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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 11. Spieltag 2019/20

Das Lipper-Derby überstrahlt alles. Lippe-Kick nimmt dieses Spiel etwas genauer unter die Lupe.

Im Zeichen des Lipper-Derbys

Bezirksliga 3 (hk). Wer hätte das gedacht? Nach einer zuletzt homöopathischen Punkteausbeute ist der Post TSV Detmold bis auf den 13. Tabellenplatz abgestürzt. Das Polster auf einen Abstiegsrang ist mit drei Zählern erstaunlich dünn. Beim achtplatzierten FC BW Weser streben die Brokmänner aber den Auswärtssieg an, um sich etwas Freiraum im Abstiegsdickicht zu verschaffen. Den ersten Platz im Rotlichtbezirk nimmt der Aufsteiger RSV Barntrup ein, der den Mitaufsteiger SG Hiddesen/Heidenoldendorf zu Besuch hat. Die Spielgemeinschaft reist nach dem Sensations-Triumph über den BV Bad Lippspringe (2:1) mit breiter Brust an, könnte sich mit einem Auswärtscoup im Maximalfall einen zwölf Punkte-Vorsprung erspielen.

 

Von Henning Klefisch

FC BW Weser vs. Post TSV Detmold

BW Weser-Coach Marcus Menzel hat völlig treffend wahrgenommen: „Detmold ist in den letzten Spielen nicht so erfolgreich gewesen. Sie möchten das natürlich auch anders gestalten und wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Sicherlich sind sie mit der aktuellen Situation und der Platzierung nicht zufrieden“, teilt er Lippe-Kick mit. Deshalb möchte Menzel die Partie am Sonntag nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich kann er sich noch hervorragend an die Duelle der Vorsaison erinnern. „Da hatte Post TSV richtig gute Fußballer dabei, gute Einzelspieler.“ Selbst haben die Weser-Jungs mit der Leistung bei der 0:2-Niederlage beim Aufsteiger Delbrücker SC II keine gute Visitenkarte abgegeben. Nun möchte Menzel eine Reaktion von seinem Team beobachten, hat ihm das letzte Spiel nicht gemundet. Ungünstig, dass die Personalsituation auch weiterhin „angespannt ist“, wie es der Trainer der Hausherren tituliert. Ein Duo kehrt vielleicht zurück, hat aber jüngst erst nach vielen Wochen zum ersten Mal trainiert. Aber: „Trotzdem ist es das Ziel, die drei Punkte zu Hause zu behalten“, so die Sehnsucht von Marcus Menzel.

 

Was klar ist: Junge Menschen im Allgemeinen und junge Fußballer im Speziellen sind natürlich Leistungsschwankungen unterworfen. Das spürt derzeit der Post TSV Detmold am eigenen Leib, denn Tabellenplatz 13 mit nur drei läppischen Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsrang sind ein echter Warnschuss. Wenn man sich mit den Protagonisten der Bezirksliga 3 unterhält, haben einige die Detmolder sogar als Aufstiegsoption im Hinterkopf, was aber derzeit völlig unrealistisch ist. Die Residenzler sind eine Mannschaft im Umbruch, weshalb das Erreichen von einem einstelligen Tabellenplatz realistisch sein sollte. Manager Michael Grundmann hat beobachtet: „Wir befinden uns aktuell in keiner guten Phase.“ Er liefert prompt eine sinnvolle Erklärung dafür: „Durch die ganzen verletzten Spieler in den letzten Wochen war es sicherlich nicht einfach, sich als Team zu finden. Langsam, aber sicher kommen einige Jungs jedoch wieder zurück.“ Das Hindernis: „Nach vier, fünf Wochen Pause sind sie aber noch lange nicht in der Form, in der sie sein müssten.“ Deutliche Worte hat der Workaholic zuletzt für die Minus-Leistung seiner Schützlinge gegen den SV Atteln gefunden, verlor man vor heimischer Kulisse deutlich wie berechtigt mit 0:4. „Das war eine mehr als enttäuschende Leistung“, moniert Grundmann harsch. Im Dreiländer-Eck zwischen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sollen nach seinem Geschmack die Post TSV-Kicker „eine komplett bessere Einstellung“ anbieten. Die Befürchtung ist existent, dass der Rasenplatz in Lauenförde in dieser herbstlichen Zeit „mehr als schwer zu bespielen ist, was uns sicherlich nicht entgegenkommt“, gelten die Lipper doch als spielstarke Kicker. Diese müssen das blau-weiße Bollwerk unbedingt knacken. „Die Jungs haben gut trainiert und ich bin mir auch sicher, dass wir Sonntag ein anderes Gesicht der Truppe sehen“, kennt Grundmann den Wiedergutmachungswillen seiner Mannschaft. Merke: Mit einem Auswärtssieg im 60 Kilometer entfernten Lauenförde wäre man bis auf einen Zähler an den Weser-Jungs dran.

 

RSV Barntrup vs. SG Hiddesen/Heidenoldendorf

17 Zähler aus zehn Partien bedeuten einen Punkte-Schnitt von 1, 7 pro Spiel. Behält die SG Hiddesen/Heidenoldendorf diese satte Ausbeute bei, darf Coach Markus Rüschenpöhler mit seinen Jungs schon am Osterfest den Klassenerhalt bejubeln. Auch RSV-Coach Daniel Barbarito hat die Performance der Residenzler aufmerksam verfolgt, sagt dazu gegenüber Lippe-Kick: „Hiddesen-Heidenoldendorf spielt bisher eine Top-Saison und ist als Aufsteiger definitiv momentan als Überraschungsmannschaft einzustufen. Trotzdem sehe ich beide Vereine auf Augenhöhe, vielleicht mit kleinen Vorteilen auf der Seite der Gäste.“ Er rechnet mit einer spannenden Begegnung, in der die bessere Tagesform das Pendel ausschlagen lässt. Eine gewisse Dringlichkeit hat Barbarito natürlich erkannt, lechzt er doch danach: „Wir müssen jetzt langsam anfangen zu punkten, die nächsten fünf Spiele sind da von elementarer Bedeutung. Schaffen wir es nicht, in den Spielen neun bis zehn Punkte zu sammeln, wird es für uns ganz, ganz schwer.“ Völlig bewusst setzt er sein Team mit der Vorgabe gezielt unter Druck. Was bei ihm ebenfalls die Vorfreude steigert: „Ich persönlich freue mich mal, gegen einen Trainer anzutreten, gegen den man selbst gespielt hat. Das kommt bei mir und Markus wahrscheinlich nicht so häufig vor“, könnte Barbarito mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf treffen. Zurück aus ihren Urlaubsgefilden sind die Sölter-Brothers, auch die Angreifer Rethmeier und Baumeister stehen jetzt zur Verfügung. Einzig Jakob Funk und Jan Hoffmann setzen ungewollt aus.

 

Die Favoritenrolle dürfte vor dem Aufsteiger-Duell klar sein. Die SG Hiddesen/Heidenoldendorf besetzt diese Position, haben sie doch mehr als doppelt so viele Punkte auf der Habenseite, zudem in den letzten Partien echte Schwergewichte wie Mastbruch und Bad Lippspringe bezwungen. Einige Male hat der ehemalige Abwehr-Haudegen Rüschenpöhler bereits hautnahe Duelle mit dem RSV Barntrup erlebt, findet Worte der Anerkennung für den Rasensportverein, der seit drei Jahren den Kunstrasen als seine bevorzugte Heimat wahrnimmt: „Ein gut strukturierter und seriöser Verein“, verweist er mit einem Schmunzeln auf den Lippen auf seine durchaus ansprechende persönliche Bilanz gegen die Roten Teufel. Als Rüschenpöhler selbst noch gekickt hat, auf der unangenehm bespielbaren roten Asche, da ging es schon hoch her. Trotz der neun Zähler Vorsprung, die die jungen Fohlen aufweisen, verkörpern die Barntruper einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, so glaubt es der Blondschopf. Wenn tatsächlich beim lippischen Rivalen gepunktet werden sollte, wäre dies gleichbedeutend mit dem Erreichen eines Etappenziels. Gibt es einen Auswärtssieg, wird das Rüschenpöhler-Team wohl bis zur Winterpause nicht mehr in die südlichen Tabellengefilde hineinrutschen. Bleiben die Punkte am Wolfsiek rückt das Feld enger zusammen. Zudem sollte Hiddesen/Heidenoldendorf auch nicht vollkommen außer Acht lassen, dass nach dem Barntrup-Spiel mit dem SCV Neuenbeken und dem SV Heide Paderborn zwei extrem komplizierte Aufgaben bevorstehen. Allein: „Den Druck sehe ich beim RSV. Er steht aktuell auf einem Abstiegsplatz. Zu Hause gegen einen Mit-Aufsteiger steht er allein schon tabellarisch bedingt unter Druck“, schiebt Markus Rüschenpöhler die Kugel ganz lässig den Barntrupern zu. Gewisse Parallelen zu seinem Team möchte er nicht verneinen – das gemeinsame Schicksal als Aufsteiger. Nach einer eher schwierigen Auftaktphase haben sich die Nord-Lipper zuletzt deutlich gefangen, aber jüngst gegen die Spitzenteams wie Bad Lippspringe (0:2) und Heide Paderborn (0:5) zogen sie jeweils den Kürzeren. Mit einem laufstarken, auch körperlich robusten und personell nun besser ausgestatteten Widersacher, rechnet am siebten Tag der Woche Rüschenpöhler. Folglich ist es für ihn eine „unangenehme Aufgabe“, die seinem Team im 24 Kilometer weit entfernten Barntrup bevorsteht. Der Fußball-Professor sieht seine Mannschaft gar nicht in der Position, um den Viertletzten auf die leichte Schulter zu nehmen. Was nämlich auffällt: Beide Teams haben nahezu die gleiche Anzahl an Toren erzielt, hat Hiddesen/Heidenoldendorf 20 Mal zugeschlagen und damit nur drei Mal mehr als die Barntruper. Das Defensivkonstrukt ist bei der Spielgemeinschaft aber deutlich stabiler, waren die Gegner gegen sie erst 17 Mal erfolgreich, während die Barntruper sich schon über 31 Gegentore ärgern mussten. Eben weil die Angriffsreihe vom Tabellen-15. munter unterwegs ist, erwartet Rüschenpöhler einen mitspielenden Rivalen. Daher prognostiziert er ein „offenes Spiel.“

 

Niklas Pankoke ist um 15.00 Uhr der Spielleiter beim Aufsteiger-Duell. Dieses findet auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup statt.

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