Connect with us

Kreisliga C2 Lemgo

TuS RW Grastrup/Retzen II – Drechshage reagiert auf Derbas-Aussagen

Auf die Aussagen von Tanksaz Derbas, Vereinsboss des SV Rojhilat Bad Salzuflen, reagiert jetzt wieder TuS-Coach Timo Drechshage.

 

Drechshage: „Es ist keine Migranten-Frage“

Kreisliga C2 Lemgo (ab). Timo Drechshage will sich zu den Aussagen von Rojhilat-Vereinsboss Tanksaz Derbas äußern und hat auch absolut das Recht zu, will aber „keine Schlammschlacht über Lippe-Kick“ austragen. Aber: „Ich muss mich dazu äußern, weil Sachen über mich geäußert worden sind, die so nicht stimmen.“ Und: „An erster Stelle muss ich sagen, dass es keine Migranten-Frage ist.“

 

Timo Drechshage

Drechshage geht es einzig und allein um das „Verhalten auf dem Platz, gegen den Schiedsrichter und in gewissen Zweikampfsituationen“, die in seinen Augen „nichts mehr mit Fußball zu tun haben. Ich habe in meinem langen Fußballer-Leben schon so einiges mitgemacht und gesehen und kann das bestimmt ganz gut unterscheiden.“ Zudem nimmt Drechshage „nicht nur das eine Spiel zum Anlass“, sondern nimmt auch Dinge, die er „in dieser Saison von anderen Trainern gehört“ hat und „die Vergangenheit als Maßstab. Und da mache ich mir Gedanken.“ Der Coach meint: „Rojhilat darf selbstverständlich Fußball spielen und soll das auch. Aber dann nach den Regeln. Mit Respekt und Anerkennung gegenüber dem Schiedsrichter, mit Akzeptanz vor dem Gegner und den eigenen Mitspielern. Ich habe es erlebt, wie sich die Spieler gegenseitig geohrfeigt haben beim Spiel bei St. Pauli. Ich habe jetzt die Sache von Timo Winter gehört, ich habe Sachen aus dem Wüsten-Spiel gehört, was 9:2 ausgegangen ist, wo es aber zwischenzeitlich 3:2 stand und was da auf dem Platz dann abging. Es ist ja kein Einzelfall.“

 

„Rojhilat macht es sich zu einfach“

Der SV Rojhilat Bad Salzuflen mache es sich „zu einfach“, findet Drechshage, „indem sie das verharmlosen.“ Der Coach wäre durchaus ein Freund davon gewesen, „wenn die wiedergekommen wären und alles vernünftig abgelaufen wäre, wenn auf dem Platz eine gesunde Härte herrscht.“ Dazu zählen für den Coach auch die Fans: „Da braucht Rojhilat auch nicht zu sagen, die haben mit den Fans nichts zu tun. Doch. Das sind Leute, die sie am Platz haben und dann sie auch verantwortlich, denen Einhalt zu gewähren und zu sagen, wir wollen euch hier nicht haben, wenn ihr euch nicht benehmt.“ Außerdem: „Sie manipulieren bewusst den Schiedsrichter mit drohenden Worten und Beleidigungen, die auf dem Sportplatz nicht normal sind. Da verliert man die Lust.“ Und Drechshage betont nochmals: „Ich würde das genauso sagen, wenn es eine deutsche Mannschaft wäre. Es ist egal, welche Nationalitäten das sind. Das hat nichts mit Migranten zu tun. Ich habe nichts gegen Ausländer, und auch politisch nichts gegen Migranten oder Leute, die hier leben. Da habe ich sowieso eine ganz andere Einstellung zu. Das passt nicht zu mir, dass ich was gegen Ausländer habe. Im Gegenteil. In meinen Mannschaften haben immer Ausländer gespielt, ich habe selber zusammen mit Ausländer gespielt, die sich aber benehmen und benommen haben. Rojhilat macht es sich da zu einfach.“

 

„Muss mich für nichts entschuldigen“

Der Aufforderung von Tanksaz Derbas, sich beim SV Rojhilat Bad Salzuflen zu entschuldigen, wird Drechshage unterdessen nicht nachkommen: „Ich muss mich für nicht entschuldigen. Ich habe meine Äußerungen gemacht und Stellung genommen und dazu stehe ich. Ich habe eine Spruchkammersitzung mit Rojhilat mitgemacht, die viele im Kreis so vielleicht gar nicht zur Kenntnis genommen haben, als bei Lippe-Kick stand, was da abgelaufen ist.“ Der Coach möchte „das nicht nochmal aufkochen“, sondern meint stattdessen: „Wenn man so viel auf dem Kerbholz hat, sollte man ganz kleine Brötchen backen und nicht die auffordern, sich zu entschuldigen, die Klartext sprechen. Man sollte bei sich selbst anfangen und vor der eigenen Tür kehren und da für Ordnung sagen.“ Drechshage will sich nicht nachsagen lassen, etwas „gegen Migranten und Ausländer“ zu haben und mit Rojhilat „ein Feindbild“ hat. „Der Trainer selbst hat von Hass gesprochen und bei dem WhatsApp-Status [Ein Rojhilat-Abwehrspieler wurde nach dem Spiel als „Knochenbrecher“ betitelt und dafür gefeiert, „immer alle umzuhauen, ohne dass der Schiedsrichter pfeift“; Anm. d. Red.] weiß man sofort, wo der Hase langläuft.“ Und damit will sich Drechshage „sportlich nicht messen“ und sich „nicht an sowas beteiligen.“

 

„Sowas denkt sich keiner aus“

„Ich darf mich äußern und soll mich ja sogar äußern“, so der Coach weiter. „Sowas denken sich ein Timo Winter, ein Drechshage, ein Basti Meißner oder Holger Brinkmann aus Wüsten – ich könnte noch viele andere Namen nennen – ja nicht aus. Es gibt Beweise für das, was vor einem Jahr und vor zwei Jahren auf den Plätzen abgelaufen ist. Davon sollte sich der Verein freimachen. Vorurteile können erschaffen werden, die kann man sich aber auch selbst bauen.“ Was die Zukunft angeht, lässt sich Drechshage „gerne eines Besseren belehren.“ „Im Winter stehen Hallenturniere an, die komplette Rückrunde kommt noch. Es wäre schön, wenn dann Äußerungen kommen, dass sich Rojhilat vernünftig verhalten hat, dass sich die Fans vernünftig verhalten haben, dass der Schiedsrichter durchgreifen kann ohne Diskussionen oder Beleidigungen. Das wären Schlagzeilen, worüber ich mich freuen würde. Aber leider Gottes wurde ich wieder einmal bestätigt mit dem, was ich gesehen und gehört habe.“ Und deshalb hat Drechshage auch seinen „Entschluss gefasst, damit nichts mehr zu tun haben“ zu wollen.

Stadtwerke Bad Salzuflen

More in Kreisliga C2 Lemgo

%d Bloggern gefällt das: