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Kreisliga B Detmold

SG Hiddesen/Heidenoldendorf II – Die Jöstingmeier-Rückkehr

Einst spielte er höherklassig für den BSV Heidenoldendorf, demonstrierte auch noch bis Sommer 2018 trotz seines Alters seine Fußballkünste auf dem Platz. Nun übernimmt er die talentierte SG II-Truppe, möchte mit ihr in der B-Liga für Farbtupfer sorgen.

Vergangenheit mit Zukunftsfähigkeit

 

Kreisliga B Detmold (hk). Jörg Jöstingmeier kehrt zu seinem Heimatverein zurück. Zur neuen Saison übernimmt der 52-Jährige das Traineramt bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf II. Für eine Saison hat er fest zugesagt, mit der lukrativen Option für eine langfristige Zusammenarbeit. Über seinen Freund Lütfi Soylu kam der Kontakt zustande. Beide waren häufiger mit der Heidenoldendorfer A-Jugend unterwegs, kamen ins Gespräch und einigten sich, ab Sommer 2019 zum ersten Mal gemeinsam im Seniorenbereich aktiv zu werden. Ein ganz zentrales Thema spielt die Nachwuchsförderung, möchte die SG doch ihre eigenen Spieler im „Fohlen-Stall“ entwickeln, der einen ausgezeichneten Ruf in ganz Lippe genießt. Für Soylu, dem sportlichen Leiter der Spielgemeinschaft, ist klar: „Jörg ist sehr ehrgeizig und ich kann ihm zu 100 Prozent vertrauen, was das Zusammenarbeiten sehr vereinfacht. Er hat genau die gleichen Vorstellungen wie wir, dass wir auf unsere eigene Jugendarbeit setzen wollen.“ Zugleich ist klar, dass Michael Blanke, der aktuelle SG II-Coach, die zukünftige dritte Mannschaft in der C-Klasse ab der Serie 2019/20 übernimmt.

 

Von Henning Klefisch

 

Das Credo für Jöstingmeier ist eindeutig: „Ich möchte junge Spieler entwickeln, diese im Verein halten“, nickt Soylu anerkennend bei dieser Aussage. Auch er, der durch seine Tätigkeit als A-Jugendtrainer unmittelbaren Einfluss auf die ältesten Jugendspieler nimmt, sieht in den eigenen Nachwuchskräften die Zukunftsfähigkeit in Hiddesen/Heidenoldendorf gewährleistet. Das Vertrauen untereinander spielt eine ganz wesentliche Rolle, sind die beiden seit Jahren freundschaftlich miteinander verbunden. Ergo: Es passt kein Blatt Papier dazwischen. Und: Die letzten Jahre hat der Team-Detmold-Auswahltrainer 2017 dem Auswahlcoach aus dem Jahr 2015 in der A-Jugend geholfen, hätte er jedem Ultra ob seiner Allesfahrerleidenschaft die Tränen der Rührung in die Augen getrieben. Einige Übungseinheiten leitete Jöstingmeier, trainierte er dort seinen Zögling Robin und Soylu-Nachwuchs Miguel. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Mit dem Jahrgang 1999/2000 sind Soylu und Jöstingmeier in der vergangenen Saison Kreispokalsieger geworden. „Dadurch habe ich den engen Kontakt zu den jungen Spielern“, betont der vierfache Familienvater gegenüber Lippe-Kick. Soylu weiß dies, freut sich darüber, dass sein Freund sich ohne große Überzeugungsarbeit für dieses Projekt begeistern ließ. „Ich traue Jörg zu, das Optimale aus den Jungs herauszuholen, er im oberen Drittel der Liga mitspielen wird, obwohl auch in der Kreisliga B viele erste Mannschaften vertreten sind.“ Jöstingmeier frohlockt: „Ich habe schon einige Zusagen von Spielern erhalten“, ist die Perspektive für ein erfolgreiches Arbeiten durchaus vorhanden.

 

Hiddeser A-Jugend-Meisterschaft

Warum geht er, der auch beim TSV Detmold, dem Post TSV Detmold II und dem TuS Eichholz/Remmighausen als Trainer gearbeitet hat, zur SG? „Letztes Jahr habe ich noch für die Zweite gespielt. Der Kontakt ist nie abgerissen. Die Verantwortlichen wie Lütfi und Obmann Christoph Stelzle kenne ich schon seit Ewigkeiten. Man kennt und schätzt sich. Hier gibt es großes Potential“, so die nachvollziehbare Antwort von Jöstingmeier. Soylu (Bild rechts) sieht als sportlicher Leiter das Gesamte: „Mit Markus Rüschenpöhler, Jörg Jöstingmeier und Michael Blanke sind wir bei allen drei Seniorenteams sehr gut besetzt. Mit Christoph Stelzle, Michael Seifert und mir haben wir uns jetzt richtig gut aufgestellt für die kommenden Jahre“, ist die Manpower ansprechend bei der Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf. Jöstingmeier weiß, wie erfolgreiches Arbeiten geht.

L. Soylu

Mit dem BSV Heidenoldendorf ist er in den neunziger Jahren in die Bezirksliga aufgestiegen. 2005 hat er als Coach zusammen mit Martin Köller mit dem VfL Hiddesen die A-Jugendmeisterschaft errungen, ist in der Bezirksliga-Aufstiegsrunde aber knapp gescheitert. Seine Spielerauswahl war illustrer, haben diese Kicker im lippischen Fußball doch auch im Seniorenbereich noch von sich reden gemacht. Unter anderem waren solche Fußball-Koryphäen wie Patrick Müller, Gennadi Krieger, Timo Jöstingmeier, Steffen Hinder, auch Zweikampfmonster Andre Selse, unter seinen Fittichen. Hier hat er Blut geleckt, Spieler in der höchsten Jugendstufe zu entwickeln. Wichtig: Die Verbundenheit ist stark ausgeprägt, war er je drei Jahre lang in Hiddesen und Heidenoldendorf Senioren-Trainer. Nun ist er wieder Feuer und Flamme für solch eine Aufgabe. Nachdem er zehn Jahre in Hiddesen gespielt hat, war der BSV Heidenoldendorf seine erste Trainerstation. Lütfi Soylu fasst treffend zusammen: „Jörg kennt beide Vereine gut und verfolgt das Geschehen bei uns schon länger.“

 

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Jörg Jöstingmeier ist überzeugt: „Ich spreche die Sprache der Jugend. Ich bin kein typischer 52-Jähriger. Weder vom Kopf, noch vom Körper“, wird diese „Jugendlichkeit“ beim drahtigen Jöstingmeier doch auch die Basis für ein erfolgreiches Arbeiten sein. Was ihn stört: „Es ist wirklich schade, dass andere Vereine, die es nicht hinbekommen, eine eigene Jugend zu entwickeln, sich die Talente von anderen Vereinen wegholen. Sie locken mit Geldversprechungen, was es bei uns nicht gibt“, stellt er klar, dass die Liebe zum Fußball – nicht zum Geldbeutel – ganz entscheidend ist.

M. Rüschenpöhler

Ebenso das Miteinander spielt eine Rolle. Es gibt eine intensive Kommunikation zwischen Markus Rüschenpöhler (Bild links), dem Coach vom SG H/H-A-Liga-Team, und Jöstingmeier, da Akteure, die aufgrund beruflicher Belastungen nicht ausreichend trainieren können, auch in der Zweitvertretung zu Spielzeit kommen sollen. Die logische Folge: Am Dienstag und Donnerstag finden gemeinsame Trainingseinheiten statt. Für Soylu und Jöstingmeier ist ganz entscheidend, dass der Alt-Jahrgang aus der A-Jugend im Seniorenbetrieb wichtige Match-Praxis sammelt. Dies geschieht aber nur in Absprache mit den Jugendtrainern Kemal Akman und Hugo Trollmann. Mit Blick auf die B-Liga-Truppe setzt sich Jöstingmeier ganz bewusst kein konkretes Saisonziel mit einem Tabellenplatz. Was ihm wichtig ist: Eine Weiterentwicklung der jungen Spieler und der Neuzugänge, auch der gezielte Aufbau und die Einbindung der Eigengewächse. Soylu: „Wir schätzen Jörg sehr und die Arbeit und Zeit, die er investieren wird, wird uns weiterbringen“, vertraut er seinem langjährigen Weggefährten. Fördern und Fordern, so lautet die Devise vor der Rückkehr zu seinem Heimatverein, der längst auch sein Herzensverein geworden ist, neben dem FC Bayern München versteht sich, aber das wäre eine weitere lange Geschichte.

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