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Interviews

RSV Barntrup – Barbarito im Verbal-Doppelpass

In Zeiten der inflationären Phrasen ist es auch für einen harmlosen Reporter ein Segen, auf meinungsstarke Trainer zu treffen. Der neue Barntrup-Coach Daniel Barbarito gehört zu dieser Spezies, was das Interview informativ, weil nicht phrasengeschwängert, macht.

„Alle wollen wieder positive Schlagzeilen schreiben“

 

Kreisliga A Lemgo (hk). Der RSV Barntrup ist weiterhin on fire. Im teuflischen Führungstrio sind die „Red Devils“ auch ein fester Bestandteil. Enorm wichtig ist der 1:0-Heimsieg am vergangenen Sonntag über den TuS Lipperreihe gewesen, ist damit doch ein direkter Konkurrent um zwei Punkte distanziert worden. Vieles ist neu und ungewohnt beim Traditionsverein aus Nordlippe, der zuletzt 14 Jahre lang dem lippischen Kreisfußball entflohen war, in der Serie 2008/09 und 2011/12 sogar einen kurzen Abstecher in den Landesligafußball unternommen hat. Neu als Cheftrainer ist auch Daniel Barbarito (ehemals Schlingmann) bei den Barntrupern. Der älteste Sohn aus der Schlingmann-Dynastie um Vater und Vereinsvorsitzenden Andreas und seinen Brüdern Simon und Lukas hat seine erste Trainerstelle bei seinem Heimat- und Herzensverein übernommen. Im Gespräch mit Lippe-Kick-Reporter Henning Klefisch bezieht er Stellung zur bisherigen Serie.

 

Lippe-Kick: Hallo Daniel, nach dem 1:0-Erfolg am Sonntag im Spitzenspiel gegen den TuS Lipperreihe habt Ihr euch auf Rang zwei vorgeschoben. Was bedeutet dir dieser Sieg?

Daniel Barbarito (Bild rechts): „Letztendlich war der Sieg in der Hinsicht wichtig, dass wir weiter an Asemissen dranbleiben und uns auf Platz zwei vorgeschoben haben. In der Liga darf man sich nicht allzu viele Niederlagen erlauben, wenn man oben mitspielen will. Die Top-Mannschaften werden am Ende der Saison vielleicht maximal drei, vier Niederlagen aufweisen, dementsprechend wichtig war der Sieg, zumal es gegen einen direkten Konkurrenten ging.“

Lippe-Kick: Was läuft gut? Wo gibt es Luft nach oben?

Barbarito: „Gut zu bewerten ist, wie der Verein und die Mannschaft den Abstieg weggesteckt hat. Es hat keiner Trübsal geblasen. Ganz im Gegenteil, es war sehr schnell eine Aufbruchstimmung da. Man muss auch mal ehrlich sein: Wer vier, fünf Jahre in der Bezirksliga um den Abstieg spielt, der hat es dann irgendwann auch mal verdient runter zu gehen.
Es war schön zu sehen, dass alle Spieler geblieben sind und daran arbeiten wollen, wieder positive Schlagzeilen zu schreiben. Auch die Trainingsbeteiligung ist überragend. Wenn ich die bisherige Saison Revue passieren lasse, dann komme ich auf einen Schnitt von 18 Spielern beim Training. Das zeigt einerseits den Willen meiner Jungs und zum anderen schürt es auch den Konkurrenzkampf und so komme ich öfters ins Grübeln, wen ich sonntags den Vortritt lasse.“

Lippe-Kick: Rund eineinhalb Jahrzehnte wart Ihr höherklassigsogar temporär in der Landesliga – aktiv. Welche entscheidenden Unterschiede gibt es beim Comeback in der Kreisliga, die signifikant sind?

Barbarito: „So signifikant sehe ich die Unterschiede gar nicht. Ich selbst habe 14 Jahre überkreislich gespielt und muss sagen, dass die Kreisliga in den letzten Jahren unheimlich an Qualität dazu gewonnen hat. Natürlich gibt es im taktischen Bereich schon einige Defizite im Vergleich zur Bezirksliga, die allerdings oftmals mit Einsatz, Wille und Kampfgeist wettgemacht werden.
Es ist schön zu sehen, dass auch in der Kreisliga viele starke Spieler vertreten sind und der Leistungsabfall von der Bezirks- bis zur Kreisliga nicht so immens hoch ist.“

Lippe-Kick: Schilder bitte die Entwicklung eurer neuen Spieler?

Barbarito: „Mit Jan Hoffmann habe ich einen Spieler bekommen, der eine astreine Einstellung zum Fußball mitbringt. Er ist wissbegierig und versucht beim Training jede Übung zu 100 Prozent umzusetzen, um so stetig einen Schritt nach vorne zu machen.
Über Christian Franz, oder auch CF, so wie wir ihn nennen, braucht man keine Worte verlieren. Er hat Jahre lang Landesliga beim SC Vlotho gespielt. Für das Mittelfeld ein unglaublicher Gewinn, weil er Ruhe ausstrahlt und den jüngeren Spielern Sicherheit gibt. Zudem kann er das Spiel super ordnen und unterstützt mit seinen Kommandos jeden seiner Mitspieler.
Kieren McCarthy ist mein Quotenmonster. Rein von der Statistik gemessen an Einsatzzeit und Torerfolg ist er unser Topstürmer. Vor dem Tor ist Kieren absolut kaltschnäuzig, allerdings darf er ab und an auch mal mehr mit nach hinten arbeiten. Man darf aber auch nicht vergessen, dass er 20 Jahre alt ist und noch viel Entwicklungspotenzial besitzt.“

Lippe-Kick: Mit welchen Teams rechnest Du im Aufstiegskampf und warum?

Barbarito: „Mit Asemissen und Lipperreihe stehen die ärgsten Verfolger schon oben. Ahmsen muss man auch auf dem Zettel haben, allerdings dürfen sie sich nicht mehr viele Ausrutscher leisten. Zumindest kann ich sagen, dass Ahmsen der Gegner war, der uns bisher am meisten abverlangt hat und deshalb gehe ich davon aus, dass auch sie bis zum Ende ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden werden. Unser Ziel war, mit Beginn der Saison einen Platz unter den Top 5 zu erreichen. Nach jetzt 13 Spieltagen kann ich dieses Ziel nach oben korrigieren. Ob es für den Aufstieg reicht, kann ich nicht sagen und ist aber auch kein Muss, dafür muss einfach eine ganze Saison alles glattlaufen und das ist nicht immer einfach. Unser Ziel lautet ab jetzt: die Saison unter den Top 3 abzuschließen.“

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