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Kreisliga A Detmold

Türkischer SV Horn – Zusammenhalt als Erfolgsfaktor

Die Egge-Kicker haben gespürt, dass es deutlich Wichtigeres gibt als den Fußball. Manager Ender Ünal äußert sich im Lippe-Kick-Gespräch, wie der Schmerz überwunden wurde, auch zu den sportlichen Themen.

„Wir sind eine große Nummer in Lippe“

Kreisliga A Detmold (hk). Klar, die sportliche Entwicklung ist prächtig. Rang vier ist eine ausgezeichnete Zwischenbilanz, mit sechs Siegen aus den vergangenen acht Partien. Doch der tragische Verlust der verunglückten Oguzhan und Mehmet Yavuz ist selbstredend kolossal, sorgt für ein tiefes Gefühl der Trauer im Lager vom Türkischen SV Horn. Auch Ünal räumt mit tränenerstickter Stimme ein: „Wir als Verein haben in den letzten beiden Jahren sehr vieles menschlich durchgemacht. Uns ist bewusst geworden, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist.“ Er verdeutlicht via Lippe-Kick: „Diesen Schmerz, diese schlimme Zeit, kann man mit nichts auf der Welt vergleichen oder gutmachen. Ich bin selbst Vater zweier Kinder, auch manchmal Vater, manchmal Bruder, von meinen ganzen Jungs.“

 

 

Von Henning Klefisch

 

Man spürt es bei Ünal anhand dieser Worte: Der Schmerz ist noch längst nicht überwunden, muss viel Zeit ins Land gehen, bis so etwas wie Alltag einkehrt. Wenn überhaupt. So schwer es auch ist – trotz all dieser privaten Schicksalsschläge darf auch die sportliche Thematik nicht zu sehr in den Hintergrund rücken. Nach einer Hochphase in der Horner Vereinsgeschichte und drei Spielzeiten im überkreislichen Fußball folgte in diesem Sommer der Abstieg in den Kreisfußball. Der 40-Jährige ist davon überzeugt, dass der Abstieg vermeidbar gewesen wäre, unterstreicht er doch: „Wenn wir als Vorstand gewollt hätten, hätten wir das verhindern können, hätten im Winter reagiert, hätten Leute geholt, so wie wir es all die Jahre zuvor gemacht haben. Aber wir haben festgestellt, dass es an der Zeit ist, im Jugendbereich und auch in der Mannschaft, mit eigenen Leuten und auch jungen, willigen Spielern einen Neuanfang zu machen“, ist man ein Stück weit bewusst diesen Schritt zurückgegangen, um auf Dauer vielleicht zwei Schritte nach vorne zu machen. Ender Ünal gibt zu bedenken: „Fußball ist ein Spiel, in dem man immer gewinnen will, egal in welcher Liga man spielt und das letzte Jahr in der Bezirksliga war wirklich hart und traurig, weil die Jungs und wir eigentlich nie damit gerechnet haben, dass die Mannschaft absteigen kann.“ Vielleicht fühlten sich die Egge-Kicker ein Stück weit zu sicher, doch in einem Tal der Tränen verweilten die Horner nach der Rückkehr in den A-Klassen-Fußball keineswegs. „Der Vorstand hat sich auf diese Liga wieder regelrecht gefreut, denn man sieht, obwohl wir so viele Abgänge hatten und auch nicht das Ziel verfolgten, so schnell wieder aufzusteigen, sind wir dennoch unter den Top fünf Teams“, konstatiert der Familienvater nicht ohne Stolz in seiner Stimme. Der Fokus lag nach einem Exodus an Spielern zunächst einmal darauf, dass sich die Mannschaft neu zusammenfindet, „mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.“ Jaja, Ender Ünal, dieser Manager-Fuchs, ist ein Meister im Understatement, backt gerne kleine Brötchen, um dann positiv überrascht zu werden. Dieses primäre Ziel wurde mehr als übertroffen. Die Entwicklung stimmt alle Protagonisten vom Türkischen SV Horn zuversichtlich, sind doch 31 Punkte nach 15 Partien eine sehr annehmbare Bilanz. Da ist allerdings immer noch reichlich Luft nach oben. Warum? Der Macher und Visionär findet, dass sein Team erst „60 Prozent abgerufen hat“ vom möglichen Können, wohlgemerkt.

 

Bitteschön unbesiegbar bis zum Saisonende

 

Man muss ehrlich sein. Der Saisonstart war verbesserungswürdig. Für türkische Mannschaften ist es keine Seltenheit, dass sich mit der Punkte-Einfuhr im Serien-Frühstadium stark zurückgehalten wird. Der Hintergrund ist klar: Viele Urlauber sorgen für einen dezimierten Kader, weshalb die Leistungsfähigkeit – und damit einhergehend die volle Punktzahl – nicht verbucht wird. Die jüngste Bilanz ist bemerkenswert: „Die letzten Spiele zeigen, dass wir, wenn wir wollen, locker oben mitspielen können, wir unter den top vier Teams sind”, klopft sich Ünal auf die Schulter. Die Maßgabe ist glasklar: In der Rückserie möchten die Egge-Kicker keine einzige Partie als Verlierer beenden. Schließlich ist man sich bewusst, dass man an einem guten Tag jeden Kontrahenten in der Liga besiegen kann. Ein Fußball-Team benötigt Ziele, möchte man bis zum Saisonende eine echte Macht werden, sich als dominante Elf erweisen. Von Match zu Match soll geschaut, zudem in der Transferpolitik eine neue Philosophie vertreten werden. „Wir wollen uns mit TSV-würdigen Spielern verstärken.“ Explizit soll auf die eigene Jugend gesetzt werden, wollen die Horner jedes Jahr zwei, drei Akteure aus der eigenen Juniorenmannschaft hochziehen. Das ist eine Herzensangelegenheit für Ender Ünal, wodurch die Identifikation noch weiter gesteigert wird. Natürlich existiert bei den roten Adlern das klare Ziel, mittelfristig wieder in der Bezirksliga die lippische Fahne hochzuhalten. Allerdings fühlen sich aktuell die Horner pudelwohl in dieser neuen, alten Spielklasse. „Es macht wirklich Spaß, momentan in der A-Liga Detmold zu spielen, das merkt man an den Zuschauern, das merkt man an der Moral der Jungs, auch an der Moral des Vorstandes.“ Natürlich soll auch weiterhin ambitionsreich verfahren werden, denn auch Ünal findet treffend: „Ohne Ziele hat dieser Sport keinen Sinn“, soll die TSV-Mannschaft der Zukunft „jünger und stärker werden.“

 

Duracell-Manager mit Leidenschaft und Weitblick

 

Ender Ünal

Wer schon einmal selbst auf dem roten Rasen im Eggestadion gespielt hat, weiß, dass es ganz viele Dinge im Leben gibt, die schöner sind. Das Begehren nach einem Kunstrasenplatz ist groß in der Egge-Gemeinde, möchte man mit dem Orts-Rivalen TuS Horn-Bad Meinberg zusammen ein solches Projekt hochziehen. Ender Ünal gilt als echte Frohnatur, glaubt überwiegend an das Positive: „Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir das hinbekommen werden. Der Stadtsportverband, die Politik, die Mitglieder, alle wünschen sich das.“ Natürlich sind auch die Aktiven schwer davon angetan, auf einem solchen Geläuf zu performen. Mr. TSV Horn reibt sich die Hände, verspricht sich sogar eine Leistungssteigerung: „Auf einem Kunstrasenplatz ist unsere Mannschaft noch einmal stärker und motivierter“, könnte dies auch tatsächlich auf die Leistungsfähigkeit hilfreichen Einfluss nehmen. Über das nötige Selbstbewusstsein verfügt der leidenschaftliche Manager: „Wir sind eine große Nummer im lippischen Fußball. Sei es der Vorstand oder die Mannschaft.“ Er klärt auf: „Die Erfolge sprechen für uns. Ob im Westfalen-Pokal bis in die dritte Runde, auch bei den lippischen Hallenmeisterschaften haben wir es die letzten drei Male stets ins Finale geschafft.“ Was entscheidend für ihn ist: „Wir bemühen uns immer.“ Ender Ünal lebt diesen Verein mit jeder Faser seines Körpers, ist ein Duracell-Manager aus Leidenschaft, immer auf Achse, stets rastlos, nie ratlos, mit viel Akribie, Fachkenntnis und einem Diamanten-Auge ausgestattet. Er erkennt das Talent vom Spieler, handelt schnell, verhandelt geschickt. „Ich bin 365 Tage im Jahr damit beschäftigt, neue Spieler von uns zu überzeugen. Das hat nie ein Ende. Das haben wir unseren Sponsoren und unseren Gönnern zu verdanken“, ohne die der TSV Horn nicht der Verein wäre, der er ist.

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