Kreisliga B | Detmold

„Die Zweite ist für mich eine Herzensangelegenheit"

Kreisliga B Detmold (hk). Den Rücktritt vom Rücktritt gibt es bei Karsten Kuczer zu bestaunen, der im November dieses Jahres wieder den SuS Pivitsheide II übernommen hat. Von neun möglichen Zählern hat er drei verbucht. Allerdings muss man diese Bilanz relativieren, gab es doch auch Niederlagen gegen zwei komplizierte Gegner wie den Hakedahler SV (1:4) und Sabbenhausen/Elbrinxen (0:3). Emotional durchaus wertvoll und Balsam für die SuS-Seele war der 2:1-Derbyerfolg bei der FSV Pivitsheide-Reserve. Der Weg bis zum Klassenerhalt wird nicht einfach, doch Kuczer hat Erfahrung, die er gewinnbringend einsetzen möchte.

Von Henning Klefisch

Ende Oktober klingelte SuS-Obmann Dieter Przybila bei Kuczer durch. Die Intention ist schnell klar: Der rührige Obmann erkundigte sich nach Kuczers-Bereitschaft, die Zweitvertretung wieder zu übernehmen. Kuczer sagte schnell zu, hat er im Gespräch mit Lippe-Kick auch sofort eine Begründung für sein Comeback parat: „Ich habe einen guten Draht zu den Jungs und führte damals auch die Zweite in die Kreisliga B", ist die dritte Trainerepoche beim SuS „für mich eine Herzensangelegenheit." Interessant: Blondschopf Kuczer ist erst Spieler, dann Trainer, dann wieder Spieler und schließlich erneut Trainer gewesen. Nach dem Gesetz der Serie müsste Kuczer also wieder nach der Trainertätigkeit in die Rolle eines Spielers schlüpfen. Mal sehen, denkt man sich. „Da habe ich großen Respekt vor der Mannschaft, die haben es mitgemacht", lobt er sein Team für das gezeigte Verständnis. Bis zum Saisonende hat er beim Tabellendreizehnten der Kreisliga B zugesagt. Danach möchte er allzu gerne eine erste Mannschaft übernehmen. „An diesem Ziel hat sich nichts geändert", macht er gegenüber Lippe-Kick deutlich. In den letzten beiden Spielzeiten hat der als Außendienstler beschäftigte Kuczer realisiert, „wie akribisch ich geworden bin. Wenn ich das vergleiche zu der Aufstiegssaison, liegen dort Welten dazwischen", hat bei ihm eine Entwicklung stattgefunden. Auch seine Schützlinge haben sich prächtig entwickelt, gleich mehrere Akteure mischen jetzt im A-Ligateam der Pivitker mit. „Das", so hat Karsten Kuczer (Bild rechts) die Realität erkannt, „ist auch die Aufgabe einer zweiten Mannschaft." Als Abgänge sind zu verzeichnen: Samuel Töws, Niklas Schnitger, Stefan Wiens, Henning Diekmann (alle zu SuS I), Simon Schröder (studiert in Münster) und Patrick Fricke (wegen Arbeit). Allerdings sind die Abgänge nicht gleichwertig kompensiert worden, weshalb die vorhandenen Spieler weiterentwickelt werden müssen, um im Frühjahr den Klassenverbleib zu feiern. Aus der Jugend kamen Felix Wittenbröker, Lasse Born, Moritz Brüning und Ole Merwitz dazu.
Aktuell hat die SuS-Reserve ein Zwei-Punkte-Polster auf einen Abstiegsrang. Falls noch der eine oder andere Detmolder Bezirksligist in den Kreisfußball zurückkehrt, erhöht sich die Anzahl der Absteiger in der B-Klasse. Kuczer beweist realistischen Optimismus, wenn er betont: „Ich bin recht zuversichtlich, da die Jungs wollen. Wir haben eine gute Moral und neue Spieler werden toll in die Mannschaft aufgenommen", hält er sich bezüglich möglicher Neuverpflichtungen aktuell bedeckt. Vor allem ist ihm bei potenziellen neuen Spielern „der Charakter und auch fußballerisches Verständnis wichtig", gilt für ihn das Credo, dass „alles andere weiterentwickelt werden kann." Natürlich weiß auch der clevere Kuczer, dass diese Weiterentwicklung in der B-Klasse am effektivsten vonstattengeht.

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