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Regionalliga West

RW Oberhausen – Scheelen hat den Lymphdrüsenkrebs besiegt

Alexander Scheelen hat den Krebs besiegt, kickt wieder mit. Lippe-Kick hat mehr dazu und zu verlegten Spielen.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl”

 

Der traurige Teil der Geschichte beginnt am Samstag, den 14. April 2018: Rot-Weiß Oberhausen besiegt die Zweitvertretung des 1. FC Köln mit 2:0. Auf dem Platz wirbelt Alexander Scheelen, fängt sich die Gelbe Karte ein und wird nach 62 Minuten Kampf ausgewechselt. Danach wird es still um den Mittelfeldmotor.

Nach diesem 30. Spieltag der Saison 2017/18 kehrt Scheelen ohne Angabe von Gründen nicht mehr in den RWO-Kader zurück. Niemand ahnt, dass bei dem Publikumsliebling wenig später ein geschwollener Lymphknoten im Leistenbereich gefunden wurde, der sich nach einschlägiger Untersuchung als bösartiger Tumor des Lymphsystems (Hodgkin-Lymphom) erweist. Erst nach der Saison – vier Wochen später – wird die Erkrankung publik gemacht. Ein Zeitpunkt, zu dem viele Mechanismen schon gegriffen haben und „Alex“ mit seiner Familie gelernt hat, mit der neuen Situation umzugehen. Ein erster Therapieblock wurde erfolgreich beendet. Aber erst ein Gespräch mit Ex-Profi Benjamin Köhler (u.a. Union Berlin) machte ihm Mut, öffentlich über die Erkrankung zu sprechen. „Ich werde zurückkommen“, kündigte er damals an.

270 Tage später folgte das „Happy End“: Am Mittwochmorgen, den 9. Januar 2019, traf sich der Oberhausener Regionalliga-Kader, um sich auf die erste gemeinsame Einheit nach dem Jahreswechsel vorzubereiten. „Trainingsbeginn um 10 Uhr“, lautete die Ansage von Cheftrainer Mike Terranova. Für Scheelen begann der Tag noch früher, denn unmittelbar vor dem Aufgalopp holte er sich das letzte, das entscheidende MRT-Ergebnis ab: „Alles gut!“ Grünes Licht für ein Comeback! Alexander Scheelen hat den Kampf gegen den Lymphdrüsenkrebs gewonnen!

Unsere „Nummer 26“ spricht im Interview über die Leidenszeit, die Gedanken während der Behandlung und das Comeback:

Herzlich willkommen zurück, Alex! Schön, Dich wieder im Kreis der Mannschaft zu sehen. Wie geht es Dir nach den ersten Trainingseinheiten im mit der Truppe?

Vielen Dank. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl! Ich fühle mich gerade wie ein kleines Kind, das wieder spielen darf. (lacht) Einfach wieder dabei zu sein, mit der Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, ist ein klasse Gefühl. In den letzten Tagen konnte ich es kaum abwarten, dass es wieder losgeht und ich Vollgas geben kann.

Aber Du warst ja nie wirklich weg…

Stimmt. Ich war beim Großteil der Spiele in der Hinrunde im Stadion. Das war eine Qual.  Da nicht mitmachen und helfen zu können – vor allem, wenn man weiß, dass man sehr lange fehlt – tut extrem weh. Was mir jedoch sehr geholfen hat, war die Tatsache, dass ich während meiner Erkrankung regelmäßig Kontakt zur Mannschaft hatte. Ich war immer in der Nähe. Das war gut und wichtig.

Die Chemotherapie hat Dich sehr viel Kraft gekostet. Aber Du wirkst schon wieder sehr spritzig und voller Tatendrang. Wie funktioniert das, dass Du Dich doch relativ zügig wieder an das Mannschaftstraining herangearbeitet hast?

Ich war kräftemäßig am Ende. Für einen jungen Menschen wie mich ist es einfach ein riesiger Kräfteschwund. Man denkt immer, für einen jungen Mann ist die Therapie leichter zu verpacken. Aber das stimmt nicht. Man muss sich vorstellen, dass jemand wie ich, der voll im Saft stand, durch die Chemo nicht nur seine bösartigen Dinge im Körper zerstört. Auch die Gutartigen werden komplett vernichtet. Und bei einem jungen Mann ist die Fallhöhe eine ganz andere, als beispielsweise bei einem älteren Mann, der ohnehin aus natürlichen Gründen schon abgebaut hat. Man denkt nicht darüber nach, dass das alles mal weg sein könnte. Aber genau das trat in der Behandlung dann ein. Der Weg zurück zu meiner Energie war sehr lang. Es zog sich tatsächlich ein halbes Jahr hin, bis ich kräftemäßig annähernd wieder an dem Punkt war, den ich kannte. Ich hatte zeitweise nicht mal die Kraft, mir vernünftig die Zähne zu putzen. Das muss man sich mal vorstellen. Als es mir besser ging, bin ich dann auch wieder zum Training gegangen. Ich habe mich in der Mannschaftskabine umgezogen – aber immer ein bisschen abseits. Ich hab mein eigenes Ding gemacht. Jetzt bin ich offiziell wieder gesund geschrieben und wieder da. Natürlich fehlt mir noch die Ausdauer. Aber auch das wird kommen. Ich mache ich mir jetzt keinen Druck. Das Ziel ist in greifbarer Nähe.

Das Ziel, das Du ansprichst, ist der Tag des Comebacks in der Liga. Die ersten Spielminuten konntest Du am vergangenen Freitag beim 3:0-Testspielsieg in Bocholt sammeln. Irgendwann wirst Du auch in der Meisterschaft die Chance bekommen und der Trainer wird Dir die ersten Einsatzzeiten geben. Wie sehr blickst Du diesem Moment entgegen?

Oh ja. Dieser Moment wird kommen. Und ich glaube, es wird emotional. Gar keine Frage. Die ersten Spielminuten in Bocholt haben schon Spaß gemacht. Aber ehrlich gesagt, mag ich es nicht, im Mittelpunkt zu stehen. Ich freue mich riesig, wieder vor den Fans aufzulaufen, Gas zu geben, keine Rücksicht mehr auf irgendwas nehmen zu müssen. Einfach wieder 100 Prozent in jedem Zweikampf geben – so, wie man mich vor der Krankheit kannte. Ich fiebere diesem Moment sehr entgegen, aber dann bin ich auch genauso froh, wenn er vorbei ist. Dann weiß ich: Ich bin wieder voll und ganz angekommen. Das war das Ziel, für das ich die ganze Zeit gekämpft habe.

 

 

Spielverlegung auf Freitagabend – Flutlichtspiel gegen Wuppertal

Nachdem der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) vor einigen Tagen die Spieltermine für die Regionalliga-Spieltage 22 bis 28 veröffentlicht hat, haben sich Rot-Weiß Oberhausen und der Wuppertaler SV darauf verständigt, das Spiel vom 28. Spieltag zu verlegen.

Gespielt wird nun am Freitag, 5. April, um 19:30 Uhr im Stadion Niederrhein.

Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und im RWO-OnlineTicket Shop (www.lms-ticket.de/rwo) sowie über die Tickethotline (01803/019040, 0,09 €/Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 0,42 €/Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz).

 

RSV Meinerzhagen kommt nach Oberhausen

Test gegen Westfalenligist an die Lindnerstraße verlegt

 

Rot-Weiß Oberhausen testet gegen den RSV Meinerzhagen. Entgegen der bisherigen Planungen findet das Spiel am Samstag, 26. Januar, nicht in Meinerzhagen, sondern an der Lindnerstraße in Oberhausen statt.

Ab 15 Uhr empfängt das Regionalliga-Team den Tabellenzweiten der Westfalenliga 2 auf dem Gelände des evo-Nachwuchsleistungszentrums.

Der Eintritt zum zweiten Testspiel des Kalenderjahres ist frei. Die Verpflegung erfolgt für alle Zuschauer über den VIP-Raum.

 

Quelle: Pressemitteilung RW Oberhausen

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