Connect with us

Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorberichte 2. Spieltag 19/20

Derby again. Dieses Mal sogar nicht nur ein lippisches, sondern sogar ein Stadt-Duell mit viel Lokal-Kolorit und einigen persönlichen Geschichten.

Kann Post TSV auch Liga?

Bezirksliga 3 (hk). Vielseitig sind die ersten Wochen für den Post TSV Detmold gestartet. Die neue Spielzeit begann mit einem eher schlappen 1:1-Unentschieden gegen den RSV Barntrup, ehe am Mittwoch einer der Höhepunkte der Post TSV-Vereinshistorie folgte. Das Westfalenliga-Spitzenteam SuS Neuenkirchen ist mit einem 3:1 auf die Heimreise geschickt worden. Am Samstag kommt es um 15.00 Uhr zum Aufeinandertreffen mit der SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Einen Tag später empfängt Barntrup den SV Atteln. Aha: Alle vier Teams warten noch auf den ersten Saisonsieg.

 

Von Henning Klefisch

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. Post TSV Detmold

Man muss doch die Feste so feiern, wie sie kommen. Der ruhmreiche BSV Heidenoldendorf feiert am Wochenende seinen 100. Geburtstag. Um der ganzen Feier einen Höhepunkt zu bieten, hat sich der Verein auf den Samstag als Spieltermin festgelegt. Dieser Termin gestaltet sich für SG Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Markus Rüschenpöhler unfassbar unglücklich, fallen doch einige wichtige Spieler am Matchday aus. Die Hausherren klagen über massiven Personalschwund. „Wir werden erst einmal sehen müssen, welche Truppe am Samstag überhaupt einsatzbereit ist“, lässt er sich gerne positiv überraschen. Wie auch Lippe-Kick ist natürlich auch Rüschenpöhler am Mittwoch live vor Ort in der Detmolder Werre-Arena gewesen. Der Grund: Live-Recherche vom kommenden Gegner bei der 3:1-Sensation im Westfalenpokal über Neuenkirchen. „Sie haben sehr stark gespielt. Defensiv sehr robust, kompromisslos. Sie haben sehr gut umgeschaltet, einen richtig guten Auftritt hingelegt. Das hat mir gefallen“, möchte „Rüsche“ diesen Auftritt als eine Art „Maßstab“ für die morgige Aufgabe sehen. Der Aufsteiger wird voll und ganz gewarnt sein, erkennt die Residenzler in der eindeutigen Favoritenposition. Die Brokmänner verfügen traditionell über starke Spieler, besitzen das fußballerische Rüstzeug aus langjähriger Bezirksliga-Teilnahme. All das sind Punkte, warum Rüschenpöhler seinen Ex-Verein „relativ weit oben platziert sieht.“ Obwohl es keinerlei Diskussionen bezüglich der Rollenverteilung gibt, möchte der tapfere Aufsteiger nach der verbesserungswürdigen Leistung aus dem Delbrück II-Match (0:2) diese steigern. „Wenn wir spielen, wollen wir erfolgreich dieses Spiel gestalten“, wünscht sich der Aufstiegstrainer. Nach der Fehleranalyse der verpatzten Bezirksliga-Premiere ist man optimistisch, dass die richtigen Lehren gezogen werden. Das Motto ist klar: Dieses Negativerlebnis soll aus den Köpfen verschwinden. Vielmehr möchte man sich auf das eigene Spiel konzentrieren, auf das bauen, was die Spielgemeinschaft zum historischen Aufstieg geführt hat. „Wir wollen uns nicht zu sehr auf den Gegner konzentrieren“, fordert Markus Rüschenpöhler. Außergewöhnlich: Einige Spieler sind hin- und hergewechselt. Neben Coach Markus Rüschenpöhler, der zu seinen Glanz-Zeiten für die Post-Kutsche stürmte, zauberte auch sein Bruder Christoph, Sebastian Schönfelder und Ingo Schmitz einst für den bedeutendsten Verein in Detmold.

 

Es sind schon einige Jahre ins lippische Land gegangen, als es zuletzt ein Bezirksliga-Derby zwischen zwei Detmolder Teams gab. Der hiesige Zeilenknecht würde aus dem Stand heraus das Duell Jerxen/Orbke gegen den Post TSV Detmold zu seligen Bezirksliga 2-Zeiten als letztes Ereignis dieser Art benennen. „Wir freuen uns natürlich auf das Stadtderby“, betont Post TSV-Manager Michael Grundmann gegenüber Lippe-Kick. Voll und ganz seine Sympathie würde es treffen, wenn seine Schützlinge den „Schwung aus dem Westfalenpokal mitnehmen und gewinnen“, wäre dann sein Wochenende gerettet. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, nicht mit 100 Prozent dieses Nachbarschaftsduell zu bestreiten, das kommt für Grundmann nicht in die Tüte. Er warnt: „Hiddesen/Heidenoldendorf hat als Aufsteiger natürlich nichts zu verlieren und sie werden uns das Leben so schwer wie möglich machen. Ich erwarte, dass unsere Jungs 100 Prozent Einsatz zeigen, dann haben wir auch gute Chancen zu punkten“, soll der tolle 3:1-Erfolg über SuS Neuenkirchen auch gegen den amtierenden A-Detmold-Meister bestätigt werden. Juan Sag, Johann Felker und Fabio Cucchiara befinden sich weiterhin in Urlaubsgefilden.

 

Um 15.00 Uhr in Heidenoldendorf leitet Jan Ole Krüger dieses Nachbarschaftsduell.

 

RSV Barntrup vs. SV Atteln

Es kommt zu einer wahren Herausforderung für den RSV Barntrup. Da man sich bekanntlich nicht bei „Wünsch dir was“ befindet, muss man die Kontrahenten so bespielen, wie sie der Spielplan bereithält. So rundum glücklich zeigt sich Barntrup-Trainer Daniel Barbarito nicht, wenn er sagt: „Mit Atteln kommt ein Gegner zu uns, der mir die letzten Jahre immer sehr unangenehm in Erinnerung geblieben ist. Eine sehr robuste und zweikampfstarke Mannschaft, die zudem noch den ein oder anderen guten Techniker in ihren Reihen hat“, ist das Team aus dem Bürener-Raum vielseitig und flexibel unterwegs. Womit kann dem SVA der Spieltrieb genommen werden? „Wir müssen von Anfang an die Zweikämpfe annehmen und selber aggressiv sein, zudem bereit sein, den ein oder anderen Meter mehr zu investieren als sonst.“ Das 1:1-Remis beim favorisierten Post TSV Detmold ist für den Aufsteiger grundsätzlich eine respektable Ausbeute gewesen. Barbarito hat jedoch einige Steigerungsbedürfnisse noch erkannt. Er zählt konkret auf: „Gegen Detmold war ich mit unserem Spiel mit Ball nicht wirklich zufrieden. Deshalb lag hier der Fokus darauf in der Trainingswoche und der ein oder andere Laufweg wurde einstudiert“, kann das erste Heimspiel in der neuen, alten Liga Erhellung bringen, inwiefern Theorie und Praxis kongruent sind. Oder um es mit den Worten vom RSV-Coach zu umschreiben: „Ich bin gespannt, wie meine Jungs das umsetzen werden.“ Der amtierende A-Lemgo-Meister will vor heimischer Kulisse stets und ständig siegreich sein, ist gegen Atteln „minimum ein Punkt“ das erklärte Ziel für die Roten Teufel. Die Urlauber Meier, Hoffmann und Brinkmann fallen allesamt aus. Philipp Sölter muss mit einem Muskelfaserriss passen. Viele unklare Sterne leuchten über dem Mitwirken von Leon Baumeister. Grund, um sich sinnlos zu besaufen, hat Barbarito aber nicht. Er kann auf einen 18-Mann-Kader setzen. Der FC Bayern München hätte solche Luxusprobleme allzu gerne.

 

Als „nicht so prickelnd“ hat sich die Vorbereitung beim SV Atteln gestaltet. Bei der 1:3-Niederlage gegen den BV Bad Lippspringe hat zu viel Naivität eine Rolle gespielt, dass der SVA mit null Punkten in das erste Auswärtsspiel geht. „Wir erwarten am Sonntag einen Gegner, der nach dem Aufstieg sein erstes Heimspiel hat, die Punkte unbedingt in Barntrup halten will, sicherlich auch über eine gewisse Qualität verfügt“, erklärt Atteln-Obmann Jörg Kahmen. Unabhängig davon liegt beim langjährigen Bezirksligisten der vollständige Fokus auf der eigenen Performance. Man möchte in die berühmte Spur kommen, ist es dennoch möglich, dass dies erst nach dem Barntrup-Spiel passiert. Vor allem in puncto der spielerischen Linie wird vielleicht Geduld ein ganz wesentlicher Ratgeber sein. Entscheidend für Kahmen: „Ich erwarte für Sonntag eine Top-Einstellung der Mannschaft, dass sie alles raushaut.“ Die knapp einstündige Fahrt soll bitteschön auch mit Ertrag garniert werden. Noch im Aufarbeitungstraining befindet sich Neuerwerbung Alexander Tews. Nils und Timo Becker und Kai Schumacher fehlen. Andre Mader steht im Gegensatz zum Bad Lippspringe-Spiel wieder zur Verfügung. „Wir schauen mal, wofür es reicht. Wir werden aber eine gute Mannschaft auf den Platz bekommen“, so ein erwartungsfroher Kahmen.

 

Ansgar Eickmeier macht die Spielleitung ab 15.00 Uhr im Barntruper Waldstadion.

More in Bezirksliga

%d Bloggern gefällt das: