Connect with us

Kreisliga C1 Lemgo

Kreisliga C1 Lemgo – Vorbericht 12. Spieltag 2019/20

Alle wichtigen Neuigkeiten vor dem ersten Rückrunden-Spieltag haben wir. Lippe-Kick liefert euch die wissenswerten Informationen.

Sonneborn II möchte dem Gegner nicht die Würde nehmen

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Ein spielfreies Wochenende genießen die beiden Mittelklasseteams, die SG Kalldorf II und der Namensvetter aus Bega/Humfeld. Auch vier weitere Teams dürfen sich kurzfristig über etwas Entspannung freuen. Man musste schon die Befürchtung haben, dass insbesondere die Rasenplätze nicht bespielbar sind. Diese Furcht ist begründet, denn nur drei Begegnungen finden ganz normal statt. Da ein Abstiegskampf logischerweise zwecks fehlender tieferer Spielklasse nicht existent ist, konzentriert man sich automatisch auf das Aufstiegsrennen. Dort erwartet die Freunde der C1 Lemgo ein spannender Dreikampf. Um das B-Liga-Ticket konkurrieren nämlich der TuS Sonneborn II, die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II (beide 27 Punkte) und der FC Schwelentrup/Spork/Wendlinghausen II (24). Alle drei greifen in den Spieltag ein.

 

Von Henning Klefisch

 

TuS Brake III vs. TuS Sonneborn II

Das Fußball-Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu und auch die Personalressourcen beim TuS Brake III schwinden beträchtlich. Im Frühspiel um bereits 10.30 Uhr konstatiert Coach Björn Menze voller Erleichterung, dass es „nur gegen eine Neuner“ geht, steht ihm selbst doch exakt diese Anzahl zur Verfügung. Sehr gut möglich, dass Menze seine Fangkünste zwischen den Pfosten demonstrieren muss, fehlen ihm doch seine etatmäßigen Torhüter. Die Verletzungswucht hat die Walkenfeld-Kicker mit ganzer Härte getroffen. Dazu kommen viele Studenten, die in diesen Tagen ihrem Heimatort einen Besuch abstatten. Daher steht für Menze resultierend fest: „Ich muss gucken, was ich Sonntag mache“, wird es wohl auf sein Improvisationstalent als Coach ankommen. Vor dem Spiel gegen das beste Team der Liga, was mit 61 Toren in zehn Partien einen gewaltigen Sturmwirbel entfacht, äußert Menze bei Lippe-Kick vor allem einen Wunsch: „Ich hoffe nur, dass wir uns jetzt in dem letzten Spiel in dem Jahr nicht abschlachten lassen, weil dann wäre ich sehr enttäuscht.“ Die Erwartungshaltung tendiert gen Null, offenbart Menze in aller Ehrlichkeit: „Ich rechne mir nicht viel aus, da Sonneborn II echt eine starke Truppe hat.“ Er spekuliert, dass die Blau-Gelben einen „nicht so schönen Tag haben“, was die Wahrscheinlichkeit für das Behalten von einem Zähler deutlich erhöht. Merke. Reichlich Selbstvertrauen haben die Schloss-Kicker in den vergangenen drei Spielen nicht gesammelt, gab es ausschließlich Niederlagen, meist deutlich. Das desaströse Torverhältnis: 1:19.

 

Nahezu voller Frohsinn sind die Erinnerungen, die TuS Sonneborn II-Coach René Brinkmann mit den Reserveteams aus Brake teilt. Er hat ein „legendäres 25:0“ im Hinterkopf, was bereits einige Jährchen zurückliegt. Auf der Kult-Asche im Braker-Walkenfeld hat Brinkmann einst einen „grandiosen Elfmeter“ zum vorentscheidenden 10:0-Zwischenstand verwandelt. Das letzte Erlebnis war allerdings nicht von völliger Glückseligkeit geprägt, bezeichnet er das B-Liga-Spiel gegen den TuS Brake II als einen „ganz schönen Kraftakt.“ Einen echten Fehler würde es allerdings darstellen, wenn man die Bräker-Mannschaft aus dem Hinspiel – 12:2-Sieg für Sonneborn II- vergegenwärtigt, um jetzt die gleiche Leistungsstärke schablonenartig anzuwenden. Das weiß selbstredend auch Brinkmann, der konstruktiv argumentiert: „Gut, als dritte Mannschaft ist der Gegner natürlich eine Wundertüte, gerade wenn alle drei Mannschaften zu Hause spielen, kann da ja munter durchgewechselt werden“, könnte – rein hypothetisch – sogar ein Spieler mit Erfahrung aus dem Kreis-Oberhaus in der tiefsten C-Liga eingesetzt werden. Brinkmann konstatiert aber im Brustton der Überzeugung: „Interessiert uns aber nicht, wer da aufläuft. Die kochen alle nur mit Wasser.“ Die 15 Saisonzähler, die die Sonneborner in den zehn Partien mehr eingesammelt haben, kommen ganz bestimmt nicht von ungefähr, weshalb er klarstellt: „Klar gehen wir als Favorit ins Rennen. Das werden wir auch annehmen. Dennoch sind wir gewarnt. Klar, nach der Heimpleite gegen SSW II ist bestimmt noch etwas Wut im Bauch, aber nach der 0:2-Niederlage gegen Almena agieren sie bestimmt auch mit etwas breiterer Brust“, haben die Walkenfeld-Jungs mehrfach eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Mit viel Selbstbewusstsein, zudem mit dem nötigen Erholungsfaktor, gehen die Sonneborner dieses Spiel an, durften sich auf beste Nachbarschaftshilfe verlassen. Auf dem nahezu wetterresistenten Kunstrasenplatz in Barntrup haben sie intensive Einheiten durchgeführt, weshalb dieser Untergrund keinen erhöhten Schwierigkeitsgrad für die Gäste darstellt. Was wurde denn vom Trainerteam gezielt geprobt? „Die schnelle Balleroberung und das Umschaltspiel lagen im Fokus, aber auch das Zweikampf-Verhalten im Defensiv- als auch Offensiv-Pressing – und natürlich durfte Kondition bolzen nicht vernachlässigt werden“, sind das alles Elemente, die am Sonntag entscheidend sein werden. Schnell wollen die Sonneborner ihre eigene Spiel-DNA raushauen, dazu auch den Angriffsmotor heißlaufen lassen. Eine sinnvolle Idee: „Über Laufbereitschaft, gerade auch ohne Ball, und clevere Spielverlagerungen werden wir versuchen, das Abwehrbollwerk zu knacken.“ Ob Capitano René Bruckschen dabei ist, erscheint mehr als fraglich zu sein. Der Grund für die vorherrschende Skepsis ist ernst. In dieser Woche hat er eine Knochenabsprengung im Sprunggelenk erlitten. Heiko Wittlif ist immer noch im Aufbautraining. Und: „Mal schauen, wen wir noch an unsere Erste abgeben müssen, aber auch das kann kompensiert werden durch den einen oder anderen Standby-Profi“, sind die Personalressourcen in Sonneborn löblich. Wie wird denn die Wunschvorstellung konkret aussehen? „Drei souveräne Punkte ohne viel Chichi. Alles andere würde unseren Ansprüchen nicht entsprechen. Dennoch, mit der nötigen Menge an Respekt den Gegner unterschätzen, das wäre fatal“, soll der Platz am Sonnendeck auch über die viermonatige Winterpause vom TuS Sonneborn II besetzt werden. Wie sich die Tordifferenz tatsächlich gestaltet, besitzt für Rene Brinkmann keine allzu hohe Priorität. Er betont im Lippe-Kick-Gespräch: „Wir sind keine Truppe, die auf Teufel komm raus dem Gegner noch das letzte bisschen Würde nehmen muss. Wir wechseln dann lieber munter durch und lassen jeden spielen, damit jeder zu seinen Spielanteilen kommt und die Lust am Fußballspielen nicht verliert.“

 

Lutz Höna pfeift dieses Spiel um 10.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz im Zentrum Walkenfeld an.

 

SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II vs. SG Bentorf/Hohenhausen III

„Das Spiel ist mal wieder ein Kalletal-Derby und die werden immer anders angegangen“, unterstreicht Lüdenhausen/Talle/Westorf II-Kicker Felix Preuß vorab. Mit einer ansprechend besetzten Mannschaft geht er in den Kalletal-Klassiker der beiden Vereine, die zusammen satte fünf Ortschaften in ihrem Vereinsnamen tragen. Was waren das noch für selige Zeiten, als jeder Ort seinen eigenen Verein gehabt hat! Auf Jan Buchenau muss der Gastgeber verzichten, plagt sich dieser noch mit infamen Rückenschmerzen herum. Er hütet die heimische Couch, kann sich kaum bewegen. Wer die jüngsten Lippe-Kick-Spielberichte durchgelesen hat, weiß, dass Buchenau ein Spieler für die gewissen Momente ist, den guten Fußball in sich trägt. „Ich hoffe, dass wir das letzte Spiel im Kalenderjahr 2019 gewinnen und positiv in die Winterpause gehen“, ist der abschließende Wunsch von Preuß nachvollziehbar. Die Favoritenrolle dürfte klar für die Hausherren sprechen. Mit 27 Punkten belegen sie den zweiten Rang. Anders Ben/Hoh III, das mit sechs Zählern auf dem drittletzten Platz positioniert ist.

 

Um 12.30 Uhr geht es in der Ilsetal-Arena in Talle los. Veit Eikermann ist für die Spielleitung auf dem Rasenplatz verantwortlich. Übrigens: Der einzige Naturrasen, der an diesem Spieltag in der C1 Lemgo bespielbar ist.

 

RSV Barntrup III vs. FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II

Viel härter kann es den RSV Barntrup III wohl nicht treffen. Der Tabellendritte FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II gastiert im knapp 6000 Einwohner-Ort im nordöstlichen Zipfel des Lipperlandes. 18 Zähler haben die Dörentruper mehr auf dem Konto – bei nur einem Spiel mehr. Deshalb ist die Aussage vom Barntruper-Spielertrainer Fabio Schwarze nicht verwerflich, der klarstellt: „Es wird ein harter Brocken für uns!“ Spektakulär verlief das Hinspiel. Die Roten Teufel führten bereits mit 2:0, doch gingen gnadenlos unter. Am Ende gewannen die Sporker glatt mit 8:3. Sein Comeback gibt Sebastian Stege, „der in der Defensivarbeit verdammt viel leistet“, setzt Schwarze zu einem Sonderlob an. „Außerdem wird von der Offensive eine hohe Effizienz erwartet, da ich SSW II so einschätze, dass sie nicht viel zulassen wollen. Wenn du wenig Chancen hast, dann musst du die wenigen auch nutzen“, ist eine extreme Kaltschnäuzigkeit außerordentlich wichtig. Auf den rotgesperrten Patrick Mischke und den erkrankten Daniel Heimann müssen die Barntruper verzichten. „Wir werden einen breitgefächerten Kader haben. Dennoch – der Appell an jeden Einzelnen: ,,Kämpfen für jeden!“ Der Zusammenhalt soll auf dem Spielfeld erkennbar werden. Früh sein Revier abzustecken, bereits in der Anfangsviertelstunde seine eigenen Ambitionen auf dem Spielfeld deutlich werden zu lassen, das sind die Pläne, die der RSV Barntrup III verfolgt. Fabio Schwarze präsentiert sich erfrischend selbstbewusst, teilt die Überzeugung: „Wir müssen absolut konzentriert sein und haben SSW II bei sich zu Hause schon mal stolpern lassen, also warum nicht jetzt auch?“ Die SSW II-Abwehr gleicht einem Bollwerk. Zwölf Gegentore sind in dieser torreichen Liga eine echte Ansage. Das hat auch der Barntruper-Coach im Hinterkopf, wenn er im Lippe-Kick-Gespräch anmerkt: „Mir ist klar, dass sie die zweitbeste Defensive der Liga haben und definitiv im Aufstiegskampf keine Punkte lassen wollen, aber wir sind schon lange nicht mehr die Schießbude, sondern ein verdammt ernst zunehmender und unberechenbarer Gegner, der es jedem Team in der Liga schwer machen kann.“ Sechs Punkte sind keine überragende Bilanz, dessen sollte er sich bewusst sein. Ebenso, dass einige Zähler leichtfertig liegen gelassen wurden. Die Huldigung für die gewaltige Sporker-Stärke nimmt bei ihm nicht ab, sagt er doch voller Anerkennung: „Sie stehen auf jeden Fall zu Recht sehr weit oben, wohingegen wir zu Unrecht unten drin hängen! Uns ist egal, welcher Gegner kommt. Von daher nehmen wir jeden Gegner ernst“, ist das den Barntrupern auch zu raten. Wie ist die Ausgangslage vor diesem Spiel: „Das Ziel ist natürlich Heimsieg und trotz Heimrecht sind wir dieses Mal der gefürchtete Underdog.“

 

Für den FC SSW II ist noch alles möglich im Aufstiegskampf. Im Vergleich zum Klassen-Streber TuS Sonneborn II haben die Sporker zwar drei Punkte weniger, dafür allerdings ein Spiel mehr in der Hinterhand. Nun führt die Reise also zu den Roten Teufeln, die aktuell im Rotlicht-Bezirk dieser Spielklasse beheimatet sind. Die Erinnerungen an den RSV Barntrup III sind von positiver Natur, sprachen die Ergebnisse meist für den Favoriten. Einzig ein Heimspiel am Sporker Holz ging im Frühjahr 2019 verloren. FC II-Coach Simon Dümpe vergisst nicht: „Dennoch sind wir gewarnt vor ihrer Offensive. Dort haben sie sich im Gegensatz zur letzten Saison stark verbessert.“ Speziell hat er Kicker wie Aziz Doosti oder Dilaver Ayik im Blick, auf die ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. So hat etwa Ayik gegen die Dörentruper im Hinspiel drei Tore erzielt. Die Gäste werden ihre beste Garnitur auflaufen lassen, feiert etwa Jannis Keibel in dieser Serie seine Premiere in der SSW-Reserve, „was mich sehr freut.“ Weiterhin muss allerdings auf Stefan Petri verzichtet werden. Als vorteilhaft könnte sich tatsächlich der Kunstrasenplatz in Barntrup erweisen, der für die Performance der technisch starken Dörentruper hilfreich sein könnte. Wie lautet das potenzielle Erfolgsrezept: „Wir werden versuchen, den Ball laufen zu lassen und über unsere Außen den Gegner in Probleme zu versetzen.“

 

Daniel Simon ist ab 12.30 Uhr der Mann mit Pfiff im Barntruper Waldstadion.

 

More in Kreisliga C1 Lemgo

%d Bloggern gefällt das: