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Kreisliga C2 Lemgo

SV Rojhilat Bad Salzuflen – Jetzt äußert sich Tanksaz Derbas

Im Spiel zwischen Rojhilat BS und Grastrup/Retzen II ging es vor rund zwei Wochen hoch her. Jetzt spricht Vereinsboss Tanksaz Derbas.

 

Derbas: „Wir wollen keinen Krieg führen“

Kreisliga C2 Lemgo (ab). Die Emotionen kochten hoch beim Spiel zwischen dem SV Rojhilat Bad Salzuflen und dem TuS Rot-Weiß Grastrup/Retzen II. Die Gäste fühlten sich sichtlich unwohl, sprachen davon, mit hasserfüllte Blicken empfangen worden zu sein, was Rojhilat-Spielertrainer Saleh Maan so sogar bestätigte und den Rot-Weißen schließlich empfahl, sich eine Sportart wie Schach oder Ballett zu suchen (Der ganze Spielbericht ist hier nochmal nachzulesen). Jetzt hat sich Rojhilat-Vereinsboss Tanksaz „Tango“ Derbas, der selbst eine Vergangenheit bei Grastrup/Retzen hat, zu den angeblichen Vorfällen geäußert.

 

„Im Spiel waren Emotionen drin, von beiden Seiten. Unsere und auch die Spieler von Retzen haben gekämpft“, beginnt Derbas seine Aussage. Zunächst spricht er den sportlichen Teil an. Mit 5:2 hatte der SV Rojhilat Bad Salzuflen das Spiel gewonnen.

Tanksaz Derbas

„Wir haben das Spiel verdient gewonnen. Nach 30 Sekunden stand es 1:0, ein paar Minuten später 2:0 und wir haben gleich das dritte geschossen. Zur Halbzeit war das Spiel entschieden“, so Derbas, der außerdem meint: „Wenn Retzen das Spiel gewonnen hätte, hätten sie so etwas nicht gesagt.“ Der Vereinsboss stellt klar: „Ich will meine Jungs von der Straße weg haben, ich will keinen Krieg führen. Wir kommen in Frieden auf den Sportplatz. Wir hatten vor ein paar Jahren Probleme, deshalb haben wir den Verein ein Jahr lang ruhen lassen. Nach diesem Jahr haben wir gemeinsam beschlossen, den Verein anders aufzubauen, damit die Jungs von der Straße kommen und nur Fußball im Kopf haben. Wir wollen nur Fußball spielen, nichts anderes.“ Und deshalb kann Derbas die Worte von Timo Drechshage nicht nachvollziehen und wendet sich direkt an ihn: „Ich bitte den Trainer von Grastrup/Retzen darum, sich beim SV Rojhilat Bad Salzuflen zu entschuldigen. Das ist nicht fair gewesen. Ich habe 15 Jahre für den Verein gespielt, von der C-Jugend bis zu den Senioren. Sowas kenne ich von dem Verein nicht. Die sind immer freundlich und nett gegenüber den Migranten gewesen. Ich kenne den Verein. Es gab keine Vorfälle in dem Spiel. Klar waren Emotionen im Spiel. Aber ich wünsche mir, dass die Diskriminierungen aufhören.“

 

„Es gibt faire Gewinner und faire Verlierer“

Denn: „Wir leben hier, wir integrieren uns. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich kenne Aras Hassen [Spieler des TuS RW Grastrup/Retzen II; Anm. d. Red.] seit seiner Kindheit. Ich bin nach dem Spiel zu ihm gegangen und habe zu ihm gesagt, wo denn seine Cristiano Ronaldo-Aktion war. Wir haben beide gelacht und jeder ist seinen Weg gegangen.“ Auch dem Schiedsrichter bescheinigt Derbas, eine „super Leistung“ gezeigt und keineswegs Angst hatte. „Wir respektieren jeden Schiedsrichter. Wenn was gepfiffen wird kommen die Fragen, weshalb, warum, das ist leider Gottes so. Aber wir respektieren die Meinungen der Schiedsrichter.“ Abschließend noch einmal ein Appell an alle Vereine: „Ich bitte alle, diese Diskriminierungen sein zu lassen. Wir wollen die Sache vergessen. Ich spiele auch gerne wieder gegen Grastrup/Retzen II. Ich wollte dort bei den Alt-Herren anfangen, aber darauf habe ich jetzt erstmal keine Lust mehr. Die sollen sich zusammenreißen und in der Rückrunde gegen den SV Rojhilat spielen. Ich sage meinen Jungs immer, sie sollen fair spielen. Es gibt einen fairen Gewinner und einen fairen Verlierer.“

 

Auch Bexterhagen III soll sich entschuldigen

Auch in Richtung des TuS Bexterhagen III, dessen Coach Timo Winter sich auch noch geäußert hatte, hat Tanksaz Derbas noch etwas zu sagen: „Acht Spieler von uns konnten nicht antreten. Ich mit meinen 44 Jahren habe eine Halbzeit im Feld gespielt und bin in der zweiten Halbzeit ins Tor gegangen. Keine von uns hat den Schiedsrichter beleidigt und als IS-Kämpfer beschimpft. Ich wollte nach dem Spiel zu ihm und ihm die Hand reichen und ihm danken, ich wollte ein fairer Verlierer sein. Aber ich habe dann gehört, wie er zu den Spielern von Bexterhagen gesagt hat, dass sie Rojhilat auseinandergenommen hätten, wenn sie so weitergespielt hätten wie in der ersten Halbzeit. Nachdem ich das gehört hatte, habe ich ihm gesagt, dass das nicht fair ist.“ Und auch an Timo Winter trägt Derbas die Bitte heran, „sich beim SV Rojhilat Bad Salzuflen zu entschuldigen und sowas bitte sein zu lassen.“

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