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Kreisliga A Detmold

SG Berlebeck-Heiligenkirchen – Hengstlers-Abschiedsinterview

Einen Rückblick auf die Trainerstation bei der SG Berlebeck-Heiligenkirchen liefert Steven Hengstler im Exklusivinterview bei Lippe-Kick. Lest, was er über seine Zeit beim Kultverein aus dem Süden von Detmold zu sagen hat.

„In den letzten vier Jahren viel Herzblut, Zeit und Kraft investiert“

Kreisliga A Detmold (hk). Eine Ära endet. Nach vier Jahren Tätigkeit bei seinem Heimatverein SG Berlebeck-Heiligenkirchen hat Steven Hengstler nun aufgehört. Im Gespräch mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch hat er sich zu den Gründen für sein Ausscheiden ebenso geäußert, wie zu den Highlights seines Wirkens und seine neuen Prioritäten. BHK prophezeit er eine günstige Prognose und verrät, dass man ihn auch weiterhin auf dem Sportplatz begrüßen wird.

Lippe-Kick: In den letzten Jahren hast du die SG BHK als Spielertrainer verantwortet, bist von der B- in die A-Klasse aufgestiegen und hast in dieser starken Spielklasse zweimal den Klassenerhalt geschafft. Was kannst du uns zum knappen Klassenerhalt sagen und wie fällt deine Analyse zur Saison aus?

Steven Hengstler: „Zunächst muss ich sagen, dass mir und den anderen Jungs, die den Verein verlassen haben, diese Entscheidung sehr schwer gefallen ist, da wir in den letzten vier Jahren sehr viel Herzblut, Zeit und Kraft in unser Projekt bei BHK investiert haben. Es war früh zu erkennen, dass der Verein, die Jungs und das Trainerteam in dieser Konstellation zur neuen Saison nicht zusammen bleiben werden. Insbesondere das Trainerteam hatte sich früh zusammengesetzt und die Entscheidung getroffen, dass einige von uns aufhören oder sich verändern werden. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an Patrick Abend, Alex Bechthold, Sebastian Krupatz, Michael Betke und allen anderen Jungs für das große Engagement. Nach einer letztjährigen ordentlichen Sommervorbereitung sind wir leider nur holprig in die Saison gestartet und konnten den Schwung aus der vorherigen Saison und der Vorbereitung nicht mitnehmen. Einige Spiele wurden knapp und unglücklich verloren. Zudem kam es schnell zu schweren Ausfällen einiger Leistungsträger, die nicht kompensiert werden konnten. Die Hinrunde konnten wir deshalb nur mit wenigen Punkten beenden und retteten uns zur Winterpause. Im Winter wollten wir uns dann wieder sammeln, die Jungs, die verletzt waren, sollten erholt zurückkommen und die Vorbereitung sollte optimal genutzt werden. In der Zwischenzeit gab es den Triumph beim LZ-Cup mit einem sensationellen dritten Platz. Gerade da hat man gesehen, was eigentlich in unserem Team steckt und was wir gemeinsam wirklich leisten können. Diese Euphorie und Stärke vom LZ-Cup konnte auch leider in der Rückrunde nur selten auf dem Platz gezeigt werden, so dass wir sehr lange um den Klassenerhalt zittern mussten.“

Lippe-Kick: Was wirst du besonders vermissen, wenn du an die Zeit bei der Spielgemeinschaft zurückdenkst?

Hengstler: „Ich werde natürlich das gesamte Umfeld vermissen, was sich in den vier Jahren zusammengefunden hat. Unvergesslich sind natürlich Spiele, wie gegen Wiedenbrück, Arminia oder das Aufstiegsspiel gegen Lügde II und einige weitere heiße Partien. Die Trainingslager, wie auch etliche Mannschaftsabende (Akropolis lässt grüßen) und auch die Trainingsabende mit Ausklang am Grill und Kicker! Zuletzt der Freitagabend auf der Mannschaftsfahrt in Willingen war ein super Abschluss.
Gerade in der Halle haben wir uns immer bestens geschlagen und vor den Kulissen in der Bonhoeffer- oder Lipperlandhalle mit so einer geilen Truppe erfolgreich zu spielen, ist natürlich Gänsehaut pur. Viele weitere tolle Momente würden mir noch einfallen, ich denke das waren mit die schönsten. Es war einfach eine tolle und unvergessliche Zeit in meinem Fußballerleben. Einige Spieler, sowie Offizielle haben mich bzw. uns in dieser Zeit begleitet. Bei einer so schnellen und großartigen Entwicklung, ist ein „Kommen und Gehen“ ganz normal. Bis auf wenige Ausnahmen haben wir uns alle immer super verstanden, hatten viel Spaß, Erfolg und können uns heute noch in die Augen schauen. Das lag mir immer sehr am Herzen.“

Lippe-Kick: Wann war für dich der Zeitpunkt gekommen, wo du gemerkt hast, dass du das Kapitel BHK beenden willst, gab es für diese Entscheidungsfindung einen gewissen Anlass?

Hengstler: „Am Ende der Hinrunde habe ich gemerkt, dass wir unsere gesteckten Ziele für die Saison aller wahrscheinlich dieses Mal nicht erreichen werden. Wir konnten uns bis auf wenige Ausnahmen bis dato nicht verbessern und da habe ich gespürt, dass das Team und der Verein einen Trainerwechsel benötigt. Ich denke, nach vier intensiven Jahren mit sehr viel Terminen ist auch ein Verschleiß auf der Trainerposition zu erkennen und auch Normalität. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt und einige Monate danach noch sehr eingespannt in mein Hausumbauprojekt, wo ich viel Zeit und Kraft investiert habe. Meine Familie hat mich durch diese Doppel- bzw. Dreifachbelastung in dieser Zeit wenig gesehen.“

Lippe-Kick: Nun geht der Blick nach vorne. Wie man hörte, wirst du ein Sabbatjahr einlegen, um private und berufliche Dinge zu erledigen. Steht diese Entscheidung endgültig oder könntest du bei einem attraktiven Angebot davon abweichen?

Hengstler: „Absolut werde ich diese Pause nutzen und genießen. Wie oben beschrieben war das letzte, aber auch die letzten vier Jahre, sehr turbulent und zeitintensiv. Jetzt steht erstmal nur meine Familie und meine Person im Vordergrund. Ich freue mich darauf, einen Sommer ohne Vorbereitung zu verbringen und sonntags aussuchen zu können, auf welchem Sportplatz ich mir mal ein Spiel anschaue. Eine aktive fußballerische Pause werde ich bis Januar definitiv einlegen. Persönlich fit halten werde ich mich natürlich und die Trainingseinheiten meiner Söhne werde ich auch begleiten. Offen für neues bin ich immer und anhören sollte man sich auch immer alles. Aber die Pause muss definitiv sein!“

Lippe-Kick: Welche Komponenten sind dir im Fußball wichtig und was muss dein zukünftiger Verein haben/bieten, damit du ein neues Engagement als Trainer antrittst?

Hengstler: „Ich habe die letzten Jahre im Amateur- und Kreisligafußball viel dazu gelernt. Aus meiner Sicht ist es in diesen Gefilden wichtig, dass man breit aufgestellt ist und insbesondere der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und den Offiziellen sehr ausgeprägt sein sollte. Gerade die Offiziellen müssen permanent im sehr engen Austausch sein, um eine gut strukturierte Umgebung für die Spieler zu schaffen. Ein Kunstrasenplatz und eine größere Sporthalle sind natürlich vom Vorteil, damit man sich optimal über zwölf Monate fußballerisch verbessern kann. Die Spieler sollten eine Grundeinstellung mitbringen, mit einer gewissen Disziplin, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Ein wenig, was an der Kugel sollten sie natürlich auch können.“

Lippe-Kick: Abschließend, was möchtest du der SG Berlebeck/Heiligenkirchen zukünftig mit auf den Weg geben?

Hengstler: „Ich freue mich, dass der Verein mit Guido Rellensmann einen sehr guten Nachfolger für mich finden konnte. In Verbindung mit „Paddy“ Abend und dem Vorstand sind diese Positionen top besetzt. Ansonsten wünsche ich mir, dass unsere erarbeiteten Dinge der letzten vier Jahre weitergeführt werden und mit dem neuen Kunstrasenplatz der nächste, gewünschte Schwung in der Entwicklung der Mannschaft und dem Verein ausgereizt werden. Ich werde mir das eine oder andere Spiel meiner Jungs anschauen und freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen auf und neben dem Platz.“

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