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Hallenfussball

LZ-Cup 2018/2019 – Vorbericht Endrunde Gruppe 3

Zwei potentielle Kandidaten auf den LZ-Cup-Triumph, eine Wundertüte aus Bad Salzuflen und B-Ligist FSV Pivitsheide mit einem exzellenten Futsal-Zocker, das sind die Teilnehmer der Gruppe 3. Lippe-Kick weckt die Vorfreude.

Unberechenbare Konstellation

(hk). Es ist angerichtet für allerbeste Fußball-Unterhaltung. Die SG Hörstmar/Lieme, der Namensvetter aus Hiddesen/Heidenoldendorf, der SC Bad Salzuflen und als Außenseiter der Detmolder B-Ligavertreter FSV Pivitsheide. Diese Gruppe 3 ist per se äußerst interessant, spielen doch Teams aus vier unterschiedlichen Ligen gegeneinander –  wir bereiten euch darauf vor. Beachtlich: Das Quartett hat sich komplett direkt für die Endrunde qualifiziert. Keine Mannschaft musste in ein Entscheidungsspiel – definitiv ein Qualitätsmerkmal.

Von Henning Klefisch

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf

Gründungsdatum: BSV Heidenoldendorf 1919
VfL Hiddesen 1920
Die Spielgemeinschaft Hiddesen/Heidenoldendorf existiert seit 2014.

Mitgliederzahl: BSV Heidenoldendorf (350 Mitglieder), VfL Hiddesen (1500 Mitglieder, acht verschiedene Sportarten können dort betrieben werden.)

Einwohnerzahl: 7.339 Bürger wohnen in Hiddesen, in Heidenoldendorf leben 9.000 Einwohner, was insgesamt 16.339 Einwohner ergibt, die in den beiden Orten in Summe beheimatet sind.

 

Hallenkader

Tim Bukowski (TW), Niklas Hampe (TW), Jan Block, Serkan Cabuk, Frederik Esau, Dorian Fries, Steffen Hinder, Robin Jöstingmeier, Christoph Rüschenpöhler, Sebastian Schönfelder, Alexander Schreckenbach, Christoph Schreckenbach, Marco Seifert, Michael Thissen

Der Weg ins Finale

Vorrunde

CSL Detmold 6:0

Post TSV Detmold 1:1

SG Belle/Cappel 8:2

TuS Eichholz/Remmighausen 6:0

SuS Pivitsheide 1:0

 

Zwischenrunde

FC Augustdorf 2:2

SC Türkgücü Detmold 8:0

FC Fortuna Schlangen 10:0

(hk). 13 Zähler und der erste Rang sind eine sehr manierliche Bilanz für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf, die in der Vorrunde immerhin Mannschaften wie Post TSV Detmold und SuS Pivitsheide – und damit zwei diesjährige Endrundenteilnehmer – hinter sich gelassen hat. Ebenfalls von der Spitze grüßte die Spielgemeinschaft in der Zwischenrunde, die man mit sieben Zählern beendete, dabei sogar den amtierenden LZ-Cup-Sieger FC Augustdorf hinter sich gelassen hat.

Von Spiel zu Spiel denken

Dabei ist bereits frühzeitig die Endrundenteilnahme im Handballtempel Lemgo als Zielsetzung ausgerufen worden. Die Erfolgskomponenten: „Wir haben gute Leistungen und Ergebnisse gezeigt. Trotz des großen Ziels haben wir nicht zu weit in die Zukunft geblickt“, so SG-Coach Markus Rüschenpöhler im Lippe-Kick-Gespräch. Das altmodische, aber nicht minder effiziente von Spiel-zu Spiel-Denken hat sich als probates Mittel erwiesen. Mit insgesamt sechs Siegen und zwei Remis ist die Bilanz ansprechend. Für das Verkraften der Unentschieden muss man nicht mit roter Birne auf die stille Treppe, gab es diese doch gegen die LZ-Cup-Hochkaräter Post TSV Detmold und FC Augustdorf. Ein klares Indiz dafür, dass die „jungen Fohlen“ aus Hiddesen/Heidenoldendorf auch mit den Favoriten zumindest auf Augenhöhe agieren können.

 

LZ-Cup-Historie

Seit 2014 gibt es die Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf. Man schaffte bereits 2017 den Sprung in die Endrunde. Dieses Erlebnis war aber eher so mittelprächtig, folgte doch das Ausscheiden mit null Zählern schon nach der Vorrunde. Oder: Es war ein flüchtiger One-Night-Stand mit schlechter Erfahrung.

 

Gruppeneinschätzung

„Wir wollen uns stets auf den nächsten Gegner konzentrieren. Wenn uns das gelingt, sind wir ein ernstzunehmender Kontrahent“, befindet Rüschenpöhler von den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Drei Teams hat der als Grundschul-Lehrer tätige Blondschopf auf der Rechnung, wenn es um den Griff nach der lippischen Fussballkrone geht. Gegen zwei davon haben seine Mannen schon gespielt – Augustdorf und Detmold. Am Sonntag geht es gegen die SG Hörstmar/Lieme, die der 32-Jährige ebenfalls als sehr fähig bewertet. Während die beiden Kontrahenten aus dem FuL-Kreis Detmold in den vergangenen vier Jahren triumphiert haben – dreimal Post TSV, letztes Jahr FCA – stellt Hör/Lie jedes Jahr eine gute Hallenmannschaft, hat dies in der Finalrunde aber meist nur in dosierter Menge demonstriert. „Sie haben ein großes Potenzial und sind auch ein Favorit auf den Hallentitel“, glaubt Rüschenpöhler (Bild links), dass die Wölk-Männer in diesem Jahr ein ganz heißes Eisen im Feuer darstellen. Direkt im Auftaktspiel kommt es zum SG-Aufeinandertreffen. „Das wird direkt ein Kracher. Wir versuchen, uns gut darauf vorzubereiten, mit einem guten Ergebnis am Sonntag zu starten.“ Ebenso wie die SG Hörstmar/Lieme ist auch der SC Bad Salzuflen im überkreislichen Fußball unterwegs. In der Kurstadt hat es in der Winterpause massive Änderungen im sportlichen Sektor gegeben. Der emsige sportliche Leiter Jörg Pundmann ist Vergangenheit. Und: So sind etwa Ausnahmekönner wie Hamdija Marhosevic und Jan Ehlert als Verstärkungen hinzugekommen. Rüschenpöhler rechnet mit Blick auf den Sportclub mit einer „individuell und technisch starken Mannschaft.“ Auch die Tatsache, dass die Salzufler mit einem fliegenden Keeper agieren, macht sie umso gefährlicher. Als einziger B-Ligist ist noch der FSV Pivitsheide dabei. In der Zwischenrunde in der DBB-Halle hat Rüschenpöhler diesen Kontrahenten aus nächster Nähe beobachtet, setzten sich die Charov-Schützlinge doch auch gegen den zwei Spielklassen besser positionierten Türkischen SV Horn durch. Rüschenpöhler weiß die fußballerische Qualität richtig einzuschätzen, lobt insbesondere Akteure wie Tobias Gatzke und Jürgen Bolinger, die über das gewisse Etwas verfügen. Als „schade“ empfindet es Markus Rüschenpöhler, dass die Spielzeit im Vergleich zur Qualifikationsphase von 15 auf zwölf Minuten verkürzt worden ist. Bei Lippe-Kick spricht er hier von einer „deutlichen Veränderung.“ In Summe steht für Rüschenpöhler fest: „Wenn wir mitspielen, wollen wir mit Sicherheit nicht untergehen. Im Gegenteil: Wir wollen uns bestmöglich präsentieren, uns gut verkaufen.“ Er zeigt sich zuversichtlich, dass seine Mannschaft in jedem Spiel die Option besitzt, dieses siegreich zu gestalten. „Es wird sich niemand freuen, auf uns zu treffen, denn wenn wir eine gute Performance an den Tag legen, haben wir eine gute Mischung aus Defensive und Offensive, aus mannschaftlicher Geschlossenheit und individueller Klasse“, so Markus Rüschenpöhler, der Selbstbewusstsein von seinem Team fordert. Vor der großen Kulisse wird es schließlich auch auf die mentale Herausforderung ankommen, auch die Rundumbande ist für die Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf ein neuer Erfahrungswert. Resultierend steht aber für „Rüsche“ fest: „Wir fahren optimistisch nach Lemgo.“

 

Vorbereitung auf die Endrunde

Keine guten Voraussetzungen hat die SG Hiddesen/Heidenoldendorf genossen, um sich adäquat auf die Finalrunde vorzubereiten. Eine ansprechende Halle haben sie nicht zur Verfügung gehabt. Immerhin: Am vergangenen Dienstag gab es einige Einheiten in der Hiddeser Grundschulhalle, am Freitagabend wird in der Halle in Horn eine Übungseinheit veranstaltet. Gerne hätte die SG auch einmal in einer größeren Halle trainiert, ist dies aber schlichtweg nicht möglich gewesen. Zudem ist am vergangenen Sonntag der Neujahrscup des TSV Horn bestritten worden, wo man im Endspiel dem Post TSV Detmold unterlegen war. Dennoch: Es ist ein „sehr gemischter Kader“ gewesen, der nur rudimentär mit dem Endrundenteam zu tun haben wird. „Alle Spieler, die im Kader stehen, wissen, wie wir am Sonntag spielen wollen, wie unser Spielaufbau, unser Defensivverhalten funktioniert, sodass wir ein bisschen aus der kalten Hose heraus spielen“, spekuliert Rüschenpöhler aber, dass ein massiver Wettbewerbsnachteil nicht sichtbar wird. Dennoch: „In diesem Jahr haben wir eine Mannschaft, die durchaus eine Rolle spielen kann“, sagt Rüschenpöhler nicht ohne Stolz, zeigt er sich schließlich mit der Gesamtentwicklung seiner Mannschaft zufrieden.

 

SG Hörstmar/Lieme

Gründungsdatum: 1900

Mitgliederzahl: 600

Einwohnerzahl: 1482 hat Hörstmar, in Lieme leben 2827 Einwohner, was insgesamt 4309 Einwohner ergibt, die in den beiden Orten wohnen.

 

Hallenkader

Die Torhüter sind Roman Spieß und Manuel Warkentin (23), als Feldspieler werden agieren: Erster Block: Patrick Siebert, Dennis Axt, Artur Esko und Thomas Janzen. Zweiter Block: Philipp Born, Simon Schneidermann, Tobias Fitz und Arno Warkentin. Auch Dennis Hildebrandt steht im Team. Im Kader sind auch noch Jan Jacobi und Manuel Süllwold.

 

Der Weg ins Finale

Vorrunde

SG Talle/Westorf 7:0

Yunus Lemgo 5:0

TuS Ahmsen 6:0

 

Zwischenrunde

SG Bentorf/Hohenhausen 4:1

TBV Lemgo 6:1

TSG Holzhausen/Sylbach 5:0

(hk). Wohl kein Team hat sich so souverän für die Finalrunde qualifiziert wie die SG Hörstmar/Lieme. Alle sechs Gruppenspiele wurden gewonnen, dies mit brillanten Vorstellungen. 33 Treffer wurden erzielt, nur zweimal musste Fänger Roman Spieß das Spielgerät aus dem eigenen Netz fischen. Diese Kampfansage ist unfassbar beeindruckend beim derzeit besten Team aus dem FuL-Kreis Lemgo.

Selbstbewusstsein getankt

„Wir sind hochzufrieden mit der bisherigen Bilanz. Das lief sehr gut“, freut sich Hör/Lie-Coach Matthias Wölk sehr darüber. Auch das Wie hat ihm ausgesprochen gefallen, hebt er insbesondere das 6:1 gegen den TBV Lemgo und das 6:0 gegen Ahmsen positiv hervor. So hat er in der Vorrunde die Freunde von Yunus Lemgo als „stärksten Gegner“ erkannt. Ein ausgesprochener Vorteil ist, dass man sich untereinander sehr gut kennt, wird der Matchplan voll durchgezogen. „Die Spiele haben uns selbstbewusst gemacht“, ist dies seine Erkenntnis nach sechs beeindruckenden Ausrufezeichen.

 

LZ-Cup-Historie

Das fünfte Mal in Serie ist Hörstmar/Lieme nun in der Lipperlandhalle vor Ort. Insgesamt haben sie schon acht Mal Endrundenluft schnuppern können. Besser als Rang fünf (Vorjahr) sind sie bis dato nie gerated gewesen.

 

Gruppeneinschätzung

„Das Halbfinale ist das erklärte Ziel. Wer jetzt zur Endrunde fährt und den Titel nicht haben möchte, der kann direkt zu Hause bleiben“, so Wölk (Bild links) im Lippe-Kick-Gespräch. Er gibt zu, dass seine Mannschaft keine sechs Spieler hat, die überragend im Eins-gegen-eins sind. Daher wird es auf die mannschaftliche Geschlossenheit ankommen. Hiddesen/Heidenoldendorf bewertet er als „absolute Top-Mannschaft“, hat er neben Jan Block und Christoph Rüschenpöhler auch den kleinen, leichtfüßigen Zauberkünstler Robin Jöstingmeier im Blick. Viel Respekt hat er vor Sebastian Schönfelder, adelt er ihn doch: „Er spielt seit gefühlt 100 Jahren beim LZ-Cup und liefert immer konstant ab.“ Zum Namensvetter besteht laut Matthias Wölk ein „freundschaftliches Verhältnis“, hat man vor der Zwischenrunde gemeinsam trainiert, ist die Kommunikation mit Coach Markus Rüschenpöhler und dem sportlichen Leiter Lütfi Soylu vertrauensvoll.

Unwichtig ist für ihn die Ligazugehörigkeit des FSV Pivitsheide, denn für ihn steht fest, dass sie eine „super Mannschaft“ haben, lobt er insbesondere den Alleskönner Tobias Gatzke. Wölk fällt es schwer, viel über den SC Bad Salzuflen zu sagen. „Ich finde für Coach Frank Biermann die Situation schwierig. Jetzt hat er wieder einen neuen Fußball-Obmann. Spieler melden sich ab, wieder an. Ich habe Respekt davor, dass er diesen Job angenommen hat.“ Deshalb ist für ihn klar, dass die Kurstädter eine Wundertüte darstellen. Mit dem Fokus auf das Gesamtbild: Insbesondere die Post TSV-Spieler sieht er durch die Futsal-Erfahrungen sogar noch stärker als in den Jahren zuvor. Daher traut er den Postlern „eine sehr, sehr gute Rolle“ zu, hebt er die Residenzler in die Rolle des Top-Favoriten. Er rechnet fest damit, dass die Brokmänner mit drei Siegen in drei Spielen souverän in die K.O.-Phase einziehen. Ebenfalls auf seiner Liste für den großen Wurf: Gruppengegner Hiddesen/Heidenoldendorf. Und: Barntrup, Augustdorf und Oerlinghausen, vielleicht die Wundertüten TBV Lemgo und SC Bad Salzuflen.

 

Vorbereitung auf die Endrunde

Eine Übungseinheit gab es in der Halle. Dort wurden spielerische Komponenten trainiert. Spezielle Konditionseinheiten gab es nicht, denn: „Wir sind fit“, so ein optimistischer Wölk. Schließlich verfügt die SG Hör/Lie über einige Familienväter, weshalb sie auch die freien Sonntage für private Angelegenheiten genutzt haben. Der Grund: Kraft tanken für die End- und Rückrunde. Der Kopf soll frei sein.

 

FSV Pivitsheide

Gründungsdatum: 1909

Mitgliederzahl: 500

Einwohnerzahl: 6800

 

Hallenkader

Sascha Heidkemper (TW), Valentin Kühn (TW), Daniel Greb, Paul Greb, Tobias Gatzke, Pascal Rubart, Rudi Brunkov, Dennis Kran, Jakob Bolinger, Jura Bolinger, Jan Kemmler

 

Der Weg ins Finale

Vorrunde

TuS Horn-Bad Meinberg 0:1

Hakedahler SV 5:3

SC Türkgücü Detmold 3:5

SG Sabbenhausen/Elbrinxen 6:1

 

Zwischenrunde

RSV Hörste 3:2

Türkische SV Horn 3:2

SuS Lage 3:3

(hk). In der Vorrunde als Gruppenzweiter hinter dem TuS Horn-Bad Meinberg hat sich der FSV Pivitsheide mit sechs Zählern für die Zwischenrunde qualifiziert. Hoch eingeschätzte Teams wie der SC Türkgücü Detmold, der Hakedahler SV und die SG Sabbenhausen/Elbrinxen waren in der ersten Phase der lippischen Hallenmeisterschaften hinter den Schwarz-Gelben platziert. Dennoch: Mit Ruhm bekleckert haben sie sich nicht. Nur die Hälfte der möglichen Zähler sammelten die Pivitsheider.

Steigerung in der Zwischenrunde

Spielmacher Jürgen Bolinger entstammt nicht aus dem Lima-Luma-Land, weshalb er die ersten Auftritte unter dem Hallendach realistisch betrachtet: „Unsere Vorrunde war ja nicht so prickelnd. In der Zwischenrunde hat man der Mannschaft eine Steigerung angesehen und wir haben höherklassige Mannschaften hinter uns gelassen, das Ziel quasi damit erreicht.“ Was er meint: Prächtig verlief die Zwischenrunde für die Charov-Jungs. Sieben Punkte reichten für die Spitzenposition und somit für die Direktqualifikation der Endrunde. Der favorisierte Türkische SV Horn hat einen Zähler weniger, Lage deren drei und Hörste geht gar punktlos durch diese Turnierphase.

 

LZ-Cup-Historie

Vor zwei Jahren, konkret 2017, gab es für den FSV Pivitsheide den größten Erfolg seiner LZ-Cup-Historie mit der Finalteilnahme und Rang sieben im Endklassement. Bis dato war dies also eine Eintagsfliege während der lippischen Hallenmeisterschaften.

 

Gruppeneinschätzung

Für Bolinger (Bild rechts) gilt konstitutiv: „Egal, wer auf uns in der Gruppe der elf anderen Teams zukommen würde, wären es Kracher“, ist dies aus Sicht eines B-Ligisten keine allzu gewagte Prognose. Dass es in eine Hammergruppe geht, ist bereits vor der Auslosung bekannt gewesen. Die Perspektive ist eindeutig: „Wir als B-Ligist gehen natürlich als krasser Außenseiter in die Endrunde, aber wir werden alles dafür tun, in jedem Spiel für eine Überraschung zu sorgen!“ Die Spielgemeinschaften aus Hörstmar/Lieme und Hiddesen/Heidenoldendorf sieht er in der Favoritenrolle für das diesjährige Streben nach dem Hallen-König. Bereits in der Gruppenphase kommt es für FSV zu anspruchsvollen Duellen. Über den Detmolder A-Ligavertreter SG Hiddesen/Heidenoldendorf weiß Bolinger zu berichten: „Sie haben eine super Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern!“ Von Hör/Lie kennt er noch einige Altbekannte aus der Vergangenheit, meint er wohl insbesondere die Spieler, wie seine ehemaligen Mannschaftskollegen beim TuS Kachtenhausen, Simon Schneidermann und Jan Jacobi, und die Fitz-Brüder Thomas und Tobias, die einst bei SuS Pivitsheide frisch und munter gewirbelt haben. Beeindruckend sind aus seiner Warte die bisherigen Resultate der Wölk-Männer: „Die Vor- und Zwischenrunde hat gezeigt, dass sie jeden Gegner locker weggehauen haben.“ Deshalb: „Ich denke, das wird der härteste Brocken in der Gruppe.“ Keine ausgedehnte wissenschaftliche Arbeit könnte er über die fußballerischen Fähigkeiten des SC Bad Salzuflen anfertigen, fokussiert sich Bolingers Analyse doch auf einen speziellen Akteur: „Mit Hamo Marhosevic ist einer der besten Spieler in Lippe dahin gewechselt und bringt sehr viel Erfahrung als Futsal-Spieler mit. Die restlichen Spieler kenne ich nicht/kaum“, so sein Geständnis im Lippe-Kick-Verhöhr. Schon das erste Spiel wird den Pivitsheidern eine gewisse Richtung vorgeben, wünscht sich Jürgen Bolinger doch: „Ich hoffe, dass wir die bessere Tagesform an den Tag legen als der SC Bad Salzuflen.“

 

Vorbereitung auf die Endrunde

Ein Bus wird die FSV-Ultras in die Phoenix Contact Arena bringen. Bolinger hat Lust auf Spaß, merkt er doch an: „Unter so einer Kulisse spielt man halt nicht jeden Tag und auch natürlich nicht jedes Jahr.“ Bei den lippischen Hallenmeisterschaften wird erkennbar, was Tolles entstehen kann, wenn die FuL-Kreise, die Vereine und Spieler solch ein Event unterstützen. Einige FSV-Kicker erleben ihr erstes Mal im Handballtempel vom Bundesligisten TBV Lemgo Lippe. Team-Psychologe Bolinger besitzt ein hohes Maß an Nächstenliebe, glaubt er doch: „Ich denke, dass die Aufregung der Jungs vielleicht doch ein bisschen hoch sein wird. Andere wiederum wissen, was auf uns zukommt“, haben die Veteranen wie Sascha Heidkemper, Tobias Gatzke, Alexander Görzen oder auch Bolinger schon so manche Schlacht auf dem Spielfeld geschlagen. Das erfahrene Quartett kann vielleicht beruhigend auf die „jungen Wilden“ einwirken.

 

SC Bad Salzuflen

Gründungsjahr: 1918

Mitgliederzahl: 450

Einwohnerzahl: 53.750

 

Hallenkader

Georgios Athanassiadis (TW), Danny Exner, Hamdija Marhosevic, Eduard Müller, Necati Kezer, Jan Ehlert, Kordian Rudzinski, Stefanos Vasilaras, Azad Aytan, Dilbexin Aytan, Andreas Benzel, Simon Schulze

 

Der Weg ins Finale

Vorrunde

TSV Oerlinghausen 2:2

TSV Kirchheide 2:2

TSV Schötmar 12:2

FC Donop/Voßheide 4:1

 

Zwischenrunde

SG Kalldorf 5:3

FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen 3:0

TuS Sonneborn 5:4

(hk). Die sechs Spiele in der Qualifikationsphase beendet der Sportclub aus Bad Salzuflen mit vier Siegen und zwei Remis. Für den Budenzauberkünstler Hamdija Marhosevic (Bild links) ist das Ergebnis ganz nach seinem Geschmack: „Das hätte ich vorher so auch unterschrieben“, wohl auch blind. Speziell die individuelle Klasse besitzt einen gehörigen Anteil an der positiven Entwicklung. Der eine oder andere Treffer ist auf diese Art und Weise erzielt worden.

Stratos hilft als Berater

Ein Manko beim Sportclub: „Als Mannschaft müssen wir uns noch finden. Wir sind noch überhaupt nicht eingespielt“, so Marhosevic, der konkret die Abstimmungsprobleme im Defensivverbund moniert. „Die Tore fielen zu einfach“, kritisiert der technisch brillante Mittzwanziger, der für die Gala-Momente bei seinem Team sorgen kann. Eine echte Waffe: Fänger Georgios Athanassiadis weiß, wo das gegnerische Tor steht, hat beim diesjährigen LZ-Cup als mitspielender Fänger bereits vier Tore erzielt – der lippische Jose Luis Felix Chilavert quasi. Der Hintergrund: Der National-Keeper aus Paraguay überzeugte rund um die Jahrtausendwende mit seiner unfassbaren Torgefährlichkeit. Mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Thomas Stratos, zuletzt Co-Trainer bei der Nationalmannschaft von Griechenland, gibt es Unterstützung für die sportliche Leitung. Auf ehrenamtlicher und freundschaftlicher Basis wird Stratos seinen Heimatverein als Berater unterstützen.

 

LZ-Cup-Historie

Im Jahr 2009 siegte der Sportclub beim LZ-Cup, 2008, 2011 und 2013 war man im Endspiel. Zuletzt gab es 2017 eine Halbfinalteilnahme zu bejubeln. Dort erfolgte gegen den späteren Sieger Post TSV Detmold das Nachsehen.

 

Gruppeneinschätzung

Insgesamt ist für Hamdija Marhosevic leicht ersichtlich, dass jede der drei Gruppen ausgesprochen stark ist, zudem ausgeglichen besetzt. Dass die Gruppe 2 mit dem RSV Barntrup, dem FC Augustdorf, dem TBV Lemgo und SuS Pivitsheide eine Todesgruppe ist, wie von vielen so genannten Experten bezeichnet, findet er nicht. „Das ist Ansichtssache“, so Marhosevic, der stattdessen darauf verweist, dass mit Hörstmar/Lieme und Hiddesen/Heidenoldendorf gleich „zwei Titelanwärter“ für sein Team in der Gruppe zugegen sind. „Ich habe gehört, dass die SG H/H ganz gut ist“, kann er sich mit Blick auf Hörstmar/Lieme sogar auf seine eigene Beobachtungsgabe verlassen. „Sie spielen einen attraktiven Fußball, alle Spieler von denen sind gut. Torwart Roman Spieß kenne ich noch aus Lemgoer Zeiten. Er ist ein spielstarker Torhüter, was in der Halle sehr wichtig ist.“ Zumindest mit freier Sicht auf die Papierform glaubt Marhosevic, dass FSV Pivitsheide „abgeschrieben ist“, sind die Charov-Jungs schließlich ein B-Ligist. Der Zauberkicker erhöht aber eindringlich seine Stimmlage: „Wenn eine Mannschaft den TSV Horn schlägt, eine Mannschaft, die grundsätzlich jedes Jahr in die Endrunde kommt, dann darf man diese Mannschaft nicht unterschätzen.“ Insbesondere Tobias Gatzke, sein Futsal-Kollege von den Cherusker Detmold, schätzt er hoch ein: „Er kann das Spiel aufbauen, beruhigen.“ Deshalb zählt er darauf, dass auch die Pivitsheider eine Möglichkeit haben, um für die große Überraschung zu sorgen.

 

Vorbereitung auf die Endrunde

Am Mittwochabend gab es den intensiven Trainingsauftakt für die Rückrundenvorbereitung unter freiem Himmel. Nach Einschätzung von Marhosevic lief die Übungseinheit gut, hat sich das Niveau durch die Neuverpflichtungen deutlich gebessert. Klar sollte daher sein: Wenn Badse den einen oder anderen Neuzugang in den Kader aufnimmt, sind sie wohl besser aufgestellt. Vor allem möchte Hamo Marhosevic sich ansprechend verkaufen, erwartet er weder ein Weiterkommen, noch einen Titelgewinn. „Wir wollen gute drei Spiele machen und dann gucken, was am Ende dabei herauskommt.“ In den Nebenräumlichkeiten der Halle Lohfeld, wo bereits die Vorrunde stattgefunden hat, findet die Vorbereitung auf die Endrunde statt. Am Freitag kommt es zum Abschlusstraining. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben die Kurstadt-Kicker „einfach nur gezockt“, sind sich spezielle Taktiken nicht zurechtgelegt worden. „Wir haben uns auf den LZ-Cup nicht richtig vorbereitet“, gibt Hamo Marhosevic ehrlich gegenüber Lippe-Kick zu.

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