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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 10. Spieltag 2019/20

Gewohnt akribisch werden die Spiele der drei Lipper von Lippe-Kick ins Auge gefasst.

Bewährungsproben für die drei Lipper

Bezirksliga 3 (hk). Jaja, die einst so stolzen Teams aus dem Fürstentum haben in der überkreislichen Spielklasse mit den Spitzenplätzen nichts zu tun. Im Fall der beiden Aufsteiger SG Hiddesen/Heidenoldendorf und RSV Barntrup ist dies kein Weltuntergang. Beim Post TSV Detmold ist vor der Serie eine Art Übergangsjahr ausgerufen worden. Man lebt in der Gegenwart. Konkret: Die Vorbereitung auf den zehnten Spieltag steht an. Auf das Trio warten echte Prüfsteine, geht es doch gegen drei Teams aus dem Top-Five-Segment. Barntrup bekommt es vor heimischer Kulisse mit dem Tabellendritten SV Heide Paderborn zu tun, Post TSV Detmold spielt zu Hause gegen den Tabellenvierten SV Atteln und auch die SG Hiddesen/Heidenoldendorf muss nicht reisen. Für sie geht es gegen den ruhmreichen BV Bad Lippspringe.

 

 

Von Henning Klefisch

 

RSV Barntrup vs. SV Heide-Paderborn

Man muss es doch einmal ganz ehrlich betrachten. Für den RSV Barntrup gibt es Partien, bei denen schon vorab klar ist, dass zu 95 Prozent nichts zu holen sein wird. Coach Daniel Barbarito spricht in diesem Zusammenhang von „Bonuspunkten.“ Der kleine Aufwind vom Aufsteiger mit drei Siegen in Serie hat beim 0:2 in Bad Lippspringe ein spontanes Ende genommen. Keine Niederlage, die die Roten Teufel am eigenen Sein zweifeln lässt, denn der BVL gehört in diesem Jahr zu den Spitzenteams. Ganz ähnlich verhält sich die Sachlage auch rund um den SV Heide Paderborn, wie Barbarito findet: „Die Rollen in dem Spiel sind klar verteilt und wir müssen dafür sorgen, dass wir Heide nicht ins Rollen kommen lassen. Dementsprechend werden wir versuchen, defensiv zu stehen und einfach nur das Spiel von Heide zu zerstören.“ Eine Halbzeit lang hat dies bereits ausgezeichnet beim 1:5 gegen Mastbruch funktioniert. Der Aufstiegstrainer hofft nun auf eine Verdopplung dieser Leistungsfähigkeit: „Nun wäre es schön, wenn meine Mannschaft es zwei Halbzeiten lang schafft, die Konzentration zu halten. Falls nicht, kommen wir auch für keinen einzigen Punkt infrage“, würde man die Paderstädter dann mit drei Punkten beschenken. Auf jeden Fall muss Daniel Barbarito auf Hoffmann, die Sölter-Brüder, Rethmeier und Baumeister verzichten. Ob Tschernjawskij mitspielen kann, steht derzeit noch in den Sternen.

 

Von der überraschenden 0:1-Heimpleite gegen den Aufsteiger Delbrücker SC II hat sich der SV Heide-Paderborn sehr gut erholt. Die letzten beiden Liga-Spiele gegen den BV Bad Lippspringe und den Post TSV Detmold sind jeweils mit 2:0 gewonnen worden. Die Paderstädter gehen als Tabellendritter in das Spiel mit den Nordlippern. Die Gäste müssen einzig Volker Rath ersetzen. SVH-Abteilungsleiter Thomas Dreßler möchte nicht verschweigen: „Wir werden natürlich als Favorit in das Spiel gehen. Das gibt die Tabellensituation schon vor.“ Trotzdem ist er sich im Klaren, dass sein Team tief fallen kann, wenn es zu einem Scheitern kommt, weshalb er vorab warnt: „Aber mit Sicherheit werden wir den Gegner nicht unterschätzen. Unser Ziel ist es, auch in Barntrup zu gewinnen“, erklärt Dreßler gegenüber Lippe-Kick. Dann wäre der Dreier-Hattrick vollendet.

 

Markus Isenberg ist um 15.00 Uhr der Spielleiter auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup.

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. BV Bad Lippspringe

Markus Rüschenpöhler ist einer der klügsten Köpfe im ostwestfälischen Fußball. Nicht völlig ohne Grund wird er Fußball-Professor genannt. Der als Lehrer tätige 33-Jährige besitzt die Rhetorik, die psychologischen Fähigkeiten, aber auch die Expertise, um ganz bewusst seinem Team den Druck von den Schultern zu nehmen. Wenn Peter Neururer Trainer bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf sein würde, wäre die Kampfansage vor dem Heimspiel gegen den BV Bad Lippspringe klar: „Wir schlucken die“, würde der Kult-Schnauzer kundtun, in dem Wissen, dass die Spielgemeinschaft nur drei Punkte hinter den Kurstädtern rangiert. Denn: Mit einem Heimsieg wäre der Favorit überholt. Rüschenpöhler gilt als Gegenentwurf von Neururer. Er argumentiert im Lippe-Kick-Gespräch: „Bad Lippspringe ist als Landesliga-Absteiger der Favorit in diesem Duell, Sie sind ganz ordentlich gestartet mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und nur zwei Niederlagen.“ Rüschenpöhler liest offensichtlich sehr viel Querbett, was die Bezirksliga 3 betrifft: „So wie ich das mitbekommen habe, gab es beim Gegner auch einige Kader-Veränderungen nach deren Abstieg aus der Landesliga, sprich in der vorherigen Saison.“ Dass Akklimatisierungsprobleme nicht vorherrschen, hat der starke Saisonstart bewiesen. Dass Tobias Tschernik als ehemaliger SV Anreppen-Coach diese Spielklasse wie seine eigene Westentasche kennt, ist ein weiterer Vorteil. „Daher glaube ich, dass aktuell dort eine ganz gute Arbeit geleistet wird“, schiebt er seinem Team ganz galant die Außenseiterrolle zu. Auf dem heimischen Bent, einer der schönsten Rasenplätze im gesamten Lipperland, möchte Hiddesen/Heidenoldendorf erfreuliche Schlagzeilen produzieren. Im Heimspiel gegen Anreppen war noch eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Nun sollen die richtigen Konsequenzen aus der 0:2-Pleite gezogen werden, mit den enthusiastischen SG-Fans zusammen ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt gegangen werden. Die jungen Fohlen wollen in die Punkteränge galoppieren, ob einfach oder dreifach. Die Voraussetzung stimmt rund um die Spielgemeinschaft, denn mit der Übungswoche zeigt sich der akribische Rüschenpöhler sehr zufrieden. Diese Trainingsleistung auf das Spielfeld zu transportieren, wird außerordentlich wichtig sein. Ausschließlich mit einer absoluten Top-Leistung hat der Gastgeber tatsächlich eine Chance, wird es darauf ankommen, dass jeder Spieler sein volles Leistungspotenzial ausschöpft. „Vollgas geben, Leidenschaft zeigen“, erklärt Markus Rüschenpöhler via Lippe-Kick die Standardanforderungen. Wenn die SG die Kugel im Besitz hat, ist mehr Sicherheit erforderlich, mehr Lösungsoptionen, damit eine gut stehende BVL-Abwehr porös wird. Tradition: Auch wenn Lippe-Kick 1000 Euro Schmiergeld zahlen würde, Rüschenpöhler schützt seine Personalnews so sehr wie seinen Augapfel.

 

Es ist noch nicht allzu lang her, da lagen zwei Spielklassen Unterschied zwischen dem Ex-Landesligisten BV Bad Lippspringe und dem ehemaligen A-Klassen-Verein SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Dieses Jahr sind sie zusammen in der Bezirksliga 3 unterwegs, der BVL dabei nur drei Punkte und zwei Plätze vom Aufsteiger entfernt. Tobias Tschernik, der Coach der Gäste, rechnet mit einer „schwierigen Aufgabe“ auf dem Hiddeser Bent. Der manierliche siebte Tabellenplatz der Lipper sorgt bei ihm für eine hohe Wertschätzung: „Die Jungs aus Hiddesen-Heidenoldendorf spielen als Aufsteiger befreit auf und haben zum Beispiel beim Sieg gegen Mastbruch gezeigt, dass sie in der Lage sind, jeden Gegner zu schlagen.“ Also auch BaLi, das mit anderen Ansprüchen als der Aufsteiger in die Saison gegangen ist. Tschernik hat das SG-Spiel gescanned, wie er im Lippe-Kick-Gespräch deutlich macht: „Sie haben große Stärken im Umschaltspiel und haben schnelle Spieler in ihren Reihen, viele Ballverluste können wir uns daher nicht erlauben.“ Diese würden dann wohl drastisch bestraft werden von den jungen Fohlen aus den attraktivsten Stadteilen der Residenzstadt. Tschernik hat seine Hausaufgaben eifrig erledigt, ein Stärken und Schwächen-Profil erstellt. Er möchte auch dem Tableau etwas Beachtung schenken, wenn er deutlich macht: „Mit einem Sieg kann der Gastgeber punktemäßig mit uns gleichziehen und wird alles daran setzen, zu Hause zu gewinnen.“

 

Ishak Karahan ist der Referee ab 15.00 Uhr auf dem Hiddeser Bent.

 

Post TSV Detmold vs. SV Atteln

Laut stöhnt Post TSV Detmold-Manager Michael Grundmann auf, wenn er gegenüber Lippe-Kick zu Protokoll gibt: „Die letzten Wochen hatten wir mehr als nur einfache Personalprobleme.“ Diese Seuche hat unmittelbaren Einfluss auf die fußballerische Qualität, somit ebenso auf die Ergebnisse genommen. Dass bei einem Dutzend an Ausfällen in der Vorwoche beim Aufstiegsaspiranten SV Heide-Paderborn nur mit 0:2 verloren wurde, ist da fast schon respektabel. Grundmanns Hoffnung ist nicht unerheblich, dass vor dem Heimspiel gegen den SVA einige Jungs ihr Comeback geben, die Hermanns-Kicker dann wieder erfolgreicher sind. Voller Ehrfurcht spricht Grundmann über den Tabellenvierten aus dem 1500 Einwohner-Ort aus dem Bürener Land: „Atteln gehört zu den Top-Teams in der Liga und wir stehen wieder vor einer brutal schweren Aufgabe. Atteln ist spielerisch und körperlich sehr stark.“ In der heimischen Werre-Arena wollen die Detmolder dennoch etwas für die Einfuhr von Punkten leisten. Wann könnte denn die Wahrscheinlichkeit dafür signifikant steigen, möchte Lippe-Kick wissen? „Ich bin mir sicher, dass wir mit einer sehr guten Leistung etwas Zählbares holen können.“ Nach zwei Niederlagen am Stück ist die Sehnsucht danach groß.

 

SV Atteln-Obmann Jörg Kahmen liest ganz aufmerksam die lokalen Gazetten. Auch ihm ist nicht entgangen, dass der Post TSV Detmold in dieser Spielzeit einen Umbruch vollzieht. Für positive Farbtupfer zu sorgen, dazu sieht er die Post-Kutsche aber weiterhin in der Lage. „Sie haben aber dennoch genügend Qualität im Kader, um jeden in der Liga schlagen zu können – uns auch.“ Die Parallelen zum SVA sind die Personalsorgen. „Wir gehen momentan komplett auf dem Zahnfleisch“, gibt Kahmen unumwunden gegenüber Lippe-Kick zu. Exemplarisch: Beim 2:1-Heimsieg über den Liga-Neuling Delbrücker SC II durfte Co-Trainer Carsten Volbert über die komplette Spielzeit seine fußballerischen Fähigkeiten demonstrieren.
Die Personalsituation entspannt sich nicht wirklich. Weiterhin werden Marius Köhler, Niklas Weber und Jonas Grote ausfallen. Nils Becker braucht noch Geduld. Niklas Kahmen kämpft mit den Tücken einer Grippe. Ob er diese bis zum Matchday überwunden hat, weiß wohl nur der liebe Gott. Kahmen befürchtet daher: „Deswegen wird das Spiel für uns auf jeden Fall eine Herausforderung. Nicht nur unter diesen Umständen. Ein Auswärtsspiel in Detmold ist immer eine Herausforderung und wir versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen.“ Da Atteln-Coach Frank Ewert als echter Trainerfuchs gilt, hat er unter der Woche zwei Einheiten auf dem Kunstrasen eingestreut, um bestens vorbereitet zu sein. Zuletzt wusste der langjährige Bezirksligist kämpferisch zu gefallen, gegen den DSC II war es auch fußballerisch eine feine Klinge, die praktiziert wurde, „sodass wir eigentlich vorsichtig optimistisch in das Spiel gehen, aber es wird ein schweres, umkämpftes Spiel“, tippt er.

 

Luca Maurer ist der Spielleiter auf dem Kunstrasenplatz in Detmold.

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