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Kreisliga A Lemgo

TuS Sonneborn – Scheinwerfer auf die Taube-Jungs

Hinter den Spitzenteams lauert der TuS Sonneborn, der sich nach dem Fehlstart gut erholt präsentiert und vom neuen Coach Heiko Taube hervorragend gecoacht wird. Bei Lippe-Kick gibt es mehr zum Kultverein von der Bundesstraße.

Coach Taube verzeiht Fehler

Kreisliga A Lemgo (hk). Der TuS Sonneborn hat einen kleinen Umbruch im Sommer hinter sich. Der langjährige Cheftrainer Guido Rellensmann ging zu den Sportfreunden Berlebeck/Heiligenkirchen und auch Leistungsträger wie der spielende Co-Trainer Roy Wangert und Alexander Marter verließen den Verein. Der neue Coach Heiko Taube hat eine junge Truppe, die er bisher prächtig entwickelt hat. Der aktuelle siebte Tabellenplatz mit neun Zählern hinter dem Tabellendritten Bentorf/Hohenhausen ist ein gerechtes Ergebnis. Im großen Hintergrundbericht gibt es mehr über die Blau-Gelben von der Bundesstraße.

Von Henning Klefisch

Wirklich schwach ist der Start in die neue Serie gewesen. Die ersten sieben Partien blieb man gänzlich ohne einen Sieg. Diesen gab es am achten Spieltag, als der TuS Helpup mit 2:0 vor heimischer Kulisse besiegt wurde. Seitdem hat man einzig beim 0:5 beim Primus TuS Asemissen nicht mehr punkten können. Heimsiege über den TuS Lüdenhausen (2:0), TSV Oerlinghausen II (3:1) und FC Donop/Voßheide (4:2) gab es, dazu einen enorm wichtigen 1:0-Sieg beim FC SSW und zwei Remis in Brake (0:0) und Lüerdissen (2:2). Mit dieser respektablen Punkteausbeute hat man sich aus dem miefigen Tabellenkeller befreien können. Was Defensivspezialist Michael Kamlah wirklich beeindruckt: „Wir sind cool geblieben und haben unsere Pflichtaufgaben (gerade zu Hause) erfüllt!“ Wie bereits in den letzten Spielzeiten haben sich die Sonneborner als Heimmacht beweisen können, denn einzig am sechsten Spieltag gegen die SG Hörstmar/Lieme zeigte man sich allzu gastfreundlich und gab sämtliche Zähler ab. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Harmlosigkeit in der Fremde ebenfalls konstant blieb, denn einzig beim Auswärtsdreier in Spork zeigte man sich als unersättlicher Gast. In diesem Punkt hat Mittelfeldmann Robin Niemeier auch noch Steigerungspotential für die Rückserie erkannt. Man war allerdings auch bei zahlreichen Schwergewichten der Spielklasse zu Gast, weshalb die Forderung von Drawe keineswegs utopisch ist. Deshalb betont Niemeyer „Daher bin ich optimistisch, dass wir uns in der Rückrunde auswärts steigern werden.“

Jugend forsch(t) in Sonneborn

Hervorragend vorbereitet sind die Sonneborner von ihrem Coach Heiko Taube (Bild rechts oben), der die taktischen und vor allem körperlichen Voraussetzungen dafür gelegt hat, dass man auch über die komplette Spielzeit die Leistung abrufen kann. In der Vorbereitung sind es oft die wenig beliebten Laufeinheiten gewesen, die für die wichtigen Kraftreserven gesorgt haben, die nun in der Endphase der Partie die nötigen Körner geben. Kamlah hat beobachtet: „Wir sind auf einem guten Weg, noch fitter zu werden. Die Basis, worauf wir aktuell aufbauen können, ist sehr gut!“ Vorteilhaft ist auch, dass sich die Neuzugänge gut integriert und entwickelt haben. Acht neue Spieler sind aus der Jugend gekommen. In die eingespielte Mannschaft sorgen sie für frischen Wind und erhöhen dank ihrer Unbekümmertheit auch den Konkurrenzkampf massiv. Niemeyers-Beobachtung: „Die Jungs geben jede Trainingseinheit 100 Prozent und rücken somit immer näher an die Qualität der erfahrenen Spieler heran.“ Auch die Trainer der beiden Reserveteams schenken den Talenten das Vertrauen, geben ihnen wichtige Spielpraxis. Diese können es mit starken Leistungen zurückzahlen. Bennet Strohmeier und Fabio Husmann etwa haben in Lemgos Premiumklasse schon einige Einsätze vorweisen können und dabei wichtige Treffer markiert. Strohmeier ist für die 3:2-Führung gegen Don/Voß verantwortlich gewesen, während Husmann den Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen das Spitzenteam VfL Lüerdissen markiert hat. Auch die B-Ligareserve hat sich erfolgreich aus dem reichhaltigen Kader der ersten Mannschaft bedient. Alex Müller hat gegen FC Unteres Kalletal II für den Dosenöffner mit seinem 1:0 gesorgt. Auch die erfahrenen Kräfte wie etwa der spielende Co-Trainer Thomas Maule lässt als entscheidendes Mitglied der Viererkette seine Werthaltigkeit auf dem Platz offensichtlich werden. Das Bollwerk mit seinem Innenverteidiger-Partner Adrian Gladtfeld und dem Keeper Philipp Quast lässt manch gegnerische Angriffsabteilung die Verzweiflung in die Augen treiben.

Fitness und Taktik sind Taube wichtig

Jeder Trainerwechsel bringt Veränderungen mit sich. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Noch mehr als unter Vorgänger Rellensmann sind es nun die Fitnesselemente gewesen, die einen wesentlichen Bestandteil in der Vorbereitung darstellten. Viele Einheiten sind auch ohne den Ball durchgeführt worden und Niemeyer (Bild links oben) muss zugeben: „Das waren einige Spieler so nicht mehr gewohnt, was aber nicht heißen soll, dass sie die Einheit nicht zu 100 Prozent durchgezogen haben. Auch die leichteren Verletzungen wie Zerrungen oder Prellungen sind seltener geworden, was sich auch auf die gute Fitness zurückführen lässt. Sonneborn-Galionsfigur Michael Kamlah charakterisiert den neuen Coach: „Heiko Taube ist ein Trainer, dem Einsatz und Leidenschaft im Spiel sehr wichtig sind. Er verzeiht Fehler, wenn der Spieler gleich versucht, seinen Fehler wieder gut zu machen! Diese Einstellung vermittelt er in jeder Einheit und vor jedem Spiel, was die Jungs stark motiviert, mehr als 100 Prozent zu geben“, passt das Zusammenspiel zwischen Trainer und Mannschaft hervorragend. Auch taktische Elemente sind sehr wichtig für Taube, der ein klares Konzept hat, wie seine Truppe spielen soll und diese Philosophie auch Stück für Stück versucht seinen Schützlingen einzuimpfen. In den Spielen ist die Handschrift von Heiko Taube bereits klar erkennbar. Kamlah weiß aber auch: „An der Stelle ist zu erwähnen, dass Heiko eine Mannschaft übernommen hat, die eine erstklassige taktische Ausbildung in den letzten vier Jahren unter Guido Rellsmann genossen hat. Viele Spieler haben sich fabelhaft entwickelt und können auf unterschiedlichsten Positionen blind eingesetzt werden. So brauchte Heiko nicht mehr viel an den Basisfähigkeiten arbeiten, sondern konnte seinen Fokus gleich auf sein Spiel und die Jugendspieler legen“, ist dieser Fakt sehr hilfreich gewesen.

Kamlah benennt seine Überraschungsteams

Zwei Mannschaften hat Michael Kamlah so nicht auf der Rechnung gehabt. Zum einen ist es der Aufsteiger TuS Lüdenhausen, über den er zu berichten weiß: „Bester Aufsteiger bislang, was ich vorher persönlich nicht erwartet habe! Durch eine starke Offensive und eine nicht so oft geprüfte Defensive sind die Jungs aus dem Kalletal letzte Saison aufgestiegen. Diese Saison funktioniert die Offensive weiterhin solide und die Defensive steht – so bleibst du in der Liga“, zieht er den Hut vor einem Team, was eine echte Bereicherung für die Spielklasse darstellt. Die zweite Mannschaft, die Kamlah beeindruckt hat, ist der Vorjahresaufsteiger TBV Lemgo II, den er wie folgt beschreibt: „Auch wenn Lemgo in den letzten Spielen in der Hinserie ein paar Federn gelassen hat, ist es eine positive Überraschung, dass der TBV eine so starke Reserve stellen kann! Wenn ich an unser Spiel in Lemgo (2:2) zurückdenke, ist Lemgo, gerade durch die Leistungen zu Hause, nicht unbegründet einen Platz vor uns“, gibt er unumwunden zu.

Winterpause als Fluch und Segen

Seit Ende September bereits ist der TuS Sonneborn ungeschlagen, in Zahlen sind dies sechs Spiele ohne Nullrunde, weshalb die Winterpause vor diesem Hintergrund zu einem denkbar ungünstigem Zeitpunkt kommt. Niemeyer ist überzeugt, dass mit dieser Form und dem vollständigen Kader noch das eine oder andere Pünktchen gesammelt worden wäre, was aber im Frühjahr nachgeholt werden kann. Wichtig ist die zweimonatige Pause aber auch, um den Kopf ein wenig freizubekommen. Auch körperlich ist die Hinserie anstrengend gewesen, weshalb der Fokus in der baldigen Winterpause darauf gelegt wird, dass man sich erholt und verletzungsfrei durch die Hallenrunde kommt. Auch im Hinblick auf die lippischen Hallenmeisterschaften erklärt Kamlah (Bild links unten) jedoch: „Mit dem neuen Trainerteam und vielen jungen Spielern bekommt unsere Hallenmannschaft ein ganz neues Gesicht. Die Endrundenteilnahme wäre ein Highlight, aber dafür brauchen wir zwei gute Tage und ein bisschen Losglück. Wir werden sehen“, gibt man sich diesbezüglich sehr gespannt.

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