Kreisliga A | Detmold

Soylu: „Wir haben noch viel vor."

Kreisliga A Detmold (hk). Diese SG Hiddesen/Heidenoldendorf ist sexy und überaus attraktiv. Das wilde Spiel ist bekannt beim Team von den Trainern Lütfi Soylu und Sascha Möller, die eine sehr junge und entwicklungsfähige Mannschaft unter ihren Fittichen haben, die als unberechenbar für den Gegner gilt. Taktisch flexibel, schnell und spielstark ist diese Spielgemeinschaft, die mittelfristig eine Perspektive für die Bezirksliga aufweist und aktuell mit dem vierten Rang ein hervorragendes Ranking in Detmolds Beletage der Kreisliga einnimmt. Die überkreislich aktive A-Jugend bildet einen interessanten Spielerpool, aus dem sich das Trainerteam bedient. Soylu hofft aber auch auf Rückkehrer.


Von Henning Klefisch


So verrät der Team Detmold-Auswahltrainer aus dem Jahr 2015 gegenüber Lippe-Kick, dass sich die Vereinsverantwortlichen in Gesprächen mit ehemaligen Spielern des BSV Heidenoldendorf und des VfL Hiddesen befinden, um sie vom Wechsel zur Spielgemeinschaft zu überzeugen. Es finden Gespräche mit Bezirksliga-, A- und B-Ligaspielern ebenso statt, wie mit Talenten aus der A- und B-Jugend, die in der Kreis-, Landes- und Westfalenliga spielen, gibt Soylu unverblümt zu. „Wir wollen alle versuchen, diese zurückzuholen, wollen uns aber auch mit anderen Spielern verstärken", gibt er einen Einblick in die Personalpolitik. Für ihn ist es wichtig, zu erkennen, „wer gut in unser Konzept passt, langfristig in der A-Liga oben mitzuspielen und den Bezirksliga-Aufstieg in den nächsten zwei, drei Jahren zu versuchen." Im letzten Lippe-Kick-Spielbericht nach dem 4:0-Heimsieg gegen CSL Detmold war von der SG-Rasselbande zu lesen, da die Spielgemeinschaft über die jüngste Mannschaft der A Detmold verfügt. Als Vorteile hat Soylu erkannt: „Sie geben immer alles, sind sehr lernfähig, immer heiß und ehrgeizig", bewertet er als nachteilig, dass sich viele seiner Schützlinge im Studium befinden, deshalb nicht immer zum Training und den Wochentagsspielen kommen können, da sie weiter entfernt wohnen. Die Mischung macht es bei der Spielgemeinschaft, die auch auf erfahrene Recken wie Markus Rüschenpöhler, Steffen Hinder und Sebastian Schönfelder baut, dazu kommen die Mittzwanziger Niklas Hampe und Tim Bukowski (beide Keeper). Speziell zwischen dem Trainerteam und dem ehemaligen BSV Müssen-Coach Markus Rüschenpöhler findet eine intensive Kommunikation statt, wo man sich konstruktiv und zielführend austauscht. „Zusammen mit Hinder feuert er die Jugendlichen an", lobt Soylu und freut sich, dass das erfahrene Duo beim Überraschungsteam des Detmolder Oberhauses spielt. Dank seiner hohen individuellen Qualität ist auch Schönfelder ein Gewinn. Da er aus beruflichen Gründen unter der Woche aber in Wuppertal weilt, steht er nicht immer zur Verfügung. Die fehlende Trainingsbeteiligung macht sich aber schon bemerkbar, ist der ehemalige Landesligaspieler immerhin schon 32.


Soylu glaubt an Zweikampf im Aufstiegsrennen


Von einer äußerst ausgeglichenen Spielklasse spricht Soylu (Bild rechts), sind doch zwischen Rang drei und Platz zehn gerade einmal drei Punkte Differenz. An der Tabellenspitze geht er von einem Zweikampf zwischen Jerxen/Orbke und Lügde aus. Er glaubt, dass beide Teams noch ein, zwei Niederlagen im Saisonverlauf kassieren, weshalb er die Aufstiegsfrage in den direkten Duellen entschieden sieht. Bei der 1:3-Niederlage gegen den Aufstiegsaspiranten Fortuna Schlangen machte sich laut SG-Coach die Personalproblematik des FC bemerkbar, da er sein Team bis auf die ersten zehn Minuten auch auf Augenhöhe spielend wahrgenommen hat. Mit Blick auf das Schlänger Remis gegen CSL oder die Niederlage gegen Ditib weiß der 38-Jährige: „Es ist sehr schmerzhaft, gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenregion zu verlieren", sah er die Fortunen vor der Saison als den „Topfavoriten" im Aufstiegsrennen.




„Hier entsteht etwas"


Mit dem Blick auf seine Truppe beobachtet er viele Fragezeichen, charakterisiert Soylu seine Mannschaft als „jung und wild", wo viele Gegner nicht wissen, welches taktisches Mittel anzuwenden ist. Auf die eigene Jugend wird konsequent gesetzt. Michael Thissen und Soylu-Filius Miguel (Bild links) haben sich aus dem A-Jugendteam fest im Kader etabliert. Insgesamt stehen zwei 18-Jährige, acht 19-Jährige und je drei 20- und 24-Jährige im SG HH-Team. Folglich spricht Soylu deshalb auch von einer „verdammt jungen Mannschaft." Lütfi Soylu kündigt ambitioniert an: „Wir haben noch viel vor", zeigt er sich auch voller Vorfreude auf die Zukunft, denn viele Eigengewächse scharren mit den Hufen und drängen auf Einsatzzeit. Auffällig und vorbildlich ist die gegenseitige Unterstützung durch die eigenen Teams. Die Reservemannschaft, die A-Jugend, die Alten Herren und die Damen schauen bei den Spielen der ersten Mannschaft zu, grillen oder machen den Verkauf. Auch die Obmänner Seifert und Stelzle arbeiten fleißig, realistisch und visionär. „Dieser Weg ist sehr gut", sagt er und ist überzeugt, dass der „Zusammenhalt für uns ganz, ganz wichtig ist."

Hervorragend ist die Infrastruktur bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf, verfügt der Verein doch über einen Kunstrasenplatz mit Flutlicht in Heidenoldendorf und einen Naturrasenplatz plus einem kleinen Kunstrasenplatz mit Flutlicht in Hiddesen. Im Vergleich zu vielen anderen Vereinen bieten diese Platzverhältnisse einen echten Vorteil.

Trotz der Niederlage in Jerxen erklärt er: „Wir hätten bei drei Aluminiumtreffern dort auch gewinnen können. Es war ein sehr gutes Spiel von uns", weiß er aber auch, dass seine Mannschaft bei der 1:3-Niederlage gegen den Post TSV Detmold II die einzige schwache Partie in der Serie bestritten hat. Selbst bei der 0:1-Niederlage gegen SuS Lage hätte seine Truppe „mit viel Glück sogar 1:0 gewinnen können." Viel Respekt hat er vor den Lagensern und den Coachingqualitäten von Christian Martens. Auch von der eigenen Perspektive zeigt sich der SG H/H-Coach sehr angetan, wenn er gegenüber Lippe-Kick erwartungsfroh postuliert: „Hier entsteht etwas. Wir gehen einen großen Schritt in eine Richtung", darf man gespannt sein, wo diese Richtung für die Rasselbande endet.

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