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Kreisliga C1 Lemgo

Kreisliga C1 Lemgo – Vorbericht Nachholspiele vom 17.11.2019

Vier Spiele sind ursprünglich angesetzt gewesen. Doch nur die Hälfte findet statt.

Extertal/LaSi III hofft auf Heimdreier zum Bonte-Abschied

 

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Ich muss zugeben, dass ich diese Spielklasse einfach liebe. Ich mag diese romantischen Orte, diesen puren Fußball, diese Leidenschaft. Das ist die C1-Liga, die im Volksmund als Landgruppe bezeichnet werden kann, spielen doch viele Teams aus dem Extertal, dem Kalletal, aus dem Kreis Dörentrup oder aus dem Raum Barntrup in dieser. Der Großteil dieser O-Ton-Geber antwortet zügig und angemessen, was die Arbeit sehr erleichtert. Vier Vereine, die extrem gut mitarbeiten, liegen in den Randgebieten vom Lipperland. Die Rede ist von der SG Kalldorf II und dem TuS Sonneborn II. Ebenso von den dritten Mannschaften der SG Extertal/LaSi und vom RSV Barntrup.

 

Von Henning Klefisch

 

SG Kalldorf II vs. TuS Sonneborn II

SG Kalldorf II-Coach Jens Rasche würde sehr unglaubwürdig erscheinen, wenn er die Sonneborner-Gästemannschaft vor dem Heimspiel in der Ilsetal-Arena in Talle nicht zum Favoriten erhebt. Wie könnte der Favoritensturz gelingen? „Sonneborn II ist ja so gut wie eine Kreisliga B-Mannschaft. Wir wollen es ihnen so schwer wie möglich machen, sie im Spielaufbau schon stören“, so Rasche. Er spekuliert, dass die Sonneborner naturgemäß mit dem Neuner-Modell besser zurechtkommen. Da Rasche auf einer Familienfeier weilt, ist er nicht am Spielfeld. Er muss einräumen: Die Trainingsvorbereitung offenbarte enorm viel Luft nach oben, denn Kalldorf verfügt derzeit nicht über einen eigenen Platz, weshalb die Übungsmöglichkeiten rar gesät sind. „Wir haben versucht, die Lockerheit reinzubekommen“, verrät er. Als extrem vorteilhaft erkennt er die Tatsache an, dass sein Team als Underdog in dieses Spiel geht und ordnet die Verhältnisse flugs ein: „Wir wollen einen Punktgewinn anstreben. Drei Punkte wären eine Sensation.“

 

Angenehm sind die Erinnerungen, die TuS Sonneborn II-Coach René Brinkmann mit der Spielgemeinschaft aus Kalldorf teilt. Er spricht von „immer ganz schönen Schlachten“, die ausgefochten wurden. Mit Blick auf das körperliche Erscheinungsbild der Nord-Lipper erklärt Brinkmann: „Ich weiß nicht, womit die da oben gefüttert werden, aber das sind immer ganz schöne Ochsen.“ Mit der Kalldorfer-Reserve gab es allerdings nur wenige Berührungspunkte, möchte er trotzdem den Tabellensiebten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er ist aber skeptisch, ob die knapp 30 Kilometer weite Anreise am Sonntag-Morgen auf sich genommen wird, fragt er sich: „Ich bin mal gespannt, ob das Spiel überhaupt stattfinden wird, da ja der Platz in Kalldorf nicht zur Verfügung steht und alle im Kalletal irgendwie auf denselben Plätzen spielen zurzeit“, unterstreicht er jedoch, dass der Primus sich auf allen Spielfeldern heimisch fühlt, seinen Matchplan voll durchziehen möchte. Apart ist die Erinnerung, die mit der Kalldorfer-Erstvertretung geteilt wird, gab es trotz einer enormen Personalnot ein respektables Remis. Brinkmann sagt: „Da waren die bärenstark und wir haben alles in den Ring geworfen und den Aufsteiger zur Weißglut gebracht.“ Damals haben die Sonneborner vor allem ihr Heil in einem schnellen Umschaltspiel gelegt, wurden die Räume sehr sinnvoll genutzt, auch das Spiel ohne Ball lief exzellent. Nun ist der Plan klar: „Wir werden versuchen, den Gegner noch schneller in die Knie zu zwingen.“ Das Selbstbewusstsein nach zehn Siegen aus elf Spielen ist groß, möchte man die Schwarz-Gelben auch deshalb nicht unterschätzen, da es für die Rivalen nichts Schöneres gibt, als den Klassen-Streber zu Fall zu bringen. „Kalldorf II wird mit den letzten Ergebnissen nicht gerade zufrieden sein und kann gegen uns nur gewinnen. Dementsprechend liegt der Druck ganz klar bei uns. Damit kommen wir aber klar, denn nur unter Druck entstehen Diamanten“, verwendet er hier eine exzellente Metapher. Der Hintergrund: Die SG Kalldorf II hat vor dem jüngsten 6:2-Heimsieg über die SG Extertal/LaSi III drei Niederlagen in Folge kassiert. Zunächst ein 1:7 bei Lüdenhausen/Talle/Westorf III, dann ein 2:3 beim FC Unteres Kalletal II, ehe ein 1:4 gegen den FC Schwelentrup/Spork/Wendlinghausen II folgte. Bis auf Heiko Wittlif treten die Sonneborner in Bestbesetzung an. Die volle Punktzahl soll unbedingt errungen werden, denn der TuS Sonneborn II möchte seine eigenen Hausaufgaben erledigen, um unabhängig im Aufstiegsrennen zu sein. „Das wird aber mit Sicherheit kein Spaziergang. Ich denke, Kalldorf II wird über eine geschlossene, robuste Mannschaftsleistung kommen und versuchen, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen.“ Geschickt sollen Ball und Gegner laufen gelassen werden, damit die Spielgemeinschaft stets und ständig beschäftigt wird. Ein großer Wunsch für die Sonneborner ist ein gegentorloses Spiel, würde sich darüber explizit auch die Defensivreihe erfreuen. Ein weiterer Anreiz für René Brinkmann und sein Team: „Wir wollen weiterhin den Abstand zu unseren Verfolgern aufrechterhalten und nach Möglichkeit auch noch etwas für das Torverhältnis tun, sitzen die beiden uns schon ganz schön im Nacken.“ Wen und was meint er? Die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II ist punktgleich, der FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II hat nur drei Zähler Rückstand.

 

Andreas Hellmich pfeift dieses Spiel um 13.00 Uhr auf dem Rasenplatz in der Ilsetal-Arena an.

 

SG Extertal/LaSi III vs. RSV Barntrup III

Ein attraktives Kellerduell liefern sich die beiden Drittvertretungen. Das Schlusslicht SG Extertal/LaSi III hat den Tabellenneunten RSV Barntrup III zu Besuch. Beim letzten Aufeinandertreffen in Barntrup feierten die Extertaler einen knappen 2:1-Erfolg. Das potenzielle Erfolgsrezept verrät der neue Mannschafts-Verantwortliche Andreas Adler, der nunmehr Marcel Bonte beerbt: „Wir haben da gekämpft und gewonnen und ein bisschen Glück war auch dabei“, gehört dieses bekanntlich allzu häufig den Tüchtigen. Einmal mehr wechselt sich die Personalkonstellation bei den Extertalern mächtig ab, wird wieder einmal munter durchgewechselt. Adler verrät gegenüber Lippe-Kick: „Marcel (Bonte; Anm. d. Red.) spielt ja jetzt in der zweiten Mannschaft und regelt es weiter da, wenn Ralf Otto mal nicht da ist.“ Adler präsentiert nur dann seine fußballerischen Fähigkeiten, wenn sich die Personalsituation wirklich verschlechtert. Nun feiert er seine Premiere als Betreuer, genießt der Spaßfaktor höchste Priorität bei ihm. Auffällig: Die Barntruper haben exakt dreimal so viele Punkte wie der Gastgeber auf der Habenseite, weshalb Adler unterstreicht: „Barntrup III ist eine starke Mannschaft.“ Eine klare Stellung bezieht er, was das Thema Aggressionen gegenüber den Unparteiischen angeht: „Was noch wichtig ist, dass wir gegen Gewalt, die gegen den Schiedsrichter geht, vorgehen. So etwas wie in Münster möchte ich hier nicht erleben. Das werde ich morgen vor dem Spiel den Jungs auch noch einmal ans Herz legen“, wird das eine sehr sinnvolle Rhetorik sein.

 

Die roten Teufel sind sehr beschäftigt in diesen Tagen. Ein richtungsweisendes Spiel jagt das nächste. Mit einem Auswärtssieg auf dem Hartplatz in Bösingfeld wäre man punktgleich mit dem TuS Brake III. Überflügelt werden die Walkenfeld-Kicker jedoch nicht, denn 15 Tore holen die roten Teufel nicht in einem Spiel auf. RSV III-Chefdompteur Fabio Schwarze gibt die Richtung für seine Mannschaft vor: „Wir wollen uns definitiv aus dem Keller weiter entfernen und setzen alles daran, dort, auf dem Ascheplatz, zu gewinnen!“ Damit dies realistisch wird, muss jedoch eine gravierende Leistungssteigerung her, denn die Spielweise beim 4:13 gegen den FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II glich vor allem im Verteidigungs-Vortrag einem Hühnerhaufen. „Gut für die Defensive ist die Rückkehr von Patrick Mischke, der nach seiner Rot-Sperre endlich wieder ran darf.“ Mischke gilt als Fels in der Brandung, ist dieser Adonis fußballerisch stark, zudem resolut im Zweikampfverhalten. „Es wird darauf gesetzt, individuelle Spieler in Szene zu setzen, da es für viele Akteure auf der Asche schwierig ist, den Ball so laufen zu lassen wie auf unserem Kunstrasen“, existieren auf dem Untergrund kolossale Unterschiede. Schwarze befürchtet: „Hier wird der eine oder andere Ball verspringen, über den Spieler drüber springen oder es klassische Platzfehler geben.“ Die Barntruper reisen als Favorit an, streben die Saisonzähler zehn bis zwölf an. Was vielversprechend klingt: „Ein Rezept ist auch schon konzipiert und es muss für den Erfolg nur noch umgesetzt werden.“

Referee Patrick Boyce pfeift auf der Asche im Schulzentrum Bösingfeld diese Begegnung ab 13.00 Uhr an.

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