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Kreisliga C2 Detmold

FSV Pivitsheide II – Niemeyer im Gespräch

Nein, mit dem Fußball hat man es nicht leicht. Doch FSV II-Coach Manuel Niemeyer zeigt, wie man auch in der C-Liga Spaß haben kann. Er verrät es.

„Ein gutes Wir-Gefühl, dann läuft das“

 

Kreisliga C2 Detmold (hk). Es gibt Personen, die reden viel, ohne etwas zu sagen und es gibt Manuel Niemeyer. Der Ur-Pivitsheider gehört dem Trainerteam des Tabellenzweiten an, der heute Abend das Top-Spiel beim Drittplatzierten SG Brakelsiek/Wöbbel II mit seinem Team bestreitet. Bei einem Spiel mehr haben die Pivitsheider einen Zähler Vorsprung auf den anstehenden Kontrahenten. Niemeyer äußert sich zu diesem Spiel, auch zu anderen interessanten Themen rund um den Alltag eines C-Ligisten, wie er im Gespräch mit Lippe-Kick-Reporter Henning Klefisch erklärt.

 

Lippe-Kick: Hallo Manuel, Du bist ein Kind der C-Liga. Du lebst und liebst diese Spielklasse, so scheint es. Wie fühlst Du dich in der Landgruppe aufgehoben?

Manuel Niemeyer: „Die Kreisliga C ist ja an sich schon etwas Besonderes, wo eigentlich jede Mannschaft jede schlagen kann an besonderen Tagen. Sicherlich ist es von vielen Dingen abhängig, aber meist von der Tagesform und ein wenig Glück. Ländliche Ausflüge, die zum Wochenende einfach dazugehören, möchte man auch nicht missen. Sicherlich fluchen immer alle über die weiten Fahrten. Aber insgeheim ist es jedes Mal wieder ein Erlebnis, wenn der Mannschaftsbulli durch die Gegend fährt.“

 

Lippe-Kick: Du bist ein grundsätzlich interessierter Zeitgenosse. Welche Fahrt quer durch Lippe hat Dich besonders geflasht?

Niemeyer: „Sicherlich gibt es viele Fahrten, die unvergesslich sind, wo man sich immer dran erinnern kann und die ihren eigenen Charme haben. Jedoch die Fahrt nach dem Blomberg-Spiel ist etwas Besonders, sei es die Stimmung, der Alkohol, die Musik, oder der LKW, der auf der Fahrt sehr nah kam beim Überholen. Alles war da schon anders.“ (schmunzelt).

 

Lippe-Kick: Wie oft ballst Du innerlich die Faust in der Tasche, dass schöne Lokalduelle eher Seltenheitswert genießen?

Niemeyer: „Die Duelle gegen SuS Pivitsheide sind natürlich ein Verlust, gerade weil es ja unser Derby war. Aber durch die unterschiedlichen Gruppen ist es halt so. Da kann man nichts machen. Freundschaftsspiele kann man dennoch machen, was auch zwischendurch der Fall war, jedoch stehen diese immer in einem anderen Verhältnis als Punktspiele.“

 

Lippe-Kick: Nun zum Sportlichen: Fußballerisch läuft es ja insgesamt ganz ansprechend für euch. Eine Meisterfeier auf eurem kultigen Balkon könnt Ihr jedoch nicht starten, die Party feierte Blomberg. Rang zwei ist euer derzeitiger Standort. Was muss passieren, damit Du mit einem Lächeln auf die Serie zurückblickst?

Niemeyer: „Das Lächeln ist längst da, sowie die rosarote Brille. Diese Mannschaft mit jedem Beteiligten überzeugt und macht Spaß, egal wo man ist. Der zweite Platz ist immerhin eine verdammt gute Leistung, wie man es im Vorfeld nicht mal ansatzweise gedacht hätte. Wir, das Trainerteam, haben seit dem Anfang der Saison das Potenzial gesehen. Jedoch musste sich das Team finden, um eine größere Rolle zu spielen. Ist es denn nicht das, was einem das Lächeln bringt, wenn man eine Entwicklung sieht und sieht, dass es gut ist?“

 

Lippe-Kick: Wie bewertest Du eure aktuelle Entwicklung?

Niemeyer: „Wir sind schon so ein, zwei Spiele ungeschlagen. Ja, das stimmt wohl, ohne es jetzt nachzugucken. Es ist schon etwas komisch, wenn man es von früher kennt, wo man auf den Platz kommt und wusste, dass die Leute erst angerufen werden mussten, damit sie zum Platz kommen, falls man sie nicht noch überreden musste. Bei den Boys ist es jedoch anders, sie sind eine Gemeinschaft, einer für alle, alle für einen und so treten sie auch im Spiel auf.“

 

Lippe-Kick: Blomberg spielt künftig wieder in der B-Liga. Was traust Du den Nelkenstädtern zu – eine Rolle wie Belle-Cappel oder eher Heiden II?

Niemeyer: „Ich denke, dass Blomberg die Qualität besitzt, um sich in der Kreisliga B zu etablieren und dort auch im gesunden Mittelfeld zu sein. Immerhin macht der Kollege Andreas Massold das ja sehr gut. Dass die Spieler es drauf haben, haben wir auch im Spiel bemerkt. Jedoch ist Kreisliga B etwas anderes und so wünschen wir auf jeden Fall alles Gute, so dass man sich nächstes Jahr in der B wiedersieht.“ (schmunzelnd)

 

Lippe-Kick: 102 Tore erzielt zu haben, ist eine starke Bilanz. Woher kommt diese Gier nach Toren – Talent, Training?

Niemeyer: „102 Tore. Ja, das haben wir uns wohl alle nicht so gedacht. Man muss ja immer mehr schießen als man reinbekommt. Da wir selbst festgestellt haben, dass zu Null wohl nicht funktioniert, wurden halt mehr Tore geschossen. Naja. Ok. Und dazu kam die Wette 100 Tore gleich 100 Liter. Ob das dazu beigetragen hat, weiß man natürlich nicht. Ansonsten kann man nur sagen, dass die Leute sehr talentiert sind. So wie ich es sehe, ist das Niveau in der Kreisliga C sehr gestiegen und ist nicht mehr so wie früher, wo selbst Leute mit zwei linken Füßen spielen konnten, wie ich es einer bin. Sowas kann man einfach niemandem beibringen. Im Training kann man die Leute an den Ball lassen, bestimmte Situationen durchgehen, die Leute in schwierige Situationen bringen, mit denen sie konfrontiert werden. So könnten sie im Spiel vielleicht damit besser umgehen.“

 

Lippe-Kick: Die Gebrüder Jordan scheinen alle einen massiven Torriecher zu haben. Jan zeigt dies in der B-, Leon führt das Torjäger-Ranking in eurer Spielklasse an – mit respektablen 27 Toren. Wie bewertest Du Leon und seine Fähigkeiten?

Leon Jordan

Niemeyer: „Leon ist durchaus sehr wichtig in unserem Spiel. Nicht nur, weil er eine Tormaschine ist, sondern auch den richtigen Impuls hat, um zu wissen, was er wann machen soll. „ABER“ niemals sollte man die anderen vergessen, ein Spieler kann nur so gut sein, wie es die Mannschaft zulässt. Kommen keine genauen Pässe, war es das. Denkt jemand im Angriff nicht mit, passiert nichts mehr. Aber von hinten angefangen beim Torwart bis hin zur Spitze, haben wir ausgezeichnete Spieler, die sich aufeinander eingestellt haben und jeder kann einschätzen, wie sich in etwa der andere verhält.“

 

Lippe-Kick: Was kannst Du uns zu eurer vorderen Platzierung in der Fairnesstabelle zuflüstern?

Niemeyer: „Stolz sind wir natürlich auf die Fairnesstabelle. Gerade wenn man sich das anguckt, wo wir in der Tabelle stehen und dann die andere Platzierung. Wir haben immer den Leuten vorgegeben, wir regeln Sachen auf dem Platz. Spielerisch ist besser als verbal, geschweige denn anders.“

 

Lippe-Kick: Jetzt was Grundsätzliches: Die 1. Mai-Regel wird lippeweit diskutiert. Deine Meinung?

Niemeyer: „1. Mai-Regel, was soll ich sagen. Es ist schwierig mit zwei Mannschaften es dann hinzukriegen. In der ersten fehlt einer, wir schieben nach, sind uns aber bewusst, der kommt erstmal nicht wieder. Nächste Woche haben wir einen weniger und können beziehungsweise müssen mit der Situation irgendwie zurechtkommen. Da können wir uns glücklich schätzen, dass es bei uns im Verein Hand in Hand geht und vorher logisch über diese Sachen nachgedacht wird.“

 

Lippe-Kick: Die Mannschaften schrumpfen immer mehr. Die Spielgemeinschaften sind mittlerweile ein bekanntes Bild. Wie kann man dem Spielerschwund entgegentreten?, vielleicht ein Playstation-Verbot, mehr Sport in den Schulen (schmunzelnd) ?

Niemeyer: „Heutzutage gibt es sehr viele Alternativ-Angebote. Ich denke, es wird einfach wesentlich mehr gefächert. Aber natürlich kennt man auch diejenigen, die sagen: Ach, kein Bock aufzustehen. Aber was soll man machen? Es ist Hobby und die beste Methode jemanden wieder zum Spielen zu kriegen, ist Spaß. Ein gutes WIR-Gefühl, dann läuft das.“

 

Lippe-Kick: Allgemein ist die Entwicklung bedenklich: Das TBV Lemgo-A-Jugendturnier, auch das Event Bundesliga in Bega, zumindest letztes Jahr – beides abgesagt. Wie wichtig ist es daher, dass ein Ereignis wie das FuL-Kreis-Auswahlspiel, dieses Jahr bei euch auf dem Platz, von den lippischen Fußballern angenommen wird?

Niemeyer: „Events sind natürlich immer etwas Schönes, wenn Menschen irgendwohin kommen, dann, weil sie etwas erleben wollen. Das Auswahlspiel von Lippe-Kick ist daher schon sehr schön, alleine in der Hinsicht, auch Leute an den Platz zu kriegen, die eventuell nicht so vom Fußball begeistert sind. Egal, ob es jetzt bei uns, oder woanders ist, jemandem zu zeigen, wie viel Spaß das machen kann, ist doch der Sinn hinter der ganzen Sache.“

 

 

 

Balkan Imbiss

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