Connect with us

Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 15. Spieltag 2019/20

Auf geht’ s Buam. Sonntag ist wieder Match-Day. Ab 14.30 Uhr ertönt der Anpfiff.

Hiddesen/Heidenoldendorf will ein Zeichen setzen

 

Bezirksliga 3 (hk). Zu drei verschiedenen Anstoßzeiten gehen die neun Begegnungen der 15. Runde in der dritten Bezirksliga-Staffel über die Bühne. Wir nehmen die Spiele der drei Lipper genauer in den Fokus. Den Auftakt macht ein Vierer-Pack um 14.30 Uhr. Die SG Hiddesen/Heidenoldendorf bestreitet um diese Uhrzeit sein Heimspiel gegen den SV Dringenberg, der Post TSV Detmold wird im Parallel-Spiel beim SV GW Anreppen vorstellig. Vier Partien starten um 15.00 Uhr. Darunter auch der Auftritt vom RSV Barntrup gegen den SCV Neuenbeken. Ein Alleinstellungsmerkmal besitzt das Aufeinandertreffen zwischen der Spielvereinigung Brakel II und dem FC Blau-Weiß Weser. Hier geht es erst um 15.15 Uhr los.

 

 

Von Henning Klefisch

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. SV Dringenberg

Die beiden Übungsleiter kennen sich. SG-Coach Markus Rüschenpöhler hat gemeinsam mit dem SVD-Trainer Sven Schmidt in Kaiserau seinen Trainerschein absolviert. Fußballerisch bewertet er die Burg-Kicker als eine „sehr routinierte und robuste Bezirksliga-Mannschaft“, verkörpert der ehemalige Landesligist aus dem 1800 Einwohner-Ort seit Jahren schon eine Spitzenmannschaft der Bezirksliga 3. „Daher bin ich etwas überrascht über den nicht ganz so guten Saisonstart, den sie dieses Jahr hingelegt haben“, räumt Rüschenpöhler ohne Umschweife ein. Zuletzt ist der SVD aber mächtig ins Rollen gekommen, hat zahlreiche Punkte gesammelt, sein letztes Heimspiel gegen den RSV Barntrup jedoch überraschend punktlos beendet. Der lippische Aufstiegstrainer ist jedoch davon überzeugt, dass die Kicker aus dem Bad Driburger-Umland sich weiter verbessern, am Ende im oberen Tabellendrittel zu finden sind. Nachdem zuletzt in Borchen extrem unglücklich mit 1:2 verloren wurde, möchte die Spielgemeinschaft im Heimspiel sich die Punkte zurückholen. Die Leistung muss allerdings stimmen, denn Dringenberg ist ein „sehr schwerer Gegner“ und ein „harter Brocken“, wie der Pädagoge anmerkt. Der Blick in die Vereinsgeschichte bringt Rüschenpöhler dazu, dass er den Gästen ganz entspannt die Favoritenrolle zuschiebt. „Wir werden voll dagegenhalten“, wird es mutmaßlich an der Einstellung und Mentalität nicht liegen. Die Vorgabe ist schließlich einmal mehr klar: Es soll für Zuwachs auf der Habenseite gesorgt werden. Momentan hat die Spielgemeinschaft 19 Punkte, was für das Verweilen auf dem neunten Rang berechtigt. Aber: Der derzeitige Bonus von drei Zählern ist verschwindend schnell aufgebraucht.

 

Auf dem Kunstrasenplatz in Heidenoldendorf pfeift Marius Würtz um 14.30 Uhr diese Begegnung an.

 

SV GW Anreppen vs. Post TSV Detmold

Vier Pleiten in Folge sind eine echte Hausnummer. Der unangenehm riechende Atem vom Abstiegsgespenst ist allgegenwärtig beim Team vom sympathischen Trainerfuchs Werner Linnenbrink, der korrekterweise erkannt hat: „Wir stehen jetzt unter Zugzwang.“ Er muss auf ein Quartett verzichten. Andre Jähn, Alexander Schmal, Yannick Peitz und Fabian Richter setzen allesamt und definitiv aus. Neu im Tor steht hingegen Malte Jüngsmeier, der zuletzt beim Westfalen-Ligisten Delbrücker SC als dritter Torwart fungiert hat. Im Übungsbetrieb hat Linnenbrink den Fokus konkret auf Passsituationen und Abschlüsse gelegt. Dass in der Bezirksliga 3 die Kicker allesamt einem ordentlichen Broterwerb nachgehen müssen oder studieren, ist mehr als legitim. Meist trudeln ab 14.00 Uhr, kurz nach der Mittagspause, die Absagen ein. Die Hinderungsgründe sind vielschichtig: Uni, Schule, Arbeit und die Männer-Grippe. Vor allem im Torwartbereich hat Linnenbrink in den letzten Wochen einen heftigen Aderlass hinnehmen müssen, sodass teilweise sogar gänzlich ohne Fänger geprobt werden musste. Gegen den Post TSV Detmold rückt diese Hypothek in den Hintergrund, prognostiziert Linnenbrink einen Gegner, der zunächst das eigene Tor sichert, um dann mit einem schnellen Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen. Er erwartet ganz viel Abtasten in der Anfangsphase, müssen insbesondere Post TSV-Ausnahmekönner wie Mamadou Diallo und Johann Felker in besonderen Augenschein genommen werden. Dass bei den Postlern – anders als nunmehr in Paderborn – der Futsal-Sport immer mehr im Kommen ist, bleibt auch Werner Linnenbrink nicht gänzlich verborgen. „Post TSV kann man schlagen“, sagt er, möchte genau dies auch in die Praxis umsetzen, um somit dem Abstiegsgespenst einen Tritt in den Allerwertesten zu geben. Wer mit Linnenbrink über die schönste Nebensache der Welt redet, merkt schnell: Dieser Mann verfügt über Fußball-Wissen, lässt sich nur allzu selten überraschen. Dass es in dieser Spielklasse zu merkwürdigen Ergebnissen kommt, verwundert ihn. Unter uns: Normalerweise sollten personell hochdekorierte Teams wie der SV Heide Paderborn und der SCV Neuenbeken wie Planierraupen mit ICE-Antrieb durch die Spielklasse fräsen. Teilweise patzen sie aber – sehr überraschend. „Heide und Neuenbeken haben uns auseinandergenommen, hätten 20 Tore gegen uns erzielen müssen“, so ein ehrlicher Linnenbrink, der mehrfach gezwickt wurde, doch die Überraschungs-Coups sind nicht verschwunden.

 

Es gibt mutmaßlich schönere Ausflugsvarianten, als an einem Sonntag nach Anreppen zu fahren. Die Postler sollten sich am letzten Tag dieser Woche nicht mehr allzu viel Anderes vornehmen, denn allein die einfache Fahrt über die B1 beträgt mehr als 44 Kilometer. Post TSV Detmold-Manager Michael Grundmann sieht das ähnlich, was den erhöhten Schwierigkeitsgrad angeht, diktiert er Lippe-Kick mit einem erhobenen Zeigefinger in den Notizblock: „Anreppen ist natürlich gerade zu Hause mehr als ein unangenehmer Gegner.“ Was ihn ein Stück weit beeindruckt: „Sie sind sehr robust und wissen, wie man einem Gegner Probleme bereitet.“ Fünf schallende Ohrfeigen setzte es für die Post-Kutsche, als sie mit einem ernüchternden 0:5 ihr Heimspiel gegen die Sportfreunde aus Mastbruch verloren. Mit guten Leistungen und vier Punkten aus zwei Spielen präsentierten sie sich zuletzt sehr gut erholt. „Wir spielen aktuell einen guten Ball. Was uns jetzt aber schon öfters Punkte gekostet hat, ist die klägliche Chancenauswertung. Daran müssen die Jungs arbeiten und vor dem Tor einfach zielstrebig sein“, klafft zwischen Aufwand und Ertrag eine unangenehm große Lücke. Der von Lippe-Kick zuletzt als Spieler der Woche ausgezeichnete Marcel Zimmer gibt im Vergleich zum 2:2 gegen Borgentreich sein Comeback im Kasten „und uns garantiert mehr Sicherheit.“ Verletzungsbedingt fallen Marco Rüskaup, Jan Hilbrink und Manuel Süllwold aus. Kosta Triantafyllidis genießt seinen wohlverdienten Urlaub. Grundmann möchte einem voreiligen Alibi vorab Adieu sagen: „Unser Kader ist aber trotzdem gut besetzt und wir wollen definitiv etwas aus Anreppen mitnehmen.“ Merke: Mit einem Auswärtssieg hätte man sieben Punkte-Bonus auf die Grün-Weißen geschaffen.

 

David Jackson ist um 14.30 Uhr auf dem Rasenplatz in Anreppen der Spielleiter dieser Begegnung.

 

RSV Barntrup vs. SCV Neuenbeken

Läuft beim RSV Barntrup, gell. Fünf Siege aus den jüngsten sechs Partien sind eine klare Botschaft, dass der Aufsteiger diese neue Spielklasse voll und ganz adaptiert hat. Nicht nur im Pokal gaben die Roten Teufel beim 6:0 in Westorf eine Kostprobe ihres fußballerischen Könnens ab. Auch bei den Siegen gegen Hiddesen/Heidenoldendorf (3:1), in Elsen und Peckelsheim (jeweils 4:1) und zuletzt in Dringenberg boten die Barntruper Fußball mit Verwöhnaroma an. Man vertraut daher den eigenen Qualitäten, wenn man allerdings auch mit viel Respekt diese Aufgabe gegen das derzeit zweitbeste Team der Liga angeht. Barbarito ist der Meister der Tiefstapelei, kündigt er doch bei Lippe-Kick an: „Wir brauchen uns da nichts ausrechnen, müssen da nichts einplanen“, schiebt er zunächst die ganz ruhige Kugel. Das große Aber folgt jedoch auf dem Fuß: „Aufgrund unseres Selbstbewusstseins werde ich nicht defensiv spielen lassen. Ich werde das Heil in der Offensive suchen lassen“, von seinen Spielern. Die Einfuhr von Bonuspunkten wäre ganz nach seinem Gusto. Einen dieser Art schreibt er auf seinen ganz persönlichen Wunschzettel. Immerhin haben die Neuenbekener doch auch gegen schlechter eingeschätzte Teams wie Borgentreich, Bad Lippspringe oder Hiddesen/Heidenoldendorf überraschend Zähler liegen lassen. Ergo: Dieser Gegner ist verwundbar. Deshalb findet Barbarito auch: „Die letzten Ergebnisse waren so, dass man sich mit Glück auch etwas ausrechnen kann.“ Der Verlust von Christian Brandt muss „bis auf Weiteres“ hingenommen werden, hat dieser sich in der Schlusssequenz beim Spiel in Dringenberg einen Kreuzbandriss zugezogen, fällt für unbestimmte Zeit aus. Lippe-Kick wünscht an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Genesung. Jakob Funk setzt wegen Fersenproblemen aus. Jannik Schalofsky und Kieren Lennard McCarthy müssen nach ihrer jeweils fünften Gelben eine Sperre absitzen.

 

Der frischeste 3:2-Erfolg beim SV Dringenberg hat SCV-Coach Marco Cirrincione einmal mehr bestätigt: Der RSV Barntrup fühlt sich pudelwohl in der neuen, alten Spielklasse. Die 20 Punkte aus 15 Partien haben sich die Roten Teufel nicht beim Pokern einverleibt. Nein, sie spielen erfrischenden Fußball, verdienen sich das nötige Matchglück zugleich. Die Neuenbekener befinden sich derzeit in der Position des Jägers, haben nur drei Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter SV Heide Paderborn. Cirrincione fordert weiterhin Schärfe von seinem Team, findet er dafür auch bei Lippe-Kick die passenden Worte: „Wir müssen dranbleiben, wollen weiterhin das Tempo gehen, auch Spaß am Spiel haben.“ In den letzten Wochen gab es die eine oder andere Enttäuschung zu verdauen. So etwa ein verpatzter Elfmeter beim 2:2 gegen den BV Bad Lippspringe, verpasste man dadurch einen möglichen Sieg. Konträr dazu kassierte der SCV stehende Bälle gegen sich, diese auch in der finalen Spielphase, in der die Empfindsamkeit hoch und die Toleranz-Grenze eher gering ist. Es fehlt zuweilen der erhoffte Belohnungseffekt bei den Neuenbekenern, die viel investieren, doch beim Ertrag klafft eine Lücke. „Wir müssen auf das Glück des Tüchtigen pochen, weiter arbeiten. Den Glauben dürfen wir nicht verlieren. Das tun die Jungs“, verrät der eloquente Coach, der ein entspanntes Team auf die 43 Kilometer weite Anreise in den Norden des Lipperlandes schickt. Man merkt schnell: Der Fußball-Gott macht in diesen Tagen einen weiten Bogen um den 2300 Einwohner-Ort, denn die Personal-Not ist nicht von dieser Welt. Bis zu acht Ausfälle von wichtigen Korsettstangen kann wohl kein Team der Welt ersetzen. Auch nicht der insgesamt gut besetzte SCV, der diese Spieler nicht gleichwertig kompensieren kann. Spielführer Markus Dalecki etwa wird vielleicht in diesem Jahr keine Partie mehr bestreiten. Wer den leidenschaftlichen Coach kennt, weiß, dass er nach dem Höchsten strebt, ist der zweite Platz doch gleichbedeutend mit dem ersten Verlierer. Mit der Fortführung der Leistung aus dem Bad Lippspringe-Match soll der Erfolg in der Hölle Wald-Stadion gelingen. Er sieht sein Team trotz der 14 Punkte mehr – im Vergleich zum RSV Barntrup – als nur „leicht favorisiert.“ Wie fällt seine Analyse zum Kontrahenten aus? „Eine gute, kompakte Mannschaft, die im Kollektiv arbeitet, oft Nadelstiche setzt mit guten Offensivspielern wie Baumeister und Elsner. Sie brauchen nicht viele Torchancen. Daher müssen wir unseren Job machen, um mehr als einen Punkt aus Barntrup zu entführen.“

 

Um 15.00 Uhr ist Anstoß. Werner Grote ist der Referee auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup.

Dorothea Design

More in Bezirksliga

%d Bloggern gefällt das: