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Bezirksliga Staffel 3

LZ-CUP 2018/19 – Nachbericht Endrunde Gruppe 3

Aufregenden Erlebnisfußball spielt zunächst die SG Hiddesen/Heidenoldendorf, ist nach zwei Spielen bereits für das Halbfinale qualifiziert. Auf ganzer Linie enttäuscht hingegen die SG Hörstmar/Lieme.

Gruppe 3

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. SG Hörstmar/Lieme 4:1

FSV Pivitsheide vs. SC Bad Salzuflen 2:1

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. FSV Pivitsheide 4:0

SC Bad Salzuflen vs. SG Hörstmar/Lieme 2:2

SG Hörstmar/Lieme vs. FSV Pivitsheide 2:2

SC Bad Salzuflen vs. SG Hiddesen/Heidenoldendorf 6:2

 

1.       SG Hiddesen/Heidenoldendorf 10:7 6 Punkte

2.       SC Bad Salzuflen 9:6 4 Punkte

3.       FSV Pivitsheide 4:7 4 Punkte

4.       SG Hörstmar/Lieme 5:8 2 Punkte

 

Bad Salzuflen und Pivitsheide scheitern knapp

(hk). Liebend gerne habe ich die fünf Euro Eintritt dafür geblecht, dass ich über die lippischen Hallenmeisterschaften berichten darf, sogar live vor Ort in Lemgo sein durfte. Was tut man nicht alles, um guten Fußball zu sehen, wie zunächst von der SG Hiddesen/Heidenoldendorf demonstriert, die ihre ersten beiden Gruppenspiele höchst überzeugend gewonnen hat. Nur knapp scheitern der SC Bad Salzuflen und der FSV Pivitsheide am Weiterkommen in das Halbfinale, sind vier Zähler doch zu wenig, um das Ausscheiden zu verhindern. Als einziges Team aus dieser Gruppe schafft es daher die SG Hiddesen/Heidenoldendorf zum Weiterkommen.

Von Henning Klefisch

 

Es fängt gut an für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Zunächst wird der Titel-Favorit aus Hörstmar/Lieme leicht und locker mit 4:1 abgekanzelt, es folgt ein satter 4:0-Sieg im Nachbarschaftsduell gegen FSV Pivitsheide. Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Markus Rüschenpöhler (Bild rechts) gilt als großer Analytiker, ist für ihn der dritte Rang im Endklassement von insgesamt 67 Teilnehmern gleichbedeutend mit einem „guten Auftritt“, der aber mit einer großen Enttäuschung endet. Dabei startet das Turnier doch wahrlich ansprechend, geht sein Team gegen die SG Hörstmar/Lieme doch früh in Führung, schluckt aber schnell den Ausgleich. Mit tollen Spielzügen gelingen dem Detmolder A-Ligisten noch drei weitere Tore, was ein Ausrufezeichen darstellt. Auf Wolke sieben schwebt der Stoiker Rüschenpöhler nicht nach dem deutlichen Sieg im zweiten Spiel, spricht er doch bei Lippe-Kick von einer „mittelmäßigen Leistung“, die zu diesem nie in Gefahr geratenen Sieg führt. 4:0 steht es letztlich gegen FSV Pivitsheide. Im finalen Gruppenspiel gegen den höherklassigen Kontrahenten aus Bad Salzuflen surfen die „jungen Fohlen“ vielleicht zu sehr auf einer Euphoriewelle, fehlt die nötige Ernsthaftigkeit. „Trotz aller Warnungen haben wir in diesem Spiel miserabel gespielt. Wir waren in der Rückwärtsbewegung sehr undiszipliniert, viele Ballverluste, Fehlpässe“, ist dieses 2:6 aus seiner Sicht nur allzu logisch.

SC Bad Salzuflen-Kicker Hamo Marhosevic (Bild links) wird keinen Kurztrip ins Tal der Tränen anstreben, um die Pille des Ausscheidens nun zu verdauen. Schließlich sind die Kurstädter nicht mit überbordenden Erwartungen in den Handball-Tempel gereist. „Es war okay. Wir haben nicht viel mehr erwartet“, sagt der Futsal-Zocker nach einem positiven Torverhältnis von 9:6 und vier Zählern. Überraschenderweise verlieren die Kurstädter gegen den wackeren B-Ligisten FSV Pivitsheide ihre Auftaktbegegnung mit 1:2. Zeitig geht der Sportclub in Führung, doch pennt bei einem Eckball, den Dennis Kran nach Vorlage von Jürgen Bolinger zum Ausgleich versenkt. Marhosevic kassiert wenig später eine zweiminütige Zeitstrafe: „Richtig lächerlich, das war wirklich gar nichts“, wäscht der Offensivmann seine Hände in Unschuld. Abermals Kran mutiert zum Pivitsheider-Matchwinner mit seinem zweiten Tor in diesem Spiel. Eine Leistungssteigerung ist beim 2:2 gegen Hörstmar/Lieme erkennbar, freut sich Marhosevic doch über ein „gutes Spiel“ seiner Mannschaft. Eine herausragende Abschlusspartie zeigen die Kurstädter, schlagen die SG Hiddesen/Heidenoldendorf deutlich mit 6:2, brillieren mit bemerkenswerten Kombinationen und einer wohltuenden Effizienz. „Wir haben uns gut vom Turnier verabschiedet. Dafür, dass wir kaum miteinander gespielt oder trainiert haben, ist das eine gute Bilanz mit vier Zählern”, so ein gut gelaunter Marhosevic.

Eine famose Visitenkarte gibt FSV Pivitsheide ab. Vier Punkte in drei Spielen, das ist eine wahrlich ordentliche Bilanz für den einzigen B-Ligisten in dieser Endrunde. Beachtlich ist der Startschuss aus Sicht des FSV Pivitsheide. Äußerst kompakt treten die Pivitsheider gegen die zwei Spielklassen höher spielenden Bad Salzufler an. Eine Maßnahme erklärt FSV-Spielertrainer Tobias Gatzke gegenüber Lippe-Kick: „Unser Ziel war es, Hamo aus den Spiel zu nehmen. Er ist beidfüßig gefährlich und wenn er nur ein bisschen Platz hat, dann schlagen die Bälle im Kasten ein“, ist dieser taktische Meisterzug vom Trainerfuchs Dima Charov voll und ganz aufgegangen. Nachdem bei den Schwarz-Gelben zunächst eine gewisse Unruhe erkennbar ist, steigern sie sich, holen verdientermaßen die volle Punktzahl durch einen 2:1-Erfolg. Sie vernachlässigen es massiv, den Schwung aus dem erfolgreichen ersten Spiel mitzunehmen, leisten sich einige Schlampereien im eigenen Spiel, offerieren Hiddesen/Heidenoldendorf zahlreiche Einladungen zum Toreschießen. Die klare 0:4-Klatsche entspricht den Verhältnissen auf dem Spielfeld. Die Voraussetzungen vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Hörstmar/Lieme sind klar. Ein Dreier ist erforderlich, um die zweite Position abschließend einzunehmen. Dieser wird mit dem 2:2 aber knapp verpasst. Ärgerlich, wie Gatzke befindet, wenn er deutlich macht: „Wir haben zwei dicke Chancen ausgelassen und ich hatte einen dummen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, der zum zwischenzeitlichen 1:1 geführt hat.“ Er empfindet es schlussendlich als „schade“, dass seine Mannschaft nicht siegreich ist, malt sich Gatzke doch hoffnungsfroh aus: „Denn wer weiß, wie weit es dann noch gegangen wäre“, hätte sich FSV Pivitsheide sicherlich noch weiter in diese Endrunde eingegrooved. Es überwiegt das Positive: „Trotzdem können wir mit der Leistung sehr zufrieden sein und als einziger B-Ligist so weit zu kommen, da kann man stolz drauf sein.“ Auch will er seine Dankbarkeit nicht außer Acht lassen: „Auch super war die Unterstützung unserer zahlreichen Fans. Da möchte sich die ganze Mannschaft nochmal ganz herzlich bei allen bedanken.“

Wie eine Löwenmutter beschützt Hörstmar/Lieme-Trainer Matthias Wölk seine Mannschaft, nimmt das Ausscheiden in der Gruppenphase auf seine Kappe: „Das war meine Schuld“, betont er im Lippe-Kick-Gespräch, kann er dies auch näher erläutern: „Ich habe es nicht geschafft, Spannung in die Mannschaft zu bekommen. Ich bin dafür zuständig, dass sie ihre Leistung abruft.“ So habe man zwar „mental versagt“, dennoch das Fußballspielen nicht komplett verlernt. Grundsätzlich ist die Lockerheit eine Hör/Lie-Stärke. „Wir haben eine sehr bescheidene Mannschaft. Arroganz oder Überheblichkeit war es auf keinen Fall“, stellt Wölk klar. Man wollte wie in der Zwischenrunde agieren, doch hat den berühmten Schalter nicht umlegen können. Er kreidet sich an, nicht regulierender eingegriffen zu haben: „Ich hätte die Zügel mehr anziehen sollen, die Jungs nach dem ersten Spiel aufwecken müssen“, nach der herben 1:4-Niederlage gegen die SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Ein Manko im Spiel vom Bezirksliga-Aufsteiger: „Wir haben keinen Plan B gehabt“, steht Hörstmar/Lieme zu hoch, agiert folglich zu risikoreich. Anders der Sieger: „Lemgo hat tief gestanden, immer auf Fehler der anderen gewartet.“ Als ein zusätzliches Problem hat sich herauskristallisiert, dass Leistungsträger wie Artur Esko, Phillip Born, Patrick Siebert und Arno Warkentin stark angeschlagen in die Endrunde gegangen sind. Untergehen wird die Welt nicht für die Spielgemeinschaft. „Es ist immer noch eine andere Sportart, die wir mit Futsal betreiben. Ab der Vorbereitung beginnt für uns die Sportart, die wir lieben: Fußball. Wenn der Ball wieder am Fuß ist, ist die Hallenserie vergessen“, ordnet er die Bedeutung richtig ein. Dreimal hat Hör/Lie in der Halle trainiert, hat man ganz bewusst die ganze Zeit den Fokus auf die Meisterschaft gelegt. So gänzlich überraschend kommt für ihn der Leistungsabfall vom Namensvetter aus Hiddesen/Heidenoldendorf nicht: „Du darfst während dem gesamten Turnier nicht mit dem Kopf runterfahren“, ist die 2:6-Niederlage gegen Bad Salzuflen für die Rüschenpöhler-Jungs der Anfang vom Ende gewesen. Wölk (Bild rechts) versteht seinen Kollegen: „Ich hätte vielleicht ähnlich reagiert, an der Abwesenheit von Christoph Rüschenpöhler alleine kann es nicht gelegen haben“, versteht er die Schonzeit im letzten Gruppenspiel. Immerhin hat sich der Futsal-Nationalspieler doch mit fiesen Magen-Darm-Problemen herumgeplagt. Für einige kommt der Titelgewinn des TBV Lemgo etwas überraschend. Auch Matthias Wölk hat eine klare Meinung zum Lokalrivalen: „Klar hat Lemgo kein gutes Image, aber so eine Missstimmung ist nicht fair im Amateurfußball. Das hat keiner verdient. Es hat sich in den letzten Jahren so entwickelt“, hat er hier eine negative Tendenz beobachtet. Als „megaschwach“ klassifiziert er die ersten beiden Gruppenspiele der Lemgoer, sieht er eine erhebliche Leistungssteigerung beim 2:1-Sieg über Augustdorf. In den K.-o.-Spielen haben die Lemgoer Herz, Leidenschaft und fußballerisches Können gezeigt, überragend gezockt. Zu Recht ist folglich auch Zalem Özmen zum besten Turnier-Spieler gewählt worden. „Wenn man das ganze Turnier betrachtet, sind sie nicht der verdiente Sieger. In der Endrunde hat sich das so entwickelt. Das Niveau insgesamt war gut“, meint Wölk abschließend.

Werbegruppe OWL Sport

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