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Kreisliga B2 Lemgo

Kreisliga B2 Lemgo – Darum trat Ahmsen II nicht an

Jaja, der gute, alte Paukenschlag. Die Überraschung war groß in der B2-Klasse, als viele in Erfahrung brachten, dass Leo II kampflos sein Heimspiel gegen die Ahmser Reserve mit 2:0 gewann. Lippe-Kick liefert dazu die Hintergründe.

„Haben bewusst diesen Weg gewählt“

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Die Botschaft war eindeutig. Ahmsen II-Trainer Lothar Köhnemann wollte zusammen mit seinem Team als Kämpfer in Erscheinung treten. Schematisch, immer und immer wieder repetierte er, dass er alles Mögliche unternehmen möchte, um einen Spielausfall zu verhindern. Bereits beim FC Union Entrup mussten die Ahmser im Frühstadium der Saison notgedrungen einer kampflosen 0:2-Niederlage einwilligen. Das sollte den Einmalwert besitzen, so die Hoffnung, weshalb alles, was laufen und kicken konnte und kann, zuletzt mobilisiert wurde. Klar, es setzte meist eine fußballerische Tracht Prügel, jüngst sogar zwei Pleiten im zweistelligen Bereich. Die erhoffte Positivwirkung nach dem 4:4 gegen den TSV Schötmar blieb aus. Wir gehen der gesamten Thematik auf den Grund. Köhnemann und Leo II-Akteur Max Meckelmann äußern sich zu ihren Befindlichkeiten nach der neuerlichen kampflosen Niederlage, die erneut aufgrund von Ahmser-Personalmangel zustande kam.

 

Von Henning Klefisch

 

Vier Zähler nach 17 Partien, dies bei einer unsäglichen Tordifferenz von 17:105. Köhnemann klagt bei Lippe-Kick sein Leid: „Es ist zum Heulen. Ich weiß auch langsam keinen Rat mehr. Natürlich ist es frustrierend, wenn man jedes Mal hoch verliert und so gar keine Chance hat, aber wir wussten es ja und haben dennoch bewusst diesen Weg gewählt.“ Als problematisch hat sich erwiesen, dass die Verletzungsnot frappant ist. Natürlich wurde in den vergangenen Wochen oft mit Leihspielern aus dem A-Liga-Team gedealt. Doch Optionen wie Käufer, Bajrami und Rausch mussten am Sonntag allesamt bei Michael Tönsmann auf der Ersatzbank sitzen, wären eine Spielklasse tiefer mit Kusshand in der Startformation eingesetzt worden. Dann hätte immerhin gerade so eine Elf zusammengestellt werden können. Köhnemann liefert bei Lippe-Kick die Erklärung für den freiwilligen Rückzug: „Da zwei weitere Jungs sogar krank in Leopoldshöhe aufgelaufen wären, haben wir morgens dann die Entscheidung getroffen, das Spiel abgesagt.“ Gesundheitliche Risiken wollen die Grün-Weißen keineswegs eingehen, denn mögliche Spätfolgen sind nicht auszuschließen.

 

Das Wetter und die körperlichen Gründe

Da der fleißige Köhnemann (Bild links) nach einer kräftezehrenden Nachtschicht erst um 10.00 Uhr morgens in sein Schlafgemach gehüpft ist, hat er sich in der arbeitsintensiven Nacht dennoch den Kopf zermartert, ob angetreten wird oder eben nicht. Am Morgen hat er seinem Team „nur die traurige Empfehlung mit auf den Weg geben können, das Spiel in Leopoldshöhe abzusagen.“ Über das Match der eigenen Erstvertretung auf dem Ascheplatz in Schwelentrup hat er eine klare Meinung: „Ich sage es jetzt mal, ohne einem zu nahe treten zu wollen. Es war bestimmt nicht förderlich für die ein oder andere Absage, dass der FC SSW das Spiel auf Asche verlegen musste, wo zwei Spiele in den letzten Wochen doch ganz abgesagt wurden“, sorgt dieses Szenario für etwas Verwunderung bei ihm. Zudem rechnet er auch fest damit, dass die hungrigen Löwen „uns auf sehr, sehr tiefem eigenen Geläuf bestimmt hätten verhauen wollen“, fühlt sich das Schlusslicht auf Naturrasen nicht gerade pudelwohl. Seine Vermutung: „Ich glaube, diese beiden Faktoren haben denjenigen, der dann vielleicht doch noch gekonnt hätte, vielleicht ein wenig mehr beeinflusst und zur einfachen Absage getrieben. Dazu das Wetter mit kaltem und böigem Wind und Regen“, sind es die äußeren Bedingungen und die Furcht vor dem starken Rivalen gewesen, die zu dieser Absage führten. Was einen sehr nachdenklich stimmt: „Kurz haben wir sogar überlegt, jetzt schon komplett hinzuschmeißen und die Truppe zurückzuziehen, aber ich habe dann doch wieder die Hoffnung nicht aufgeben wollen und gesagt: ‚Den letzten Spieltag schaffen wir irgendwie und wenn wir selbst nochmal auflaufen müssen, was wir aber eigentlich gar nicht mehr wollen‘“, haben einige Kicker ihre besten Jahre schließlich längst hinter sich. Sein abschließender Wunsch: „Ich hoffe, Leo und Co. nehmen unsere Entschuldigung an und wir versprechen alles dafür zu tun, um wieder auf die Beine zu kommen“, kann sich die Ahmser Reserve am kommenden Wochenende in aller Ausführlichkeit von den jüngsten Strapazen erholen.

 

„Sieg am grünen Tisch mit fadem Beigeschmack“

Die Stimmungslage beim TuS Leopoldshöhe II war nach dieser relativ kurzfristigen Absage natürlich im Keller. Immerhin war der Gastgeber „heiß darauf zu spielen“, wie Protagonist Max Meckelmann zugibt. So haben sie sich zum Spontan-Kick getroffen. Empathie beweist der Tabellenzehnte mit den nicht angetretenen Gästen, denn die Problematik der Personalmisere ist ihnen noch selbst allzu gut aus der Vorsaison geläufig. Das große Aber: „Dennoch ist die Situation für uns natürlich aus vielerlei Hinsicht ärgerlich. Zum einen hätten die Jungs gerne die Möglichkeit genutzt, noch einmal vernünftig Fußball zu spielen, bevor das Wetter richtig mies wird. Dann nehmen wir zwar drei Punkte mit, aber eben auch nur zwei Tore.“ Ein kleines Trostpflaster: „Da wir mit dem Auf- und voraussichtlich auch mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden, tut uns dies nicht so weh. Was hingegen schon wehtut, ist, dass wir die Niederlage aus dem Hinspiel nicht spielerisch wieder gutmachen können, und so ein Sieg am grünen Tisch auch immer einen faden Beigeschmack hat“, gab es für die Leo-Reserve nun keine sportliche Möglichkeit auf Wiedergutmachung. Was am Ende aber überwiegt: „Trotzdem hoffen wir, dass sich auch die Personalsituation in Ahmsen im Winter etwas entspannt und sie nächstes Jahr wieder vernünftig spielen können.“

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