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Hallenfussball

Classic Cup 2017 – Postler holen sich den Pokal

Der Favorit füllt seine Rolle mit Leben aus. Nach einer beeindruckenden Vorstellung gewinnt der Post TSV Detmold das prestigeträchtige Turnier. Es gibt aber insgesamt viel Steigerungspotential, wie die Aussagen der Beteiligten deutlich werden lassen. Lippe-Kick blickt zurück.

Post TSV zeigt seine ganze Klasse

Classic Cup 2017 (hk). Seine großen Budenzauberfähigkeiten hat der Post TSV Detmold mit dem Gewinn des Classic Cups in Barntrup eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Favoritenduell überrollt die Post-Kutsche den SC Bad Salzuflen mit 7:2. Auf Rang drei läuft der starke TuS WE Lügde ein, der zwar sein Halbfinale gegen die Detmolder mit 1:2 verliert, im kleinen Finale den SV Werl-Aspe aber mit 4:2 übertrumpft. Die Finalisten räumen auch individuell ab. Post TSV-Spielführer Johann Felker holt sich mit neun Toren den Titel als Torschützenkönig. Bad Salzuflen-Fänger Philipp Smerat wird zum besten Keeper gekürt. Vereinsboss Andreas Schlingmann vom Veranstalter RSV Barntrup wählt kritische Worte: „Insgesamt waren wir der Meinung, dass das Niveau schon mal besser war. Nur die vier Halbfinalisten konnten mich überzeugen und mit Post TSV Detmold hat auch die beste Mannschaft gewonnen. Aber auch SC Bad Salzuflen hatte einen guten Tag”, haben die Kurstädter im Endspiel doch zu wenig Körner gehabt.

Von Henning Klefisch

Gruppe A

15 Punkte aus fünf Spielen. Mehr geht nicht. Der SC Bad Salzuflen hält sich in der Vorrunde schadlos und verbucht die Maximalausbeute. Deswegen ist die Aussage von Abteilungsleiter Marcus Heidemann auch nicht verwunderlich, wenn er postuliert: „Das Turnier ist sehr positiv für uns gelaufen”, ist der Bezirksliga 1-Vertreter doch nur mit sechs Feldspielern und einem Fänger angereist, hat auch das Halbfinale beim 8:0-Sieg über den SV Werl-Aspe stark dominiert. Das Problem bei der Endspielniederlage (2:7) gegen den Post TSV: „Im Finale schwanden dann die Kräfte und wir konnten nicht mehr genug entgegensetzen”, haben sich die Detmolder „am Ende verdient” den Pokal gesichert. Heidemann zeigt sich mit Blick auf die Zukunft zuversichtlich: „Wir konnten uns nochmals gut präsentieren und werden dann in der Rückserie auf dem Feld wieder ein besseres Bild abgeben als zuletzt. Mit einem neuen Trainer und neuen Spielern”, so frohlockt er gegenüber Lippe-Kick. Ebenfalls ins Halbfinale zieht die Westfälische Eiche aus Lügde ein, die zehn Punkte auf dem Konto aufweist, sich sogar vor dem klassenhöheren Blomberger SV durchsetzt. TuS-Coach Andreas Hoffmann spricht von einem „sehr guten Turnier, bei dem wir im Halbfinale knapp an Post gescheitert sind”, ist ein weiterer Aspekt ganz nach seinem Geschmack: „Es hat wie immer Spaß gemacht mit der Rundum-Bande!” Knapp am Weiterkommen gescheitert ist der FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen, die zwei Partien knapp verloren haben, insgesamt auf sechs Punkte kommen, dies als B-Ligist. Chapeau! Co-Trainer Rouven Post betont: „Wir haben eine sehr gute Leistung erbracht. Vielleicht hätte es auch für das Halbfinale gereicht”, ist für ihn klar, dass mit den Residenzlern und den Kurstädten die beiden besten Teams sich zum Finalspiel gedatet haben. Insgesamt zeigt er sich mit dem Rahmen absolut zufrieden: „Das Turnier war wieder gut besucht und dieses über den Tag verteilt.” Aber: „Die Stimmung hätte etwas besser sein können, aber das ist wahrscheinlich nur ein persönliches Empfinden”, sieht dies wahrscheinlich jeder etwas anders. Sechs Zähler aus fünf Partien stehen für den Blomberger SV als Endresultat. Auf dem vierten Rang stehend sind die Nelkenstädter somit schon in der Vorrunde ausgeschieden. Ein Grund dafür könnte nach Aussage von BSV-Manager Michele Caporale leicht ersichtlich sein: „Wir konnten heute leider nur mit einer Rumpftruppe antreten. Mit Sergej Hamm musste ein Feldspieler in den Kasten und wir hatten dieses lange Turnier nur zwei Auswechselspieler mit”, zeigt sich „Capo” mit der Vorstellung „zufrieden”, hat sich doch schließlich „jeder reingehängt.” Zum Einstieg in den Wettbewerb feiert der Bezirksliga 3-Vertreter zwei Siege gegen Barntrup (3:1) und gegen Schwelentrup/Spork-Wendlinghausen (3:2). Das Manko beim folgenden Niederlagen-Hattrick: „Leider fehlte in den letzten drei Spielen einfach die Frische, um das Spiel mit der nötigen Konzentration anzugehen. Dennoch war es eine schöne Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen und wir möchten den RSV nochmals ein großes Kompliment aussprechen, dass sie abermals eine gute Organisation hingezaubert haben”, sind die Blomberger dankbar und angetan von dieser Veranstaltung. Nach fünf Spielen ist für die SG Bentorf/Hohenhausen das Turnier bereits vorbei. Vier Zähler hat der Kalletaler A-Ligist gesammelt. Die Personalnot ist nicht gerade feierlich, müssen doch auch die Trainer Kai Gröchtenmeier und Christoph Güse (Ben/Hoh II) ihre Fußballschuhe schnüren. Zahlreiche Akteure fehlen nämlich aufgrund von Urlaubsaktivitäten, beruflichen Herausforderungen oder sind erkrankt. „Daher waren wir froh, überhaupt eine Mannschaft stellen zu können. Darum stand auch nur der Spaß im Vordergrund und das Ergebnis war zweitrangig”, hängt doch von diesem Turnier auch nicht Leib und Leben ab. Vielmehr benennt Gröchtenmeier mit einem Augenzwinkern einen weiteren positiven Aspekt: „So konnten wir ein paar Gramm vom Weihnachtsessen abtrainieren”, hat sich seine Mannschaft beim Classic Cup „dafür auch echt gut verkauft und ich ziehe meinen Hut vor den Jungs, die alles gegeben haben”, haben sie einzig beim 1:5 gegen den Gastgeber RSV Barntrup eine deutliche Niederlage kassiert. Gegen den Finalisten aus Bad Salzuflen muss sich die Spielgemeinschaft nur knapp mit 1:2 geschlagen geben. In einem torreichen Spiel wird der Bezirksligist Blomberger SV mit 5:3 besiegt. Zum Auftakt hat sich Ben/Hoh vom Detmolder A-Ligisten TuS WE Lügde 1:1-Unentschieden getrennt. Ergo steht für Gröchtenmeier fest: „Wir hatten viel Spaß”, ist folgender Punkt aber für ihn nicht leicht zu verkraften: „Das Niveau hat beim kompletten Turnier gelitten, da viele Mannschaften nur mit B- oder sogar C-Mannschaften angetreten sind.” Dennoch möchte er dem RSV Barntrup für die „super Organisation” ein Kompliment ausrichten. Feinschmecker Gröchtenmeier weiß: „Sie haben für ein super Catering gesorgt”, schnalzt der Gaumenfreund mit der Zunge. Deutlich unter Ziel hat sich der RSV Barntrup verkauft, rangiert als Gastgeber mit drei Punkten am Tabellenende der Gruppe A. Auch Vereinsboss Andreas Schlingmann macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, wenn er sagt: „Sportlich war es aus unserer Sicht sehr bescheiden. Wir waren ein guter Gastgeber und haben uns mit dem letzten Gruppenplatz begnügt”, haben die Roten Teufel an diesem Tag viele Geschenke verteilt, weshalb Schlingmann Tacheles redet: „Im Ernst. Es war nicht gut, sollte eigentlich auch nur Spaß machen, aber wenn man Letzter wird, geht auch der Spaß verloren.” Ein weiterer Aspekt, der für Sorgenfalten bei ihm sorgt: „Wir hätten uns vom RSV gerne noch mehr Zuschauer gewünscht. Der Versuch, kurz vor Sylvester so ein Turnier zu machen, war okay, aber es war auch viel Luft nach oben”, wird dieses Turnier in aller Ruhe analysiert, um dann zu überlegen, „was man noch anders und besser machen kann”, wird Schlingmann mit seinem Team sicherlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Gruppe B

Der Post TSV Detmold macht das Maximum perfekt. 15 Punkte aus fünf Gruppenspielen. Mehr geht nicht für die Truppe vom Trainerduo Ralf Brokmann/Christoph Zimmermann, die viel Spaß bei ihrem Spielvortrag zeigt und befreit aufspielt. Die durchgemixte Truppe harmoniert prächtig, zeigt schöne Kombinationen, zaubert sich zudem zu einem hervorragenden Torverhältnis von 21:4. Capitano Johann Felker sagt nicht ohne Stolz: „Wir haben, wie ich finde, den attraktivsten und effektivsten Fußball gespielt, viele schöne Tore herausgespielt und demzufolge sieben Siege in sieben Spielen eingefahren”, gibt es vom Turniersieger auch in den K.o.-Spielen überzeugende Auftritte. Felker zeigt sich immer noch ganz verzückt vom letzten Turnierspiel: „Die Krönung des Tages war natürlich der 7:2-Sieg im Finale gegen eine starke Bad Salzufler Mannschaft. Ich kann einfach nur den Hut vor meinem Team ziehen”, hat er doch auch im Vorfeld dafür plädiert, dass Fairness Trumpf ist. Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, denn Verletzungen sind nicht zu konstatieren und es geht überaus fair zur Sache. Folglich spricht Felker auch von einem „alles in allem gelungenen Turnier” mit einem Schönheitsfleck: „Schade fand ich nur, dass unser Torwart Marcel Zimmer nicht zum besten Torwart gewählt wurde, was er teilweise rausgeholt hat, das hat man höchstens bei Olli Kahn zu seinen besten Zeiten gesehen”, hat der Auftritt von Zimmer Züge von einem Titan gehabt. Neu im Tor des Post TSV: Rudi Pisarenko (Spielvereinigung Hagen/Hardissen), der fortan für die Postler nach den Bällen hechtet. Eine gute Turnierperformance zeigt der SV Werl-Aspe beim Classic-Cup. Allerdings sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Unterfangen eher gering gewesen. Kurz vor der Abfahrt erreichen Cheftrainer Bonzo Meier zwei Krankmeldungen, Jan Lange kann nur die ersten drei Partien mitwirken. Trotzdem freut sich Meier über eine „gut sortierte und hochmotivierte” Truppe, die den zweiten Rang in der Gruppe nach drei Siegen gegen den SV Jerxen-Orbke (2:1), den TuS Sonneborn (5:1) und die SG Altenbergen/Vörden (5:0) einnehmen. Die Partien gegen die Bezirksligisten Germania Hagen (1:2) und den späteren Turniersieger Post TSV Detmold (1:4) beenden die Asper als Verlierer. Die Pause bis zum Halbfinale ist nach der Gruppenphase arg kurz, gerade einmal fünf Minuten bleiben dem letztjährigen Bezirksligisten. Folglich ist es nicht allzu verwunderlich, dass bei nur einem Auswechselspieler gegen den technisch starken Lokalrivalen SC Bad Salzuflen die Niederlage mit dem 0:8 allzu deutlich ausfällt. Meier moniert: „Wir haben zahlreiche eigene Chancen vergeben und werden am Ende eiskalt bestraft.” Das Neunmeterschießen gegen den TuS WE Lügde geht mit 2:4 verloren. Bonzo Meier ärgert sich: „Knuth Stickdorn war zwar an fast jedem Ball dran, konnte einen parieren, jedoch reichte das bei bereits zwei verschossenen Elfmetern nicht”, gibt es auch kein fast schwanger, weshalb es im Finish mit Rang vier endet. Der Cheftrainer fasst durchaus zufrieden zusammen: „Alles in allem ist das mit der dezimierten Truppe ein ordentliches Ergebnis bei einem gut besetzten und gut organisierten Turnier.” Mit einer munter durchgemixten Mannschaft aus den ersten beiden Reserveteams unter der Führung von Marco Schlobinski holt sich die Eintracht aus Jerxen/Orbke letztlich den undankbaren Rang drei mit sechs Zählern. „Dennoch haben die Jungs sich ganz ordentlich verkauft und sogar gegen den späteren Turniersieger Post TSV Detmold eine Partie abgeliefert, die lediglich mit 0:2 abgegeben wurde”, berichtet SVE-Obmann Hubert Orynczak, der das Eintracht Frankfurt-Syndrom bei seinen Jungs beobachtet, haben diese ihre Partien entweder knapp gewonnen oder verloren. Auf der Prioritätenliste ganz weit oben ist folgender Aspekt gewesen: „Der Spaßfaktor stand im Vordergrund und somit war es für uns ein angemessener Ausklang für dieses Jahr!” Für den Lemgoer A-Ligisten TuS Sonneborn ist bereits in der Vorrunde Endstation. Fünf Punkte sind zu wenig. „Unter dem Strich können wir mit dem Ergebnis aber zufrieden sein”, sagt TuS-Kicker Michael Kamlah bei Lippe-Kick, hebt insbesondere den 1:0-Sieg über Jerxen/Orbke hervor. Hier fungiert der Fänger mit seinem Tor zum Matchwinner. „Die Unentschieden gegen Altenbergen und Hagen waren leistungsgerecht und die Niederlagen gegen Detmold und Aspe verdient”, räumt er freimütig ein. Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich, dass den jungen Akteuren die ersten Minuten Herrenfußball spürbar gutgetan haben. „Sie konnten schon mal sehen, was sie in Kürze erwartet”, so frohlockt Kamlah, der aber auch nicht unerwähnt lassen möchte: „Die Organisation vom Turnier war wie immer gut, nur es ist auch bei den anderen Mannschaften zu erkennen, dass der Hallenfußball in Lippe an Bedeutung verliert”, ist diese Entwicklung bedenklich. Ebenfalls fünf Punkte, aber mit dem besseren Torverhältnis ausgestattet, hat der Tabellenvierte TuS Germania Hagen. Mit zwei Remis verabschiedet sich die SG Altenbergen/Vörden ebenfalls frühzeitig aus dem Turnier.

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