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Kreisliga C2 Lemgo

BSV Leese II – Keeper Langenhop platzt der Kragen

Das 0:11 gegen Hör/Lie III hat das Fass zum Überlaufen gebracht. BSV-Keeper Nils Langenhop findet deutliche Worte und klagt an.

 

Langenhop: „Es ist eine Schande“

Kreisliga C2 Lemgo (ab). 1:17 lautet das gelinde gesagt ausbaufähige Torverhältnis des BSV Leese II nach den ersten beiden Spielen im Jahr 2019. Während man beim 1:6 gegen Union Entrup II noch ansatzweise gut dagegenhalten konnte, war die Partie gegen Hör/Lie III am vergangenen Sonntag an Lustlosigkeit kaum noch zu überbieten. BSV-Keeper Nils Langenhop hat genug gesehen und findet nun deutliche Worte in Richtung seiner Mitspieler.

 

Dass es nämlich auch besser geht als am vergangenen Sonntag, als man, wie bereits im Hinspiel, zu neunt auf dem Platz stand, war in eben diesem Hinspiel im August zu sehen.

Nils Langenhop

In doppelter Unterzahl blieb man in der zweiten Halbzeit ohne Gegentor. Der große Unterschied aber: „Da waren halt größtenteils Spieler auf dem Platz, die regelmäßig zum Training kamen und fitter waren.“ Nils Langenhop will die Klatsche am Sonntag nicht an der zahlenmäßigen Unterlegenheit festmachen: „Auch weitere Spieler aus unserem größtenteils individuell schwach besetzten Kader hätten gegen Hörstmar/Lieme nichts ausrichten können und das Ergebnis, wenn überhaupt, nur minimal verändert.“ Was den Keeper so nervt? Die Tatsache, dass viele seiner Mitspieler besser spielen könnten, „wenn sie endlich mal ihren Hintern zum Training bewegen. Es ist einfach eine Schande, dass die Leute, die wirklich immer zum Training und zum Spiel kommen, sonntags dann immer unter den Leuten leiden, die es nicht nötig haben, zum Training zu kommen oder sich den Sonntag für das Spiel freizuhalten.“

 

„Genug Zeit für Urlaub“

Zwar spiele man nur in der Kreisliga und da sogar in der untersten, in der es für viele Spieler und Mannschaft ein reines Hobby ist, „aber trotzdem in einem Mannschaftssport, in dem man einfach Teamgeist und Disziplin einbringen muss.“ Langenhop ist der Meinung, dass es eigentlich „keinen triftigen Grund“ gibt, außer Verletzungen, „die Mannschaft im Stich zu lassen, gerade bei unserer personellen Lage. Auch Urlaub oder irgendwelche Unternehmungen mit seiner Gefährtin sind keine guten Gründe, nicht zu spielen. Wir spielen von Ende März bis Mitte Juni meistens. Und dann von Mitte August bis Mitte Oktober. Da ist genug Zeit dazwischen für Urlaube.“

 

„Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft“

Während der BSV Leese II meist ordentlich in ein Spiel startet und zu Beginn auch noch einigermaßen mithalten kann, sieht man „während des Spiels ein krasses Leistungsgefälle in der Mannschaft“, so Langenhop weiter. „Man hat da drei, vier Leute, die regelmäßig zum Training kommen und zusätzlich noch laufen gehen – die können und wollen Fußball spielen. Aber die können natürlich nicht alleine den schwachen Rest mitziehen, der sich nie wirklich verbessern wird, weil sie es scheinbar einfach nicht nötig haben, was für die Mitspieler, die Mannschaft und auch den Verein mit Training zu investieren. Sie schaden damit nicht nur uns Spielern, die alles geben und wirklich Bock auf Fußball haben, sondern auch dem Verein.“ So tut es Nils Langenhop auch leid „für die Trainer, die momentan jeden Sonntag alles probieren, noch Leute zu bekommen und wirklich viel Zeit und Energie investieren.“

 

Götter? Oder kein Selbstvertrauen?

Das Potenzial sieht der Keeper durchaus in jedem Spieler, aber er moniert, dass das „scheinbar keiner wirklich nutzen“ will. Seine Vermutung: „Entweder sie denken sie wären Götter, die einfach kein Training brauchen, um gut zu spielen oder sie haben einfach kein Selbstvertrauen, dass sie sich nicht verbessern können.“ Was allerdings Training und Eigenmotivation wirklich bewirken kann, sieht man z.B. an Ulf Prante, der normalerweise für die Altherren-Mannschaft des BSV spielt und am Sonntag ausgeholfen hat.

Oft kann Nils Langenhop noch in letzter Sekunde retten…

„Der hat sich wirklich überall reingeworfen, ist auch in der 90. noch gelaufen, hat Bälle abgefangen, ist zu allen Kopfbällen hochgegangen, hat gute Pässe gespielt und hat sich trotz der geringen Anzahl an fußballerisch präsenten Mitspielern kaum Fehlpässe geleistet. Wenn du dir nach dem Spiel noch anhören kannst, dass einer nicht mehr gelaufen ist, weil er ja keine Lust mehr hatte und du dann sogar den Ältesten aus der Altherren hast, der zwar schon verständlicherweise in der Halbzeit kaum noch kann, aber trotzdem noch alles gibt, obwohl er niemanden aus der Mannschaft kennt. Das ist einfach unglaublich.“ Langenhop wünscht sich mehr Mitspieler wir Prante: „Wenn wir mehr von solchen Spielertypen wie ihn hätten, die einfach Bock auf Fußball haben und durch regelmäßiges Training ihre Qualität über Jahrzehnte bewahren könnten, hätten wir nicht die Probleme. Vielen fehlt einfach sein Kampfgeist, seine Motivation, seine Technik und seine Geilheit auf Fußball.“

 

Mehr Training bedeutet weniger Fehler

Der Torhüter, der keine Sekunde auf dem Platz verpasst hat und pro Spiel im Durchschnitt mindestens viermal den Ball aus dem eigenen Netz holen muss, stellt die Frage, „ob ihnen das Spaß macht, dass sie nach 15 Minuten schon Konditionsprobleme und mindestens alle paar Minuten immer wieder Probleme auch am Ball haben.

…genauso häufig ist aber auch der Keeper machtlos und kann den Ball nur noch aus dem Netz holen.

Klar spielt jeder von uns mal einen Fehlpass und klar trifft jeder nicht immer die richtigen Entscheidungen. Aber mit mehr Training könnte die große Anzahl der Fehler einfach vermieden werden. Fehler, die einfach denen am meisten passieren, die am wenigsten trainieren.“ Was dem Fass denn Boden ausschlägt, wenn Langenhop Sätze hört, „dass man die Mannschaft einfach abmelden sollte. Da könnte ich auch einfach kotzen.“ Das alles soll kein Rundumschlag an die gesamte Mannschaft sein, „denn es gibt vereinzelte Leistungsträger, die im Training und im Spiel regelmäßig gute Leistungen und Einsatz zeigen und die auch bei vielen anderen Mannschaften in der Kreisliga C und vielleicht auch B Stammspieler wären.“ Aber „der Rest spielt sich momentan einfach einen Müll zusammen und da ist es dann egal, ob ich zwei Leute mehr oder weniger habe, denen einfach das Training und somit auch die Fähigkeiten und die Kondition fehlen. Die guten Spieler können den Rest der Mannschaft einfach nicht tragen. Und da die schlechten Spieler es nicht nötig haben, sich selber auch mal zu verbessern, sehe ich momentan kein Land in Sicht.“

„Schaden in Grenzen halten“

So wird sich Nils Langenhop auch am kommenden Sonntag wieder ins Tor stellen, wenn es zum Tabellenletzten SC Lemgo/West geht. Die Hoffnung aus Besserung ist, da man in der Saison schon sehen konnte, dass man „auch mit neun fußballerisch guten und fitten Leuten dagegenhalten kann. Aber mit der Qualität von den meisten Leuten aufgrund der absolut fehlenden Trainingsbeteiligung sind wir nicht mal ansatzweise konkurrenzfähig. Und klar, gegen Mannschaften wie Lemgo kannst du mit neun Spielern echt gar nichts machen. Aber gegen Lieme kannst du wenigstens den Schaden begrenzen, wenn du halt gute einzelne Akteure hast, die halt auch für die anderen kämpfen.“ Und Langenhop ist keiner der Spieler, der so sehr von Ehrgeiz zerfressen ist, dass ihn Niederlagen tagelang beschäftigen würden. „Aber die Art und Weise geht halt gar nicht.“

Stadtwerke Bad Salzuflen

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