Kreisliga A | Detmold

„Ich lerne gerne noch etwas Neues dazu"

Kreisliga A Detmold (hk). Das Trainerkapitel Lütfi Soylu ist vorerst abgeschlossen. Der Enddreißiger ist ab sofort neuer sportlicher Leiter der SG Hiddesen/Heidenoldendorf, sein Spieler Markus Rüschenpöhler übernimmt die Aufgabe als Chefcoach beim Detmolder A-Ligisten. Ein bisschen Wehmut kommt bei Soylu auf, weiß er doch: „Klar bin ich gerne Trainer und das hat mir viel Spaß gemacht", ist es aber nun eine neue Aufgabe, die auf ihn wartet. Immerhin vertraut ihm der Verein, hat ihn mit der Frage konfrontiert, ob er für die Spielgemeinschaft und im Jugendbereich beim VfL Hiddesen und beim BSV Heidenoldendorf diesen verantwortungsvollen Posten übernehmen möchte. Soylu hat die Wichtigkeit dieser Aufgabe erkannt und begründet diesen Schritt: „Da wir in Zukunft mehr Struktur reinbekommen wollen und die nächsten Schritte gehen wollen mit allen Teams", ist dies doch auch ein Zeichen der Professionalisierung beim Tabellenachten im Detmolder Oberhaus.

Von Henning Klefisch

Soylus
großer Vorteil ist sein großes Netzwerk, seine exzellente Regelkenntnis und seine hohe Fußballaffinität, weshalb er hervorragend dieses Jobprofil ausfüllt. Dazu gesellt sich der Punkt, dass er in Transfergesprächen mit potenziellen Neuzugängen überzeugend auftritt, weil er den Fußball liebt und lebt. Wie kam es dazu: „Da Michael Seifert und Christoph Stelzle leider nicht so viel Zeit investieren können, haben sie mich gefragt." Nach einer zweiwöchigen intensiven Bedenkzeit, in der er auch mit seiner Frau ein intensives Gespräch geführt hat, ist das Feuer für diese neue Aufgabe bei ihm entfacht worden. Lütfi Soylu schwärmt: „Ich habe die beste Frau, die immer hinter mir steht und mir das immer ermöglicht, so viel Zeit für den Fußball zu investieren", ist dieser Rückhalt für ein erfolgreiches Arbeiten unabdingbar.

Vielschichtiges Aufgabengebiet

Das
Aufgabenprofil für Soylu (Bild links) ist vielschichtig. So wird er Trainer davon überzeugen, für die Spielgemeinschaft tätig zu werden. Dazu kommen Gespräche mit den vorhandenen Trainern über die aktuelle Situation, „was man besser machen kann, wo man was ändern sollte, und ihnen optimale Trainingsmaterialien und Plätze stellen", soll er gute Voraussetzungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb liefern. Auch Spielerverpflichtungen gehören zu seinem Aufgabengebiet. Spieler sollen in Absprache mit den Vereinen zum Probetraining eingeladen werden. „Unsere Trainer ohne Trainerschein zu überzeugen, es zu machen", sieht er als eine weitere Aufgabe an. Er weiß selbstverständlich, dass „auch schwierige Entscheidungen" getroffen werden müssen. Neben den drei Seniorenteams (A-, B- und C-Liga), zeichnet Soylu sich auch für die Alten Herren des VfL Hiddesen und des BSV Heidenoldendorf, für die VfL Hiddesen-Damenmannschaft aus der A-Klasse und folgende Jugendteams verantwortlich: A-Jugend VfL Hiddesen (Bezirksliga ), B-Jugend BSV Heidenoldendorf (Kreisliga A), C-Jugend VfL Hiddesen (Bezirksliga), D-, E-, F- und Minis VfL Hiddesen mit dem Jugendobmann Jens Kölker (Jenny Haferbeck und Tim Gausmann), mit den D-, E-, F- und Minis des BSV Heidenoldendorf mit dem Obmann Andreas Hengstler. Die Zielsetzung ist klar: In drei Jahren will er mit der Erstvertretung der SG Hiddesen/Heidenoldendorf in der Bezirksliga angelangt sein, ebenso wie mit der A-, B-, C- und D-Jugend und der Damenmannschaft.

In Nachfolgeregelung eingebunden

Während
dies Aufgaben für die Zukunft sind, die in die Realität umgesetzt werden, bestand für Soylu im Januar seine erste Aufgabe darin, einen Nachfolger zu bestimmen. Mit der Wahl für Markus Rüschenpöhler (Bild rechts) ist diese Entscheidung bereits relativ schnell gefallen. „Markus kennt die Truppe seit eineinhalb Jahren, das war mir sehr wichtig." Dazu lobt Lütfi Soylu: „Mit Markus haben wir einen guten Trainer verpflichten können, der auch menschlich sehr gut zu uns passt. Mit ihm habe ich mich gut verstanden, auf dem Platz und auch neben dem Platz", ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit dadurch gewährleistet. Soylu unterstreicht: „Er hat bei uns alle Freiheiten und wird das Beste aus der Mannschaft herausholen." Nach dem Rücktritt von Sascha Möller Anfang Januar kamen die Obmänner Stelzle und Seifert auf Rüschenpöhler zu und fragten ihn, ob er die Konstellation annehmen würde. „Der Impuls kam von den beiden", verrät der Defensivspezialist bei Lippe-Kick. Nach einem Ideenaustausch fanden alle Beteiligten zusammen. Groß ist die Rüschenpöhlersche Vorfreude auf die gemeinsame Zusammenarbeit. „Mit Lütfi Soylu haben wir einen, der beide Vereine sehr gut kennt und dort tätig war, damit der ideale Mann ist, um die Rolle als sportlicher Leiter auszufüllen", lobt er die Expertise und möchte sich selbst auf die sportlichen Themen konzentrieren. Dazu hat der langjährige BSV Müssen-Coach die Bedeutung der Nachwuchsförderung erkannt, beobachtete zahlreiche A-Jugendpartien, ein Aspekt, der für Soylu „sehr wichtig war, da wir stark daran arbeiten, unsere Jugendspieler den Schritt zu den Seniorenteams so leicht wie möglich zu machen." So sollen die A-Jugendkicker an die SG gebunden werden, eine Perspektive in den Seniorenteams erhalten. Ein ständiger Austausch mit allen Trainern wird stattfinden, um über neueste Entwicklung stets auf dem Laufenden zu sein. Nun ist die Vorfreude auf diese neue Herausforderung aber exorbitant, wie der Familienvater gegenüber Lippe-Kick klar zum Ausdruck bringt: „Ich freue mich über meinen neuen Job als sportlicher Leiter und lerne noch gerne was Neues dazu", will er die Aufgaben, die er auf seine persönliche To-do-Liste gesetzt hat, gerne mit Leben füllen, bevor eine Sache für ihn feststeht: „Ich werde aber auch bestimmt irgendwann als Trainer wieder einsteigen." Für Markus Rüschenpöhler, der Jahre lang seine Duftmarken als aktiver Spieler auf dem Platz gesetzt hat, beim BSV Müssen auch Spielertrainer war, steht fest, dass dieses Kapitel für ihn abgeschlossen ist. Nur im absoluten Notfall, wenn die Personalnot frappierend ist, könnte er fußballerisch eingreifen, hat er seinen Pass weiterhin bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf liegen. „Es ist nicht geplant, dass ich wieder aktiv werde", liegen für ihn die Prioritäten eindeutig woanders.

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei unseren Sponsoren & Partnern