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Kreisliga C1 Lemgo

Kreisliga C1 Lemgo – Vorbericht 5. Spieltag 2019/20

Alle Teams sind an diesem Sonntag involviert. Lippe-Kick hat auch sämtliche Teams für euch im Blick, wie im anstehenden Vorbericht deutlich wird.

Der frühe Sonneborner Vogel fängt den Wurm

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Exakt drei von insgesamt zwölf Teams, also ein Viertel, verkörpern das Extreme. Mit drei Siegen aus drei Spielen rangiert die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. In den südlichen Gefilden der Tabelle sind die noch punktlosen dritten Mannschaften der SG Bentorf/Hohenhausen, des RSV Barntrup und der SG Extertal/LaSi beheimatet. Man darf es vorwegnehmen. Das Trio hat enorme Klippen in dieser fünften Runde zu umschiffen, um den aktuellen Zustand tatsächlich zu ändern. Die Partie der SG Extertal/LaSi III gegen den FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II wird aber „zu 90 Prozent ausfallen“, wie SG III-Trainer Marcel Bonte betont.

 

Von Henning Klefisch

 

SG Bentorf/Hohenhausen III vs. TuS Sonneborn II

Nein, in der Haut vom TuS Sonneborn II will man in diesen Tagen nicht stecken. Da ist zunächst die 3:7-Niederlage bei einem klar überlegenem FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II. Dazu die SG Bentorf/Hohenhausen III, das unbekannte Wesen vor der Brust. Auch nicht zu verachten ist die Anstoßzeit. Es geht am Sonntag in aller Herrgottsfrühe von Sonneborn aus etwa über die Extertalstraße nach Hohenhausen. 40 Kilometer Weg bei einer wohl halbstündigen Fahrt, ein strammes Programm. Deshalb dürfte sich die Samstagabend-Gestaltung beim B1-Absteiger auf das Schauen vom Aktuellen Sportstudio konzentrieren. Nicht auszuschließen, dass einige Sonneborner mit mehr Rändern als Augen am Sonntag in Hohenhausen aufschlagen. Brinkmann bezeichnet dieses ultrafrühe Gastspiel als „gänzliches Neuland, dass wir, quasi bevor der Hahn kräht, schon aufstehen müssen, um ins tiefste Kalletal anzureisen. Zuletzt hab ich vor 15 Jahren so früh gespielt und das war in der A-Jugend“, wird eben ein Frühstück mit Eiern und Speck für die nötige Basis sorgen. Mit der SG Ben/Hoh-Zweitvertretung gab es für die Sonneborner zu seligen B-Liga-Zeiten stets interessante Duelle. Für den TuS-Kicker Rene Brinkmann sind Auseinandersetzungen mit diesen Kontrahenten immer gleichbedeutend mit einer „Wundertüte“, oft auch „unangenehm zu spielen.“ Brinkmann kratzt sich die Stirn, fragt sich: „Ich weiß nicht, was die da zu essen bekommen im Kalletal, aber das sind ganz schöne Hünen immer.“ Nach drei Pleiten ist die Punktsituation bei den Hausherren als sehr mies zu bezeichnen. Brinkmann will sich von diesem Fehlstart aber nicht zu sehr in Sicherheit wiegen lassen, sagt er doch mit Nachdruck: „Angeschlagene Boxer sind ja bekanntlich die gefährlichsten. Wir dürfen uns von den bisherigen Ergebnissen nicht blenden lassen. Das wäre unser Untergang.“ Zudem kann er nicht verifizieren, welche Spieler tatsächlich am Sonntagvormittag zu Spielzeit kommen. Die Konzentrationsebene hochzuhalten, nicht als Pater Schnarch wie bei der Pleite gegen den FC SSW II zu agieren, das wird das primäre Ziel für die Sonneborner darstellen. Die Schlüsse wurden aus der klaren Niederlage in Spork gezogen, muss man doch auch in der Kampfbahn Lippe-Nord etwas für die eigene Imagepflege machen. Wichtig wird es zweifelsfrei sein, mit einer hundertprozentigen Einstellung in diese Begegnung zu gehen, ordnet der Blondschopf im Lippe-Kick-Gespräch ein: „Aber lieber einmal 7:3 verlieren als siebenmal 1:0“, erhofft er sich mit dieser klaren Niederlage nun den „Weckruf zur richtigen Zeit“, der nach dem Traumstart mit zwei Kantersiegen vielleicht auch dringend erforderlich gewesen ist. Dass seine Jungs die Situation seriös einschätzen, lässt sich am Eifer ablesen, mit denen die Übungseinheiten bestritten werden. Brinkmann zeigt beide Daumen nach oben, wenn er sagt: „Das ist echt bemerkenswert und lässt uns Woche für Woche vernünftig arbeiten. Sonntag zählen für uns einzig und allein drei Punkte und die werden wir auf Teufel komm raus auch holen wollen!“ An diesen Worten merkt man: Die Sonneborner sind motiviert vom Scheitel bis zur Sohle, wollen als Tabellenzweiter eine Reaktion auf die jüngste Enttäuschung zeigen. Übermotiviert sollten die Kicker von der Landesgrenze jedoch auch nicht agieren, „denn dann erleiden wir Schiffbruch“, wenn der Gegner nicht richtig ernst genommen wird. Bis auf Bastian Maaßen, der sein Bettchen hüten muss, darf TuS Sonneborn II-Coach Adrian Lücke seine Bestformation aufbieten. Brinkmann verrät bereits den prominenten Ersatzmann. Es ist der Alt-Internationale David Köberle „mit all seiner Landesliga-Warmlauf-Erfahrung.“ Unabhängig davon zeigt sich der erfahrene Haudegen gespannt wie ein Flitzebogen, wie sein Team auf die jüngste Enttäuschung reagiert.

 

Sascha Kreye pfeift an, bevor in Hohenhausen der erste Hahn kräht. Auf dem Rasenplatz in Hohenhausen.

 

SG Bega/Humfeld II vs. SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II

Einen zweckmäßigen 2:0-Auswärtssieg fuhr die SG Bega/Humfeld II am Donnerstagabend bei der dritten Mannschaft vom TuS Brake ein. Coach Andre Brakemeier muss zugeben, dass diese Generalprobe nicht besonders hübsch anzuschauen“ gewesen ist. Man kann es zweierlei deuten: „Das kann man entweder als gutes Zeichen sehen oder als Alarmsignal.“ Mit einer anderen, einer besseren Einstellung will man nun vor heimischer Kulisse im Begaraner Waldstadion gegen den Spitzenreiter bestehen. Den Fokus auf die eigenen Stärken zu legen, voll konzentriert das Heimspiel zu bestreiten, das ist eine Grundvoraussetzung für die Dörentruper. Für den Gegner zeigt er eine große Wertschätzung: „Lüdenhausen/Talle/Westorf II hat gegen Spork II gewonnen und dabei nicht schlecht gespielt, wenngleich Spork eigentlich besser war. Dennoch sagt das schon eine Menge aus“, verhehlt Brakemeier nicht. Am Sonntag muss er auf Max Lüdeking, Christian Krone, Robert Weiß und Justin Schüler verzichten. Speziell der Sturmluft weht daher womöglich eher etwas lau. Sich vor dem eigenen Gehäuse zu verbarrikadieren möchte die Spielgemeinschaft deshalb aber noch lange nicht, kündigt Andre doch im Lippe-Kick-Gespräch an: „Wir werden eine mutige Ausrichtung wählen und uns nicht hinten reinstellen.“

 

Man unterstützt sich untereinander. Das weiß selbstredend auch die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II, die mit eigenen Akteuren in der ersten und dritten Mannschaft behilflich sein muss. Wo liegt denn noch konkret Steigerungspotenzial? „Arbeiten müssen wir in den Abschlüssen, da wir momentan in vielen Situationen versuchen, den Ball ins Tor zu tragen.“ Mit freier Sicht auf die SG Bega/Humfeld II erwartet er einen Kontrahenten, der auch in dieser Spielzeit die oberen Ränge angreift. Bereits im Vorjahr haben sie doch dies mit Rang vier im Endklassement bewiesen. Er räumt aber auch ein: „Da die Saison noch sehr jung ist, ist eine Einschätzung schwierig.“

 

Veit Eikermann pfeift diese Begegnung ab 13.00 Uhr auf dem Rasenplatz in Bega an.

 

SG Kalldorf II vs. SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III

„Ich weiß nicht, was auf uns zukommt, da die Mannschaften sich jetzt erst neu gefunden haben,“ erklärt SG Kalldorf II-Coach Jens Rasche. Unabhängig davon wollen die Hausherren ihr Heil in der Offensive suchen, früh und viel angreifen, dem Gegner das eigene Spiel aufdrängen. „Wir wollen die Punkte bei uns behalten.“ Immerhin sind die Kicker aus der „Perle des Kalletals“ mit vier Punkten aus zwei Partien doch recht ordentlich gestartet. Marius Berkner (Urlaub), Christian Morhard, Jannis Vahrenkamp (beide verletzt), Nils Baczewski (Arbeit) stehen den Hausherren nicht zur Verfügung. Rasche musste sich mit seinen Jungs nach zweiwöchiger Pause in massiver Geduld üben, sagt der Coach deshalb auch gegenüber Lippe-Kick: „Es wurde jetzt ja auch Zeit, dass wir wieder gegen den Ball treten.“

 

Die hohen Hürden werden nicht weniger aus Sicht der SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III. Gästecoach Jan Rügge findet schon, dass die Kalletaler durchaus über „gute Kicker“ verfügen, die im Kader stehen. „Trotzdem ist es ein Derby und wir wollen mit allem, was wir haben, dagegenhalten und die Fehler von letzter Woche nicht noch einmal machen.“ Man erkennt schnell: Rügges Unmut über die 1:5-Niederlage gegen den FC Unteres Kalletal II ist noch längst nicht verraucht. Auf Saak, Stocksmeier, M.Rügge und S.Diekmann muss verzichtet werden. Hinter dem Einsatz von anderen Akteuren steht noch das berühmte Fragezeichen, weshalb der exakte Kader erst kurzfristig festgelegt wird.

 

Andreas Hellmich ist im Waldstadion Westorf um 13.00 Uhr der Spielleiter.

 

FC Unteres Kalletal II vs. TuS Brake III

Prinzipiell findet FC Unteres Kalletal II-Coach Fabien Dankwerth, dass Begegnungen mit Drittvertretungen stets einer Wundertüte gleichen. „Man weiß nie, was einen erwartet und welche Spieler dem Gegner zur Verfügung stehen“, gibt er im Lippe-Kick-Gespräch für seine These direkt auch eine Begründung ab. Die Schloß-Jungs lassen sich analytisch seifenartig schwer fassen. So gab es die atemlose Klatsche gegen den TuS Sonneborn II, ehe der gute Sieg über die SG Extertal/LaSi III folgte. Zuletzt hat man sich am Donnerstagabend mit 0:2 der SG Bega/Humfeld II geschlagen geben müssen. „Das“, atmet Dankwerth schwer, „lässt viel Interpretationsspielraum.“ Vielleicht sollte der UK II-Coach seinen Schützlingen wahlweise Dextro-Energy oder Vitasprint reichen, wird eine konzentrierte Vorstellung doch außerordentlich wichtig sein, um die eigenen Perspektiven zu untermauern. Agieren die Kalletaler kaltblütig im Torabschluss, stehen den Gästen unruhige Zeiten am Sonntag auf der heißgeliebten Heidelbecker-Alm bevor. Ganz ehrlich: Der Lippe-Kick-Reporter hat europaweit schon viele Plätze besucht – aus beruflichen und privaten Gründen. Doch dieser Spot ist wahrlich einzigartig. Das Herz setzt für einige Augenblicke aus, wenn es auf der Fahrt dorthin zum Gegenverkehr kommt. Ach, herrje, für Adrenalin-Junkies ist allein schon die Reise eine echte Wonne. Wenn man es auf dem Parkplatz geschafft hat, ragt eine Treppe rauf zum Spielfeld. Trainer mit einem Konditionsfetisch, wie einst etwa Felix Magath (Erfinder vom Mount-Magath in Wolfsburg) würden Freudentränen verdrücken beim Anblick dieses Anstiegs. Die Gefahr: Nicht-Trainierte Kicker könnten schon beim Bewältigen der Treppe Schnappatmung und Keuchhusten bekommen. Fabien Dankwerth legt seinen Fokus auf die sportlichen Gesichtspunkte, freut sich über einen gelungenen Saisonauftakt. Die Niederlage gegen den TuS Almena war bitter, aber auch ein Indiz, dass die Kalletaler über gute Qualitäten in dieser Spielzeit verfügen. „Die Stimmung ist sehr gut und meine Jungs haben richtig Bock auf alles Weitere, was kommt.“ Bitter: Einige wichtige Spieler fallen aus, wie etwa Meschke, Böhm, Kunert, Hossmann und Kuntze. Dafür kehren Brand, Schaper, Can und Karim Joost zurück.

 

„An sich ist jeder schlagbar“, stellt TuS Brake III-Coach Björn Menze vor dem Gastspiel im tiefsten Wald fest. Was bedeutet: „Das heißt für uns: „Volle Konzentration und 100 Prozent Leidenschaft. Die Jungs müssen alles geben, um auf dem Platz gegen FC UK II zu bestehen.“ Die volle Punktzahl von den Rot-Weißen zu stibitzen, das wird ein Ziel darstellen, wenn man den Worten von Menze so lauscht. Was seinen Optimismus unterstützt: „Vom Personal her sind wir gut aufgestellt.“

 

Jasmin Kuduzovic ist um 13.00 Uhr der Leiter auf der Heidelbecker-Alm.

 

TuS Almena vs. RSV Barntrup III

Als „sehr spannend und schwierig“, zugleich aber auch „richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison“, beschreibt TuS Almena-Coach Alexander Hoffmann die anstehende Heimpartie gegen den RSV Barntrup III. Die Gegnerauswahl hat es mit den Roten Teufeln nicht gerade gut gemeint, weshalb eine vernünftige Bewertung Hoffmann in echte Schwierigkeiten versetzt. Er findet: „Gegen Spork, Sonneborn und Humfeld ist es keine Schande zu verlieren, deswegen ist es umso schwerer für uns, uns auf den Gegner einzustellen.“ Die Extertaler dürfen mit einem 20-Mann-Kader in diese Begegnung gehen, kann Hoffmann reichhaltig aus diesem auswählen. Tatsächlich hat sich das Niveau dieser Spielklasse für ihn deutlich verstärkt, was durch Neuzugänge wie Sonneborn II oder auch Lüdenhausen/Talle/Westorf II zustande kommt. „Für mich und meine Jungs ist natürlich klar, dass wir zu Hause auf drei Punkte spielen werden“, kündigt Hoffmann im Lippe-Kick-Gespräch bereits an.

 

Auf einen weiteren Verbleib im Rotlichtbezirk der C1-Lemgo hat RSV Barntrup III-Coach Fabio Schwarze überhaupt kein Interesse. Mit einem Sieg möchte man dieser Tabellenregion möglichst schnell entfliehen. Erfreulich für ihn, dass die Leistung gegen die SG Bega/Humfeld II gestimmt hat, nur der Ertrag einmal mehr viele Wünsche offen ließ. „Rückblickend kann ich sagen, dass die Jungs heiß und auch willig sind“, sagt Schwarze und verrät zudem: „Gestern Abend gab es wieder mal einen schönen Verlauf in der Mannschaftsgruppe (Whats-App), wo man gesehen hat, dass wir nicht nur aufm Platz ein Team geworden sind, sondern auch abseits eine Gemeinschaft sind.“ Wenn er den Gegner in den Fokus nimmt, kann er berichten, dass vier Punkte aus zwei Spielen für eine Unbesiegbarkeit sprechen. Schwarze räumt jedoch ein: „Da ich allerdings kein Statistiker bin, der immer alles mathematisch analysiert, sondern von Spiel zu Spiel denkt, kann ich erstmal nur anmerken, dass wir definitiv siegen wollen. Mit wem, was oder wie Almena aufläuft, ist mir dementsprechend „wumpe“, will er seine Zeit nicht mit solchen Angelegenheiten vergeuden. Auf Fänger Felix Gruner müssen die Barntruper nun zwei Wochen lang verzichten, hat er sich doch eine rote Karte eingefangen. Eine Notbremse wurde ihm zum Verhängnis, als er zu spät am Ball war, der Kontrahent schließlich in Höhe katapultiert wurde. „Da wir aber Fänger-technisch gut besetzt sind, macht mir das weniger Kopfzerbrechen“, erklärt Fabio Schwarze bei Lippe-Kick. Mit einem guten Kader gehen die Nordlipper in dieses Spiel beim letztjährigen B-Ligisten. Ein Etappenziel: „Die negative Tordifferenz soll jetzt langsam mal in die andere Richtung gehen! Ich selbst falle als Spieler leider aus (Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel, wenn bis morgen kein Wunder geschieht).“ Auch deshalb gehen die Barntruper mit der drei Musketiere-Mentalität in die Partie, helfen und unterstützen sich alle gegenseitig auf dem Spielfeld. Das würde die Wahrscheinlichkeit auf ein Erfolgserlebnis in Almena spürbar steigern.

 

Meinhard Borgers pfeift diese Begegnung auf dem Rasenplatz Bükerfeld um 15.00 Uhr an.

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