mitspielen, ist unklar. Als echter Kartensammler hat sich Team Detmold-Auswahlspieler Tim Dachrodt hervorgetan, der bereits fünf Gelbe Karten bekommen hat. Ganz bestimmt werden die Kicker des SV Diestelbruch/Mosebeck am Samstagabend nicht in Embryonenstellung einnicken und vor Angst nicht schlafen können. Dennoch tritt Di-Mo-Pressechef Lennart Rethmeier als eindringlicher Warner in Erscheinung, wenn er dem Lippe-Kick-Reporter Henning Klefisch anvertraut: „Am Sonntag treffen wir wohl auf das derzeitige Team der Stunde. Eine sehr schwierige Aufgabe für uns", wird er von seinem Obmann Michael Cucchiara sicherlich keine 1000 Peitschenhiebe als Strafe erhalten, dass er sein Team in die Außenseiterrolle steckt. Dennoch möchten die Rot-Weißen keineswegs demütig und allzu bescheiden in der Osterräderstadt antreten, wie auch Rethmeier betont: „Mit den zwei Siegen und jeder Menge Tore im Rücken ist bei uns das Selbstvertrauen aber wieder zurückgekehrt." Klar ist: Der Reisetross des SV Diestelbruch/Mosebeck nimmt die weite Strecke nicht auf sich, um die schönen Fachwerkhäuser in der Lügder-Altstadt auf sich wirken zu lassen. Die Weber-Mannen sind für jede Schandtat bereit. Rethmeier erhofft sich ein „packendes Duell, um endlich auch mal gegen ein „Top-Team" zu punkten", ist die Sehnsucht groß. Ausfallen werden Timo Flecker, Martin Rethmeier, Fabian Richts und Tobias Schulz. Ob Janik Bahms mitspielen kann, wurde bisher von Kommissar Klefisch noch nicht verifiziert.


SC Ditib Detmold vs. SC Augustdorf

„Meine Spieler habe ich seit Dienstag beim Training gewarnt", verrät Ditib-Spielertrainer Erhan Eksioglu im Gespräch bei Lippe-Kick und prophezeit: „Es wird kein leichtes Spiel. Sie haben einen
neuen Trainer und sie haben jeden Punkt nötig", kann er dies bei Lippe-Kick auch begründen. Eksioglu rechnet fest damit, dass der Tabellenletzte seiner Mannschaft „läuferisch alles abfordern wird." Unwichtig ist nach Einschätzung vom Team Detmold-Auswahltrainer 2016, dass der SCA den letzten Tabellenplatz belegt. Daher ist die Botschaft für Eksioglu klar: „Wir müssen vorsichtig und diszipliniert zu Hause das Spiel gestalten. Wichtig ist, dass wir dem Gegner unser Spiel aufdrängen", möchten die Residenzler zugleich auch Wiedergutmachung für die zuletzt klare Niederlage in Diestelbruch betreiben. Einzig der urlaubende Yasin Aytekin fehlt. Eksioglu wünscht sich vor allem ein „gutes und faires Match." Gut ist die Stimmung im Lager der Gäste. Die Leistung bei der 0:1-Heimniederlage gegen die SG Hiddesen/Heidenoldendorf am vergangenen Samstag hat Mut gemacht. SC Augustdorf-Vorstand Recep Kirikci erklärt vorab bei Lippe-Kick: „Wir wollen auf der Leistung von letzter Woche aufbauen! Die Mannschaft hat diese Woche gut trainiert. Natürlich hoffen wir endlich mal auf weitere Punkte", wäre dies in dieser Spielzeit eine neue Erfahrung, die gemacht wird. Wegen einer Gelbsperre fallen Enes Bektas und Mehmet Tumani auch weiterhin aus. Andrei Pyrlitesku und Emre Çetin weilen im Urlaub. Einige Unklarheiten gibt es noch bei anderen Akteuren. Kirikci wünscht sich vor allem: „Wir werden hoffentlich eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen!"


SuS Lage vs. TSV Rischenau

Für den Lagenser Martens und den Rischenauer Thorenmeier ist das Duell ihrer Teams zweifelsfrei etwas ganz Besonderes. Sie kennen sich noch aus gemeinsamen Nieheimer Zeiten und sind seitdem Kumpels geworden.
Auf dieses Aufeinandertreffen darf man also gespannt sein. „Ich halte den Gegner für gefährlich, weil ich ihn nicht einschätzen kann", offenbart SuS Lage-Coach Christian Martens bei Lippe-Kick. Er diagnostiziert beim Gegner „bisher gute und schlechte Phasen." Sein Wunsch an sein Team: Defensiv hofft er auf Stabilität, zudem „viel Einsatzbereitschaft." Dazu wünscht er sich ein „schnelles Umschaltspiel meiner Mannschaft." Erfreut zeigt er sich über den Auftritt seiner Truppe in der bisherigen Trainingswoche, weshalb er dem Spiel auch „optimistisch" entgegenblickt. „Die Jungs wollen weiterhin Erfolg haben und sind heiß", ist diese Einstellung doch eine gute Erfolgsbasis. Da sich Bujar Shenaraj voll und ganz seinem Studium widmen muss, wird er auf unbestimmte Zeit ausfallen. „Umso mehr sind nun Spieler wie Aykut Kahaoglu oder Samet Özlük gefordert Verantwortung zu übernehmen", fordert Martens, der wohl annähernd in Bestbesetzung auflaufen kann. Einzig hinter dem Einsatz von Benjamin Borchert steht noch ein Fragezeichen. Auch wenn einige Akteure bei den Rischenauern ausfallen, gibt sich Obmann Sebastian Tunke zuversichtlich: „Wir haben eine ordentliche Elf." Parallelen hat er bereits schon erkannt, wenn er gegenüber Lippe-Kick klarstellt: „Wir haben beide einen guten Lauf." So hat sich Tunke vorab informiert und studiert, dass die Lagenser bereits seit vier Partien ohne Gegentor sind. „Wir schauen mal, ob wir das ändern können", teilt er mit einem Lächeln mit und rechnet mit einer Partie auf Augenhöhe in einer ausgeglichenen Spielklasse. „Drei Teams gehen vorne weg, danach ist alles offen", so seine Erkenntnis.


TuS Horn-Bad Meinberg vs. SG Kachtenhausen/Helpup Spiel fällt aus

Ganz pragmatisch und der einfachen Mathematik mächtig gibt sich Horn-Bad Meinberg-Spielertrainer Kemal Akman: „Unser Ziel ist es, definitiv ein Tor mehr als der Gegner zu schießen", sind die Kurstädter in den letzten beiden Wochen in sich gegangen, „haben hart an unseren Fehlern gearbeitet und gut trainiert", verrät ein entspannt wirkender Akman bei Lippe-Kick. Den Kontrahenten will er tunlichst nicht unterschätzen. Dennoch gibt er sich optimistisch, kann er doch nahezu in Bestbesetzung auflaufen. Von einem „Kellerduell" spricht unterdessen Kachtenhausen/Helpup-Co-Trainer Alexander Wolf, der auch deshalb diese Partie als „ganz wichtig" bezeichnet. Auf gleich vier Akteure muss er verzichten. Dennoch ist die Marschroute klar: „Wir werden versuchen, an die Leistung vom letzten Sonntag anzuknüpfen und diesmal mit Punkten nach Hause zu fahren. Auch wenn wir wissen, dass es ganz schwer sein wird."


SuS Pivitsheide vs. SF Berlebeck/Heiligenkirchen

SuS-Kicker Christopher Petkau fühlt sich nicht in Diskussionslaune: „Die Marschroute kann nur eine sein: Wir spielen zu Hause und wollen den Dreier unbedingt", ist ihm aber auch bewusst, dass BHK rund zwei Monate vor Weihnachten keine Geschenke verteilen möchte. Deshalb glaubt er an ein „kämpferisches Spiel." Eine Bedingung, die für Optimismus bei ihm sorgt: „Wenn wir es mal wieder schaffen, hinten zu Null zu spielen, bin ich mir sicher, dass es klappt." SuS-Coach Carsten Skarupke kann wohl in Bestbesetzung auflaufen. „Wiedergutmachung" erhofft sich BHK-Coach Thorsten Geffers im kommenden Spiel. Er gibt sich optimistisch, wenn er sagt: „Nach dem ganz schwachen Auftritt von der letzten Woche werden meine Jungs wieder ein anderes Gesicht zeigen. Wir wollen daher mit aller Macht in Pivitsheide gewinnen." Dabei behilflich sollen die Comebacker Max und Michel Schnitzerling, Tim Hagemeier, Jasper Diekmann und Florian Kersting sein. Fehlen werden: Marius Grundmann (Urlaub), Tim Weber (Köln), Maik Watermeier (Verletzt) und Marco Stellmach (rotgesperrt). Geffers prophezeit: „Ich erwarte ein enges und kampfbetontes Match, wo Kleinigkeiten und die Tagesform entscheiden werden."


SV Eintracht Jerxen/Orbke vs. FC Fortuna Schlangen

Von einem „absolut entscheidenden Match" spricht Eintracht-Manager Hubert Orynczak bei Lippe-Kick. Warnende Worte hat er für seine Schützlinge parat, wenn er sagt: „Auch, wenn sie Rückschläge in den vergangenen Tagen hinnehmen mussten, gehen wir davon aus, dass sie engagiert und hochmotiviert in das Duell gehen werden." Die vergangenen Ergebnisse gegen die Schlänger sorgen nicht gerade für Euphorie im Jerxer-Lager. Am Sonntag soll die Bilanz tunlichst verbessert werden. Orynczaks Erwartung: „Wir erwarten ein hochbrisantes Spiel mit vielen sehenswerten Aktionen!" Bis auf die langzeitverletzten Hussein Hijazi, Hendrik Merz, Lukas Kanne (alle Kreuzband) und André Schönwälder (Bandscheibenvorfall), kann SVE-Coach Bastian Möller wohl seine beste Formation auflaufen lassen. Bei der Fortuna aus Schlangen darf man darauf gespannt sein, wie sie den Abgang ihres erkrankten Trainers Werner Koch verkraftet. Da auch der Co-Trainer Mike Klöpping gesundheitlich angeschlagen ist, wird wohl auch er nicht dabei sein. Erst kurzfristig wird sich klären, welche Spieler einsatzfähig sind. Folglich formuliert Fortuna-Defensivspezialist Yannik Vukadinovic gegenüber Lippe-Kick: „Daher fahren wir nach Jerxen und schauen mal, wie es läuft, da wir wissen, dass wir im Moment bei den momentanen Umständen mit den absoluten Topmannschaften nicht mithalten können", gibt sich Vukadinovic notgedrungen realistisch. Der Defensivspezialist will keineswegs den Eindruck erwecken, dass seine Blau-Weißen vorzeitig die weiße Fahne hissen. Vielmehr hat er wegen folgender Komponente ein wenig Kopfschmerzen: „Momentan sind nur so viele angeschlagen oder krank, dass ich nicht weiß, wer Sonntag da ist und ob wir eine wettbewerbsfähige Truppe aufbieten können, um Jerxen/Orbke Paroli zu bieten", lässt er sich aber auch sehr gerne positiv überraschen.

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