Connect with us

Hallenfussball

Kalletalmeisterschaften 2019 – Der Nachbericht

Der Favorit setzt sich durch, doch vor vollen Rängen sind auch in diesem Jahr die Kalletalmeisterschaften einmal mehr ein großer Erfolg. Lippe-Kick macht es wieder umfangreich.

Brand(beschleuniger) & Co machen Sevgül froh

 

Kalletalmeisterschaften 2019 (hk). Keine großartige Überraschung erleben die vielen Zuschauer – rund 200 begeisterte Beobachter – bei den diesjährigen Kalletalmeisterschaften. Mit einer gesunden Mischung aus Qualität und Mentalität gewinnt die favorisierte SG Bentorf/Hohenhausen das Turnier, dies sogar hochverdient. Ein kleiner Wermutstropfen für die Liebhaber von Überraschungen: Bis auf das 2:2 im SG-Duell zwischen Bentorf/Hohenhausen und Talle/Westorf bleiben die unerwarteten Resultate gänzlich aus.

Von Henning Klefisch

 

Ben/Hoh ist von Coach Naki Sevgül exzellent eingestellt worden. Vom ersten Spiel an merkt man dem etablierten A-Ligisten an, dass sie diesen Wettbewerb ernst nehmen, gallig und gierig performen, zudem auch über die fußballerische Klasse verfügen, um den Titel zu verteidigen. Im ersten Match kommt es direkt zu einem Duell mit einem harten Brocken, stellt sich doch der mutige A-Liga-Aufsteiger SG Kalldorf in den Weg. Es geht eng zur Sache. Der wieselflinke, trickreiche und fußballerisch äußerst hochwertig agierende „Brand-Beschleuniger (Bild rechts)“, Vorname Niklas, krönt sich zum Matchwinner beim 1:0-Erfolg. In einigen Szenen könnte man meinen, dass das Bentorfer Eigengewächs seine ersten fußballerischen Gehversuche an der Copacabana unternommen hat, wenn man seine Technik beobachtet. Deutlich besser im Vergleich zum Kalldorf-Spiel läuft es im folgenden Spiel gegen den FC Unteres Kalletal. Die Spielgemeinschaft spielt flüssiger, mit mehr Selbstverständlichkeit im eigenen Spiel. Der technisch so beschlagene Severino-Valentino Westhoff trifft zur Führung, Marvin Siekmeier und Brand erhöhen schnell auf 3:0. In der Abwehr steht Ben/Hoh meist stabil. Meist, denn einen leichten Lapsus im Aufbauspiel nutzt UK zum zwischenzeitlichen 1:3. Siekmeier und Brand tanzen auch in diesem Spiel den Tore-Swag, erhöhen zum 5:1-Sieg. Statt mit diesem Rückenwind weiter mutig nach vorne zu spielen, folgt eine mäßige Leistung. Die Konsequenz: Ein 2:2 gegen den Namensvetter und Außenseiter aus Talle/Westorf. Der ehrgeizige Herr Sevgül spricht von einer „miserablen Vorstellung.“ Auch die Tore von Brand und Löber stimmen ihn nicht versöhnlich, kritisiert er doch deutlich: „Unser Spiel war sehr aufgeregt, zerfahren, lauffaul“, sichert sich sein Ex-Verein den einen Zähler doch „mit Glück und Geschick.“ So ist Ben/Hoh im letzten Gruppenspiel gegen den TuS Lüdenhausen bereits merklich unter Druck, um den begehrten Pott zu verteidigen. Dreimal traf Löber, Leon Hartwig zweimal und Brand, Westhoff und Marvin Hartwig je einmal – zaubern sie doch mit höchst ansehnlichen Toren beim deutlichen Kantersieg. Naki Sevgül befindet im Lippe-Kick-Gespräch: „Sehr angenehm war der Verlauf des Turniers, weil die Mannschaften sehr sportlich fair miteinander umgegangen sind.“ Lippe-Kick fragt: Was war das Erfolgsrezept? Chefkoch Sevgül antwortet in glänzender Super Bowl-Rhetorik: „Wir waren meist zielsicher in der Offense und gut strukturiert in der Defense, kam zum Ganzen auch Spielfreude und Leichtigkeit hinzu. Die Mischung in der Truppe hat gepasst“, ist dies das Erfolgsrezept für die Titelverteidigung.

Den zweiten Rang sichert sich der zweite A-Ligist in diesem Teilnehmerfeld, die SG Kalldorf. Als „sehr zufrieden“ beschreibt sich SG-Trainer Stephan Brill (Bild links). Immerhin hat seine Mannschaft doch die Hausaufgaben pflichtgemäß erledigt. Nur die Kür ist misslungen. Was er unzweideutig meint: Als „ärgerlich“ charakterisiert er die 0:1-Auftaktniederlage gegen den Triumphator SG Bentorf/Hohenhausen. Auch eine Punkteteilung in diesem ersten Spiel hätte er als „möglich“ betrachtet. Die SG Talle/Westorf wird mit 3:1, Lüdenhausen mit 4:1 und Unteres Kalletal mit einem 2:0-Sieg bezwungen.

S. Brill

Insgesamt herrscht bei Brill daher ein hoher Wohlfühlfaktor, ist die Organisation und die Verpflegung sehr ansprechend gewesen. „An der prall gefüllten Halle hat man gesehen, dass dieses Turnier angenommen wird“, hat sich der Autor dieser Zeilen selbst ein Bild davon machen können, dass nur wenige Sitzplätze verfügbar sind, so stark frequentiert ist die Mehrzweckhalle in Hohenhausen. Ein leiser Kritikpunkt von Brill: „Man hätte den Spielplan anders gestalten können, lässt die beiden A-Ligisten das letzte Spiel gegeneinander bestreiten. Dann hätte man vielleicht ein echtes Endspiel gehabt.”

Nicht vergnügungssteuerpflichtig ist die Veranstaltung für den FC Unteres Kalletal. Schon das Premierenspiel in diesem prestigeträchtigen Wettkampf wird verloren. Gegen den Turnierfavoriten aus Bentorf/Hohenhausen finden die Rot-Weißen keine Beziehung zur Partie, gewähren den Gegenspielern zu viel Freiraum. Im Verlauf der Partie tritt in dieser Disziplin aber eine Besserung ein, steigert sich auch die läuferische Komponente sehr.

S. Mingram

UK-Coach Sven Mingram (Bild rechts) zeichnet es aber aus, dass er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält, klar und deutlich macht, nichts in sich hineinfrisst: „Wir hatten uns mehr erhofft, haben im Endeffekt ein schwaches Turnier gespielt.“ Und: „Man muss sagen, dass es groß keine Überraschungen gab, so wie das Leistungsniveau bei den Mannschaften ist, so waren eigentlich auch die Platzierungen“, hätte der passionierte Tipper nicht allzu viel Monetäres erwirtschaftet.

Philip Pröhlemeier, der interimsweise Cheftrainer Tim Schauf ersetzt, zeigt sich ein wenig enttäuscht vom Auftreten seiner Mannschaft, findet er doch kritische Worte: „Leider konnten wir das, was wir uns vorgenommen haben, nicht zu 100 Prozent auf das Parkett bringen und mussten uns so leider mit dem vierten Platz zufriedengeben“, muss man immerhin nicht ein Jahr lang die rote Laterne durch das Dorf tragen. Stupide Defizite beim Stellungsspiel sorgen dafür, dass die Pleite gegen Ben/Hoh äußerst schmerzhaft ausfällt.

Die negativen Gedanken möchte Pröhlemeier (Bild links) aber nun schnellstmöglich abstreifen, erwähnt er doch bei Lippe-Kick wenig nachtragend: „Jetzt gilt es, das Turnier abzuhaken und den Fokus auf eine erfolgreiche Rückrunde zu legen.“ Löbliche Worte findet der Leader für die Darbietung vom Ligakonkurrenten SG Talle/Westorf, ist es den Gehrmännern doch als einziges Team im gesamten Turnier gelungen, dem Dominator Bentorf/Hohenhausen einen Punkt abzuknöpfen. „Abschließend möchte ich der SG Ben/Hoh natürlich noch zum verdienten Turniersieg gratulieren“, präsentiert sich der Team Lemgo-Auswahlspieler aus dem Jahr 2016 als fairer Verlierer.

Sie werden unter Wert geschlagen. Dass die Spielgemeinschaft aus Talle/Westorf mit einem Zähler aus vier Matches die diesjährigen Kalletal-Wettkämpfe beendet, entspricht nicht den Verhältnissen auf dem Spielfeld. Coach Oliver Gehrmann begründet via Lippe-Kick: „In den ersten beiden Spielen war sicherlich mehr drin und wir hätten jeweils mindestens einen Punkt verdient gehabt.“ Immerhin steht Talle/Westorf doch im Defensivbereich sicher, erspielt sich zudem einige ansprechende Möglichkeiten. Für das Glanzlicht des Tages wird mit dem 2:2 gegen das beste Team aus Bentorf/Hohenhausen gesorgt. „In dem Match war viel Feuer drin. Wir hätten das Spiel sogar mit ein bisschen mehr Glück gewinnen können“, mutmaßt Gehrmann, will aber auch nicht das Trauerlied anstimmen: „Aber als einzige Mannschaft haben wir gegen den Sieger des Turniers einen Punkt geholt, damit kann ich leben.“ In der finalen Begegnung schließlich fehlen die erforderlichen Körner, findet man nicht mehr richtig in die Zweikämpfe, lässt es auch an der defensiven Sorgfalt schmerzlich vermissen. „Am Ende haben wir einen Punkt aus vier Spielen, was eigentlich für die recht gute Leistung meiner Mannschaft ein bisschen wenig ist“, konstatiert Gehrmann. Zuvorderst ist für ihn von großer Bedeutung, dass es keine schwerwiegenden Verletzungen bei diesem Turnier gibt, macht er letztlich deutlich: „Ich wünsche allen Teams einen guten Start ins neue Jahr.“

Werbegruppe OWL Sport

More in Hallenfussball