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Kreisliga A Detmold

SF Oesterholz/Kohlstädt – Brinkmann benennt den Weg zum Klassenerhalt

Aufgeben ist keine Lösung für die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt. Auch wenn die aktuelle Situation sich als sehr schwierig gestaltet und der Punkteabstand nicht gerade gering ist, so ist die Hoffnung auf die Rückkehr in die Erfolgsspur weiterhin existent, wie Brinkmann bei Lippe-Kick klarstellt.

Brinkmann glaubt weiter an die Rettung

Kreisliga A Detmold (hk). Der eine oder andere Experte der lippischen Fußballszenerie mag sich verwundert die Augen reiben, wenn er die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt in der Tabelle sucht. Bereits etwas abgeschlagen lässt der Tabellendritte der Vorsaison die rote Laterne auch in der Weihnachtszeit äußerst hell erleuchten. Mit fünf Punkten nach 15 Partien steht man an letzter Tabellenposition. Die berühmte Flinte ins Korn zu schmeißen, kommt für SF-Obmann Björn Brinkmann aber mal so gar nicht in die Tüte. Nicht nur die drei Nachholspiele im Vergleich zur Konkurrenz sorgen für Hoffnung.

Von Henning Klefisch

Was durchaus hilfreich ist, um einen Lösungsansatz zu finden: man kennt intern die Gründe für den bisher so enttäuschenden Saisonverlauf. Auch Erfahrungswerte können im Verein vorgewiesen werden, wie Familienvater Brinkmann Lippe-Kick verrät: „Ich glaube, einige meiner Vereinskollegen haben so eine Situation auch schon durchgemacht und erlebt.“ Die ersten fünf Spielzeiten der 2011 ins Leben gerufenen Sportfreunde waren von beachtlichen Erfolgen gekennzeichnet. Nie war man schlechter als Rang fünf platziert und im Aufstiegsrennen war die Rolle meist sehr ansprechend. Die Puzzleteile harmonierten prächtig. Ob Euphorie oder die Neugier auf etwas Neues, dazu Komponenten in der Mannschaft wie erfahrene Bezirksligakicker in Kombination mit jungen und hungrigen Akteuren, die Grundqualität in der Truppe und ein Coach Michael Dreier (Bild rechts), „der von Anfang an die Sportfreunde – Mentalität vorgelebt hat.“ Es hat sich mittlerweile einiges geändert. Grundsätzlich kann der Rückenwind aus einer guten Saisonstartphase mitgenommen werden. Es gab einige wichtige Gründe, warum in dieser Spielzeit einige Sachen noch gehakt haben. Neben dem Abschied von Erfolgstrainer Dreier gab es auch schwere Verletzungen von wichtigen Akteuren aus der letzten Serie. Dazu haben echte Leistungsträger wie Lars Bornefeld, Maik Fehse und Pascal Pätkau den Verein verlassen und einige Kicker aus der Jugend sind hochgezogen worden, die bekanntlich zunächst etwas Zeit benötigen. Auch Brinkmann ist sich bewusst: „Ich glaube, jeder, der Fußball gespielt hat, weiß, wie schwer es ist, aus der Jugend hoch in die Senioren zu wechseln.“ Zugleich lobt er auch: „Die Jungs machen es wirklich herausragend, sind wissbegierig und lernen von Spiel zu Spiel.“ So wünscht sich der ehemalige Bezirksligakeeper, dass man den jungen Spielern die nötige Zeit zum Entwickeln geben muss, „auch wenn man diese Zeit nicht immer hat“, gibt er sich absolut realistisch.

Das Ditib-Spiel und die entscheidende Bedeutung

Als „kein so großes Problem“ bezeichnet er die Änderung auf der Trainerposition von Dreier hin zu Eugen Schlej (Bild links), der zwei Spielzeiten als Co-Trainer aus nächster Nähe lernen konnte und nun „seine Sache wirklich klasse macht“, lobt Brinkmann, merkt zugleich aber auch an: „Er ist aber auch mit der jüngste und wahrscheinlich der unerfahrenste Trainer in der Liga, auch ihm muss man einfach Zeit geben, um seinen Weg zu finden. Er gibt wirklich alles und wir geben ihm das Vertrauen, auch wenn es mal nicht läuft.“ Genau diese Eigenschaft zeichnet die Sportfreunde aus, dass man auch schwierige Situationen in Ruhe analysiert und zusammen überlegt, was es zu verbessern gibt. Die Lehren aus der Hinrunde will man ziehen, um auch zu schauen, was die Gründe dafür gewesen sind, warum die überaus bescheidene Ausbeute von gerade einmal fünf Zählern zu protokollieren ist. Eine ganz entscheidende Schwäche ist der Ausfall vom langjährigen Leistungsträger und Urgestein Adam Sadowski, der sich bereits in der Vorbereitung eine schwere Verletzung zugezogen hat und seitdem keine Partie mehr bestritten hat. Die Auftaktniederlage gegen Ditib leitete die miserable Hinserie ein. Brinkmann weiß aus Erfahrungswerten: „Gewinnst du das erste Spiel, sieht es auch anders aus.“ Folglich läuft man von Beginn an der Musik hinterher, die gegnerischen Teams spielen „plötzlich anders gegen dich, als die Jahre zuvor“, so die Beobachtung des Obmanns, der fortführt: „Alle wollen gegen einen gewinnen, der unten steht und das haben wir zu spüren bekommen.“ Auffällig ist beim Tabellenletzten allerdings gewesen, dass man sich bis auf die Begegnungen in Kachtenhausen (0:6) und Jerxen-Orbke (0:9) und gegen den FC Augustdorf (0:7) „nie habe abschießen lassen und teilweise auch die bessere Mannschaft war“, macht ihm dieser Fakt Mut. Das Problem, was er erkannt hat: „Wenn man unten steht, gehen die Dinger einfach nicht rein und hinten wird jeder Fehler bestraft. Das müssen wir vielleicht besser machen: hinten sicherer stehen und vorne eiskalt die Tore machen. Das müssen wir einfach hinbekommen“, so formuliert er eine klare Botschaft an sein Team.

Hoffnung auf Selbstbewusstsein durch die Hallenrunde

Dass die Sportfreunde allzu häufig als Kartenspieler fungieren, stört Brinkmann gewaltig. In fast jeder Partie musste ein Kicker des Tabellenletzten nach der Ampelkarte vorzeitig duschen gehen. Blondschopf Brinkmann spricht hier von „saudummen“ Karten und mahnt sein Team an: „Da müssen wir cleverer sein, weil das hat uns ebenfalls geschwächt.“ Um auch den Kopf ein wenig frei zu bekommen, steht zunächst einmal der Hallenfußball auf dem Programm. Mit den lippischen Hallenmeisterschaften in Lage (Aus in der Vorrunde) und dem Silvester Cup in Paderborn stehen zwei größere Turniere an. Dazu kommt noch das eine oder andere kleinere Turnier, wohl wissend, dass auf der Prioritätenliste ganz weit oben die Vorbereitung der Rückrunde steht. Ganz entscheidend wird es für die Schlej-Schützlinge vor allem sein, dass sich kein Akteur verletzt. Vielleicht gelingt es, sich in der Halle das nötige Selbstvertrauen zu holen, um auch mehr Sicherheit für das eigene Spiel zu bekommen. Björn Brinkmann glaubt auch weiterhin unverdrossen an den Klassenerhalt. Der Zusammenhalt in der Truppe, gepaart mit der Entschlossenheit nicht abzusteigen und die besseren fußballerischen Vorstellungen zum Ende der Rückrunde, sind Punkte, die diesen Optimismus fördern. Brinkmann im Brustton der Überzeugung: „Die Truppe findet sich so langsam und die Vorgaben von Eugen werden immer besser umgesetzt. Ich, wir im Verein, glauben an die Mannschaft, an den Trainer und deswegen werden wir große Änderungen nicht vornehmen“, wird nur „an wichtigen, kleinen Hebeln“ gezogen, um wieder den richtigen Kurs einzuschlagen. Björn Brinkmann betont in aller Deutlichkeit: „Aber wir schaffen es aus eigener Kraft und ich freue mich schon, wenn es im Februar gleich mit dem Derby gegen Schlangen los geht“, möchte man im Duell mit dem Aufstiegskandidaten für einen ersten Achtungserfolg sorgen.

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