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Interviews

SV Wüsten – Chefcoach Milde im Rededuell

Viel zu sagen hat Sebastian Milde, der mit seinen Wüstener Spielern als einziges Team der B2 Lemgo noch ungeschlagen ist.

„Wir können gut mit dem Druck umgehen“

 

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Eindrucksvoll liest sich die bisherige Ausbeute des SV Wüsten. Ungeschlagen marschieren die Milde-Jünger durch die Spielklasse. Elf ihrer zwölf Spiele haben sie gewonnen. Einzig beim Remis gegen die TSG Holzhausen/Sylbach sind sie nicht als Sieger vom Spielfeld gegangen. Milde verrät bei Lippe-Kick, was ihm im Fußball wichtig ist, was sein Team auszeichnet und was ihn im Fußball inspiriert.

 

Lippe-Kick: Hallo Sebastian, eine sehr ansprechende Bilanz weist der SV Wüsten auf. Elf von zwölf Spielen gewonnen, darunter auch zuletzt das 3:1 in Grastrup. Was macht euch so stark im Vergleich zur Vorsaison?

Sebastian Milde (Bild rechts): „Die Vorsaison spielt eine große Rolle zu der jetzigen. In der letzten Saison habe ich den SV Wüsten als Cheftrainer übernommen und da braucht es seine Zeit, bis man sich als Team (Trainer und Spieler) einspielt. Ich habe die Mannschaft von der Taktik und Trainingsinhalten komplett umgestellt gegenüber meinem Vorgänger. Jede Taktik braucht seine Zeit, bis sie wirklich umsetzbar auf dem Platz zu sehen ist. Diese Saison haben wir Kleinigkeiten an der Taktik geändert und genau Abläufe trainiert. Im Prinzip habe ich die Taktik verfeinert. Unsere Stärken diese Saison sind ganz klar das Spielerische und der Wille, jedes Spiel zu gewinnen, auch wenn man im Rückstand liegt, wie wir es diese Saison ein paar Mal hatten, wie zuletzt gegen Retzen. Dort lagen wir früh hinten, aber haben durch unsere Spielweise noch das Spiel vor der Halbzeit gedreht. Wir kommen aus einer starken Defensive in ein starkes Aufbau-Spiel, also die Balance zwischen Defensive und Angriff stimmt diese Saison einfach. Aber auch die Mannschaft an sich hat sich weiterentwickelt. Wir haben zwar auch Abgänge gehabt, die aber uns jetzt nicht geschadet haben, weil wir auch einen Spieler bewusst aus dem Kader genommen haben, da wir auf Typen bauen, die für die Mannschaft sind und nicht für sich selbst. Klar, mit Ferhat Havadir haben wir einen super Spieler verloren, aber zugleich haben wir einige neue Spieler bekommen, die uns in der Breite verstärkt haben, beziehungsweise die unserem Spielstil entsprechen. Klar ist, wir sind immer noch nicht da, wo wir sein wollen von der Spielweise her, aber das sind nur noch Kleinigkeiten. Es ist wichtig, dass man nicht jedes Jahr die Taktik ändert, sondern, wenn die Mannschaft sich damit identifizieren sollte, man sie nur verbessert und das ist uns gelungen. In allen Belangen haben wir uns stark gesteigert, sei es im Angriff oder in der Verteidigung. Auch das Training wird von Monat zu Monat gesteigert, damit wir ein hohes Niveau erreichen können an der Trainingsqualität, aber manche Abläufe kommen bei uns einfach wieder, die wir aber auch brauchen. Wir sind zurzeit auch von dem Torverhältnis her die beste Mannschaft der Liga. Bis hierhin sind wir sehr zufrieden mit der Leistung und jetzt sieht man die Früchte der letzten Saison, die eine große Rolle für mich gespielt hat, damit wir diese Saison so stark sind. In der Mannschaft steckt sehr viel und ich traue uns auch zu, dass wir diese Saison aufsteigen, aber es ist noch ein langer Weg, den wir gehen müssen, aber bis jetzt spricht alles für uns.“

Lippe-Kick: Welche Teams hast Du mit auf der Aufstiegsrechnung?

Milde: „Für mich ganz klar Leese. Die haben am Anfang ein bisschen geschwächelt, aber sich schnell gefangen und gute Ergebnisse erzielt. Holzhausen/Sylbach würde ich auch nicht unterschätzen, aber denke, die beiden werden uns das Leben schwer machen und uns immer im Nacken bleiben, aber wir können gut mit dem Druck umgehen und gewinnen auch Spiele, wo es drauf ankommt bis jetzt.“

Lippe-Kick: Inwiefern hat sich euer Spielstil geändert?

Milde: „Also wir haben nicht viel geändert, sondern an den richtigen Punkten was geändert und unsere Spielidee nie zur Seite gelegt, sondern sie verfeinert. Jeder weiß einfach, was er tun muss und wann er was machen muss.“

Lippe-Kick: Was ist dir beim Fußball wichtig?

Milde: „Für mich ist Fußball sehr wichtig, ohne geht es gar nicht und dann noch ein Teil des SV Wüsten zu sein, so macht es gleich doppelt Spaß. Es passt sehr viel in Wüsten, vor allem mit dem sportlichen Vorstand, die mein Konzept zu 100 Prozent verfolgen und die Verbindung zwischen erster und zweiter Mannschaft ist einfach überragend. Wir helfen uns sehr und besprechen auch einmal in der Woche, wie wir den Sonntag gestalten, damit beide Mannschaften das Optimale herausholen können und das war mir sehr wichtig, als ich in Wüsten angefangen habe und es so dazu gekommen ist. Es ist einfach wichtig, der Zusammenhalt und der Spaß bei der Sache mit Ehrgeiz und ein bisschen Professionalität, auch wenn man nur in der B-Liga spielt. Diese ganzen Dinge sind einfach dann der Schlüssel zum Erfolg. Fußball ist auf jeden Fall eine Leidenschaft für mich, die ich lebe und diese Werte will ich in meine Mannschaft bringen und vorleben. Man sollte sich für seinen Verein zerreißen in der Zeit, wo man auf dem Platz ist, sei es beim Training oder am Sonntag im Spiel. Das ist mein Ding, einfach immer 120 Prozent zu geben, wenn ich auf dem Weg bin nach Wüsten.“

Lippe-Kick: Wer liefert dir die Inspiration für deine Umsetzung?

Milde: „Klar, man hat auch Vorbilder und meines ist ein bisschen anders, als bei anderen, aber Frank Schmidt von Heidenheim ist eines meiner Idole als Trainer. Er lebt für den Verein und ist seit elf  Jahren dort aktiv als Trainer. Er lebt den Fußball und zeigt das auch seiner Mannschaft. Am Spieltag ist er mit Leib und Seele bei der Mannschaft und ist emotional sehr stark an der Linie. Das gefällt mir. Aber man sollte als Trainer nie einen anderen kopieren. Man sollte seine eigenen Fähigkeiten entwickeln und seiner Philosophie treu bleiben. Mit Sedat Özen haben wir einen Assistenten dazubekommen und Jürgen Schmidt Von Happe, der als Torwart-Trainer gute Arbeit leistet. Von Happe ist mit mir schon im letzten Jahr diese Wege gegangen. Es passt einfach und das alles macht uns diese Saison so stark. Egal, ob als Trainer oder Spieler, sie gehen nicht einfach die 90 Minuten runter, sondern genießen jede Minute, die sie auf oder an dem Spielfeld sein dürfen.“

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