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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 19. Spieltag 2019/20

Zwei Partien mit lippischen Teams stehen auf dem Programm. Lippe-Kick bereitet euch darauf vor.

All eyes on Residenz-Derby

Bezirksliga 3 (hk). Was für ein unfassbares Spiel. Am Samstag um 14.30 Uhr pfeift Referee Jan Ole Krüger die Nachbarschaftsbegegnung zwischen dem Post TSV Detmold und der SG Hiddesen/Heidenoldendorf an. Eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe wird erwartet, besitzt die Spielgemeinschaft nur einen Punkt mehr auf der Habenseite. Exakt einen Tag später gastiert der RSV Barntrup beim Fünften SV Atteln. Trotz des verlässlichen 2:0-Heimsieges über den Post TSV Detmold bleiben die Nord-Lipper weiterhin inmitten der Gefahrenzone, ist der Abstiegsrang doch nur nur vier Plätze und Zähler weit entfernt.

 

Von Henning Klefisch

 

Post TSV Detmold vs. SG Hiddesen/Heidenoldendorf

Was für ein grandioses Alleinstellungsmerkmal, wenn der Post TSV Detmold die Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf in Empfang nimmt. Die Vorfreude auf dieses Spiel ist bei den Protagonisten so groß wie die Weihnachtssehnsucht für Kinder. Bereits im Hinspiel ist diese Begegnung vorgezogen worden, um eine angemessene Bühne für dieses hochklassige Spiel anzubieten. Post TSV-Manager Michael Grundmann fällt keineswegs aus allen Wolken, dass der Liga-Neuling so hervorragend sein Tagwerk verrichtet. „Es war mir klar, dass Hiddesen/Heidenoldendorf so eine gute Hinrunde spielt. Sie haben junge, gute Spieler, die marschieren, alles reinhauen, kompakt und taktisch sehr diszipliniert spielen, auch kämpferisch immer eine sehr gute Leistung zeigen. Das machen sie wirklich sehr gut“, ist Grundmann enorm begeistert von den Fähigkeiten der jungen Fohlen. Aufgefallen ist ihm das blitzschnelle Umschaltspiel der Kicker aus dem westlichen Part der Residenzstadt. Geschickt suchen sie Fehler im gegnerischen Verbund, besetzen schnell die neu aufkommenden Räume, verkörpern in Summe keine typische Ballbesitz-Mannschaft im Pep Guardiola-Stil. Eher pflegen sie schon eine Taktik, die Coach Marco Rose mit dem aktuellen Bundesliga-Primus Borussia Mönchengladbach beherzigt. „Da sind sie brandgefährlich. Wenn man den schnellen Leuten auf den Außenpositionen und vorne Platz gibt, dann geht es ratzfatz mit zwei, drei Bällen in die Schnittstelle. Dann bekommt man Riesenprobleme“, weist Grundmann seine Jungs gezielt darauf hin. Der Grad der Verbesserung ist klar erkennbar: „Wir müssen eine hundertprozentige Leistungssteigerung im Vergleich zum Barntrup-Spiel zeigen“, verdeutlicht der ehemalige Bezirksliga-Bomber. „Gerade von der Mentalität her war das überhaupt nichts. Die Jungs haben das Derby gar nicht angenommen“, fühlt sich Michael Grundmann nicht gut, als er über diese Minus-Leistung nachdenkt. Bildlich gesehen ging es vor einer Woche um die Wurst, doch die Postler verhielten sich wie zahnlose Vegetarier. Nach vier ungeschlagenen Begegnungen in Serie mit je zwei Siegen und Remis war das unsägliche Barntrup-Match ein ungeschönter Rückschlag. Chefcoach Ralf Brokmann hat in der Trainingswoche aber die richtige Rhetorik verwendet, um die Missstände in aller Offenheit anzusprechen. Er wird mutmaßlich auf offene Ohren gestoßen sein, sodass mit einer Reaktion der Mannschaft gerechnet werden darf. Die in dieser Spielzeit demonstrierte Bilanz mit 14 Punkten aus acht Partien in der Werre-Arena bezeichnet Grundmann als Heim-Stärke, soll nun für ein Punktewachstum gesorgt werden. Grundmann hebt mahnend den Zeigefinger: „Wenn wir allerdings da mit einer falschen Einstellung hereingehen, dann werden wir gegen Hiddesen/Heidenoldendorf Riesen-Probleme bekommen. Ich bin mir sicher, die werden brennen. Wenn unsere Jungs das nicht tun, ist der Gegner im Vorteil.“ Dennoch vertraut Grundmann den eigenen Qualitäten, weshalb der dreifache Punktgewinn das ausgerufene Ziel ist. Mit dieser Maßgabe möchte die Ballbesitz-Mannschaft ins Spiel gehen.

 

Rein distanztechnisch könnte Markus Rüschenpöhler mit seiner SG Hiddesen/Heidenoldendorf am Samstagmittag eine interessante Drahtesel-Tour so kurz vor dem zweiten Advent veranstalten, sind es doch gerade einmal viereinhalb Kilometer, die vom Hauptplatz in Heidenoldendorf Richtung Aqualip geradelt werden müssen. Greta Thunberg würde sich freuen. Wie dem auch sei. Fußballerische Ähnlichkeiten zwischen den beiden Teams sind unverkennbar. Beide setzen bewusst auf junge, formbare Akteure, die mit ihrer erquicklichen Spielfreude und ganz viel Feuer im Umschaltspiel beeindrucken. Der Fußball-Professor soll sich allerdings täuschen, verrät er doch: „Post TSV Detmold habe ich vor der Saison etwas weiter oben erwartet.“ Deshalb nur mit Halbgas dieses Spiel anzugehen, steht für den Taktik-Fuchs allerdings keineswegs zur Debatte. „Insbesondere zu Hause auf dem etwas gewöhnungsbedürftigen Kunstrasen sind sie sehr, sehr stark. Sie ziehen ein gutes Positionsspiel auf, sind sehr dynamisch, lassen den Gegner auch gut laufen“, zeigt sich der HH-Trainer von diesen Qualitäten außerordentlich angetan. Entscheidend wird es für die jungen Fohlen daher sein, die existenten Räume mit raffinierter Laufarbeit zu schließen, sich in jeden Zweikampf zu werfen, zudem auch selbst die nötigen Impulse zu setzen. Geheimnisse gibt es voreinander nur wenige, haben die Rüschenpöhler-Brothers, Markus und Christoph, Sebastian „Schöni“ Schönfelder, ebenso Ingo Schmitz, einst für die Post-Kutsche das Spiel gelenkt. Von einem „tadellosen Charakter“ seiner Elf schwärmt Markus Rüschenpöhler, der diese Einstellung als ein signifikantes Merkmal erkennt. Nach einer Mini-Krise mit zwei Niederlagen und zwei Pleiten am Stück wurden aus den letzten drei Partien sieben Zähler eingesammelt. Bitter: Die Ausfallliste ist ellenlang. Der 33-Jährige fordert vehement von seinen Mannen: „Wir wollen alles geben, die letzten Körner heraushauen, mannschaftlich geschlossen agieren. Wir wollen sehen, dass wir noch den einen oder anderen Zähler ergattern können“, so die persönliche Marschroute von Rüschenpöhler, der als eloquenter Pädagoge die rhetorisch ganz feine Klinge schwingt: „Speziell im Heimspiel ist der Post TSV Detmold der Favorit. Wir sind der Außenseiter, auch wenn das die Tabelle nicht ganz so hergibt. Umso schwerer wird die Situation, da der Post TSV mit Sicherheit ein Ausrufezeichen gegen uns setzen möchte.“ Auswärts hat Hiddesen/Heidenoldendorf allerdings nicht gerade Angst und Schrecken verbreitet, sammelte man doch in acht Partien erst acht Pünktchen.

 

SV Atteln vs. RSV Barntrup

Natürlich geht der SV Atteln als Favorit in dieses Aufeinandertreffen, genießt der Tabellenfünfte nicht nur einen Heimvorteil, sondern wird wohl auch wieder auf die Dienste von Capitano Andre Mader bauen können. 1304 Einsatzminuten hat der Leader in dieser Spielzeit bereits auf dem Buckel, damit die fünfthöchste Einsatzzeit von sämtlichen Atteln-Akteuren. Zuletzt war er massiv vergrippt, könnte nun von Langzeit-Coach Frank Ewert wieder ein Kadermandat erhalten. Einen haushohen Sieg fuhr der SVA im Hinspiel ein, „obwohl Barntrup nicht ganz so schlecht war, auch einige Torchancen hatte“, blickt Atteln-Obmann Jörg Kahmen in den Rückspiegel. Für ihn steht fest, dass die Barntruper ihr Spiel über schnelle Umschaltmomente forcieren, vor allem tief stehen möchten. „Wir belohnen uns zuletzt zu oft selbst nicht“, hadert Kahmen mit der unglaublichen Kaltschnäuzigkeit der Gegner bei den Punkteteilungen gegen BW Weser (2:2), Borgentreich und Bad Lippspringe (jeweils 1:1). Die mögliche Erfolgsformel ist logisch: „Wir müssen ein bisschen cleverer und zielstrebiger vor dem gegnerischen Tor agieren, sodass wir mal wieder einen Dreier einfahren“, rechnet er beim Abrufen vom Leistungsmaximum mit einer erhöhten Erfolgs-Wahrscheinlichkeit. Gespannt zeigt er sich allerdings darauf, wie sich das Wetter entwickelt. Immerhin verfügt Atteln doch über einen Natur-Rasenplatz, der im Dezember traditionell eher anfällig für eine mögliche Spielabsage ist. Der letzte Sieg liegt bereits auch schon einen guten Monat zurück. Am 10. November wurde der Drittletzte Spielvereinigung Brakel II mit 3:1 bezwungen.

 

Das 1:7 gegen Neuenbeken und das 1:4 gegen den Delbrücker SC II waren schmerzhaft. Nach den zwei klaren Klatschen, die die ordentliche Leistung in den Hintergrund rückten, glich der jüngste 2:0-Heimsieg über den Post TSV Detmold einer Machtdemonstration. Die Barntruper sind wieder zurück in der Erfolgs-Spur, sammelten drei weitere wichtige Zähler für die Mission Klassenerhalt, was in dieser Serie höchste Wertschätzung genießt. Mit einem ironischen Unterton im Gepäck erklärt RSV-Coach Daniel Barbarito via Lippe-Kick: „In den Nachberichten zu den Spielen des SV Atteln lese ich immer, dass sie entweder unglücklich verloren haben oder aber ein Zwei-Klassenunterschied zu sehen war. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass am Sonntag Atteln die klar bessere Mannschaft sein wird und hoffe, wir gewinnen glücklich“, wird der Pragmatismus bei den Nord-Lippern großgeschrieben. Jakob Funk und Christian Franz sind immer noch langzeitverletzt, werden folglich in diesem Jahr kein Spiel mehr absolvieren.

 

Florian Greger ist auf dem Rasenplatz in Atteln am Sonntag ab 14.30 Uhr der Unparteiische.

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