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Kreisliga A Detmold

SuS Pivitsheide – Selse hat Benzin im Blut

Seit September bereits fällt SuS Pivitsheide-Abwehrchef Andre Selse wegen eines hinteren Kreuzbandrisses aus. Passiert ist diese schwere Verletzung bei einem Unfall mit dem Motorrad. Dies aufzugeben, kommt für Selse jedoch nicht in Frage. Mit einem Klick gibt es mehr dazu.

„Ein Leben ohne Motorrad ist für mich undenkbar

Kreisliga A Detmold (hk). Andre Selse (Capitano und Abwehrchef des SuS Pivitsheide), der durchaus als Doppelgänger der niederländischen Verteidigerlegende Jaap Stam durchgehen könnte, ist ein Racer. Vor allem neben dem Fußballfeld, wo der 30-Jährige leidenschaftlich gerne Motorrad fährt und sich zu diesem Hobby, was weit mehr als ein Hobby ist, im aufschlussreichen Interview mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch äußert. In diesem verrät er auch, was seine aktuelle Zwangspause mit dem Biken zu tun hat.

Von Henning Klefisch

Lippe-Kick: Man hört, dass du neben dem Fußball auch den Motorsport als Leidenschaft für dich entdeckt hast. Wie kam es dazu?

Andre Selse (Bild rechts): „Mir war eigentlich schon recht früh klar, dass ich einmal Motorrad fahren werde. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass in meiner Familie mehrere Motorradfahrer sind. Darunter mein Onkel, mein Vater und, wenn auch eher selten, meine Mutter. Entscheidenden Einfluss hatten aber auch die ersten Fahrten als Sozius bei meinem Vater. Den Motorradführerschein habe ich zusammen mit dem für das Auto gemacht, so dass ich mittlerweile seit über zwölf Jahren Motorrad fahre. Mein erstes Motorrad war eine Kawasaki GPZ 500S Baujahr 1995, welches ich mir direkt im Anschluss der bestandenen Prüfung gekauft hatte. Zunächst auf 34 PS gedrosselt, nach zwei Jahren dann mit gut 60 PS. Weitere zwei Jahre/Saisons später hatte ich allerdings meinen ersten wirklichen Unfall. Unfallursache war damals die noch fehlende Erfahrung und dass mir die Strecke eigentlich bekannt war, ich aber die Kurve in Gedanken verwechselt hatte und mit einer schnellen und leichten gerechnet hatte, es aber eine enge und langsame war. Glücklicherweise hatte ich hierbei lediglich leichte Prellungen abbekommen. Das Motorrad war allerdings hin. Nach diesem Unfall hatte ich das Glück, auf das damalige Motorrad meines Vaters zurückgreifen zu können. Das war eine Kawasaki ZR 7. Im Jahr 2009 hatte ich mir dann ein neues, eigenes Motorrad zugelegt. Eine Kawasaki Ninja ZX 10R Baujahr 2006 mit 175 PS (siehe Bild links). Die ersten Ausfahrten hiermit waren eine gigantische Umstellung. Sowohl was die Sitzposition, das Fahrverhalten und die enorme Leistungssteigerung zu den vorherigen Maschinen betrifft. Mit der Ninja war ich dann bis September dieses Jahres unterwegs.“

Lippe-Kick: Es fällt auf, dass du das Motorradfahren mit einer ähnlichen Leidenschaft, wie den Fußball verfolgst. Welche Parallelen gibt es bei diesen beiden Sportarten zu ziehen?

Selse: „Parallelen zum Fußball sehe ich nicht wirklich, schließlich verfolge ihr hier keinen Wettkampf und ein Teamsport ist es auch nicht. Die einzige Gemeinsamkeit ist der Status Hobby. Lediglich bei der ein oder anderen Auswärtsfahrt lassen sich die beiden Hobbys kombinieren. Fußballerisch hoffe ich in der Rückrunde noch das ein oder andere Spiel in einer unserer Seniorenmannschaften machen zu können. Da ich in den letzten Jahren oft nur wenige Minuten oder teilweise gar keine Minute verpasst hatte, ist mir erst jetzt aufgefallen, wie wenig mir die Rolle des Zuschauers liegt. Wenn wir spielen, bin ich nach Abpfiff meist dennoch reif für die Dusche. Ich fiebere mit und mich ärgert es, dass ich nicht ins Geschehen eingreifen kann, besonders wenn es mal nicht wie erhofft läuft oder mich Dinge stören. Deshalb bin ich seit drei Wochen auch schon wieder im Fitnessstudio dabei, auf mein Comeback hinzuarbeiten.“

Lippe-Kick: Welche Strecken bevorzugst du, Insider berichten, dass du durchaus den Status eines Racers besitzt?

Selse: „Als Racer, wie du schreibst, würde ich mich nur bedingt sehen. Auf der Rennstrecke ja, hier bin ich für einen Amateur sicher schon ganz ordentlich unterwegs, auf Landstraßen bzw. im öffentlichen Straßenverkehr, halte ich mich aber doch meist zurück – sicherlich auch mal mit der ein oder anderen Ausnahme. Ich würde mich trotz der bisherigen Stürze dennoch als guten, sicheren und mittlerweile auch erfahrenen Fahrer beschreiben. Außerdem fahre ich unheimlich gerne mit Freunden gemeinsam oder, was glaube, eher selten ist, auch sehr gerne mit einem Sozius. So hat man bei Pausen auch immer wen zum Plaudern und kann gemeinsam die Ausfahrt genießen und auch erleben. Ich habe in den vergangenen Jahren über 20 verschiedene Personen mitgenommen und ich würde mal behaupten, dass auch nahezu alle wieder mitfahren würden. Viele sind auch schon mehrmals mitgefahren.“

Lippe-Kick: Einige Kritiker sehen das Risiko bei den Fahrten. Kannst du uns bitte von deiner aufregendsten Fahrt berichten, welche Stürze musstest du erleiden?

Selse: „Ich bin viel im Weserbergland unterwegs und steuere dort Ziele, wie den Köterberg bei Rischenau oder die Villa Löwenherz in Lauenförde an. Die Strecken zur Villa gehören hierbei zu meinen absoluten Lieblingsstrecken. Außerdem besuche ich seit 2012 zusammen mit einigen Freunden mindestens einmal im Jahr eine Rennstrecke. Ich war schon zweimal auf dem Bilster Berg in Bad Driburg (Bild links) und mehrmals in Oschersleben. Leider bin ich dann im September diesen Jahres von einem Wetterumschwung böse überrascht worden. Passiert ist das ganze in Holzminden bei einem Ausflug zur Villa Löwenherz. War auf dem Hinweg noch alles prima und in Ordnung, wurden wir auf gleicher Strecke auf dem Rückweg von den Folgen eines zwischenzeitlichen Schauers überrascht. Nichtsahnend bin ich dort in eine Rechts-Links-Kurve gefahren, in der die Straße ab dem Scheitelpunkt zur Linkskurve komplett nass und extrem glatt war. Bei diesem Sturz hat es neben dem Motorrad auch das erste Mal mich erwischt, wenn in Summe auch noch recht glimpflich. Hierbei habe ich mir das hintere Kreuzband im linken Knie gerissen, weshalb ich seitdem auch keinen Fußball mehr gespielt habe und wohl auch noch ein paar Monate ohne aushalten muss. Diesen letzten Sturz würde ich auch in die Kategorie des immer mitfahrenden Risikos beim Motorradfahren einstufen. Man weiß leider nie genau, was in oder hinter der nächsten Kurve ist und somit ist auch eine gewisse Unsicherheit immer dabei. Dennoch würde ich nie mit meiner Leidenschaft des Motorradfahrens aufhören! Dafür macht es mir einfach zu viel Spaß, ein Leben ohne Motorrad ist für mich undenkbar! Ich habe mir auch fast direkt nach dem Unfall ein neues Motorrad, die gleiche Ninja wie zuvor (gleiches Modell, gleiches Baujahr, gleiche Farbe, nur mit deutlich weniger Kilometern auf der Uhr) gekauft und warte nun schon auf die nächste Motorradsaison! Ich liebe dieses Motorrad einfach!“

Lippe-Kick: Mit welchem finanziellen Investment muss beim Motorradfahren gerechnet werden, wie viele und welche Maschinen hast du schon dein Eigen nennen dürfen?

Selse: „Finanziell ist der größte Batzen sicher die Anschaffung. Für einen Schein und vernünftige Schutzkleidung ist man schnell zwischen 1.500 bis 2.000 Euro los. Dann noch ein Motorrad, welches je nach Budget zwischen 1.500 – 6.000 Euro gebraucht kostet. Nach oben sind hier allerdings kaum Grenzen. Dazu kommen dann noch Versicherung, Steuern, Sprit und Werkstattkosten für Inspektionen oder auch Reparaturen. Somit ist es nicht das günstigste, aber für mich das schönste Hobby!“

Lippe-Kick: Wie ist das Feedback von Freunden, Familie und Fußballkollegen, immerhin bist du Kapitän beim Detmolder A-Ligisten SuS Pivitsheide und nicht nur deshalb ein wichtiger Leader im Brokmann-Team?

Selse: „Das Feedback in der Familie, von Freunden und Bekannten ist unterschiedlich. Viele finden es cool, interessant oder wollen sogar selber noch einen Schein machen, es gibt aber natürlich auch viele, die eher das Risiko und die Gefahren sehen. Speziell jetzt nach dem letzten Unfall natürlich. Aber letztendlich zählt für mich nur, dass ich daran Spaß habe, und wer diesen Spaß, dieses Hobby mit mir teilt, der weiß auch warum!“

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