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Hallenfussball

Erverdi-Cup 2019 – Der große Vorbericht

Ein echtes Highlight im Indoor-Termin-Kalender ist Jahr für Jahr der Erverdi-Cup, ausgerichtet vom SC Türkgücü Detmold. Lippe-Kick blickt auf diesen interessanten Wettbewerb.

„Fußball kennt keine Grenzen“

Erverdi-Cup 2019 (hk). Dieses Teilnehmerfeld ist illuster besetzt. Der ambitionierte Landesligist FC Nieheim führt dieses an. Dazu gesellen sich sämtliche Detmolder Bezirksligisten und alle Schwergewichte aus der A-Klasse, mit Ausnahme vom TuS Westfälische Eiche Lügde. Türkgücü-Coach und Organisator Erhan Eksioglu lobpreist: „Ein besseres Feld für den Budenzauber geht nicht mehr.“ Nicht ganz, denn es fehlen die Spitzenteams aus dem FuL-Kreis Lemgo. Was bei solchen Hallen-Wettbewerben keineswegs mehr Usus ist: „Wir sind froh, dass die Nachfrage für unser Turnier bei vielen Vereinen sehr gut ankommt und dass auch viele sich selber schon anbieten“, so der zweifache Familienvater im Lippe-Kick-Gespräch.

 

Von Henning Klefisch

 

Der eine oder andere Fußball-Interessierte wird zunächst einmal schräg geguckt haben, als der seit 2008 stattfindende Wettbewerb auf den Sonntag zwei Tage vor Heiligabend datiert worden ist. Diese Traditionsveranstaltung hat bis dato immer im Januar stattgefunden. Eksioglu begründet: „Da aber nach dem LZ-Cup die Luft bei den Mannschaften sowie auch bei den Zuschauern raus ist, haben wir uns da Gedanken gemacht. Aus diesem Grund werden wir es immer versuchen, den Termin so zu legen, dass jeder Lust und Spaß an der Sache hat.“ Inmitten der Vor- und Zwischenrunde der lippischen Hallenmeisterschaften wird dieses Turnier ausgetragen. Erhan Eksioglu ist davon überzeugt, dass dieser Wettbewerb zum perfekten Zeitpunkt stattfindet, in der Dietrich-Bohnhoeffer-Halle in Detmold zahlreiche Zuschauer ihre modernen Gladiatoren enthusiastisch von den Tribünen aus anfeuern werden. Er schnalzt mit der Zunge: „Ein super Wochenende mit klasse Mannschaften und mit hervorragenden Spielern erwartet uns.“ Für die nächste Mannschaftsfahrt, die am Saisonende wahlweise in Warna am bulgarischen Goldstrand, in Mamaia an der rumänischen Schwarzmeerküste oder auch in Lloret de Mar an der Costa Brava stattfindet, könnte sich ein schönes Reisegeld erspielt werden. Mehr als 600 Euro werden ausgelobt. Rekordsieger ist der TBV Lemgo, der einen lupenreinen Titel-Hattrick zwischen 2013 und 2015 erzielt hat. Je zweimal triumphierten der Post TSV Detmold (2010, 2019) und der SC Hicret Bielefeld (2016, 2017). Jeweils einen Gewinn errangen der FC Augustdorf (2008), TSV Schötmar (2009), Blomberger SV (2011), SC Bad Salzuflen (2012) und der TuS Horn-Bad Meinberg (2018). Auch nicht unwichtig für die Feinschmecker: Hungrig und durstig muss keiner nach Hause schlendern, denn verschiedene kalte und warme Speisen und Getränke stehen zum legalen Konsum zur Verfügung. Nicht nur deshalb predigt Eksioglu: „Dieses Turnier sollte keiner verpassen. Der Budenzauber in Detmold ist vom Allerfeinsten.“

 

 

Gruppe A

Türkischer SV Horn
SVE Jerxen/Orbke
SG Hiddesen/Heidenoldendorf
Blomberger SV
FC Nieheim

 

Wer nimmt es mit Nieheim auf?

(hk). Diese Gruppe ist bunt gemischt. Neben dem wohl favorisierten Landesligisten FC Nieheim mischen auch der sich prächtig entwickelnde Bezirksligist SG Hiddesen/Heidenoldendorf und das A-Liga-Spitzen-Trio Türkischer SV Horn, SVE Jerxen/Orbke und Blomberger SV munter mit.

 

Einen ausgezeichneten Vorbereitungscharakter ruft der Türkische SV Horn-Coach Thorsten Schmiech aus, wenn es um die Einordnung der Werthaltigkeit von diesem Turnier geht: „Wir freuen uns, dass wir an diesem hochklassigen Turnier teilnehmen können und wollen es zum einen nutzen, um uns in der Halle weiter einzuspielen und zum anderen im Hinblick auf die Zwischenrunde des LZ-Cups einiges auszuprobieren“, dient dieser Erverdi-Cup als Test-Ballon. Die Egge-Kicker sind einmal pro Woche zur körperlichen Ertüchtigung in der Halle unterwegs. Wie fällt seine Analyse zu den Kontrahenten aus? „Unsere Gruppe ist natürlich sehr stark besetzt, aber das ist unsere Zwischenrunden-Gruppe auch und daher können wir auf hohem Niveau testen“, repetiert Schmiech im Lippe-Kick-Gespräch. Auf den einzigen nicht lippischen Vertreter zeigt sich Schmiech außerordentlich gespannt, gibt er selbstständig eine Vorgabe aus: „Wir hoffen, ins Halbfinale einziehen zu können und freuen uns auf einen schönen Tag!“

 

Überraschend, dass sich solch ein hochkarätiges Team wie die Eintracht noch gar nicht in die Siegerliste dieses Wettbewerbs eintragen konnte. Coach Marco Schlobinski begründet die Teilnahme: „Das Turnier am Sonntag ist für uns eine gute Möglichkeit, einfach gegen sehr gute Gegner in der Halle zu spielen.“ Das Ziel ist klar: „Wir wollen vor der Zwischenrunde vom LZ-Cup Dinge ausprobieren und uns weiter gewöhnen“, meint er die Abläufe beim Hallenfußball. Die Weihnachtszeit erfreut sich bei den Urlaubern meist allergrößter Beliebtheit, was die Kaderbreite beim SVE automatisch reduziert. Gleich drei A-Jugend-Kicker werden deshalb zu Spielzeit in Detmold kommen, können vor wohl großer Kulisse sportliche Duftmarken setzen. Zu viel Erwartungsdruck soll allerdings nicht aufgebürdet werden. „Wir wollen ganz befreit und mit Spaß an die Sache herangehen“, so Schlobinski, der vom großen Ganzen angetan ist: „Die Gruppe, wie auch das gesamte Teilnehmerfeld, ist sehr stark. Lob hier an die Organisatoren.“ Neuverpflichtung Kieren McCarthy spielt nicht mit, wird bis zum 31. Dezember noch bei seinem aktuellen Verein RSV Barntrup die Fußballschuhe schnüren, ab dem ersten Tag des neuen Jahres für den SVE kicken. „Hier sind wir auch mit Blick auf die Rückserie glücklich, dass Kieren den Weg zurückgefunden hat“, erweitert dies die Möglichkeiten in der Abteilung Attacke bei den „Junx.“

 

Für SG-Coach Markus Rüschenpöhler ist der Lust-Faktor sehr ausschlaggebend vor diesem Budenzauber kurz vor den Weihnachtstagen. Nach einer anspruchsvollen Hinserie und einer – bedingt durch die Relegationsspiele – auffällig kurzen Sommerpause, werden einige Stammspieler ganz gewiss am folgenden Wochenende Körper und Geist in den Schonmodus schalten, daher wohl nicht auflaufen. „Die Spieler, die Bock haben, sind am Start“, erklärt der Erfolgs-Coach gegenüber Lippe-Kick. Das Teilnehmerfeld ist mit spielstarken Mannschaften besetzt, die dank ihrer technischen Qualität für einen sagenhaften Erlebnisfaktor sorgen können – vielleicht auch wollen. Rüschenpöhler relativiert: „Man muss abwarten, mit welchem Kader die Vereine tatsächlich antreten. Viele Mannschaften nehmen teil, die am gleichen Ort die Zwischenrunde des LZ-Cups spielen“, hat er gleich drei Gruppen-Kontrahenten vor der Brust. „Wenn wir antreten, wollen wir immer den bestmöglichen Erfolg erzielen, so erfolgreich wie möglich spielen“, werden die Reisestrapazen extrem gering gehalten. Wer den Fußball-Professor aber kennt, weiß, dass er auch dieses Turnier mit seinen jungen Fohlen am liebsten siegreich beenden möchte.

 

Nur als „Außenseiter“ sieht Blomberger SV-Coach Mike Winkler seine Mannschaft in dieser Konstellation, wünscht er sich vor allem: „Der Spaß soll im Vordergrund stehen und ein anderes Gesicht als letzten Sonntag gezeigt werden“, als die Nelkenstädter schnell verblühten und frühzeitig in der Vorrunde bei den lippischen Hallenmeisterschaften der K.o.-Schlag erfolgte. Die Favoritenbürde übergibt er ganz geschickt den Widersachern: „Zum TSV Horn, Jerxen/Orbke und Hiddesen/Heidenoldendorf, die alle das Ticket für die Zwischenrunde sicher gelöst haben, braucht man ebenso wenig sagen, wie zu Nieheim als Landesligist.“ Die simple Erklärung: „All diese Teams haben ihre Qualitäten und individuelle Klasse in der Halle schon gezeigt.“ Ganz relevant wird es für den BSV sein, dass er mit einer vorzüglichen Einstellung in diesen Wettbewerb geht, auch mit dem richtigen Leistungssoll, um sich die Möglichkeit auf das Semifinale zu wahren. Eine Modifikation, die keineswegs ungewöhnlich ist: Ein Feldspieler rückt zwischen die Pfosten, fungiert quasi als fünfter Feldspieler, da die Blomberger Stammfänger urlauben. „Das kann im Idealfall ja auch zum Erfolg führen, siehe Jerxen, und die Horner Teams“, findet Winkler. Vor allem TSV-Goalie Cihat Keles gilt als Prototyp dieser neuen Variante, brilliert er als erster Aufbauspieler und zugleich als toller Torwart. Im Vergleich zum vergangenen Sonntag fallen Retzlaff, Tuzakci, Lukasz Maca und Uzunlar aus. Manager Michele Caporale wird nicht die Welt umkrempeln, um neue Spieler zu verpflichten, sind diese „nicht unbedingt geplant“, wie Winkler anmerkt. Dem aktuellen Kader soll das Vertrauen in der wichtigen Saisonphase geschenkt werden. Ein gefühlter Neuzugang ist Jarrit Karaus, der die vollständige Hinrunde wegen einer Verletzung ausgefallen ist, jetzt vor seinem Comeback steht.

 

Man darf gespannt sein, in welchem Zustand der Tabellenfünfte der Landesliga Staffel 1 in der Hochschul-Stadt aufläuft, denn einen Abend vorher ist Weihnachtsfeier. FC Nieheim-Fänger Rudi Pisarenko, in Lippe aus seiner Zeit in Detmold, Hagen/Hardissen und Lage bekannt und beliebt, erklärt mit einem Schmunzeln auf den Lippen vorab: „Letzten Sonntag sind wir mit vier Spielern und einem Torwart auf ein Hallenturnier (Anm. d. Red.; Weihnachtscup vom SC Bredelar) gefahren und haben einfach mal den ersten Platz geholt. Das muss man erstmal schaffen. Da ziehe ich den Hut vor der Qualität der Jungs, was sie auch schon in der Hinrunde der Landesliga bewiesen haben“, stimmt die sportliche Entwicklung im Team von Chefcoach Ufuk Basdas über alle Maßen. Seine keineswegs risikoreiche Quintessenz: „Ich würde deshalb uns schon als Favoriten sehen.“ Die große Einschränkung folgt auf dem Fuß: „Hiddesen-Heidenoldendorf, Post TSV Detmold und TSV Horn sowie auch Augustdorf sollte man trotzdem nicht unterschätzen“, benennt er weitere Teams, die für den Gesamt-Sieg in Frage kommen. Der Hallenfußball ist unberechenbar, möchte der fußballerisch moderne Torwart auch die Sportfreunde Berlebeck/Heiligenkirchen nicht vergessen, hat er bei BHK einige Zocker im Blick, „die ein Hallenspiel für sich entscheiden können.“ Die anderen Rivalen zu bagatellisieren möchte Pisarenko unter allen Umständen vermeiden. „Wir werden versuchen, mit einer guten Einstellung und Kampf dieses Turnier so gut es geht zu bestreiten“, soll sich die rund halbstündige Anfahrt auch als lohnenswert erweisen. Selbstverständlich kommt auch der monetäre Anreiz nicht zu kurz: „Wir sind alle heiß und wollen aus jedem Turnier, was wir annehmen, auch das Beste herausholen, um die Mannschaftskasse aufzufüllen , wie jede andere Mannschaft auch.“ Dieses Vorhaben möchte der FCN mit einer unveränderten Truppe realistisch werden lassen, erlahmen die Transferaktivitäten in dieser Winter-Periode gänzlich. Zumindest ist dies bis jetzt der Fall.

 

Gruppe B

Post TSV Detmold
SF Berlebeck/Heiligenkirchen
TuS Horn-Bad Meinberg
FC Augustdorf
SC Türkgücü Detmold

 

Spielen die Bezirksligisten mit ihren Muskeln?

(hk). Auf den ersten Blick ist dieses Tableau schwächer besetzt. Neben den beiden Bezirksligisten Post TSV Detmold und FC Augustdorf sind mit den SF Berlebeck/Heiligenkirchen, dem TuS Horn-Bad Meinberg und dem Lokal-Matador SC Türkgücü Detmold drei A-Ligisten am Start. Die beiden Erstgenannten haben die Favoritenrolle intus.

 

Eine gezielte Projektierung auf dieses Turnier strebt der Titelverteidiger Post TSV Detmold nicht an. Trotzdem wünscht sich Post TSV-Kicker Tobias Gatzke, als Lippe-Kick ihn zu einer Stellungnahme bittet: „Wir wollen besser spielen als in der Vorrunde vom LZ-Cup, uns klar steigern. Da haben wir wirklich nicht gut gespielt“, sieht er dies als eine „schöne Vorbereitung“ auf die baldige Zwischenrunde. Viele Unklarheiten schwirren rund um die Post-Kutsche herum, wenn es um die Kaderzusammensetzung geht. „Wir haben einige Kranke“, erklärt Gatzke. Es muss geduldig abgewartet werden, wer bis Sonntag wieder in den spieltauglichen Zustand gelangt. Um den Cup erneut mit an den Werre-Sportplatz zu transportieren, wird die Leistungssteigerung aber dringend erforderlich sein, mit freier Sicht bei Licht auf das elitäre Teilnehmerfeld. Sportfreunde-Obmann Matthias Kuhlmann konstatiert im Lippe-Kick-Gespräch: „Wir fahren mit einer guten Truppe dahin und wollen einfach Spaß haben.“ Nicht zu verachten für ihn: „Der Ausrichter wird wie jedes Jahr einen guten Job machen, worauf wir uns freuen.“ Wie die personelle Situation bei den Teilnehmern aussieht, ist für den TuS-Trainer Sascha Möller „schwer zu kalkulieren.“ Er teilt die Ansicht: „Manche lassen aus der Breite des Kaders Spieler auflaufen, andere wollen nur mit dem Kader für kommende Woche agieren zum weiteren Einspielen.“ Das Interesse beim TuS Horn-Bad Meinberg ist enorm, einen der beiden Spitzenplätze in der Gruppenphase zu belegen, lief die Vorrunde vom LZ-Cup doch wahrlich vortrefflich. „Wir werden aber auch ein wenig durchmischen“, kündigt er im Lippe-Kick-Gespräch an, dass die Rotation ein treuer Begleiter für ihn sein wird. Alles kann, nichts muss, das ist das Motto für Möller, der mit seinem Team keine zusätzliche Einheit unter dem Hallendach veranstalten wird. Er steigt ein in die Tiefe vom Realismus: „Ich sehe die andere Gruppe einen Tick stärker und erwarte, dass von dort der Sieger kommt.“

 

FCA-Coach Matthias Heymann gibt eine anständige Marschroute aus: „Wir werden das Turnier am Sonntag als Einheit für die Zwischenrunde des LZ-Cups nutzen. Durch die starke Besetzung ist das eine gute Standortbestimmung“, soll das Element Spaß eine hohe Relevanz besitzen. Der Aufwand, der am vierten Advent investiert wird, soll sich auch rentieren, drückt Heymann mit aller Vehemenz in seiner Stimme aus: „Natürlich willst du aber, wenn du den ganzen Tag in der Halle bist, am Ende auch was Zählbares mitnehmen.“ Aus der Vorrunden-Veranstaltung beim lippischen Hallenmasters stehen acht Akteure zur Verfügung. Christian Schröder, der in der Vorwoche noch gehandicapt war, kommt dazu. Heymann zieht seinen Hut vor den wohl hartnäckigen Widersachern, wenn er sagt: „Die Gruppe ist mit vier Teilnehmern der Zwischenrunde sehr gut besetzt. Einen klaren Favoriten sehe ich nicht. Die letzten Jahre hat Post in der Halle immer fast alles abgeräumt. Man wird sehen, ob die Vorrunde letzte Woche nur ein Ausrutscher war“, kann er dies aus nächster Nähe beobachten. Erst nach Weihnachten und vor Silvester gibt es Klarheit, ob neben Angreifer Joel Weber vom SV Diestelbruch/Mosebeck weitere Neuerwerbungen verifiziert werden. „Grundsätzlich sind wir mit der Kaderzusammenstellung sehr zufrieden. Wir haben also nicht unbedingt Handlungsbedarf, werden aber vielleicht noch was machen, wenn sich die Möglichkeit ergibt“, sind die Sandhasen für ihre Spürnase bekannt.
Für den Sportclub-Coach Erhan Eksioglu steht grundsätzlich fest: „Beide Gruppen sind sehr stark besetzt.“ Er wird dann etwas diffiziler, fasst die eigene Befindlichkeit etwas präziser ins Auge: „Unsere Gruppe ist mit sehr stark spielenden Spielern unterwegs.“ Er betont abschließend: „Es wird ein sehr schönes Event für den lippischen Hallenfußball.“

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