Connect with us

Kreisliga A Lemgo

TuS Brake-Geschäftsführer Michael Berge im Porträt

Er ist komplett fußballverrückt. Den TuS Brake hat er ganz fest in sein Herz geschlossen und zudem hat er sich mächtig in einen Traditionsverein aus der Domstadt verknallt. Lest mehr über den Geschäftsführer der Walkenfeld-Kicker.

„Jörg Schmadtke ist für mich ein Vorbild

Kreisliga A Lemgo (hk). Michael Berge ist eine äußerst interessante und vielseitige Persönlichkeit. Der Geschäftsführer des TuS Brake ist dem Traditionsverein seit fast 38 Jahren treu, zunächst im Handball, ehe er zum Fußball wechselte. Der passionierte Anhänger des 1. FC Köln ist ein echter „Bräker“, der mit viel Herzblut seine Managerfunktion ausfüllt und sich einige Sachen von Jörg Schmadtke abschaut.

Von Henning Klefisch

Als Michael Berge Mitglied beim TuS Brake geworden ist, war die Hippiezeit in ihrer ganzen Pracht zu erleben, Helmut Schmidt war Bundeskanzler und der Hamburger SV wurde Deutscher Meister. Kurzum: Verdammt lang her, konkreter: Am 7. Februar 1979 ist der mittlerweile 52-jährige Familienvater Mitglied beim TuS Brake geworden. In seiner seligen Jugendzeit hat er sich zunächst auf den Handballsport konzentriert, „obwohl meine Leidenschaft natürlich der Fußball ist“, macht er aus seiner Vorliebe einfach mal so gar kein Geheimnis. Kurz nachdem die Mauer gefallen war, hat er seinen ersten Posten in der Fußballabteilung des TuS Brake übernommen. So habe der damalige Fußballobmann Manfred Tegeler damals die Auffassung vertreten, dass „junges Blut in den Abteilungsvorstand kommen müsste und er meinte, ich solle doch den Posten des Geschäftsführers von Erich Flügge übernehmen, der damals auch schon Anfang Siebzig war und ich mich nun im Vorstand etabliert hätte“, hatte Berge damals noch den Status als „junger Wilder“, der für frischen Wind in diesem Gebiet sorgen sollte. Zunächst wollte er solch eine verantwortungsvolle Aufgabe nicht übernehmen, wurde kurze Zeit später jedoch auf der Jahreshauptversammlung einstimmig gewählt, was seine Zweifel beseitigte und die Vorfreude auf diesen neuen Posten stärkte. Seit Mai 1996 fungiert er damit als Geschäftsführer der Fußballabteilung beim TuS Brake. Unumwunden gibt er zu, dass diese Aufgabe „für mich eine Herzensangelegeneit ist, weil ich auch ein gebürtiger „Bräker“ bin“, merkt er pflichtgemäß an, dass nur die in Brake geborenen Personen sich so nennen dürfen, während die Zugezogenen als „Braker“ bezeichnet werden.

Zahlreiche Herausforderungen warten auf den Geschäftsführer

Gegenüber Lippe-Kick betont Michael Berge, dass diese Aufgabe ihm „Freude bereitet, auch wenn ich schon das eine oder andere Mal geäußert habe, dass ich mein Amt niederlegen möchte“, hat eine vernünftige Kommunikation danach für ein Umdenken bei ihm gesorgt. Ihn freut spürbar, dass man auf Vorstandsebene „ein gutes Team bildet und die Zusammenarbeit mit dem Jugendvorstand funktioniert auch sehr gut“, bieten doch die Nachwuchskicker eine hervorragende Perspektive. Selbst ein Kreisligaverein müsse „wie ein kleines Wirtschaftsunternehmen betrachtet und geführt werden.“ Zahlreiche Dinge müssen im heutigen Lokalfußball beachtet werden, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und sich auch mit dem Beruf nicht immer unter einen Hut bringen lassen. Ob Gebiete, wie etwa Werbung, steuerliche Angelegenheiten, Aufwandsentschädigungen für die Übungsleiter oder auch Reinigungkräfte, wo auch der Versicherungsschutz nicht zu unterschätzen ist. Berge verrät: „Der Mindeststundenlohn ist ein brisantes Thema.“ Während andere Arbeitnehmer das Feierabendbier genießen können, gibt es für Michael Berge noch einiges an „ehrenamtlicher Arbeit“ zu erledigen. Auch die Pressearbeit ist keineswegs zu unterschätzen, liefert er doch hier einen hervorragenden Job mit seinen umfangreichen und pointierten Analysen.

„Mit der bisherigen Saison bin ich nicht ganz zufrieden“

Der größte Fokus wird automatisch auf die erste Seniorenmannschaft gelegt, die mit Rang zwölf und 15 Punkten noch keinen Sicherheitsabstand zu den Abstiegsrängen aufbauen konnte. Auf den ersten Abstiegsrang sind es momentan vier Punkte Vorsprung. Wenn es jedoch einen Lemgoer Absteiger aus der Bezirksliga geben wird, könnte auch der drittletzte Rang den Status eines Absteigers erfüllen. Mit der bisherigen Saisonbilanz zeigt sich Berge „nicht ganz zufrieden“ und liefert folgende Begründung dafür: „Wir hätten schon einige Punkte mehr auf der Plusseite haben können bzw. müssen, sei es durch eigene Dummheit und Unvermögen, zu schlechte Chancenauswertung, sowie durch sehr zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen, hauptsächlich in der Nachspielzeit, die uns wertvolle Punkt gekostet haben“, gilt es genau daran anzusetzen. Dass deshalb einige Zähler liegen gelassen worden sind, bezeichnet er als „schon sehr ärgerlich.“ Dennoch zeigt er sich optimistisch, dass in diesem Team „genügend Potential steckt“, um die Zielsetzung auch mit Leben zu füllen. Was ihn positiv stimmt: „Die Jungs können alle gut Fußball spielen.“

Berge auf der Suche nach Jugendtrainern

Der Klassenerhalt ist überaus wichtig, damit den zahlreichen Jugendspielern auch ein Anreiz geschaffen werden kann. Die drei Brake-Teams sind in den Kreisligen gut aufgeteilt. Je eine Mannschaft spielt in der A, B oder C-Klasse. Für den als kaufmännischen Angestellten tätigen Michael Berge ist „ein guter Unterbau das A und O.“ Aktuell sind es elf Jugendteams, die beim TuS Brake aktiv sind. Personelle Defizite gibt es im Bereich der ehrenamtlichen Trainer für den Kinder und Jugendbereich, wo ein „sehr starker Zulauf“ herrscht, wie Berge erklärt und dies auch als Bestätigung dafür sieht, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet und „gute Arbeit im Jugendbereich leistet.“ Das Problem, was er erkannt hat: „Leider widerstreben sich doch heutzutage viele ein Ehrenamt zu übernehmen. Vielleicht ist es den meisten zu anstrengend oder sie möchten nicht in der Verantwortung stehen. Es kostet natürlich Energie und man opfert einige Freizeitstunden, aber es bereitet auch viel Spaß und man freut sich, wenn man Kindern und Jugendlichen, natürlich auch Erwachsenen, eine sinnvolle und Spaß-betreibende Freizeitmöglichkeit bieten kann. Man lernt außerdem viele nette Leute kennen“, ist auch der gesellschaftliche Faktor nicht zu unterschätzen.

Wahl zwischen Frankfurt und Köln

Michael Berge offenbart bei Lippe-Kick seine Gefühle. Er ist schwer verliebt. Keine Sorge, er hat kein Faible für Frauen, wo man beim Umarmen vier Hände benötigt. Vielmehr hat es ihm der aktuelle Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga, der 1. FC Köln, mächtig angetan. Mit acht Lenzen musste eine Entscheidung getroffen werden. Zwei Mannschaftsposter hatte Berge in seinem Kinderzimmer. Eines war von Eintracht Frankfurt, während das andere vom 1. FC Köln war. Sein Herz schenkte er dem Effzeh, was am faszinierenden Geißbock ebenso gelegen haben könnte, wie am Pokalspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach, was reich an Spannung und Dramatik war. Auch heute noch fährt er nach Köln, um sich seinen Herzensverein aus nächster Nähe anzuschauen. „Da ist ja auch eine phantastische Stimmung im Stadion und wenn die FC Hymne ertönt, ist das Gänsehautstimmung pur“, tanzen die Emotionen in diesem Moment mit ihm Tango. Er rechnet fest damit, dass die Kölner sich tatsächlich für die Europa League qualifizieren können, wenn sie auch weiterhin so konstant spielen. „Auf keinen Fall darf sich unser Toptorjäger Anthony Modeste, er ist ja eine Art Lebensversicherung für uns, verletzen“, ist die Abhängigkeit zum Franzosen mit dem unnachahmlichen Brillenjubel nicht zu unterschätzen. Von der Arbeit vom FC-Manager Jörg Schmadtke zeigt Berge sich „absolut begeistert“ und schwärmt: „Ein super Manager und cooler Typ. Für mich eine Art Vorbild in meiner Position als Geschäftsführer Fußball beim TuS. Was er mit den bescheidenen Bordmitteln in Köln bewegt hat, ist schon gigantisch“, zieht er seinen imaginären Hut vor dem gebürtigen Düsseldorfer. Dennoch zählt für den sympathischen Berge in Köln wie auch beim TuS Brake: „Es gehören allerdings auch immer mehrere Personen dazu, das sollten wir nicht vergessen“, gilt auch beim Verein aus dem Walkenfeld das Prinzip der drei Musketiere: „Einer für alle, alle für einen.“

More in Kreisliga A Lemgo

%d Bloggern gefällt das: