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Regionalliga West

SC Verl – Leistungsgerechtes Unentschieden

Nur einen Punkt erkämpft sich der SC Verl im Heimspiel gegen die SG Wattenscheid 09. Den Bericht dazu findet ihr hier.

SPORTCLUB erkämpft 2:2 gegen die SG Wattenscheid 09

 

Zwar erreichte der SC Verl die selbstgesteckten Ziele, beim Auftritt in der Lohrheide zu Null zu spielen und zu gewinnen, nicht, lieferte sich dafür aber ein packendes Duell mit der SG Wattenscheid 09. Das endete vor nur 316 Zuschauern mit 2:2 (1:1) bei bestem spätherbstlichem Fußballwetter.

„Wir haben verkrampft begonnen“, analysierte Guerino Capretti nach Abpfiff das zehnte Unentschieden seiner Elf in dieser Regionalliga-Saison, „sind in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht ins Spiel gekommen.“ Tatsächlich griff der Gastgeber mit voller Wucht an, ließ SPORTCLUB-Keeper Robin Brüseke so manches Mal nicht einmal die Option, einen der beiden Innenverteidiger Daniel Mikic oder Jonas Acquistapace außen in Höhe des Fünfmeter-Raumes anzuspielen, sondern stellte bereits dort zu. Das bedeutete viele lange Bälle; von einem gepflegten Passspiel seitens des SC Verl war da herzlich wenig zu sehen.

Immerhin blieb diese Druckphase ohne Konsequenzen – trotz eines bösen Wacklers gleich zu Anfang, als Mikic einen Gegner ausspielen wollte, wegrutschte und den Konter in Überzahl nur per Foul verhindern konnte. Erst langsam befreite sich der SC Verl aus dieser Umklammerung. „Dann haben wir ganz gut hinten rausgespielt“, meinte auch Capretti. Die Folge waren ganz passable Abschlussmöglichkeiten. Doch einmal wurde der Schuss von Basti Müller geblockt, der Abschluss von Stefan Langemann zur Ecke abgewehrt oder aber Fabian Brosowski erreichte die Flanke um Haaresbreite nicht. Auch Sergej Schmik rankte sich in Schussposition, brachte den Ball aber nicht mehr kontrolliert auf das Tor des einstigen Bundesligisten.

Die Führung des SC Verl fiel dann allerdings ein wenig überraschend, denn eigentlich war es ein weiter und hoher Befreiungsschlag von Müller, der inmitten der Wattenscheider Verteidigung in Höhe des Strafraums landete. Wahrscheinlich hatte auch die SG nicht damit gerechnet, dass Brosowski versucht, diesen Ball zu erobern, was gelang. Er drang mit der Kugel am Fuß in den Strafraum ein, sah den mitlaufenden Matthias Haeder, dem er den Ball wunderbar servierte, so dass Kapitän „Matze“ nur noch überlegt aus 15 Metern versenken musste (38.).

Doch währte die Freude über den Treffer nicht lange. Der starke und schwer zu bremsende Wattenscheider Stürmer Sebastian van Santen konnte von Mikic nicht gestoppt werden, setzte sich nach innen durch, und sein Schuss aus etwa zwölf Metern wurde so unglücklich abgefälscht, dass Brüseke nur noch verdutzt dem Ball auf dem Weg in den Torwinkel nachblicken konnte (42.). „Da haben wir uns nicht gut angestellt; auf solche Situationen lauert ein Stürmer“, kritisierte Capretti das Abwehrverhalten. „Wir bekommen derzeit einfach zu viele Gegentore.“ Die Verletztenmisere, Julian Schmidt, Julian Stöckner und Cinar Sansar fehlen seit Wochen, Jannik Schröder musste kurzfristig wegen muskulärer Beschwerden passen, erwähnte er aber nicht mit einem Wort als Entschuldigung.

In der zweiten Hälfte agierten beide Teams defensiv etwas vorsichtiger, pressten kaum noch in der gegnerischen Hälfte. So tummelte sich das Geschehen meist zwischen den beiden Strafräumen. Die Führung der Wattenscheider fiel etwas überraschend. Allerdings verteidigte Verl gegen den ehemaligen Mannschaftskameraden Cellou Diallo auch etwas halbherzig, so dass der problemlos den zentral in der Box stehenden Julijan Popovic bedienen konnte. Auch hier war die Verteidigung vielleicht etwas zu passiv, so dass Popovic sich drehen konnte und den Ball aus etwa 14 Metern ins lange Eck schlenzte – keine Chance für Brüseke. „Wir treffen leider zu oft in letzter Zeit falsche Entscheidungen in der Verteidigung. Und unsere Fehler werden derzeit direkt bestraft. Wir müssen uns in der Defensive verbessern“, lautete Caprettis Forderung.

Immerhin läuft es im Angriff einigermaßen und der SPORTCLUB schießt wieder Tore. So gelang auch das 2:2. Ron Schallenberg hatte Haeder in Szene gesetzt; der schickte Langemann in den Sechszehner. Dieser wurde unsanft gebremst, Müller verwandelte den fälligen Foulelfmeter sicher (69.). Einige Minuten zuvor hatte sich Verl aber bei Brüseke zu bedanken, der gegen Jeffrey Obst, der nach einem Konter frei vor ihm auftauchte, geschickt den Winkel verkürzte und den Ball zur Ecke abwehrte.

Gegen Ende war der SPORTCLUB vielleicht einen Hauch dichter am möglichen Siegtreffer. Dabei erwies sich der erstmals eingesetzte Fabio Kristkowitz aus der Reserve durchaus als regionalligatauglich. Er zeigte einige gute Szenen, auch wenn ihm der „lucky punch“ nicht gelang.

Mannschaftsführer Haeder zeigte sich nach der Partie „ein bisschen enttäuscht. Es ist ärgerlich, wie wir die Tore kriegen. Am Schluss hatten wir ein wenig Pech und es fehlte uns etwas die Kaltschnäuzigkeit. An der Einstellung mangelt es jedenfalls nicht.“ Die ist sicher auch kommenden Samstag gefragt, wenn mit RW Oberhausen wieder ein Spitzenteam am letzten Spieltag der Hinrunde in der SPORTCLUB Arena vorstellig wird. Aber gerade gegen diese Mannschaften sieht der SC Verl ja in der Regel gut aus.

 

Wattenscheid: Sancatar – Popovic, Korczowski, Lach, Abdat – Diallo (57. Obst), Corboz, Tunga Malanda (82. Tietz), Yesilova – Buckmaier (77. Lobinger), van Santen.

Verl: Brüseke – Schmik, Mikic, Acquistapace, Stojanovic (63. Sewing) – Müller, Schallenberg – Hecker (71. Heinz), Haeder, Langemann – Brosowski (77. Kristkowitz).

 

Tore: 0:1 Haeder (38.), 1:1 van Santen (42.), 2:1 Popovic (56.), 2:2 Müller (68./Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Abdat, Diallo – Mikic, Müller.

Beste Spieler: Corboz, van Santen – Schallenberg, Haeder

 

Quelle: SC Verl Homepage

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