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Regionalliga West

Lippes Ex-Bundesligaspieler Brinkmann im Interview

Meinungsstark und ehrlich, so präsentiert sich Daniel Brinkmann im Lippe-Kick-Interview. Was der gebürtige Bad Meinberger zu sagen hat, erfahrt Ihr im folgenden Link.

„Die guten Spieler werden immer ihren Weg gehen“

 

Regionalliga West (hk). Es kommt ausgesprochen selten vor, dass es aus dem legendären Fürstentum Lippe ein Fußballer in die Bundesliga schafft. Der mittlerweile 33-jährige Daniel Brinkmann hat bundesweit Schlagzeilen gemacht, als er 2011 mit dem FC Augsburg erstmalig in die Bundesliga aufgestiegen ist. Davor kickte er beim SC Paderborn und Alemannia Aachen zweitklassig, ehe er nach dem Gastspiel in der Fuggerstadt noch beim FC Energie Cottbus und Arminia Bielefeld fußballerisch aktiv war. Seit Januar 2017 steht er beim Regionalligisten SC Wiedenbrück unter Vertrag, nahe seiner Heimat Fissenknick, wo er mit seiner vierköpfigen Familie wohnt. Im Interview mit Lippe-Kick-Chefreporter Henning Klefisch nimmt er zu verschiedenen Themen Stellung. Brinkmann hat viel zu erzählen, bereitet sich auf die Karriere nach der Karriere vor. Er absolviert im kommenden März seine A-Lizenz, hat letztes Jahr den Elite-Jugend-Trainer-Schein abgeschlossen.

 

 

Lippe-Kick: Deine ersten fußballerischen Gehversuche hast Du in Lippe beim TuS Horn-Bad Meinberg, beim SV Diestelbruch/Mosebeck und beim TuS Eichholz/Remmighausen unternommen. Wie bewertest Du die Entwicklung dieser drei Teams?

 

Daniel Brinkmann: „Ganz unterschiedlich. Beim TuS Horn-Bad Meinberg hat man kürzlich keine positive Entwicklung gesehen, generell. In der Jugend ist die eine oder andere Mannschaft nicht besetzt. Im Seniorenbereich spielen sie Kreisliga A. Der TuS hat einmal Verbandsliga gespielt. Das ist ein großer Einschnitt, haben sie sich doch zumindest ein paar Jahre in der Bezirksliga gehalten, besonders zu Zeiten eines Wolfgang Wächters. Da ist die A-Liga schon ein bisschen schade. Diestelbruch/Mosebeck glänzt mit einer guten Jugendabteilung, einem familiären Gefühl und sie bauen ein gutes Vereinsleben auf. Da ist es in Ordnung, wenn die erste Mannschaft Kreisliga A spielt. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch in die Bezirksliga aufsteigen können, glaube aber, dass dies eine Fahrstuhlgeschichte zwischen Bezirksklasse und A-Klasse wird. Di-Mo macht es insgesamt gut. Man hat immer das Gefühl, wenn man auf dem Platz ist, mit irgendeiner Mannschaft, dass da ein Zusammengehörigkeitsgefühl besteht. Es ist äußerst positiv, dass sie einen sehr guten Kunstrasenplatz haben. Wenn ich mich an meine Zeit zurückerinnere, da gab es in Mosebeck den Platz, den ich zwar auch gut fand, den schönen Rasenplatz, wo du das ganze Jahr aber nicht richtig trainieren konntest. Das neue Spielfeld ist toll, wo du das ganze Jahr über spielen kannst, mit Flutlicht und dem Klubhaus daneben. Das ist eine großartige Geschichte. Man sieht trotzdem auch hier, dass sie mit anderen Mannschaften zusammenarbeiten müssen, um Jugendmannschaften vollzubekommen. In Remmighausen bin ich nicht ganz so im Thema. Ich weiß, dass die erste Mannschaft in der Kreisliga B spielt.“

 

Lippe-Kick: Auffällig ist, dass es seit 2014 keinen lippischen Landesligisten mehr gibt. Woran könnte dies liegen?

 

Brinkmann: „Es ist mit Sicherheit so, dass man auch auf diesem Niveau Geld braucht, um höher zu kommen. Von Einzelbeispielen habe ich gehört, dass Spieler den Verein wechseln, weil sie mehr Geld kassieren. Auch wenn es unromantisch und nicht so ist, wie man sich den Fußball vorstellt, muss man dafür auch ein wenig Verständnis aufbringen. Für Lippe, speziell auch den FuL-Kreis Detmold, wäre es auch mal gut, wenn der eine oder andere größere Sponsor in die Vereine käme, damit man auch schaut, dass hier was geregelt wird. Firmen gibt es ausreichend, aber es ist ein brisantes Thema. Für so etwas braucht man viel Leidenschaft für den Fußball. Man muss auch immer so ein bisschen positiv verrückt sein, dass man so etwas macht, letztendlich einen Kreis- und Bezirksligaverein so zu pushen, dass er mal zwei Ligen höher kommt. Dafür muss man schon ordentlich Geld in die Hand nehmen. Ich kann auch verstehen, dass sich manch ein lippischer Unternehmer zwei-, drei-, viermal Gedanken darüber macht und dann zum Entschluss kommt, dass er es nicht möchte. Es ist schwierig, aber ohne Geld ist es nicht möglich.“

 

Lippe-Kick: Nach meinem Kenntnisstand hast Du während deiner Profikarriere auch aufmerksam die dortige Amateurszene beobachtet. Was sind die markanten Unterschiede zum lippischen Fußball?

 

Brinkmann: „Es gibt Unterschiede. Wenn ich an meine Zeit in Augsburg zurückdenke, dann wird das Ehrenamt noch ganz anders gepflegt. Es gibt mehr Leute, die ehrenamtlich für die Vereine tätig sind, sich gerne am und im Klubhaus aufhalten, gerne auf dem Platz sind, viel mehr organisieren. Im lippischen Fußball sind es häufig Einzelkämpfer, die oft nur zwei, drei, vier unterstützende Personen dabeihaben. Vor diesen Leuten ziehe ich den Hut. Ich habe das selbst bei meiner Mutter erlebt, die zehn Jahre lang die Jugendleitung beim TuS Horn-Bad Meinberg übernommen hat. Sie investieren unendlich viel Zeit, vernachlässigen teilweise ihre eigenen Jobs, weil sie so viel Zeit investieren müssen, werden aber nicht so unterstützt, wie sie es eigentlich bräuchten. Das ist in Bayern definitiv anders, wenn es um die Pflege der Anlagen geht, auch um die Betreuung der Jugendmannschaften. Das ist ein Unterschied.“

 

Lippe-Kick: Du bist einer von ganz wenigen lippischen Fußballern, die es bis in die Bundesliga geschafft haben. Woran ist dies festzumachen?

 

Brinkmann: „Es ist unheimlich schwer, in den Profifußball zu kommen. Da gehört auch ein Quäntchen Glück dazu. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt an zu wenig Jugendarbeit festmachen würde. Ich glaube, die guten Spieler und die es auch wirklich wollen, werden immer ihren Weg gehen. Es fällt mir aber schwer, ein Pauschalurteil zu fällen, warum es seit ein paar Jahrzehnten in Lippe so ist.“

 

Lippe-Kick: Warum hast du es geschafft?

 

Brinkmann: „Ich glaube, dass ich immer viel dafür investiert habe, es unbedingt wollte. Dazu hatte ich auch ein wenig Talent. Daher habe ich versucht, daraus ein bisschen etwas zu machen. Das ist mir gelungen, weil ich es mir erarbeitet habe, ich aber auch zum richtigen Moment das notwendige Glück hatte. Auch war ich mutig genug, den Schritt in der D-Jugend nach Paderborn zu gehen.“

 

Lippe-Kick: Gibt es Trainer, die dich besonders unterstützt haben?

 

Brinkmann: „Klar, Pavel Dotchev, der in der D-Jugend mein erster Trainer war, später auch in der ersten Mannschaft. Auf jeden Fall hat mir auch Jos Luhukay geholfen, der mir in Paderborn die Tür in der zweiten Liga geöffnet, mich nach Augsburg geholt hat. Mit ihm habe ich fünf Jahre zusammengearbeitet. Ihn halte ich für einen hervorragenden Trainer. Als ich mit ihm zusammengearbeitet habe, war ich Anfang, bis Mitte Zwanzig. Da ist es dann noch einmal etwas anderes, als bei einem gestandenen Familienvater Anfang oder Mitte Dreißig. Da entwickelt sich eine intensivere Beziehung in jüngeren Jahren. Jeder Spieler hat seinen „Fußball-Papa“, der auch den Weg aufgezeigt und den Spieler gefördert hat. Zu meinem langjährigen Co-Trainer Markus Gellhaus habe ich noch regelmäßig Kontakt. Er kommt auch aus der Region, aus Bad Lippspringe.“

 

Lippe-Kick: Die Tendenz ist auffällig: Immer mehr Spielgemeinschaften entstehen, im Jugend- und im Seniorenbereich. Wie kann man diesen Negativtrend stoppen?

Brinkmann: „Das ist schwer. Grundsätzlich finde ich das auch nicht schlecht. Die Alternative dazu ist nur, dass noch mehr Vereine kaputtgehen. Wir sind relativ ländlich aufgestellt, haben hier nicht so diese Ballungszentren. Früher gab es nicht so viele Alternativen. Es gibt auch andere Sportarten, die im Vergleich zu früher mehr eine Rolle spielen. Wenn du etwa um die Weihnachtszeit Fernsehen guckst: Es wird Dart gespielt, Handball ist vielleicht auch ein bisschen mehr geworden. E-Sportsentwicklung ist auch nicht zu verachten. Viele gehen auch aus Lippe erst einmal weg, um zu studieren.“

 

Lippe-Kick: Könnte auch die G9-Entwicklung eine Rolle spielen?

 

Brinkmann: „Auch G9 könnte ein Thema sein. Die schulische Ausbildung ist unheimlich wichtig. Das habe ich mir als Vater vorgenommen, auch meinen Kindern dies zu predigen, dass erst einmal die Schule kommt, dann ganz lange nichts. Das ist das A und O. Die Zukunft sollte man nicht auf dem Sport aufbauen. Wenn sich das dann entwickelt, ist das schön. Aber so etwas ist nicht planbar.“

 

Lippe-Kick: Wäre mehr Sportunterricht in den Schulen eine Möglichkeit?

 

Brinkmann: „Das finde ich positiv. Ich habe schon das Gefühl, dass alles sehr auf das Handy und auf neue Medien fokussiert ist. Mich stört das auch, wenn du am Esstisch sitzt und zwei Leute haben ein Handy in der Hand. Wir versuchen auch unsere Regeln aufzustellen, etwa abends auf dem Sofa, dass so etwas nicht überhand nimmt. Auch wir Erwachsene können uns nicht davon freisprechen. Wenn ich überlege, wie oft wir zum Handy greifen. Wir leben es letztlich der jüngeren Generation vor. Das ist kein ganz schöner Trend, finde ich. So etwas ist das, was uns davon abhält, uns zu bewegen oder andere Sachen zu machen. Wir brauchen uns nichts vormachen: Die Motorik wird schlechter. Man wird schneller übergewichtig. Wenn man eine Karriere starten möchte, wird es immer schwieriger, wenn man mit solchen Grundvoraussetzungen startet.“

 

Lippe-Kick: Stellt der E-Sports eine Gefahr für den „richtigen“ Fußball dar?

 

Brinkmann: „Aus meiner Sicht nicht. Das ist eine persönliche Haltung. Klar gibt es immer wieder neue Trends, aber E-Sports an sich wird man nicht in großen Stadien spielen, den Rasen nicht riechen. Man hat keinen richtigen Ball. Vielleicht werde ich irgendwann eines Besseren belehrt, was ich aber nicht gut finden würde. Ich glaube, das kann mal so mitlaufen, aber das muss nicht größer werden, als es sein muss.“

 

Lippe-Kick: Futsal ist derzeit auch in Lippe ein großes Thema. Die Cherusker Detmold sind durchaus erfolgreich. Deine Meinung?

 

Brinkmann: „Ich bin kein Riesen-Futsal-Fan. Mir gefällt dieser Ball nicht. Ich schieße selber unheimlich gerne. Diesen Ball kannst du nicht mit richtig Druck auf das Tor bringen, sodass das Netz richtig flattert. Vom Passspiel ist es natürlich schön, es sieht ästhetisch aus. Ich finde auch gut, dass so etwas gemacht wird. Die Cherusker haben ein paar richtig gute Jungs, wenn ich an die Felker-Brüder denke. Es hat für mich aber mit Fußball und elf gegen elf nichts zu tun. Deswegen muss ein richtig guter Futsal-Spieler nicht ein richtig guter Spieler draußen sein. Dort sind andere Sachen gefordert. In der Halle auf kleinem Raum kannst du gewisse Sachen kompensieren. Für mich ist das nicht vergleichbar und kein Ersatz zum richtigen Fußball.“

 

Lippe-Kick: Manager Michael Grundmann vom Post TSV Detmold, der den Großteil der Cherusker Futsal-Truppe stellt, hat gegenüber Lippe-Kick zuletzt mit guten Argumenten dargelegt, dass es keinen plausiblen Zusammenhang zwischen der nicht wunschgemäß verlaufenen Hinserie in der Bezirksliga 3 und der Futsal-Serie gibt. Wie bewertest Du dies?

 

Brinkmann: „Das spielt natürlich eine Rolle. Jeder, der an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Leistungsgedanken Sport macht, der ist am zweiten Tag nicht mehr so fit wie am ersten Tag. Man hat es auch im Kopf, dass man am zweiten Tag wieder ein Spiel hat. Das kann nur dazu führen, dass man nicht an beiden Tagen bei 100 Prozent ist. So wie ich Post von den Einzelspielern kenne, ist das für mich eine Mannschaft, die von den Spielern her in dieser Bezirksliga aufsteigen muss, zumindest um die ersten drei Plätze mitspielen müssen. Ich habe zuletzt einige Spiele gesehen, auch Neuenbeken gegen Nieheim. Vor diesen Mannschaften muss sich Post nicht verstecken.“

 

Lippe-Kick: Nach zahlreichen Jahren in den ersten drei Ligen spielst Du zurzeit beim SC Wiedenbrück, derzeit 20 Punkte, Drittletzter in der Regionalliga West. Ist es die räumliche Nähe zu deinem Heimatort Fissenknick, die sportliche Perspektive?

 

Brinkmann: „Ja, das ist es im Prinzip. Als ich mich für den SC Wiedenbrück entschieden habe, hat auch die Langfristigkeit des Vertrages eine Rolle gespielt. Dadurch, dass ich für viereinhalb Jahre unterschrieben habe, ist es ein Vorteil. Ich werde 36 Jahre alt, wenn der Vertrag ausläuft. Das ist dann ein ganz ordentliches Alter für einen Fußballer. Das heißt aber nicht, dass ich dann aufhören möchte. Stand jetzt habe ich definitiv Lust, so lange zu spielen, wie ich mich wohl fühle. Eher höherklassig. Sonst würde ich sagen, ich spiele noch ein wenig in der Traditionsmannschaft oder bei den Alt-Herren, weil ich dem Fußball immer verbunden bleiben möchte. Stand jetzt kann ich mir schwer vorstellen, dass ich noch einmal Kreis- oder Bezirksliga spiele. Weil ich den Fußball auch als immer noch sehr ernste Geschichte sehe, würde ich mir sagen: Jetzt hast du 20 Jahre lang unter Druck Fußball gespielt, jetzt spiele doch einfach mal zum Spaß in irgendeiner Alt-Herren-Truppe – einer Traditionsmannschaft. Im Moment fühle ich mich gut und kann mir auch vorstellen, weiter auf hohem Niveau zu spielen.“

 

Lippe-Kick: Was zeichnet euren Verein aus? Zuschauer sind es leider nicht, wie ich am eigenen Beispiel miterlebt habe, als ich ein Gastspiel vom 1. FC Köln U23-Team besuchte.

 

Brinkmann: „Es spielt eine Rolle, was du für einen Fußball spielst, ob du erfolgreich bist. Letztes Jahr, als wir erfolgreicher waren, hatten wir einen etwas höheren Zuschauerschnitt als nun. Der Erfolg ist natürlich das Einfachste. Letztlich ist Wiedenbrück auch keine Fußball-Hochburg. Es ist schwer, gerade die jüngere Generation ins Stadion zu locken. Im Verein wird wunderbar gearbeitet, der Verein hat super Mitarbeiter. Ich fühle mich in Wiedenbrück unheimlich wohl, da es den Verein auszeichnet, dass man unheimlich ruhig arbeiten kann, auch wenn es mal nicht so läuft, wie leider diese Saison. Die Spieler werden nicht an den Pranger gestellt. Die Medien sind ruhig, sodass du keinen Stress hast. Das habe ich auch schon anders erlebt. In Augsburg war es allerdings auch so, dass wir Ruhe hatten. Der Verein hat das vorgelebt, die Medien haben das so übernommen. Es gibt auch Vereine, die sind von Grund auf etwas hektischer. Das hat gar nicht etwas mit den Führungspersonen zu tun, sondern vielmehr mit der Region oder der Tradition des Vereins, wie in Aachen und Bielefeld. Das liegt auch daran, dass Bielefeld eine ganz andere Geschichte hat als Augsburg zu der damaligen Zeit. Es ist angenehm, wenn man so ruhig wie in Wiedenbrück arbeiten kann.“

 

Lippe-Kick: Wie bewertest Du grundsätzlich das Niveau und die Zusammensetzung der Regionalliga West – die stärkste 4. Liga in Deutschland?

 

Brinkmann: „Ich glaube schon. Das ist ja auch allgemein in Fußball-Deutschland der Tenor, dass die West-Staffel zusammen mit der Regionalliga Südwest am stärksten ist. Das liegt auch am Ruhrgebiet und dem Rheinland, wo du ein unglaubliches Ballungszentrum hast. Die Liga ist spannend. Du hast einen Aufsteiger wie Herkenrath oder Kaan-Marienborn. Du hast aber auch Traditionsklubs dabei, wie Aachen, wie Wuppertal, Oberhausen oder RW Essen. Du hast Vereine dabei, wo jeder weiß, dass da viel Geld hineingeschossen wird wie Viktoria Köln, auch Rödinghausen – Uerdingen war es letztes Jahr. Das ist schon eine kleine Wundertüte, sehr spannend und sehr abwechslungsreich. Dazu kommen die Vereine, die chronisch pleite sind, die Klinken putzen müssen, um die Lizenz zu bekommen – zuletzt etwa Wattenscheid, Herkenrath und Wuppertal.“

 

Lippe-Kick: Über die Aufstiegsregelung in den Regionalligen wird im Prinzip schon fast eine Doktor-Arbeit verfasst. In jeder Liga steigt der Meister auf, in der Viertklassigkeit ist das aber nicht der Fall. Wie siehst du das?

 

Brinkmann: „Die Aufstiegsregelung ist generell schwierig. Vier Regionalligen könnte eine Lösung sein. Das birgt aber auch Probleme, da in den Regionalligen viele Spieler nebenbei noch arbeiten. Die Fahrten werden deutlich länger und weiter. Wenn ein Spieler eine normale 40-Stunden-Woche hat, wird das schon schwierig. Nach Aachen sind es für uns als Beispiel zweieinhalb, drei Stunden. Wenn man also vier Regionalligen daraus machen würde, würden die Wege weiter und es würde organisatorisch nicht einfacher. Eine Überlegung wäre es wert, wenn man die 3. Liga zu einer 22er Liga machen würde. Fünf Absteiger und fünf Aufsteiger wären möglich. Dann wäre es eine klare Sache und der Erstplatzierte steigt auf. Dieses Hin und Her, auch mit den Relegationsspielen und dem Losen, ist schwierig. Wie man den sportlichen Erfolg losen kann, ist mir sowieso ein Rätsel. Da hat man so ein Beispiel wie die Sportfreunde Lotte, die erst im vierten Anlauf den Aufstieg geschafft haben und seitdem in der 3. Liga sind. Viktoria Köln ist zuletzt gegen Jena gescheitert. Beide haben eine überragende Saison gespielt, aber nur ein Team wurde belohnt.“

 

Lippe-Kick: Der bekannte Bundesliga-Spieler und ehemalige Ran-Reporter Michael Schulz ist dein Berater. Wie wichtig ist es für dich, solch eine Person an deiner Seite zu haben?

 

Brinkmann: „Er und Stefan Backs haben mich durch meine Fußballkarriere bisher begleitet. Über meinen damaligen Erkunde-Lehrer im Gymnasium in Horn entstanden die ersten Berührungspunkte. Er war damals mit Stefan Backs, der eine Berater-Firma hatte, zur Schule gegangen. Den ersten Kontakt gab es, da war ich 17 oder 18 Jahre. Damals wollte ich von diesem Berater-Thema noch nichts hören. Es hat sich dann ergeben, dass die beiden mich in Grömitz im Urlaub besucht haben. Beide haben so einen guten Eindruck hinterlassen, dass sie mich zu Hause besucht haben. Meine Eltern waren von den beiden auch begeistert, weil sie ein gutes Auftreten hatten und seriös waren – immer ohne Verträge, alles auf Vertrauensbasis. Das ist bis heute so geblieben. Speziell Michael, wo du jetzt nach ihm gefragt hast, hat unheimlich viel erlebt. Er ist ein Typ, der eine Meinung hat, diese vertritt. Er ist nach wie vor eine Erscheinung. Wie er als Spieler war, so ist er jetzt immer noch. Ein klein wenig ein Draufgängertyp. Immer mit Kopf und auch mit Durchsetzungsvermögen. Er ist ein guter Bekannter. Zuletzt im Januar habe ich ihn noch zweimal gesehen, war bei ihm zu Hause in Köln, wo er mit seiner Freundin jetzt wohnt. Ich war nämlich beim Thomas Bröker (ehemaliger Mitspieler aus Paderborn; Anm. d. Red.) auf dem Geburtstag. Das hat ganz gut gepasst.“

 

Lippe-Kick: Gibt es auch Freundschaften im Fußball?

Brinkmann: „Ich habe in jedem Verein ein, zwei Kumpels gehabt, mit denen der Kontakt bis heute noch steht.“

 

Lippe-Kick: Wie ist die Beziehung nach Bielefeld, zur Arminia?

 

Brinkmann: „Mit Arminia Bielefeld wird man tagtäglich konfrontiert, weil es DER Verein hier ist mit dem SC Paderborn. Regelmäßigen Kontakt habe ich noch zu Florian Dick, der mittlerweile wieder für den 1. FC Kaiserslautern spielt. Ich verfolge den Verein, aber habe keinen engen Draht nach Bielefeld.“

 

Lippe-Kick: Besten Dank für das Interview.

Bildquelle: Beitragsbild: Lippe-Kick/Henning Klefisch, Bilder im Text: Daniel Brinkmann.

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