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Bezirksliga

TBV Lemgo – Sehr sexy und mit Perspektive

Die Situation rund um den TBV Lemgo gestaltet sich verheißungsvoll. Das Trainerteam um Dirk und Mike Winkler, Peter Lewecke und Torwarttrainer Steffen Kraus harmoniert prächtig und der Stolz der Hansestadt hat noch einiges vor, wie im folgenden Bericht offenbart wird.

 

Winkler-Brüder verpassen dem TBV ihre Handschrift

 

Bezirksliga 2 (hk). Der TBV Lemgo ist aktuell wohl “the most sexiest Club in Lippe.” Viele Jugendteams spielen überkreislich, bieten dadurch eine hervorragende Perspektive für die Seniorenteams, die in der Bezirksliga 2 und in der höchsten Lemgoer Kreisklasse jeweils eine starke Rolle ausfüllen. In der ersten Mannschaft ist in dieser Spielzeit einiges passiert. Aufstiegstrainer Dr. Peter Wamser hat überraschend Anfang Oktober seine Demission bekanntgegeben. Die Winkler-Brüder haben das Traineramt zusammen mit Peter Lewecke und Torwarttrainer Steffen Kraus übernommen.

 

Von Henning Klefisch

 

Auch Mike Winkler bezeichnet die damalige Entwicklung Anfang Oktober als “überraschend für uns.” Ursprünglich hat der Chefcoach Wamser (Bild rechts) ihn und seinen Bruder Dirk als Ergänzung zum bestehenden Trainergespann mit Peter Lewecke verpflichtet. Dann hat es persönliche Gründe für das vorzeitige Ausscheiden vom Sport und Biologie-Lehrer gegeben. “Das muss man respektieren”, zeigt Mike Winkler auch Verständnis für diese Entscheidung. Das dadurch entstandene “Riesen-Loch” musste von den Verantwortlichen um Fußball-Abteilungsleiter Ingo Sperlich adäquat besetzt werden, was mitten in der Serie sicherlich nicht allzu leicht ist. Dann kamen die Winkler-Brüder ins Spiel, die dieses Amt übernommen haben und zusammen mit Peter Lewecke und Steffen Kraus (Torwarttrainer) als Trainerteam fungieren. Der elfte Tabellenplatz zur Winterpause mit drei Punkten Rückstand auf den Tabellenfünften aus Jöllenbeck ist eine gute Bilanz. Das angestrebte Ziel Klassenerhalt ist bei neun Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsrang mehr als realistisch. Dirk Winkler verspricht: “Daran arbeiten wir in jeder Einheit und bei jedem Spiel, dieses zu erreichen.” Dass die Hansestädter auch mehr Potential besitzen als den Klassenerhalt zu erreichen, ist klar. Dennoch ist auch Dirk Winkler Realist genug, um zu wissen, dass “noch ein weiter Weg” vor den Seinen liegt. Er fordert von seiner Mannschaft: “In der Rückrunde müssen wir frühzeitig zu der notwendigen Leistung finden, aber auch die erforderliche Konstanz erreichen, damit wir erst gar nicht in die gefährlichen Bereiche reinrutschen.” In der nicht einfachen Situation Mitte der Hinserie hat man sich “doch fern unserer eigentlichen Spielphilosophie bewegen müssen, um zum Erfolg zu kommen”, hat Dirk Winkler bemerkt und wünscht sich, dass so etwas nicht noch einmal passieren wird.

 

Mike Winkler lobt die lippische Bezirksligakonkurrenz

 

Der TBV Lemgo hat auch über die Hansestadt hinaus im lippischen Fußball “einen großen Namen und ist in der Tat ein besonderer Verein”, weiß Mike Winkler zu berichten und benennt dafür exemplarisch “die Qualität der Spieler im Senioren- und Jugendbereich, den handelnden Personen im Verein oder den Erfolgen in der Vergangenheit.” Als außerordentlich wichtig betrachtet er die “hervorragende Jugendarbeit”, die ein wichtiger Indikator für das “erfolgreiche Gesamtpaket TBV” ist. Dennoch will der ehemalige Cheftrainer von TuRa Heiden und FC Oberes Extertal auch in diesem Zusammenhang Vereine wie den Post TSV Detmold, den TSV Oerlinghausen, den SC Bad Salzuflen oder auch den RSV Barntrup nicht verschweigen, “die ebenfalls für Qualität und Erfolg stehen und sich einen festen Namen im lippischen Fußball erarbeitet haben”, ist der Respekt vor dieser Arbeit nicht von der Hand zu weisen.

 

Steigerung in der Zwischenrunde erwünscht

 

Wenig berauschend ist der bisherige Auftritt des TBV Lemgo in der Vorrunde der lippischen Hallenmeisterschaften gewesen. Mit acht Punkten aus vier Partien gelang der Sprung in die Zwischenrunde. Aus Sicht vom Trainerteam haben die hoch veranlagten und technisch starken TBV-Kicker “enttäuscht”, so Dirk Winkler, der prognostiziert: “Eine solche Leistung in der Zwischenrunde, und wir sitzen alle als Zuschauer in der Lipperlandhalle”, gilt der Handballtempel der Vereinskameraden als Sehnsuchtsort für sämtliche Zwischenrundenteilnehmer. Neben den lippischen Hallenmeisterschaften nehmen die beiden Seniorenteams des TBV Lemgo an vier Turnieren teil, wo man “natürlich bestmöglich abschneiden möchte”, hofft Mike Winkler, der mit seiner Truppe bereits am 5. Februar das Nachholspiel in Wellensiek bestreiten muss. Auch deshalb sind die Budenzauberveranstaltungen Teil der Vorbereitung. Parallel dazu wird auch die Freiluftvorbereitung weiter durchgeführt, “um die passiven Spieler ebenfalls auf die Rückrunde vorzubereiten”, ist diese Begründung absolut nachvollziehbar.

 

“Einstelliger Tabellenplatz ein Erfolg für das Team”

 

Jede Vorbereitung bietet stets auch die exzellente Möglichkeit, dass man taktische Inhalte ausprobieren kann. Auch TBV-Übungsleiter Dirk Winkler erwünscht sich auf Dauer “Flexibilität in der taktischen Ausrichtung”, was auch eine Komponente der anstehenden Wintervorbereitung sein wird. Er präzisiert im Gespräch mit Lippe-Kick: “Dabei geht es aber nicht immer darum, ein komplettes System neu einzustudieren, eher in Mannschaftsteilen etwas an der Stellschraube zu drehen oder einzelne Positionen variabler umzusetzen. Primär wollen wir das vorhandene System stabilisieren, um eine bessere Konstanz zu erlangen”, könnte diese Arbeit in Zukunft auch mit einer verbesserten Punkteausbeute honoriert werden. In den letzten fünf Spielen vor der Winterpause haben die Lemgoer fleißig gepunktet. 16 von 18 möglichen Punkten wurden eingesammelt. Mike Winkler kündigt an, dass man diesen Punkteabstand beibehalten möchte und strebt nach Höherem: “Sollten wir von Verletzungen und größeren Einbrüchen verschont bleiben, wäre ein einstelliger Tabellenplatz am Ende der Serie ein Erfolg für das Team”, ist dieser aktuell gerade einmal einen Zähler entfernt.

 

Eigengewächse machen Dirk Winkler Mut

 

Auch das Transferkarussell dreht sich in der spielfreien Zeit meist beherzt, wobei die Winterpause durch die frei verhandelbaren Ablösesummen keine allzu einfache Zeit für Wechselgeschichten darstellt. Auf der Abgangsseite steht mit Hamo Marhosevic (Bild links) ein wichtiger Akteur, den es zum Ligakonkurrenten Post TSV Detmold zieht. Dirk Winkler betont allerdings auch, dass Neuzugänge in dieser Transferperiode nicht ganz weit oben auf der Prioritätenliste anzutreffen sind. Die Kaderbreite ist sehr ansprechend, wenn das Verletzungspech die Schützlinge vom Jahnplatz nicht mit voller Wucht trifft. Dazu kommt das Team B, das mit vielversprechenden Akteuren aufwartet, die das Niveau in der Bezirksliga mit Leben füllen können. Ebenfalls ist festzustellen: “Vorausschauend, beziehungsweise saisonübergreifend, freuen wir uns zudem auf den nachrückenden A-Jugend-Jahrgang, der uns dann zur Verfügung steht.” Denn: “Mit dem Kreispokalsieg haben diese ein dickes Ausrufezeichen gesetzt, was uns natürlich auch nicht entgangen ist”, haben die TBV-Talente ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch die formidable Jugendarbeit macht diesen Verein irgendwie “sexy.”

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