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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 17. Spieltag 2019/20

Weil Totensonntag ist, wird die komplette Runde eben einen Tag vorgezogen. Lippe-Kick steigert die Stimmung.

Big-Points für Hiddesen/Heidenoldendorf zu vergeben

Bezirksliga 3 (hk). Sieben Partien werden um 14.30 Uhr angepfiffen. Die drei Lipper sind auch darunter. Auf zehn Punkte ausbauen könnte die SG Hiddesen/Heidenoldendorf den Bonus auf den Mit-Aufsteiger TuRa Elsen, wenn auf dem heimischen Kunstrasenplatz in Heidenoldendorf die volle Punkteinfuhr gelingt. Auch der RSV Barntrup steht vor einem reinen Duell unter Liga-Neulingen. Die Heimaufgabe gegen den Tabellenfünften Delbrücker SC II erscheint aber äußerst verzwickt. Bei einem ehemaligen Landesligisten gastiert unterdessen der Post TSV Detmold, wenn es zum BV Bad Lippspringe geht – nebenbei noch ein Tabellennachbar.

 

Von Henning Klefisch

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. TuRa Elsen

Mit jeder Faser seines Körpers lebt SG Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Markus Rüschenpöhler diese dritte Bezirksliga-Staffel in Westfalen. Bei Lippe-Kick macht er kein Geheimnis: Über diverse Medien hat er sich über den folgenden Gast TuRa Elsen informiert, dabei herausgefunden, dass die Elsener nicht unbedingt vom Matchglück geküsst wurden. Obwohl sie meist zumindest ebenbürtig, teilweise sogar besser als der Gegner waren, glich der Ertrag eher einer homöopathischen Dosis. 15 Punkte nach 16 Partien sind nicht unbedingt furchteinflößend. Allerdings haben die Schwarz-Weißen insbesondere in der Fremde stark aufgetrumpft, ihre großartigen Fähigkeiten hinlänglich beim 3:1-Auswärtserfolg in Bad Lippspringe untermauert. Allein dieser Erfolg ist der richtige Wachmacher für die Spielgemeinschaft, die das gleiche Ziel wie der Mit-Aufsteiger anstrebt: Zunächst einmal so viele Punkte wie möglich für den angestrebten Klassenerhalt sammeln. Nach fünf sieglosen Partien in Folge ähnelte der 3:2-Erfolg gegen Dringenberg einem Befreiungsschlag. Eine Fortführung dieser Leistung, dieses Engagements, selbstredend auch des gleichen Ertrags ist das erklärte Ziel für HH, das mit einem Heim-Dreier in Heidenoldendorf einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gehen könnte. Immerhin wären es dann zehn Zähler Vorsprung auf Elsen. „Gerade diese Spiele sind die wichtigen Spiele. Besonders in solchen Begegnungen haben wir nicht ganz so gut ausgesehen“, gibt Rüschenpöhler zu Protokoll, dass Duelle mit Teams auf vermeintlicher Augenhöhe meist negativ für die SG ausgingen. Nun hofft er aber auf die Kehrtwende: „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir am Samstag ein gutes Match machen und für drei Punkte infrage kommen.“

 

Der TuRa Elsen gleicht in diesen Tagen einer Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was drin ist. Einer 1:2-Heimniederlage gegen den VfR Borgentreich folgte ein 2:1-Erfolg in Anreppen. Nach einem 1:2 gegen den TSC Steinheim gab es am vergangenen Spieltag ein berauschendes 3:1 in Bad Lippspringe. Keine Sensation, dass in Elsen die Atmosphäre herausragend ist. „Wir haben endlich das abgerufen, was ich seit Wochen verlange. Dass wir kompakt stehen, die Räume schnell schließen bei Ballverlusten. Wir waren gut in den Zweikämpfen“, so Elsen-Coach Andreas Hagenbrock. Er freut sich ebenso darüber, dass sein Team mit der angemessenen Contenance aufwartet, ruhig und gelassen agiert, sich auch vom zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lässt. „Das“, kann der Trainerfuchs hier ganz relaxed durchatmen, „hat mir sehr gut gefallen.“ Im Training haben die Pader-Kicker speziell an einem sinnvollen Spielaufbau gefeilt. Elsen gilt als ein Team, das früh presst, hoch anläuft, eine aktive Spielweise an den Tag legt. „Das ist unser Gen“, verdeutlicht Hagenbrock im Lippe-Kick-Gespräch. Dieses bis zur Winterpause noch weiter zu verfeinern, es im Detail besser zu machen, das ist die Marschroute für den Turn- und Rasensportverein. Die Tatsache, dass die Begegnung auf dem Heidenoldendorfer Kunstrasenplatz stattfindet, spielt Elsen in die Karten, fühlen sie sich auch auf diesem Untergrund sehr wohl. Bitter. Beim Gast fallen zwei Leader aus. Adebola Adejoju muss nach der Handvoll an gelben Karten aussetzen. Jonas Beckmann geht am Samstag beruflichen Verpflichtungen nach. Gut möglich, dass Spielführer Sebastian Neubert seine Rückkehr feiert. „Ein ganz entscheidender Mann, der wochenlang durch seine Oberschenkelverletzung gefehlt hat“, bemerkt der sympathische Coach in der Lippe-Kick-Unterhaltung. „Daher fahren wir mit gutem Mut nach Heidenoldendorf. Wir versuchen, unser Spiel zu spielen, machen uns relativ wenig Gedanken über den Gegner. Wir können deren Leistung sowieso nicht beeinflussen, nur unsere eigene.“, stellt er klar. Wie bewertet er diese Spielgemeinschaft denn speziell? „Das ist eine Mannschaft, die kompakt ist, gut verteidigen kann, die vorne zwei schnelle Leute hat“, konnte Andreas Hagenbrock den Gegner persönlich noch nicht in Augenschein nehmen. Allerdings hat er sich – gleichsam wie SG-Coach Rüschenpöhler – vorab über den Rivalen informiert.

 

Alles spielt nach der Pfeife von Ansgar Eickmeier. Ab 14.30 Uhr auf dem Kunstrasenfeld in Heidenoldendorf.

 

RSV Barntrup vs. Delbrücker SC II

Mit den komplizierten Kontrahenten nimmt es kein Ende für den RSV Barntrup. In der Vorwoche setzte es eine heftige Tracht Prügel gegen den SCV Neuenbeken – zumindest ergebnistechnisch mit dem 1:7. Die Leistung war hingegen ganz ordentlich, was auch SCV-Coach Marco Cirrincione gegenüber Lippe-Kick mit Vehemenz betont. Letztlich sind die roten Teufel unter Wert geschlagen worden. Vielleicht haben sie ihre richtigen Lehren gezogen, wird es mit dem nächsten Heimspiel gegen den Delbrücker SC II nur rudimentär leichter für die Jungs von Chefcoach Daniel Barbarito. Auch er pflegt eine zielgerichtete Kommunikation mit den Trainerkollegen. Zum Saisonstart haben ihm einige zugeflüstert, dass die Delbrücker „völlig zu Unrecht da unten drin stehen, am Saisonende einen Platz unter den ersten fünf Teams der Liga einnehmen werden.“ Sie sollten Recht behalten, denn der DSC II zeigt derzeit das, was er kann, scheint immer stärker zu werden. „Ungünstig für uns, dass sie derzeit so einen Lauf haben“, findet Barbarito, der mit Feinheit in seiner Stimme auf die Performance im ersten Abschnitt gegen Neuenbeken verweist. Speziell der kämpferische Aspekt wurde hier vorbildlich umgesetzt. Er zeigt sich davon überzeugt, dass gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld solch ein Vortrag nicht mit einem 0:3-Pausenrückstand geendet hätte. Über die Zweikämpfe in die Partie finden, mit der traditionellen mannschaftlichen Geschlossenheit überzeugen. Das ist die Maßgabe, die Barbarito seinem Team mit auf den Weg gibt. Natürlich muss auf Christian Franz verzichtet werden, der wegen eines Kreuzbandrisses bis zum Saisonende ausfällt (Lippe-Kick berichtete). Ole Dobrileit hat sich gezerrt, setzt daher ebenfalls aus. Jan Hoffmann plagt sich mit Leistenproblemen herum, steht deshalb zudem nicht zur Verfügung. Ihre Rückkehr feiern hingegen die zuletzt lädierten Johannes Lindemeyer und Jakob Funk. Ihre Gelbsperren verbüßt haben Kieren Lennard McCarthy und Jannik Schalofsky. Mit seinem 18-Mann-Kader hofft Barbarito „irgendwie“ auf einen „Überraschungscoup.“

 

Beim Hinrunden-Finale geht es für den Delbrücker zum Mit-Aufsteiger aus Nordlippe. Die Anreise hat es in sich. Eine Stunde Fahrtzeit und 60 Kilometer – einfache Fahrt. Eine neue Reiseroute für das Reserveteam der Westfalen-Liga-Truppe. DSC II-Coach Benjamin Braune gibt unumwunden zu: „Ich habe persönlich noch nie gegen Barntrup gespielt, daher ist das für mich völliges Neuland.“ Braune ist sich vollauf bewusst, dass diese Aufgabe einer echten Herausforderung gleicht: „Barntrup spielt bislang eine solide Saison und hat auch schon ein paar deutliche Siege eingefahren.“ Selbst haben die Delbrücker nach zuletzt sechs Dreiern hintereinander eine ausgesprochen hohe Motivation, diese bemerkenswerte Serie weiter fortzuführen. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind wir jetzt richtig gut drauf und wollen uns weiter oben festsetzen“, so die klare Botschaft von Braune in Richtung seiner Mannschaft. „Daher gilt es, weiter gierig zu bleiben“, um die Saisonzähler 30 bis 32 zu ergattern. Mit 29 Punkten den fünften Rang zu belegen, das ist ein Statement. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass die Saison sorgenfrei wird. Hendrik Hermlingmeier, Philipp Schütte, Raphael Meiß, Leon Brinkmeyer und Phillip Noah Mersch müssen voraussichtlich aussetzen. Ob Jabil Diri und Nick Penner mitspielen, ist noch vage. Ergo steht für Braune fest: „Wir sind personell zwar etwas angeschlagen, ich bin aber zuversichtlich, dass wir das kompensieren können.“

 

Referee Waldemar Ackermann leitet ab 14.30 Uhr die Begegnung auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup.

 

BV Bad Lippspringe vs. Post TSV Detmold

„Detmold hat nach anfänglichen Problemen seine Form gefunden und sie kommen immer besser in Tritt. Sie sind individuell gut besetzt, taktisch hervorragend ausgebildet und auch einige der Spieler, die zu Saisonbeginn ausgefallen sind, greifen wieder ein“, spricht BV Bad Lippspringe-Trainer Tobias Tschernik mit Hochachtung über den kommenden Kontrahenten. Konträr dazu ist die Entwicklung der Kurstädter, haben sie doch fünf Spiele in Serie nicht gewonnen. Eine ungewohnte Momentaufnahme für den ehemaligen Landesligisten, der das letzte Mal am 20. Oktober dieses Jahres mit dem 3:1-Erfolg über den FC Peckelsheim-Eissen-Löwen das Gefühl eines Sieges auskosten durfte. Wie könnte die Erfolgsformel lauten? „Es heißt für uns, in diesem Spiel wieder mehr zu laufen als der Gegner und vor allem wieder an sich zu glauben. Schaffen wir das, sind wir in der Lage, gegen Detmold zu punkten. Schaffen wir das erneut nicht, wird es gegen jeden Gegner schwer.“ Dass gegen das Kellerkind TuRa Elsen vor heimischer Kulisse jüngst mit 1:3 verloren wurde, überrascht doch – war quasi die Negativ-Spitze auf dem gefährlichen Eisberg. Tschernik fordert inmitten der Krise: „Unser Ziel ist es, wieder mehr Ruhe hereinzubringen nach den zuletzt nicht so erfolgreichen Wochen und was hilft da mehr als Punkte?“

 

Nicht schlimm. Die Aufstiegskarawane wird in diesem Jahr ohne die Post-Kutsche auf Tour gehen. Der SV Heide Paderborn (40 Punkte) und der SCV Neuenbeken (37) werden wohl in einem Zweikampf entscheiden, wer im nächsten Jahr in der Landesliga spielen darf. Der Post TSV Detmold befindet sich inmitten eines Übergangjahres, rangiert mit 24 Punkten an siebter Stelle – quasi zwischen Baum und Borke. Für den Abstiegskampf ist diese talentierte und technisch feine Truppe überqualifiziert, doch für das Aufstiegsrennen fehlt die Härte, die Reife und Konstanz. In die Kurstadt nach Bad Lippspringe fahren die Residenzler nicht, um in der dortigen Therme Körper und Geist in den Erholungsmodus zu zoomen. Für den Filet-Fußballer Robert Fiorilli ist dies eine ganz besondere Partie, spielte er doch einst für den BVL. Post TSV-Manager Michael Grundmann konstatiert völlig korrekterweise: „Sie sind sehr gut in die Saison gestartet und haben in den letzten Wochen überraschend Punkte liegen lassen.“ Man fühlt sich in einer Thematik miteinander verbunden: „Ich denke, dass sie auch voll im Umbruch sind und sich genauso finden müssen wie wir.“ Wenn das Bayern München-Schwergewicht Uli Hoeneß einst fast schon inflationär postulierte: „The trend is your friend“, dabei seine Brust im körperbetonten Ralph Lauren-Hemd nach vorne beugte, war er stolz wie Oskar. Eine ähnlich hohe Kapazität an Erhabenheit pflegt auch Grundmann zu zeigen, referiert er kurz über das vorzeigbare Zahlenwerk: „Da wir in den letzten sechs Spielen viermal gewonnen haben, nur eine Niederlage hatten, geht der Trend bei uns schon nach oben.“ Mühselig, aber mit viel Eifer ist der 3:2-Sieg in Anreppen erkämpft worden. Mit einer ähnlichen Gier muss auch in Bad Lippspringe angetreten werden, „sonst wird es wieder sehr schwer für uns“, so die Befürchtung von Grundmann. Hoffentlich haben die Residenzler genügend Zielwasser getrunken, denn in den vergangenen Partien war zumeist Nervenflattern angesagt, je näher es Richtung gegnerisches Gehäuse ging. Grundmann macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, hadert er doch konkret: „Das einzige, was mich aktuell stört, ist die Chancenauswertung.“ Was meint er denn? „In den letzten Spielen hatten wir mehr als Chancen genug. Daraus müssen wir einfach mehr machen, dann können wir auch etwas in Lippspringe holen“, soll sich die Ausbeute lohnen, wenn es am Samstag-Nachmittag in das Erol Lesik Kurwaldstadion geht.

 

Referee Tobias Patzer macht dort ab 14.30 Uhr hoffentlich seinem Namen nicht alle Ehre.

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